Endrenovierung, Haftpflichtschäden und Abnutzung...

Dieses Thema im Forum "Schönheitsreparaturen" wurde erstellt von blindie, 26.02.2010.

  1. #1 blindie, 26.02.2010
    blindie

    blindie Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich habe zwar inzwischen einiges hier gelesen, bin aber noch nicht ganz schlau geworden, daher hier ein paar Fragen:

    Familienmitglieder von uns haben in einer Mietswohnung gewohnt, gekündigt und wollen nun die Übergabe machen. Die Weitervermietung übernimmt eine Maklerin und die hat die Wohnung inzwischen besichtigt und (unabhängig vom Vermieter) eine Mängelliste aufgestellt, was sofort zu beseitigen wäre, weil die Wohnung so nicht weitervermietbar wäre.

    Wir haben uns allerdings sehr über diese Aussage gewundert, weil

    a) haben wir die komplette Wohnung durchgeweiselt (alle Dübellöcher aufgefüllt),

    b) haben wir die komplette Wohnung grundgereinigt, also sämtliche Schränke, Herd, Backofen, Kühlschrank in der EBK, Türen, Türrähmen, Fensterleibungen (Dachschrägenfenster), Fensterrähmen (Kunststoff), im Bad die Fliesen an Wand und Boden, Badewanne, Amaturen, Waschbecken alles komplett gereinigt und gewienert,

    c) Boden (Laminat) nach dem Anstrich mit Laminatpflege durchgewischt.


    Ihre Mängel sind nun folgende:

    1. Im Bad ist an einer Stelle direkt vor der Wanne die Silikonfuge nicht richtig abgedichtet gewesen, und es hat sich aufgrund der Feuchtigkeit immer wieder Schimmel in dieser Fuge gebildet. Diese Fuge ist lt. Maklerin von den Mietern zu beheben.

    2. In der Küche ist ein Wasserhahn drin, der auch bereits bei Beginn des Mietverhältnisses vor genau 5 Jahren drin war. Er ist prinzipiell weiss, aber war es zu Mietbeginn schon nicht mehr, der Lack war überall abgekratzt und das Teil sah etwas abgenutzt aus. Die Mieter hat es aber nicht groß gestört und sie haben den Wasserhahn entsprechend gereinigt, aber eben auch drin gelassen. Lt. Maklerin sofort auszutauschen.

    3. Duschkopf im Bad: Da stehen schon Algen im Griff, das Teil wurde von den Mietern bei Beginn des Mietverhältnisses auf eigene Kosten ausgetauscht, nun haben sie den alten, den sie ja nie benutzt hatten, einfach wieder reingesetzt. Lt. Maklerin auszutauschen.

    4. Balkonboden: Der Balkon ist freischwebend (unüberdacht) und mit Holzplanken ausgestattet. Die Holzdielen waren bei Mietbeginn unbehandelt und wurden dies auch während Mietdauer nicht. Nun hat das Holz an wenigen Stellen im Laufe der Zeit leicht "Moos" angesetzt (weiss nicht, ob das wirklich Moos ist, so ein leichter grüner Belag). Dieses ist lt. Maklerin unverzüglich mit einem Hochdruckreiniger von den Mietern zu beseitigen.

    5. Fugen an der Arbeitsplatte in der Küche: In der Wohnung ist eine billige EBK mit einer Arbeitsplatte drauf. Am Rand entlang geht eine Abdeckung / Leiste an der Wand hoch, welche vermutlich mit Silikon verfugt war. Dieses Silikon ist im Laufe der Zeit brüchig geworden (die Küche ist schon 12 Jahre alt) und rausgebröckelt. Lt. Maklerin sofort vom Mieter neu zu verfugen.

    6. Dunstabzugshaube beim Herd: Alle Metallteile wurden grundgereinigt, aber das Flies wurde wieder eingesetzt. Die Mieterin hat zu Mietbeginn auch kein neues bekommen sondern dies auf eigene Kosten besorgt, also hatte sie auch nicht vor, den Nachmietern nochmal ein neues reinzusetzen?!

    7. Boden: An 2 Stellen wölbt sich er Laminat-Boden an den Fugen leicht nach oben, über eine Länge von ca. 5-20 cm. Lt. Maklerin ein Wasserschaden am Laminatboden, der über die Haftpflichtversicherung des Mieters zu regeln ist.


