Eigentümer zahlt NK-Abschlag nicht

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von WEG Hamburg, 01.04.2016.

  1. #1 WEG Hamburg, 01.04.2016
    WEG Hamburg

    WEG Hamburg Neuer Benutzer

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    Folgende Situation

    Ich bin nun als neuer Verwalter einer (selbstverwalteten) WEG mit der Verwaltung betreut.

    Im November wurde in einer Eigentümerversammlung beschlossen, dass die WEG sich selbst verwalten will. Es wurde ebenfalls beschlossen, monatliche Abschlagszahlungen für die Nebenkosten und 1 x pro Jahr für eine Instandhaltungsrücklage auf ein WEG-Konto einzuzahlen.

    Nun nimmt ein Eigentümer diese Abschlagszahlungen (trotz mehrfacher Hinweise) nicht vor – was kann ich nun unternehmen???

    Soll ich ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Newbie15, 01.04.2016
    Newbie15

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    Gibt es dazu irgendwelche Regelungen in der Gemeinschaft? Bei uns ist z.B. beschlossen worden, dass bei ausbleibender Zahlung sofort die Vorauszahlung für das gesamte Jahr gemäß Wirtschaftsplan fällig werden. Wenn diese ebenfalls nicht bezahlt wird, wird die gesamte Summe eingeklagt. Das ist einfacher als ggf. monatlich die ausbleibenden Vorauszahlungen einzuklagen.

    Mit was bist du genau beauftragt? Gibt es einen Verwaltervertrag? Welche Kompetenzen wurden dir übertragen? Davon hängt ab, welche Schritte du einleiten darfst/musst oder wozu die Zustimmung der Eigentümer eingeholt werden muss.
     
  4. Andres

    Andres
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    Grundsätzlicher Hinweis: Wenn du das noch ein paar Jahre mitmachen willst, wäre es wirklich sinnvoll, sich an übliche Vorgehensweisen zu halten. Die haben sich meist nicht grundlos etabliert.

    Die Zuführung zur IHR wird normalerweise mit den monatlichen Zahlungen geleistet. Diese Zahlungen haben nicht nur den Zweck, die Betriebskosten abzudecken, sondern dienen auch als Vorschuss für alle anderen Ausgaben der Gemeinschaft. Den ganzen Packen nennt man meist "Hausgeld".


    Zunächst solltest du deine Befugnisse klären, wie dies auch Newbie15 schon vorgeschlagen hat. § 27 Abs. 2 WEG regelt nämlich:
    "Der Verwalter ist berechtigt, im Namen aller Wohnungseigentümer und mit Wirkung für und gegen sie [...]
    3. Ansprüche gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen, sofern er hierzu durch Vereinbarung oder Beschluss mit Stimmenmehrheit der Wohnungseigentümer ermächtigt ist; [...]"

    Ohne passende Ermächtigung, die in verschiedenen Formen erteilt werden kann, darfst du also bestenfalls eine Zahlungserinnerung schreiben, aber keinen Mahnbescheid beantragen oder die Zahlungen einklagen. Über die Vorgehensweise ist dann erst ein Beschluss zu fassen. Um Haftungsrisiken für dich zu vermeiden, solltest du diese Beschlussfassung schnellstens in die Wege leiten.

    Thema Haftungsrisiken: Sieh' zu, dass du als Verwalter ausreichend versichert bist.

    Bist du ermächtigt, ist ein gerichtliches Mahnverfahren ein sinnvoller erster Schritt, wenn keine näheren Gründe bekannt sind, warum besagter Eigentümer nicht zahlt. Als weiterer Schritt kommt irgendwann (noch nicht jetzt und unter weiteren Voraussetzungen) auch eine Versorgungssperre in Betracht. Bei erheblichen Rückständen ist auch eine Entziehung des Wohnungseigentums möglich, aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Recherche der genannten Begriffe sollten aber eine gute Lektüre für dich abgeben ...

    Außerdem solltest du dringend prüfen, ob die Gemeinschaft durch die fehlenden Zahlungen noch eine ausreichende Liquidität hat bzw. haben wird. Andernfalls solltest du den Beschluss einer Sonderumlage zur Erhaltung der Liquidität herbeiführen.
     
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