Energieausweis kommt 2008

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Capo

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Berlin - Die Heizung ist nach wie vor der größte Posten bei den Wohnnebenkosten - das zeigt schon ein Blick auf Öl-, Gas- oder Stromrechnung. Doch bislang weiß kaum ein Mieter oder Käufer, was in einer neuen Wohnung wirklich an Heizkosten auf ihn zukommt.

Der jetzt vom Bundeskabinett beschlossene Energieausweis soll hier Transparenz schaffen: Bei jeder Vermietung und jedem Verkauf muss er dem Interessenten künftig vorgelegt werden. Für Hausbesitzer bedeutet das zusätzliche Ausgaben - und die Mieter müssen genau hinschauen, denn es wird zwei verschiedene Arten von Ausweisen geben.
Ein wichtiger Stichtag ist der 1. Januar 2008 - dann soll die neue Energie-Einsparverordnung (EnEV) in Kraft treten. Von diesem Zeitpunkt an muss für Gebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1978 gebaut wurden, ein so genannter bedarfsorientierter Energiepass erstellt werden. Bei größeren und neueren Gebäuden können Hausbesitzer sich alternativ auch für eine einfachere Variante entscheiden: einen am bisherigen Verbrauch orientierten Energieausweis. Den können sich Hausbesitzer für jedes Gebäude freiwillig auch jetzt schon ausstellen lassen, erläutert Stefan Diepenbrock vom Immobilienverband Haus und Grund in Berlin. Der Ausweis habe dann auch nach 2008 Gültigkeit.

«Es wäre für Hausbesitzer also ratsam, im Laufe des nächsten Jahres einen verbrauchsorientierten Energiepass in Auftrag zu geben», sagt Diepenbrock. Dieser sei mit etwa 25 Euro vergleichsweise billig und gelte zehn Jahre lang. Der bedarfsorientierte Ausweis sei deutlich teurer. Er soll nach Angaben aus den Regierungsfraktionen «einen niedrigen dreistelligen Euro-Betrag» kosten. Bislang kostet ein solcher Pass nach Angaben der bundeseigenen Deutschen Energie- Agentur (Dena) zwischen 150 und 500 Euro, je nach Aufwand.

Die Dena hat einen großen Feldversuch zu diesem Thema unternommen und stelle auch nach dessen Ende weiterhin Ausweise aus, erläutert die zuständige Bereichsleiterin Felicitas Kraus. Rund 40 000 waren es in den vergangenen Jahren. In abgewandelter Form werde das Formular vermutlich auch künftig die Grundlage für die neuen Energieausweise sein, da es bereits in enger Absprache mit den Ministerien entwickelt worden sei.

Der Dena-Energieausweis enthält Informationen zum Alter des Gebäudes, zum Öl- oder Gasverbrauch sowie zu Energieverlusten über die Heizungsanlagen und die Gebäudehülle. Außerdem wird die Wohnung, ähnlich wie eine Waschmaschine oder ein Kühlschrank, in eine Energieeffizienzklasse eingeordnet. Die Möglichkeiten reichen dabei vom sehr guten «A» bis hin zum warnend rot markierten «I». Erstellt wird der Dena-Ausweis von einem Sachverständigen - rund 18 000 erfüllen bislang die Kriterien der Energieagentur. «Das sind in der Regel Architekten und Bauingenieure, aber auch geprüfte Energieberater im Handwerk», erläutert Kraus. Allerdings sehe der bisherige Entwurf der EnEV eine «weite Palette» an Fachleuten vor, die künftig einen Energieausweis ausstellen dürfen. «Wenn jemand sich jetzt unseren Pass ausstellen lässt, ist er auf der sicheren Seite», sagte Kraus. Daneben gebe es aber auch noch in einigen Bundesländern regionale Energiepässe.

