Eintrag bei InFoScore

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Vermieterin1972, 28.03.2014.

  1. #1 Vermieterin1972, 28.03.2014
    Vermieterin1972

    Vermieterin1972 Benutzer

    Dabei seit:
    02.04.2013
    Beiträge:
    55
    Zustimmungen:
    0
    Ich bin mithilfe eines Maklers auf der Suche nach einem Mieter. Nun hat der Makler nach langer Suche einen Mietinteressenten gefunden. Hat sich alles super angehört. Auch hat er nicht verschwiegen, dass er seine selbstständige Tätigkeit aus finanziellen Gründen beendet hat. In der Selbstauskunft gab er an, dass er in den letzten drei Jahren keine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat und mit einer Anfrage (Schufa, InFoScore) einverstanden ist.

    Nun rief mich der Makler an und meinte, dass doch ein Eintrag vorhanden wäre und zwar einen "Antrag auf Restschuldbefreiung" und "eine erkennbare Aussichtslosigkeit der Vollstreckung". Was hat dies zu bedeuten?

    Der Mann hat mittlerweile einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit gutem Gehalt. Ich kenne mich leider nicht aus. Bedeutet dies, dass er nun gepfändet bekommt oder bereits gar keine Schulden mehr hat?

    Ich werde den Mieter erst nächste Woche selbst fragen können. Da wäre es hilfreich die Bedeutung des Eintrags zu kennen. Danke.
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Leipziger82, 28.03.2014
    Leipziger82

    Leipziger82 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    29.09.2010
    Beiträge:
    245
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Leipzig
    Offensichtlich ist hier ein Insolvenzverfahren anhängig. Der Antrag auf Restschuldbefreiung erfolgt meines Wissens zusammen mit dem Insolvenzantrag.
    Befindet er sich in der Wohlverhaltensphase, wäre es durchaus denkbar, dass ein pfändbarer Teil seiner Einkünfte an den Insolvenzverwalter gehen.
    Das lässt sich nur durch ein Gespräch mit dem Interessenten klären.

    Was mich verwirrt ist die Angabe der "erkennbaren Aussichtslosigkeit einer Vollstreckung". Die Vollstreckung ist doch nur dann aussichtslos, wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist, was aber wiederum nur durch die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung nachweisbar ist (die er ja nicht abgegeben hat).
    Oder bin ich hier auf dem Holzweg?
     
  4. #3 Vermieterin1972, 28.03.2014
    Vermieterin1972

    Vermieterin1972 Benutzer

    Dabei seit:
    02.04.2013
    Beiträge:
    55
    Zustimmungen:
    0
    Das ist das, was mich stutzig macht, daher frage ich lieber hier mal nach.

    Danke für deine Einschätzung.
     
  5. #4 kranseier71, 28.03.2014
    kranseier71

    kranseier71 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    05.02.2014
    Beiträge:
    190
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Oberfranken
    Hallo,

    Richtig.

    Halb richtig - es ist nicht 'durchaus denkbar' sondern ein Faktum. Alles oberhalb seiner Pfänungsfreigrenze geht während der Wohlverhaltensphase an den Insolvenzverwalter der damit die Gläubiger die im Insolvenzverfahren Forderungen angemeldet haben befriedigt.

    Das bedeutet Gläubiger, die nach Abschluss des Insolvenzverfahrens Forderungen haben haben keine Möglichkeit zu pfänden weil schlicht nichts da ist was gepfändet werden kann solange die Wohlverhaltensphase andauert.

    Privatinsolvenz ist übrigens etwas, was der potetielle Mieter von sich aus d.h. ohne expilizite Frage des Vermieters angeben muss. Andernfalls wäre das Mietverhältnis anfecht- bzw. fristlos kündbar.

    Ich würde folgendermassen vorgehen:
    Wenn der pot. Mieter die Privatinsolvenz von sich aus mitgeteilt hat (Makler fragen ob oder ob nicht) würde ich mir die Situation von ihm schildern lassen und je nach persönlichem Eindruck dann entscheiden ob ich ihm die Wohnung vermiete.

    Hat er die Privatinsolvenz verschwiegen würde ich ihm niemals und unter keinen Umständen die Wohnung geben.

    HTH, Karl
     
  6. #5 Vermieterin1972, 28.03.2014
    Vermieterin1972

    Vermieterin1972 Benutzer

    Dabei seit:
    02.04.2013
    Beiträge:
    55
    Zustimmungen:
    0
    Danke für die aussagekräftige Antwort. Also die Privatinsolvenz hat er nicht angegeben. Hatte den Makler gefragt, was der Eintrag bedeutet und er wusste es auch nicht. Von Privatinsolvenz war nicht die Rede, lediglich von Geschäftsaufgabe wegen schlechter Zahlungsmoral seiner Kunden.

    Nächste Woche ist das Gespräch. Da werde ich mal genauer nachfragen. Seine Frau arbeitet ebenfalls und hat keinerlei Einträge. Hatte mich schon gefreut, die Wohnung zu vermieten, da sie seit längerem leer steht und ich auf die Mieteinnahmen angewiesen bin. Aber ein Mieter, der nicht zahlt, bringt mir auch nichts.
     
