Eigentumswohnung als Ferienwohnung- Gewerbe?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Saba, 01.09.2007.

  1. Saba

    Saba Neuer Benutzer

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    Hallo!

    Ich vermiete meine Eigentumswohnung als Ferienwohnung, benutze diese aber auch selbst im Urlaub (Bin im Ausland taetig)

    Ich habe jetzt ein e-mail vom Anwalt einer der Miteigentuemer erhalten. Es wird beahauptet, dass ich mit der Wohnung Gewerbe treiben wuerde, was nicht in der Teilungserklaerung erlaubt ist. Falls ich die "gewerbliche Untervermietung" nicht sofort einstelle, wuerden gerichtliche Schritte folgen.
    Ich habe aber nicht die Absicht Gewerbe zu treiben, und moechte die Wohnung auch selbst benutzen koennen.

    Koennte diese Art der Vermietung als Gewerbe gelten?
    Haengt es von den folgenden Tatsachen ab:
    -wie oft die Wohnung von mir benutzt wurde, und wie oft vermietet?
    -Wie hoch die Einnahmen durch Vermietung sind, und gibt es eine Obergrenze?
    -Betreibe ich automatisch ein Gewerbe, weil sie auf dem Website von Agenturen als Ferienwohnung inseriert ist?
    -Kennt jemand Gerichtsurteile zu diesem Thema?
    -Kann ein Miteigentuemer im Alleingang mich verklagen, oder muss die Eigentuemergemeinschaft dieses entscheiden?
    -Falls diese Art von Vermietung an staendig wechselnde Gaeste als Gewerbe angesehen wird, ist mir unklar, weshalb mich nicht die Eigentuemergemeinschaft verklagt?
    Ich waere um jede Information sehr dankbar
    Saba
     
  2. AdMan

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  3. #2 oderländer, 29.12.2010
    oderländer

    oderländer Neuer Benutzer

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    Ob du eine Gewerbe betreibst oder nicht entscheidet auf Grund entsprechender Rechtssprechung das Finanzamt.
    Insbesondere richtet sich dies danach, welchen Service Du Deiner Kundschaft bietest.
    Hast Du eine Rezeption, welche ständig besetzt ist?
    Können Gäste auch unangemeldet zu Dir kommen?
    Hast Du einen Brötchenservice?
    Das sind Hauptkriterien nach welchen eine gewerbliche Vermietung beurteilt wird.

    Hier ein Urteil http://bfh.simons-moll.de/bfh_1985/XX850211.HTM

    Nach weiteren Urteilen vom BFH und FG kannst Du goggeln.

    Zu 99 %, erzielst Du jedoch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.
     
  4. #3 PHinske, 30.12.2010
    PHinske

    PHinske Erfahrener Benutzer

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    Die Einschätzung des Finanzamts ist hier wohl eher nicht relevant.

    Entscheidend ist allein, ob die Feriengäste in der Wohnung "wohnen".

    Im Anhang ist das einschlägige Urteil des BGH V ZR 72/09 vom 15.01.2010.

    Hm, ist mit 117 KB wohl zu groß.
    Also such es dir bitte selbst unter Entscheidungen auf www.bundesverfassungsgericht.de heraus.

    MfG, PHinske
     
  5. #4 oderländer, 30.12.2010
    oderländer

    oderländer Neuer Benutzer

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    Zivilrechtlich gebe ich Dir auf Grund des Urteils Recht.

    Ich denke, dass das auch das ist was der Fragesteller benötigt.

    In der Praxis kommen dann aber weitere Probleme auf den Vermieter zu.
    Das sind das Steuerrecht und das Gewerberecht.

    Die Vermietung von Fewo wird durch die Kommune gern als Gewerbe gesehen.
    Ob die Kommunen eine bestimmte Anzahl von Gewerbebetrieben brauchen oder warum es sonst gern so gemacht wird, weiß ich nicht.

