Eigentumswohnung und Hund

Dieses Thema im Forum "Tierhaltung" wurde erstellt von Gast, 11.11.2013.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo an alle,

    ich habe mich gerade hier eingelesen mit einer generellen Frage zur Tierhaltung.

    Ich bin Eigentümerin einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, die ich selbst bewohne.
    Als ich einzog, war im Haus Hundehaltung erlaubt. Es gab viele Hunde, und direkt hinter dem Haus beginnt der Wald.

    Das war für mich einer der Gründe, die den Ausschlag gaben, hier zu leben. Ich wollte im Alter wieder einen Hund aufnehmen, wie ich es zuvor (allerdings mit damals noch lebendem Ehemann im eigenen Haus) schon oft tat. Einen älteren, ruhigen Hund aus dem Tierheim, mit dem ich gemeinsam den Ruhestand genießen wollte.

    Im Laufe der Jahre nahm die Hundepopulation hier im Haus allerdings merklich ab, bis quasi kein Hund mehr
    vorhanden war. Mich wunderte das sehr.

    Auf meine entsprechende Nachfrage bei der Eigentümerversammlung hörte ich, dass den Mietern, die hier im Haus überwiegend wohnhaft sind, inzwischen die Hundehaltung untersagt wurde. Es gab sehr viel Ärger wegen der Hundehaare und der Verschmutzung der Teppiche - seitens der Vermieter, die ihr Wohneigentum vermietet haben und anderswo leben.

    Ja, okay - aber ich bin Eigentümerin. Es sind also meine eigenen Teppiche, die verschmutzt würden. Und dafür müsste ich dann auch allein aufkommen.

    Deshalb meine Frage: ist es gesetzlich möglich, einer Eigentümerin das Halten eines "angemessenen" Hundes zu verbieten?

    Ich möchte diese Frage für mich nur vorab generell geklärt haben.
    Dank in voraus!
     
  2. AdMan

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  3. Tisha

    Tisha Erfahrener Benutzer

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    Wer eine Wohnung kauft, akzeptiert damit auch die dortige Hausordnung, also dort noch mal nachschauen.

    Will die Wohnungseigentümergemeinschaft für die Wohnanlage ein generelles Hundehaltungsverbot beschließen, so müssen grundsätzlich alle Wohnungseigentümer einer solchen Regelung zustimmen. Wird ein solcher Beschluss nur mehrheitlich gefasst, so ist er gleichwohl dann gültig, wenn er nicht angefochten wird. Die Durchsetzung des Hundehaltungsverbots kann allerdings im Einzelfall dann unzulässig sein, wenn eine unzumutbare Härte vorliegt.
    Bayerisches OLG, Az.: 2 Z BR 58/00
    Also einfach mal die Beschlüsse durchforsten wen sich hierzu nix ergibt, tja dann steht dem Hund auch eigentlich nichts im Wege...
     
  4. Gast

    Gast Gast

    Vielen herzlichen Dank, Tisha!

    Als ich die Wohnung kaufte, habe ich so ziemlich auf alles geachtet, nur auf die explizit erlaubte Hundehaltung nicht. Leider!

    Eine damals hier wohnende Dame mit Hund, die ich seinerzeit auf die Haltung ansprach, bestätigte mir, dass Hundehaltung erlaubt sei und es auch keine Vorkommnisse gäbe. Für mich war das anz klar - wie sollten sonst die Hunde ihre Wohnberechtigung haben?

    Ich werde mich also jetzt eingehend schlau machen!
     
  5. Andres

    Andres
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    Nicht schlimm, immerhin leben wir noch in einem freien Land, in dem grundsätzlich erst einmal alles erlaubt ist, was nicht verboten wurde. Ich lese auch nirgends in deinem Beitrag, dass dir irgendjemand die Hundehaltung verbieten wollen würde.

    Was die anderen Eigentümern ihren Mietern vorschreiben (und ob das wirksam ist ...), kann dir zunächst einmal herzlich egal sein. Für Vermieter hat die Kombination Tierhaltung und Bodenbeläge ein gewisses Konfliktpotenzial - das nur als kleine Erklärung. Aktiv werden musst du, wenn das Thema bei der Eigentümerversammlung bearbeitet wird. Erstens musst du verhindern, dass der Beschluss einstimmig gefasst wird (das ist einfach ;)), zweitens müsstest du einen Mehrheitsbeschluss fristgerecht (und mit guten Erfolgsaussichten) anfechten.

    Das gilt für die Hundehaltung im Sondereigentum. Im Gemeinschaftseigentum sieht das etwas anders aus.
     
  6. Gast

    Gast Gast

    Danke auch an Dich, Andres!

    Doch, ich habe die Hundehaltung mit höflichen Worten verboten bekommen. ("Auf Wunsch der Vermieter wurde die Erlaubnis zur Hundehaltung inzwischen abgeschafft"). Von der Hausverwaltung. Allerdings gab es das Thema auf der Eigentümerversammlung im offiziellen Teil bisher noch nicht...
     
  7. Andres

    Andres
    Super-Moderator

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    Die Hausverwaltung hat da zum Glück nichts zu melden.

    Du brauchst keine "Erlaubnis", weder für die Hundehaltung noch für die Farbe deiner Wände oder die Zusammenstellung deines Frühstücks. Wie bereits gesagt: Freies Land ...

    Das zählt. Wie konfrontativ du mit der Sache umgehen willst, ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Man kann das Thema für den Moment einfach ignorieren und sich dann wehren, wenn es ernst wird. Oder man geht das Thema gleich an und stellt - bevorzugt genauso höflich - klar, das es für ein derartiges Ansinnen keine Rechtsgrundlage gibt.
     
  8. Gast

    Gast Gast

    Danke nochmals, Andres!

    Dann werde ich mal abwarten, bis es akut wird und dann höflich auf meinem Recht bestehen!
     
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Eigentumswohnung und Hund

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