    Prinzipiell sind die Punkte 1. - 6. keine allzu teuren Punkte, aber die Mieterin fragt sich hier eben, inwieweit die Forderungen gerechtfertigt sind?

    Eine entsprechende Haftpflichtversicherung besteht, aber kann der Vermieter sich hier wirklich auf einer Fläche von ca. 50m2 einen 12 Jahre alten Boden durch einen neuen ersetzen lassen, auf Kosten der Versicherung? Sind Wasserschäden an Laminat überhaupt möglich? Befreundete Architekten meinen, Laminat kann nicht quillen, das wäre schlecht verlegt und nicht verklebt. Gerade in einem Altbau käme es dann bei billiger Ware schon mal vor, dass sich das aufwirft...


    Hier noch einige Auszüge aus dem Mietvertrag:
    §8: Zustand der Mieträume
    1. Die Mieträume befinden sich bei Übergabe in folgendem Renovierungszustand (ansonsten s. Übergabeprotokoll):
    "Wohnung wurde vor Einzug renoviert."

    §13 Schönheitsreparaturen:
    Durchgestrichen und handschriftlich angefügt: siehe Zusatzvereinbarung

    Zusatzvereinbarung
    1. Da in der Miete keine Kosten für Schönheitsreparaturen einkalkuliert sind, hat der Mieter während der Dauer des Mietverhältnisses die Schönheitsreparaturen auf seine Kosten auszuführen.
    Es gehören dazu: Das Entfernen alter Tapeten, Tapezieren und Anstreichen der Wände und Decken innerhalb der Wohnung, das Streichen der Heizkörper und Heizrohre sowie anderer Versorgungsleitungen, der Innentüren, der Fenster (auch Doppelfenster und Vorfenster von innen) und Außentüren von innen sowie der übrigen Holzteile.

    2. Die Schönheitsreparaturen hat der Mieter nach Zweck, Art und Benutzung der Mieträume dann auszuführen, wenn das Aussehen der Räume mehr als nur unerheblich durch den Gebrauch beeinträchtigt ist.

    Dies ist im allgemeinen nach folgenden Zeitabständen - Regel-Renovierungsfristen - der Fall:
    - Küche, Bad, Dusche alle 3 Jahre
    - Wohn- und Schlafräume... alle 5 Jahre
    - Nebenräume... alle 7 Jahre
    - Heizkörper, Heizrohre, Fenster und Türen alle 7 Jahre
    ...

    §13a Instandhaltung und Instandsetzung der Mieträume

    1. Der Mieter hat die Mietsache sowie die zur gemeinsamen Nutzung bestimmten Räume , Einrichtungen und Anlagen schonend und pfleglich zu behandeln... Beim Aufstellen von Möbeln an den Außenwänden ist eine Mindestabstand von 10 cm einzuhalten...

    2. Der Mieter haftet dem Vermieter für Schäden, die durch ihn, seine Familienmitglieder... sowie die von ihm beauftragten Handwerker schuldhaft verursacht werden. Insbesondere haftet er für Schäden, die durch fahrlässiges Umgehen mit Wasser-, Gas- oder elektrischen Licht und Kraftleitung,..., durch Stöckelschühe, Stockspitzen,... entstehen. Dem Mieter obliegt der Beweis dafür, dass der einzelne Schaden nur auf den vertragsgemäßen Gebrauch zurückzuführen, also von ihm nicht zu vertreten ist.

    3. Der Mieter verpflichtet sich, kleine Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten innerhalb der Wohnräume bis zu einem Betrag von 100,00 Euro im Einzelfall zu tragen und dem Vermieter die angefallenen Kosten zu erstatten, ohne dass es auf sein Verschulden ankommt.
    Diese Verpflichtung beschränkt sich auf die Teile der Mietsache, die dem häufigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind, dies sind insbesondere die Installationsgegenstände für Elektro, Gas und Wasser, Heiz- und Kocheinrichtungen, Fenster und Türverschlüsse sowie Verschlussvorrichtungen von Rolländen und Fensterländen. Die Kosten... sind für jedes Vertragsjahr begrenzt auf 400,00 Euro, jedoch nicht mehr als 6% der Jahresnettomiete.
    ...

    §16 Beendigung des Mietverhältnisses

    1. Die Mieträume sind bei Beendigung des Mietverhältnisses vom Mieter in einwandfrei gereinigtem Zustand einschließlich Fenster und Teppichböden sowie frei von Untermietern zu übergeben.