Aus Sicht der Eigentümerverbände hat auch der Bedarfsausweis Mängel. «Das Ergebnis der Messungen kann ganz unterschiedlich sein, je nachdem, wer das durchführt», sagt Stefan Diepenbrock von Haus und Grund. Der Energiebedarf für dasselbe Haus sei bei verschiedenen Messungen um bis zu 60 Prozent abweichend ermittelt worden. Allerdings habe auch der billige Verbrauchsausweis natürlich einen großen Nachteil: «Da spielt das Verhalten des Vornutzers eine zu große Rolle - vielleicht hatte er es 365 Tage im Jahr 25 Grad warm.»

Der Deutsche Mieterbund in Berlin empfiehlt Mietern und Käufern, sich nicht mit dem Verbrauchsausweis zufrieden zu geben. «Wir gehen davon aus, dass sich auf dem Markt ohnehin nur der Bedarfsausweis durchsetzen wird», sagt Mieterbund-Direktor Franz-Georg Rips. Wolle ein Hausbesitzer staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen, müsse er ihn unabhängig von Alter und Größe des Hauses ohnehin vorlegen.
 

Cesar

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Hallo!
Das ist ja alles Gut und schön aber was können wir gegen die erhöhung der Preise tun? Wie können wir uns als Vermieter Wehren?

Gruß

:hase
 

Insolvenzprofi

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ich habe sogar berechnungsbeispiele, wer sie haben will muss mich nur anmailen, ich sende ihm dann die sache als PDF Datei zu...viele Grüße
 

Sachsenland

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Hallo, das ist interessant. Ich bin neu im Forum und da ist es gut, wenn ich mich erst einmal auf das Laufende bringe. Ich habe einen Energiepass für ein 6-Familienhaus. Bei der Dämmung hat das Haus den Wert G, = hoher Energieverbrauch. Eine Wärmedämmung von Außen würde 29% Energieeinsparung bringen. Ich habe die Information, dass die Dämmung von Außen das Gebäude nicht atmen lässt. Wie könnte eine solche Dämmung erfolgen, dass das Leben mit Dämmung trotzdem noch gesund ist?

LG
 

Capo

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Es gibt Dämmung mit Zwangsentlüftung. Aber eine Dämmung bleibt eine Dämmung. Warum wohl das Lüften in letzter Zeit so viele Probleme aufgeworfen hat? Schimmel wohin man sieht. Es ist ja nicht so, dass verschiedene Fachleute vor dieser Entwicklung gewarnt hätten...

So ist das nunmal. Wir bauen luftdichte Wohnkästen und wenn Schimmel wegem falschen Lüften auftaucht, wird zwangsentlüftet... (Das war bei den alten Fenstern nicht notwendig...)
 

lostcontrol

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eben capo...
und was das raumklima angeht, da schwöre ich definitiv auf altbau...
ich hab aktuell prima vergleichsmöglichkeiten: 12 leute 5 stunden am stück in einem 40qm-raum. einmal im ultramodernen supergedämmten gebäude, einmal im altbau.
im modernen gebäude müssen wir permanent die fenster aufreissen weil es so miefig ist (und das liegt ganz sicher nicht daran, dass wir nicht oft genug duschen würden) - im altbau ein sehr angenehmes wohlfühlklima, bei dem eigentlich nur wegen des rauchens gelüftet werden muss (klar, auch ein bisserl wegen der luftfeuchtigkeit, aber die spielt da eine viel geringere rolle als im neubau)...
 

Sachsenland

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Hallo

Der Staat verlangt bzw fördert also die ungesunde Dämmung?
 

lostcontrol

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Original von Sachsenland
Der Staat verlangt bzw fördert also die ungesunde Dämmung?
die dämmung ist nicht grundsätzlich ungesund.
das hängt immer von der bausubstanz ab.

schimmel bildet sich gerne an feuchten stellen.
und feuchte stellen entstehen bevorzugt an kältebrücken.
kältebrücken kann man durch eine aussendämmung hervorragend verhindern.
das hat aber NICHTS mit schäden durch zu hohe luftfeuchtigkeit wegen falschem lüftungsverhalten zu tun - da bildet sich schimmel, egal ob von aussen gedämmt wurde oder nicht.

auszug aus unserem "merkblatt zum richtigen lüften und heizen":

Warum traten die geschilderten Probleme früher viel seltener auf ?

