Eigentümer renoviert Wohnung, zulässig???

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Dieter, 24.10.2009.

  1. Dieter

    Dieter Benutzer

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    Hallo,
    eine Frage an die Spezialisten.

    Ein Haus, 10 WE, 13 Jahre alt.
    Einer der Eigentümer erwirbt eine zweite Wohnung, die direkt über seiner eigenen (Souterrainewohnung) liegt. Über die HV läßt er alle anderen Eigentümer anschreiben, dass er folgenden Umbau vor hat: Durchbruch der Decke per Kernbohrung, damit beide Wohnungen per Treppe miteinander verbunden werden.
    Ich bin erst gegen diese Umbaumaßnahme, da ich Risse in der Statik befürchte. Dann bringt der Eigentümer ein Gutachten eines Statikers, dass keine Risse zu erwarten sind. Ich bin immer noch dagegen. Nachdem mich dieser Eigentümer dann täglich anruft und von seinem Vorhaben überzeugen will, stimme ich schließlich genervt zu.

    Der Umbau dauert 3 Monate. Es wird der Estrich herausgerissen, die Fußbodenheizung erneuert, ein zusätzliches Badezimmer mit Whirlpool eingebaut. Die Bohrhämmer dröhnten tagelang.

    Nun ist die Umbaumaßnahme beendet.
    Jetzt kommt ein Schreiben der HV, dass genau dieser Eigentümer nun einen feuchten Fleck an der Außenwand reklamiert, und die HV auffordert, die Außenmauern freilegen zu lassen und auf Feuchtigkeit zu untersuchen.

    Nun meine Frage: Der Umbau war ursprünglich ein Deckendurchbruch. Durfte der Eigentümer auch die Heizung ändern und die Wasserleitungen in seinem Sondereigentum neu verlegen? Hat die HV da Fehler gemacht?
    Ob die Feuchten Flecken auf den Umbau zurückzuführen sind, wird sich wahrscheinlich nicht Mal durch Gutachter klären lassen, aber durfte der Eigentümer diesen Umbau überhaupt durchführen.
    Im Gespräch mit der HV kam nämlich noch etwas heraus. Anscheinend funktioniert die Heizung nicht mehr so wie früher. Es gibt Beschwerden, dass es in einigen Wohnungen nicht mehr warm wird.

    Danke für konstruktive Antworten.

    Dieter
     
  2. AdMan

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  3. #2 Selbstnutzer, 25.10.2009
    Selbstnutzer

    Selbstnutzer Neuer Benutzer

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    Entscheidend für das was innnerhalb einer WEG erlaubt ist oder eben nicht erlaubt ist, regelt die Teilungserklärung, diese regelt ganz klar die Grenze zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum.

    Und selbst wenn einige der veränderten Teile Gemeinschaftseigentum (wie die Decke) sind, so kann es durchaus völlig legitim sein daran Änderungen durchzuführen(den Deckendurchbruch), wenn es die Teilungserklärung gestattet.

    Sollte allerdings ein Teil der Änderungen zu zu starken Beeinträchtigungen der anderen Sondereigentümer kommen (zB durch nicht mehr richtig funktionierende Heizung) dann muss da natürlich ggf. nochmal geändert werden.

    Ob die FBH so ohne weiteres einfach geändert werden durfte, hängt ganz entscheidend aber auch von dem Aufbau der Anlage statt, es kann durchaus Heizungsanlagen geben, wo alles, was innerhalb des Sondereigentums liegt, auch tatsächlich Sondereigentum ist, in der Mehrzahl der Fälle ist ein Großteil der Heizunganlage allerdings konstruktionsedingt Gemeinschaftseigentum.
    Einer Änderung müssen hier dann auch die anderen Eigentümer zustimmen.