    Und hier noch die Fragen:

    1. Wären die Mieter überhaupt verpflichtet gewesen, eine Endrenovierung durchzuführen? Sind Klauseln zu Endrenovierungen noch rechtsgültig (Formularmietvertrag)?

    2. Ist sie verpflichtet, diese kleinen Beträge noch selbst in die Wohnung zu setzen, weil sonst der Vermieter dies auf Ihre Kosten erledigen lassen und von der Kaution einbehalten könnte?

    3. Schönheitsreparaturen: Heizkörper hat sie nicht gestrichen, aber es besteht objektiv überhaupt kein Grund dazu. Die Lackierung ist einwandfrei und die Heizkörper sind gereinigt. Kann sie zu einer anteiligen Kostenbeteiligung gezwungen werden?

    4. Türrahmen und Kunststoff-Fenster: Kann man Kunststoff-Fenster streichen müssen?!? Genauso Tür und Rahmen, wenn sie furniert sind?

    5. Boden: Geht man bei einem Laminatboden nicht von einer gewissen Abnutzung aus? Kann der 12 Jahre alte Boden über die Versicherung neu eingefordert werden müssen?

    Welche Probleme könnten bei der Übergabe noch auf sie zukommen?

    Besten Dank für alle Hinweise und Grüße
    blindie
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 26.02.2010
    lostcontrol

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    das ist falsch. silikonfugen sind VERMIETER-sache.

    könnte unter kleinstreparaturen fallen...

    könnte ebenfalls unter kleinstreparaturen fallen...

    richtig, ist mietersache da zu putzen.

    auch hier: silikonfugen sind vermieter-sache.

    das gehört zum alltagsbedarf. da würd ich als mieter einfach 'n neues reintun und fertig.

    nur weil sich was wölbt heisst das noch lange nicht, dass ein wasserschaden vorliegt - das kann auch passieren wenn der boden falsch verlegt wurde. fachmann fragen!

    ich frag mich warum die maklerin behauptet die wohnung sei so nicht vermietbar. im prinzip ist alles vermietbar, halt nicht alles zum gleichen preis.

    die versicherung wird vermutlich höchstens die reparatur übernehmen bzw. höchstens den zeitwert des bodens.
    bei laminat rechnet man mit einer "halbwertszeit" von 10-15 jahren (je nach qualität).

    laminat kann schon quellen - wenn's 'ne schlechte qualität ist.
    dass es sich wölbt kann wie gesagt auch an falscher verlegung liegen.
    ob alt- oder neubau hat damit nichts zu tun.

    das sind definitiv keine starren fristen, ergo muss entsprechend renoviert werden.

    ok, dann sind wasserhahn und duschkopf dabei, das kostet keine 100 euro.

    wie lautet denn die endrenovierungsklausel? ich hab hier keine gelesen.
    die schönheitsreparaturen-klausel ist aber definitiv gültig.

    muss sie wohl selbst entscheiden ob sie's lieber selbst erledigt oder von der kaution abgezogen bekommen möchte.

    wenn noch alles ok ist denke ich dass gilt was bei den schönheitsreparaturen steht, nämlich dass es 'ne frage der notwendigkeit ist.

    nein, natürlich nicht. steht halt im standard-mietvertrag drin.

    siehe oben: neu sicher nicht.
    davon abgesehen sollte hier erstmal geklärt werden, bei wem die schuld liegt.

    siehe kapitel kristallkugel.
     
  4. #3 Thomas76, 26.02.2010
    Thomas76

    Thomas76 Erfahrener Benutzer

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    Da wäre ich mir nicht so sicher.In obigem Fall war der Wasserhahn bereits bei Übergabe abgenutzt, außerdem ist er nicht defekt.Im zweiten Fall hat die Mieterin nur den Zustand wiederhergestellt, wie er bei der Übernahme der Wohnung war.Wie das diesbezüglich mit der Beweisführung aussieht, ist allerdings wieder eine andere Frage.

    Wie schon gesagt, das Zeug kann schon aufquillen, außerdem muß es nicht schlecht verlegt sein, wenn es nicht verklebt ist.Klick-Laminat z.b. wird in der Regel nie verklebt.
     
Thema: Endrenovierung, Haftpflichtschäden und Abnutzung...
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