Energiekosten Warmwasseraufbereitung; Schätzung Hauptzähler

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Jiff_23, 16.07.2016.

  1. #1 Jiff_23, 16.07.2016
    Jiff_23

    Jiff_23 Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich entschlüssele gerade eine Heizkostenabrechnung für 2015. Die Wohnung gehört zu einer Eigentümergemeinschaft und wird mit Fernwärme versorgt. Die Wohnung ist 56 qm groß und der Kostenanteil für die Warmwasseraufbereitung lag in den letzten Jahren immer bei ca. 150 Euro bei einem Verbrauch von etwa 170 Kubikmetern.

    Aus der aktuellen Abrechnung ergibt sich für diesen Posten bei einem Verbrauch auf dem Niveau der Vorjahre ein Kostenanteil von 690 Euro. Der Schlüssel "Kosten pro Einheit" hat sich massiv erhöht. Auf der Abrechnung des Vorjahres findet sich ein Hinweis, dass der Gesamtenergieverbrauch für Warmwasser (des gesamten Gebäudes) offenbar geschätzt wurde; für die Vorjahre sind diesbezüglich keine Werte in den Abrechungen enhalten, womöglich wurde auch da geschätzt. Der Wert für 2015 ist demgegenüber offenbar ein Ablesewert, jedenfalls findet sich kein entsprechender Hinweis auf eine Schätzung in der Abrechung.

    Jedenfalls ist für 2015 der Gesamtenergieverbrauch für Warmwasser gegenüber den Vorjahren insofern extrem angestiegen (bei ähnlichem Gesamtwasserverbrauch); dies ist Ursache für die hohe Zahlung.

    Ist die Abrechnung insoweit angreifbar? Möglicherweise relevant ist, dass die Mieterin die Wohnung bereits seit vielen Jahren bewohnt und insoweit von den bislang möglicherweise vergünstigten Gesamtverbrauchschätzungen profitiert hat.

    Ich danke für jeden Hinweis!
     
  2. AdMan

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  3. #2 immobiliensammler, 16.07.2016
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    Hallo Jiff_23

    Ich vermute, dass hier der Energiebedarf für die Warmwasserzeugung erstmals durch einen Wärmemengenzähler ermittelt wurde, dadurch habe ich auch schon große Abweichungen erlebt. Früher wurde das nach einer vorgeschriebenen Formel berechnet (nicht geschätzt), jetzt ist ein Zähler Pflicht, der hier den Energieverbrauch ermittelt.

    Die Frage ist eher, warum diese Art der Berechnung nicht schon für 2014 vorgenommen wurde, aber die Abrechnung ist ja sowieso schon durch.
     
  4. #3 Fremdling, 16.07.2016
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    Hallo Jiff_23,

    wenn ich mal unterstellen darf, dass Euer Fernwärmebezug für Heizung und Warmwasser erfolgt, stellt sich zunächst die Frage, ob denn in der Abrechnung 2015 die Heizkosten in dem Maße gesunken sind, wie die Warmwasserkosten anstiegen. In einer professionellen Heizkostenabrechnung sollten alle Kostenpositionen (Gesamtkosten) aufgelistet sein und auch die prozentuale und absolute Verteilung der Energiebezugskosten auf Heizung und Warmwasser transparent werden. Vielleicht schaust Du mal dort nach, welche Änderungen sich insgesamt ergeben haben. Es ist durchaus vorstellbar, dass durch den Neueinbau eines Zählers zur Messung des Gesamtenergieverbrauches für Warmwasser für 2015 erstmalig korrekte Warmwasserkosten ermittelt wurden, wogen diese in den Vorjahren quasi durch zu hohe Kosten für Beheizung subventioniert wurden.