    Gruß
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Das wird immer wieder behauptet und wird auch durch ständige Wiederholung nicht richtig.
    Ein Blick ins Gesetz zeigt, dass eine bauliche Änderung beschlossen oder verlangt werden kann, "wenn jeder Wohnungseigentümer zustimmt, dessen Rechte durch die Maßnahmen über das in § 14 Nr. 1 bestimmte Maß hinaus beeinträchtigt werden" (§ 22 Abs. 1 Satz 1 WEG). Weiter heißt es im gleichen Abs.: "Die Zustimmung ist nicht erforderlich, soweit die Rechte eines Wohnungseigentümers nicht in der in Satz 1 bezeichneten Weise beeinträchtigt werden".
    Es ist also zunächst zu klären, wessen Rechte durch eine Änderung innerhalb eines Sondereigentums "über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus" - so das Kriterium des § 14 Nr. 1 WEG - beeinträchtigt werden.
    Es ist keineswegs auszuschließen, dass im konkreten Fall keine Zustimmung erforderlich ist und die Eigentümer allenfalls Anspruch auf eine fachgerechte Ausführung der Arbeiten haben.
     
  5. Dieter

    Dieter Benutzer

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    Hallo, danke für die Antworten.
    Mein momentaner Wissensstand: Die Fußbodenheizung gehört zum Sondereigentum. Schwierigkeit bei der Situation besteht darin, dass ein sogenannter hydr. Abgleich bei einer Heizungsanlage sobald erfolgen muß, sobald daran etwas geändert wird. Die Heizungsanlage ist aber Gemeinschaftseigentum.
    Da demnächst der Termin für die ETV stattfindet, kommt dieser Punkt auf die Tagesordnung. Die HV ist im Moment etwas ratlos, sucht aber Hilfe bei der Heizungsfachfirma, die die Anlage betreut.
    Wie gesagt, ich hätte nicht unterschreiben brauchen, dann hätte es zwar Telefonterror gegeben, aber diese Situation wäre gar nicht entstanden.

    Dieter
     
  6. #5 PHinske, 29.10.2009
    PHinske

    PHinske Erfahrener Benutzer

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    Wenn die Baumaßnahme abgeschlossen ist, sollte zunächst mal geprüft werden, ob ausreichend Druck auf der Heizungsanlage ist.

    Denn wenn Änderungen an der FuBo Hzg. gemacht wurden, wird man ja Wasser abgelassen haben und am Ende die neuen Stränge wieder ans System angeschlossen haben.

    Auch wenn ich kein fachmann bin: Das mit dem Abgleich scheint mir etwas übertrieben. Denn die Änderungen können so groß ja gar nicht sein, wenn auch das Erdgeschoss bisher zu Wohnzwecken benutzt wurde und dort auch schon eine FuBo Hzg. verlegt war.

    Der Umbauer sollte darlegen, was er genau an der FuBo Hzg. geändert hat. Evtl. könnte der feuchte Fleck an der "Außenmauer" seinen Grund in unsachgemäßer FuBoHzg-Verlegung haben? Ist die "Außenmauer" an dem Zimmer, wo er umgebaut hat? Das sollte jedenfalls ausgeschlossen werden, bevor ein Bagger die Außenmauern für teures Geld freilegt.

    MfG
    PHinske
     
  7. Dieter

    Dieter Benutzer

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    Hallo PHinske,

    das mit dem hydr. Abgleich ist nicht zu unterschätzen. Zum Einen ist es Stand der Technik und eben auch Vorschrift, bei jeglicher Änderung an einer Heizungsanlage einen Abgleich durchzuführen. Dass die von den meißten Heizungsbauern nicht gemacht wird, ist ein anderes Thema.
    Überlegen Sie einmal, der Umbauer legt einen neuen Heizungsstrang, der wegen dem Deckendurchbruch wesentlich kürzer ist als vorher. Dadurch kommt viel mehr wärmeres Heizungsvorlaufwasser unabgekühlt in den Rücklauf. Durch diese Rücklaufanhebung verliert die Heizungsanlage an Wirkungsgrad, da dieser aus dem Delta zwischen Vorauf und Rücklauf resultiert. Soweit die Theorie.
    Was wirklich Sache ist, wird sich herausstellen.

    Die undichte Stelle befindet sich in exakt dem, unter dem neuen Durchbruch gelegenen Raum. In diesem wurde ein Whirlpool installiert und dadurch auch diverse Rohrinstallationen verändert.

    Dieter
     
Thema: Eigentümer renoviert Wohnung, zulässig???
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