Eigentümer zahlt Hausgeld nicht - Verwaltung tut nix

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von podenca, 10.07.2014.

  1. #1 podenca, 10.07.2014
    podenca

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    Hallo,
    ich habe eine Frage zum Hausgeld.
    Eine Eigentümerin in unserer WEG bezahlt seit vielen Monaten kein Hausgeld. Sie besitzt 2 Wohnungen und hat über 6 Monate nix mehr bezahlt.
    Die genauen Zahlen kenne ich nicht, es wird nur im Haus darüber gesprochen - es sind zwischen 2000-3000 Euro Rückstand.
    Die Verwalterin steckt aber mit dieser Eigentümerin unter einer Decke (die säumige ET ist auch Beirätin) und hat deshalb zu dem Thema in der Versammlung kein Wort gesagt!
    Ein anderer Eigentümer hat nachgefragt und sie hat es schnell unter den Teppich gekehrt und ist zum nächsten Punkt übergegangen. Sie behauptet zwar, dass sie sich darum kümmert, ich weiß aber dass das ganze sich schon fast ein Jahr hinzieht & der Zahlungsrückstand immer größer wird.

    Frage: Darf man als Miteigentümer Einblick verlangen in diese Zahlungsrückstände?
    Was kann man tun, wenn die Verwaltung sich weigert bzw. nichts unternimmt?

    Vielen Dank im Voraus!
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Ja. Der Anspruch auf Zahlung der vereinbarten Umlagen besteht von allen Eigentümern und gegen alle Eigentümer. Du darfst grundsätzlich in sämtliche Unterlagen der Verwaltung Einblick nehmen. Vereinzelte Ausnahmen gibt es teilweise bei persönlichen, sensiblen Daten, wozu Zahlungsrückstände beim Hausgeld definitiv nicht gehören.


    Kurzfristig: Man könnte die Einsicht bzw. Auskunft einklagen. Wirklich praktikabel scheint mir das nicht zu sein ...

    Mittelfristig: Verwalterin abberufen, neue, seriöse Verwaltung bestellen. Dafür ist die Rückendeckung einer gesicherten Mehrheit (je nach Modus Einheiten oder MEA) erforderlich, die man vor einer Versammlung organisieren sollte.
     
  4. #3 podenca, 11.07.2014
    Zuletzt bearbeitet: 11.07.2014
    podenca

    podenca Neuer Benutzer

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    Vielen Dank !

    Vielen Dank für die Antwort!

    Ich habe aber doch noch eine Frage: Braucht man den Beirat zur Abberufung der HV?

    Die Beiräte stecken mit der Verwaltung unter einer Decke, da laufen irgendwelche krummen Geschäfte, leider ist es schwer nachweisbar, die Beiräte sind Handwerker & die Reparatur-Aufträge werden in AMIGO_Manier vergeben...sehr lukrativ bei über 60 WE.
    Auf jeden Fall wird der Beirat nichts unternehmen wollen gegen die Hausverwaltung, das steht fest.
     
  5. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Nein man braucht ihn nicht.
    ABER
    Der Beirat ist von der WEG gewählt, somit kann davon ausgegangen werden, dass viele Miteigentümer diesen Beirat auch gut finden, muss nicht sein aber kann.
    Um einen Verwaltervertrag nicht zu verlängern brauchst Du aber Mehrheiten in der Versammlung und da hat der Beirat auch nicht mehr Stimmen.

    An Deiner Stelle würde ich zunächst einmal die Unterlagen beim Verwalter überprüfen und genau festhalten wie lange schon nicht bezahlt wurde. Dann würde ich mir größerer Reparaturen und Renovierungsmaßnahmen anschauen wie diese denn vergeben wurden.
    Solltest Du dann imer noch genug Matterial haben, dann würde ich mir im Haus "Verbündete" suchen um einen neuen Verwalter zu suchen.
     