    Was das genau (Anfechtbarkeit) für die bisherigen und die neue Abrechnung bedeutet, vermag ich nicht zu sagen. Sollten meine vorstehenden Vermutungen allerdings zutreffen, könnte die Abrechnung 2015 als erste korrekt sein und die Vorjahresabrechnungen könnten allesamt unzutreffend sein. Schließlich dürften die Verbrauchsmessergebnisse für Heizung einerseits und Warmwasser andererseits in den Wohnungen durchaus unterschiedlich ausfallen und somit Energiekostenanteile in beiden Bereichen je unzutreffend verteilt sein.

    Bei verständnisvollen Mietern hilft vielleicht schon eine offene und sachliche Aufklärung gemeinsam mit der Übersendung der Nebenkpostenabrechnung, statt auf Rückfragen zu warten?

    Viel Erfolg!
     
  5. #4 anitari, 16.07.2016
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    Weil es da noch keinen Wärmemengenzähler für die WW-Aufbereitung gab? Ich habe erst dieses Jahr einen installieren lassen.

    Ich habe schon öfter gelesen das die Warmwasserkosten, wenn durch einen WMZ, ermittelt um einiges Höher sind. Aber dafür werden dann doch die Wärmekosten niedriger. Der Energiebedarf für die WW-Aufbereitung wird ja vom Gesamtenergiebedarf der Heizungsanlage abgezogen.
     
  6. #5 immobiliensammler, 16.07.2016
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    Und genau wenn es den in 2014 noch nicht gab dann wäre die Abrechnung unzulässig! Pflicht zum Einbau bestand nämlich ab 01/2014 (von diversen Ausnahmen mal abgesehen):

    http://www.bundesbaublatt.de/artikel/bbb_Waermezaehler_werden_Pflicht_1724806.html
     
  7. #6 Jiff_23, 16.07.2016
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    Ich bedanke mich schon mal für eure hilfreichen Beiträge! :)

    Zum Thema Wärmemengenzähler:

    Auch in der Abrechnung für 2014 taucht bereits ein "Wärmezähler für die Warmwasser-Bereitung" auf, der Wert ist allerdings um den Hinweis "individuelle Schätzung" ergänzt (die ist das womöglich eine alternative ista-Formulierung für eine rechnerische Ermittlung nach Heizkostenverordnung)?. Der sich ergebende Gesamtwert für Warmwasser wird in einem späteren Schritt vom Gesamtwärmeverbrauch (Heizung + Warmwasser) abgezogen, um die jeweiligen Anteile in Euro zu berechnen.

    In der Abrechnung 2013 findet sich tatsächlich noch der Hinweis, dass die Warmwasserkosten nach der Formel aus § 9 Heizkostenverordnung ermittelt sind. (Danke für den Hinweis!)

    Auf die Wohnung entfallen Heizkosten (Heizung + Warmwasser):
    2013: 1276 Euro
    2014: 1012 Euro
    2015: 1446 Euro

    Betrachtet man die Veränderung von 14 auf 15, ist festzustellen, dass bei leicht gesunkenem Warmwasserverbrauch der Wohnung in Kubikmeter der Kostenanteil für Warmwasser von 113 Euro auf 687 Euro gestiegen ist. Der Heizkostenanteil ist demgegenüber tatsächlich gesunken, aber lediglich von 890 Euro auf 750 Euro.

    Ich kann leider insoweit nicht beurteilen, ob die Werte plausibel sind, bzw. sich aus der Wetterlage erklären, auf einen möglichen Zählerneueinbau rückführbar sind oder aber auf eine grob fehlerhafte Schätzung für 2014.
     
  8. #7 Fremdling, 16.07.2016
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    Wärmezähler können in der Abrechnung auftauchen, ohne deren Messwerte zu verarbeiten, was regelmäßig der Fall ist, wenn der Zähler erst später im laufenden Wirtschaftsjahr eingebaut wird und damit noch kein komplettes Wirtschaftsjahr messen kann. Seine Jahreswerte fließen dann erst im komplett gemessenen Folgejahr in die Abrechnung ein.
    Das könnte reine Mathematik sein nach dem Motto "alles ist relativ". Mal angenommen: Deine Mieterin verbraucht im Vergleich zu den Miteigentümern deutlich mehr Warmwasser, wogegen sie im Vergleich zu den anderen sparsamer heizt. Verschieben sich nun in 2015 die Gesamtkosten von Heizung in Richtung Warmwasser, bedeutet das für Deine Mieterin, dass die Mehrbelastung für Warmwasser größer ist als die Entlastung bei den Heizkosten.