    Nachfragen in verschiedenen Kommunen führten zur Antwort.
    "Das machen alle umliegenden Kommunen so"
    "Es hat noch nie einen Vermieter gestört"

    Die Auffassung der Kommunen ist jedoch vielfach falsch. Welcher Vermieter von 1 oder 2 Fewo hat eine hotelmäßige Organisation?
    Niemand.
    Insoweit hilft es hier auch, dass man sich entsprechende Urteile des BFH zu Nutze macht um gegen die Kommunen zu argumentieren, was dann auch klappen wird, wenn man hart ist.
    Ich denke, dass aktuelle Urteil des BGH hilft gegenüber der Kommune auch.
    Zu beachten ist, dass wenn die Kommune die Fewo als gewerblich einstuft weitere Verpflichtungen eintreten, das sind u. a. IHK und BG.
    Über Gewerbesteuer brauchen wir nicht reden, denn so große Umsätze wird keiner mit einer Fewo machen.

    Der dritte im Bunde ist das Finanzamt (FA).
    Das FA prüft auch ob Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vorliegen oder aber aus Gewerbebetrieb § 15 EStG.

    Wenn das Finanzamt sagt, Du hast einen Gewerbebetrieb, so bist Du auch bei der Kommune gewerblich.

    Wenn das Finanzamt aber sagt, Du hast Einkünfte aus V + V, will sich die Kommune vielfach nicht daran halten und trotzdem einen Gewerbebetrieb daraus machen.
     
  6. fiebes

    fiebes Neuer Benutzer

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    Ab 17500 € Gewerbe

    Wir sind der Meinung das ab 17500 Euro Umsatz im Jahr eine Gewerbliche Vermietung von Ferienwohnungen vorliegt.
    Ist dies Richtig ?
     
  7. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Das ist schlicht und einfach Unsinn. Die Frage, ob eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, kann nicht an einem Betrag festgemacht werden. Auch wenn man die Wohnung als "Ferienwohnung" bezeichnet, handelt es sich um die Vermietung von Wohnraum. Das ist auch bei Umsätzen, die um ein vielfaches über dem genannten Betrag liegen, mit Sicherheit erst mal keine gewerbliche Tätigkeit. Es soll hier offen bleiben, unter welchen Umständen die Vermietung von Wohnungen zum Gewerbe wird. Die Vermietung einer einzigen "Ferienwohnung" wird aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Gewerbe sein.

    Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Anwalt einen Wohnungseigentümer auffordert, "gewerbliche Untervermietung" zu unterlassen. Selbst der unfähigste Anwalt wird nicht auf die Idee kommen, dass eine Vermietung durch den Eigentümer als Untervermietung zu bezeichnen wäre.
     
  8. #7 beaschmitz, 09.04.2012
    beaschmitz

    beaschmitz Neuer Benutzer

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    Ja, das ist wirklich Quatsch. Die Einkunftshöhe von 17500 Euro bezieht sich darauf, ob man ein Kleingewerbe hat, oder nicht. Bist Du unter den 17500 Euro, so musst du für Dein Messezimmer keine Umsatzsteuer zahlen. Einkünfte und Verluste werden nachträglich einfach ermittelt, wenn Du deine Steuererklärung machst!!! :huepfend002:
     
  9. #8 MichaelausKöln, 25.05.2013
    MichaelausKöln

    MichaelausKöln Gast

    Ich gebe Bea Recht!

    Sie hat absolut Recht! Bei der Betrachtung Gewerbe aus einer <a href="http://www.ferienwohnung-koeln.com">Ferienwohnung</a> geht es doch nicht um die Höhe des Geldes bzw. des Einkommens! Entweder man kommt einem Gewerbe nach oder nicht! Hier in diesem Falle dann das Gewerbe der Kurzzeitvermietung.
     
  10. #9 MichaelausKöln, 25.05.2013
    MichaelausKöln

    MichaelausKöln Gast

    Ich gebe Bea Recht!

    Sie hat absolut Recht! Bei der Betrachtung Gewerbe aus einer Ferienwohnung geht es doch nicht um die Höhe des Geldes bzw. des Einkommens! Entweder man kommt einem Gewerbe nach oder nicht! Hier in diesem Falle dann das Gewerbe der Kurzzeitvermietung.
     
Thema: Eigentumswohnung als Ferienwohnung- Gewerbe?
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