Der Grund hierfür dürfte sein, dass durch die früher niedrigeren Energiekosten die Räume meist stärker beheizt und häufiger gelüftet wurden. Für eine "Dauerlüftung" sorgten in Altbauten zum Teil undichte Fensterfugen. War die Luft trotzdem stark mit Wasserdampf angereichert, so bildete sich meist nur an einfach verglasten und dadurch besonders kalten Scheiben Schwitzwasser, welches über die Schwitzwasser-Sammelrinne in einem kleinen Röhrchen nach außen abgeleitet wurde. Bei Frost verwandelte sich das Schwitzwasser teilweise in bizarre Eisblumen. Auf diese Weise wurde der Feuchtegehalt der Luft ständig verringert.

Durch isolierverglaste und fugendichte Fenster ist die Scheibe als "Kondensatabscheider" entfallen, die selbsttätige Fugenlüftung fast ganz unterbunden worden.

Hinzu kommt, das durch inzwischen hohe Heizkosten und durch die verbrauchsabhängige Abrechnung häufiger extrem sparsam geheizt und gelüftet wird. Dabei übersieht man leicht, dass übertriebenes Heizenergiesparen Energieverschwendung zur Folge haben kann. Noch bevor äußerlich Schäden sichtbar werden, kann in die Außenwand von innen eingedrungener Wasserdampf in den kälteren äußeren Schichten zu Wasser kondensiert sein. Eine durchfeuchtete Wand leitet aber die teure Heizenergie bis zu dreimal so schnell nach außen. Trotz eingeschränktem Wärmekomfort wird in diesem Fall mehr Heizenergie verbraucht und die Bausubstanz geschädigt. Außerdem kann Schimmelpilzbildung gesundheitliche Gefahren heraufbeschwören.
heute sind die verhältnisse anders als früher.
und eine gute aussendämmung bringt 'ne ganze menge, wenn die leute auch ihr lüftungsverhalten entsprechend anpassen.
in altbauten muss man theoretisch lange nicht so viel lüften, weil zum einen die wände durchlässiger sind (leider eben auch für wärme) und zum anderen die baumaterialien deutlich mehr feuchtigkeit absorbieren können.
will heissen: nicht-sanierter altbau ist in sachen heizung eine öko-sau. in sachen raumklima dagegen sehr angenehm.
wenn ich heute in einem neubau luftbefeuchter aufstellen muss oder sonstige geräte, die das raumklima verbessern, dann muss ich mich natürlich auch fragen, ob die energie, die diese geräte verbrauchen, nicht ebenso in die allgemeine wirtschaftlichkeitsberechnung eingehen sollten. derzeit wird aber diesbezüglich wenig ganzheitlich gedacht.

oder nochmal anders gesagt:
wenn franz alt (ziemlich bekannter journalist, der mit büchern wie "die sonne schickt uns keine rechnung" massiv werbung macht für regenerative energien) in seinen vorträgen empfiehlt, dass man am besten sämtliche altbauten abreissen sollte, und nur noch plus-energie-häuser bauen sollte, vergisst er dabei auch, wieviel energie der abriss des alten und die errichtung eines neuen hauses kostet.

letztendlich hängt das immer alles vom einzelfall ab.

und nie im leben würde ich schöne alte häuser abreissen wollen, nur weil sie den aktuellen energie-effizienz-träumen nicht entsprechen. aber das ist meine persönliche meinung (nicht nur weil ich selbst so ein liebhaberstück hege und pflege), und mein ökologisches gewissen wird dabei auch täglich auf eine harte probe gestellt...

wenn ich neu bauen würde, käme für mich auch nur ein plus-energie-haus in frage.
 

Heizer

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Richtiges Lüften ist doch dabei so einfach. Nur machen muß man es. Dabei ist es unteressant ob es sich um einen Alt- oder Neubau handelt. Schimmel kann auch bei Neubauten auftreten. Vor allem wenn man einige Räume nicht ausreichend heizt.

Zwangslüftung mit Wärmerückgewinnung ist hier das Zauberwort.

Aber auch normales richtiges Lüften kostet kaum zusätzlich Heizenergie.
 
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