    Um das wahre Geschehen konkret nachvollziehen und auch erklären zu können, müsstest Du allerdings aus allen Vergleichsjahren die komplette Heizkostenabrechnung (Kostenaufstellung + Nutzerübersicht + Ablesewerte + Schätzprotokoll; sollte dem Verwalter komplett vorliegen!) für das Gesamtobjekt auswerten.

    Eine Ursache für Schwankungen im Jahresvergleich können auch in nicht zulässiger Kostenermittlung nach dem "Abflussprinzip" begründet sein, nämlich wenn die Verwaltung die Energiekosten nach deren Bezahlung (Geldabfluss durch Abschläge und Jahresabrechnung des Energielieferanten) im Wirtschaftjahr meldet und nicht nach deren echtem Verbrauch. - Hier hilft nur eine Nachfrage beim Verwalter oder dortige Akteneinsicht.

    Du musst entscheiden, wie genau Du das von Dir geschilderte Phänomen in der Sache nachvollziehen möchtest, um es auch Deiner Mieterin erläutern zu können. Bekenne mich als Freak, der es ziemlich genau auspuzzeln würde, damit ich wieder ruhig schlafen kann ;-)
     
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  9. #8 Jiff_23, 17.07.2016
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    Vielen Dank! Das war sehr hilfreich :)
     
  10. #9 Jiff_23, 29.07.2016
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    Ok, ich hab jetzt doch nochmal eine Rückfrage.

    Ich gehe davon aus, dass die Erklärung mit dem Neueinbau der Zähler und der damit einhergehenden Neuaufteilung anhand der Messwerte, anstatt der Verteilungsformel, zutrifft.

    Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Ergebnis überhaupt in sich plausibel ist. Ausweislich der Abrechnung liegt der Verbrauch für die Heizung für das gesamte Haus insgesamt nur minimal höher als die Kosten für das Warmwasser. Das spiegelt sich ja auch in der Abrechnung der Mieterin (Singlehaushalt, 56 Quadratmeter: 749 Euro Heizung, 687 Euro Warmwasser).

    Meine Frage ist, ob dieses Verhältnis von Heizungs- und Warmwasserverbrauch überhaupt grundsätzlich realistisch ist? Ist es nicht "normalerweise" so, dass die Heizungskosten die Warmwasserkosten regelmäßig um ein Mehrfaches überwiegen? (So lese ich auch entsprechende Ratgeber zur Energieeinsparung im Internet.)

    Ich wäre dankbar für einen weiteren Hinweis! :)
     
  11. Andres

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    Ja, sofern das Gebäude einigermaßen erträglich gedämmt ist. Wasserverbrauch (egal ob kalt oder warm) hängt sehr stark von den Gewohnheiten der Bewohner ab. Du hast also vielleicht ein paar exzessive Badenixen, vielleicht noch eine etwas zu hoch eingestellte Zirkulationsleitung und schon sind Heiz- und Warmwasserkosten gleich auf.


    Ich weiß nicht, woher die ihre Informationen haben. Früher (als in diesem Fall noch nicht alles besser war ...) durfte man bei zentraler Warmwasserbereitung einfach 18 Prozent der Gesamtkosten für das WW ansetzen. In den Objekten, in denen ich die Umstellung auf WMZ erlebt habe, entfiel danach ein höherer (teils deutlich höherer) Anteil der Gesamtkosten auf das WW. Ich habe einige Mieter, die für WW und Heizung grob gerundet gleich viel zahlen und natürlich auch die andere Sorte, die insgesamt fast keinen Wasserverbrauch hat - ich finde beides völlig normal.
     
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