  7. #6 kranseier71, 28.03.2014
    kranseier71

    kranseier71 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    05.02.2014
    Beiträge:
    190
    Zustimmungen:
    1
    Ort:
    Oberfranken
    Hallo,

    erstmal: Insolvenz - egal ob geschäftlich oder privat - ist nichts schlimmes oder ehrenrühriges. Kann jeden treffen. Problem für dich als Vermieter ist halt nur das man einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen kann.

    Warum und wieso der Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt wurde darüber kann man nur spekulieren.
    Was Interessant wäre ist wann der Antrag gestellt wurde. Möglicherweise ist der Eintrag ja uralt und die ganze Geschichte juristisch schon erledigt.

    Wenn du den Namen des pot. Mieters und das Gericht kennst wo der Antrag gestellt wurde kannst du selbst unter www.insolvenzbekanntmachungen.de nachschauen.

    Nun - dann besteht ja die Möglichkeit beide in den Mietvertrag aufzunehmen. Dann haften sie gesamtschuldnerisch - und das Vermögen/Einkommen der Frau wäre grundsätzlich pfändbar. Da kommt es dann auf die Höhe des Einkommens an.

    Naja - vielleicht war ich etwas zu vorschnell was mein obiges Urteil angeht.
    Hör dir an was deine pot. Mieter zu sagen haben (insbesondere würde ich sie nicht darauf hinweisen das du den InfoScore-Eintrag kennst). Vielleicht sind es ja vernünftige sympathische Leute - und vielleicht erzählt der Mieter ja von sich aus was Sache war/ist. Wenn man das dann nachprüfen kann und alles stimmig ist würde ich nicht zwangsläufig davon ausgehen, das der Mieter nicht zahlen wird.

    HTH, Karl
     
  8. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Es ist nicht so, dass er nicht zahlen könnte. Auch in der Privatinsolvenz darf er einen Freibetrag behalten, von dem er seine private Lebensführung (also u.a. die Miete) bestreiten kann. Es ist aber leider so, dass du, falls er nicht zahlen will, ihn zwar ein bischen ärgern kannst, letztendlich aber auf deiner Forderung sitzen bleibst.

    Es ist also alles eine Frage der persönlichen Zuverlässigkeit. Und wenn der Mieter nicht von selbst mit der Privatinsolvenz reinen Tisch mit dir macht, hätte ich da die gleichen Bedenken wie Karl. Wenn er nicht völlig dämlich ist, müsste ihm eigentlich klar gewesen sein, dass du das spätestens mit der Anfrage bei einer Auskunftei erfährst. Und er hat trotzdem nichts gesagt ...
     
  9. #8 Vermieterin1972, 28.03.2014
    Vermieterin1972

    Vermieterin1972 Benutzer

    Dabei seit:
    02.04.2013
    Beiträge:
    55
    Zustimmungen:
    0
    Eben ruft der Makler an. Die Interessenten haben abgesagt, wobei sie die Wohnung gestern noch unbedingt haben wollten. Dem Makler kommt es etwas merkwürdig vor, da die Begründung, warum sie die Wohnung nun doch nicht möchten, etwas merkwürdig war und nicht zu den Aussagen von gestern passte.

    Ist vielleicht besser so. Eure Antworten waren aber sehr hilfreich.
     
Thema: Eintrag bei InFoScore
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. erkennbare aussichtslosigkeit der vollstreckung

    ,
  2. es liegt eine erkennbare aussichtslosigkeit

    ,
  3. erkennbare aussichtslosigkeit der vollstreckung was bedeutet das?

Die Seite wird geladen...

Eintrag bei InFoScore - Ähnliche Themen

  1. Grundbuch - Zeitraum zwischen Auflassung und Eintragung

    Grundbuch - Zeitraum zwischen Auflassung und Eintragung: Ich habe mal eine Frage zum Grundbuch. Habe hier ein Grundbuchblatt vor mir liegen, bei dem gleich bei zwei früheren Eigentümern der Zeitraum...
  2. Sanierung vor Eintragung im Grundbuch, Was beachten

    Sanierung vor Eintragung im Grundbuch, Was beachten: Das passt nicht unbedingt in Bautechnik, aber ich habe keine bessere Kategorie gefunden. Wir haben eine Kaufoption, die wir nur noch annehmen...
  3. Bestandsmieter will Mitbewohner in Vertrag eintragen - Nachteil für Vermieter?

    Bestandsmieter will Mitbewohner in Vertrag eintragen - Nachteil für Vermieter?: Servus, eine Frage zum Mietrecht: Ein mit Altvertrag übernommener Wohnungsmieter mit sehr geringer Miete, die jahrelang versäumt wurde...
  4. Infoscore: Folgende Informationen liegen von Mietinteressenten vor

    Infoscore: Folgende Informationen liegen von Mietinteressenten vor: Hallo, ich habe folgende Daten eines Mietinteressenten übermittelt bekommen: 12/2011: Eröffnung Insolvenzverfahren / Beschluss (Hartes...