  6. #5 PHinske, 11.07.2014
    PHinske

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    Die Einsichtnahme in die Verwaltungsunterlagen kann rechtlich nicht wirksam verweigert werden.

    Da hilft tatsächlich nur penetrantes Auftreten.

    Wenn man bereit ist, dieses Recht notfalls einzuklagen, sollte man den Verwalter nach mündlicher Verweigerung anschreiben und für diesen Brief auch einen Zustellungsnachweis führen können.

    Soweit die Zahlungsrückstände sich auch auf die letzte abgerechnete Wirtschaftsperiode beziehen sollten, müssten diese auch in der Jahresabrechnung ersichtlich sein.

    Hierzu sagt der BGH: "In der Darstellung der Entwicklung der Instandhaltungsrücklage, die in die Abrechnung aufzunehmen ist, sind die tatsächlichen Zahlungen der Wohnungseigentümer auf die Rücklage als Einnahmen darzustellen und zusätzlich auch die geschuldeten Zahlungen anzugeben. Eine Abrechnung, die nur ausweist, welche Beträge der Instandhaltungsrücklage zugeführt werden sollten, aber nicht die Beträge, die ihr tatsächlich zugeflossen sind, genügt nicht den gesetzlichen Anforderungen." (BGH, Urteil v. 4.12.2009, V ZR 44/09)

    Wenn niemand bereit zur Konsequenz ist, läuft der Ärger erfahrungsgemäß unendlich lange weiter.
    Also: Nur Mut und ran an die Sache!

    MfG, PHinske
     
  7. #6 podenca, 11.07.2014
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    Vielen Dank !

    Danke euch für die Antworten, ich werde mich ans Werk machen - was die Beiratswahl angeht, ist da auch einiges schief gelaufen, das werde ich noch an anderer Stelle hier im Forum posten.
     
  8. Duncan

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    Ich habe die vage Vermutung, dass eine geballte Darstellung sinnvoller ist als die Zersplitterung in diverse Threads, die keiner mehr verknüpfen kann. Ich bitte daher, ggf. in Rücksprache mit den Mods/Admins, dies in einem Thread zu bündeln.
     
  9. #8 podenca, 12.07.2014
    podenca

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    Sorry, hab ich nicht gesehen - schon zu spät - ich habe auch Angst dass es zu viel wird und die Leute "erschlägt" wenn ich da alles auf einmal auf den Tisch bringe. Es gibt noch mehr Probleme, ich bin noch nicht fertig.... ;)
     
  10. Duncan

    Duncan
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    was zu befürchten war. :zwinkernd001:
    Mir scheint es allerdings so, das die Ursache deiner Probleme sich in einem Punkt konzentriert.


    PS: da ich auch im Handwerk tätig bin: eine WEG mit 60 Wohneinheiten ist schon ein gerngesehender Kunde, aber keiner der mir ein dauerhaft sicheres Auskommen liefert. Da fehlen noch 2 Stellen. In meine WEGs bringe ich zwar durchaus auch Fachwissen mit ein, vermeide es aber dort selbst als Auftragnehmer aufzutreten. Das ich in meinen Wohnungen grundsätzlich mit meinen eigenen Leuten arbeite ist klar.
    Die Kontakte zu anderen Handwerken können auch durchaus positiv für die WEG genutzt werden. Es gibt durchaus Handwerker die nehmen derzeit keine Aufträge mehr an, von AGs die sie nicht kennen. Da werden einige Arbeiten halt auch nur aus "man kennt sich, man hilft sich" übernommen. Sonst kann die WEG gerne noch 1-2 Jahre einen fähigen Handwerker suchen... Nicht jede WEG ist ein toller Auftraggeber. Ich kenne auch WEGs die ohne den guten Willen und die Unterstützung von Handwerkern schon vor Jahren in der ZV gelandet wären. Nicht selten welche die aus Erbengemeinschaften entstanden sind. Im Gegensatz zur Vorstellung der meisten Mieter hat nicht jeder Vermieter/Immobilieneigentümer auch viel Geld.
     
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