energiepass - reaktionen jetzt schon?

Dieses Thema im Forum "Fristen" wurde erstellt von lostcontrol, 14.02.2007.

  1. #1 lostcontrol, 14.02.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.625
    Zustimmungen:
    841
    hallo ihr lieben,

    wie ihr ja alle wisst, wurde der sogenannte "energiepass" ja nicht zum 01.01.2007 eingeführt, soll aber zum 01.01.2008 tatsächlich eingeführt werden.

    an die vermieter:
    hattet ihr auch schon mieteranfragen diesbezüglich? wie habt ihr reagiert? wie reagiert ihr, wenn das objekt überhaupt keinen energiepass benötigt / benötigen wird? werdet ihr trotzdem einen anfertigen lassen? wenn ja, welche der beiden versionen, die es da geben wird, werdet ihr euch ausstellen lassen?

    an die mieter:
    würdet ihr eure mietentscheidung wirklich von der existenz eines solchen "energiepasses" abhängig machen, auch wenn er nicht mehr aussagt, als wieviel heizkosten in etwa pro jahr anfallen (was man ja auch so erfahren könnte)?
    wie wichtig empfindet ihr den "energiepass"?

    allgemein:
    wie steht ihr denn zu der aussage des "spiegel", dass der "energiepass" ein mittel sein könnte, die vermieter dazu zu bringen, mehr in dämmung / heizungseffizienz zu investieren aufgrund dessen, dass ein "grüner energiepass" (d.h. einer der aussagt, dass das haus eine gute energie-effizienz hat) höhere kaltmieten erlaubt?
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    23.04.2006
    Beiträge:
    4.801
    Zustimmungen:
    1
    Ich persönlich hatte noch keine Anfragen deswegen. Auch werde ich darauf nicht eingehen, weil es Schwachfug ist. Es wird nur mehr Ärger geben, weil mehr Dämmung auch immer weniger Verbrauch bedeutet und die Erwartungen der Mieter da manchmal von der Realität abweicht. "Meine Küche ist Kalt, weil die Dämmung unzureichend ist" -- 12cm Dämmung sollte reichen, aber manchmal hilft schon heizen...
     
  4. Beluga

    Beluga Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    31.08.2006
    Beiträge:
    862
    Zustimmungen:
    0
    ich halte auch nicht viel von Einführung von Energiepass. Das bringt nur Stoff für Zoff.
    Ich denke mal es ist mehr eine Arbeitsbeschaffungs- als Umweltschutzmaßnahme.

    Ich werde zu gegebener Zeit nur bei bestimmten Häusern Energiepass anfertigen lassen. Und werde Verbrauchsorientierten Ausweis vorziehen.
    Wobei meiner Meinung nach müßte es an sich ausreichen, wenn man den Mietern die Heizkostenabrechnungen von Vorjahren zeigen; und jeder hat wiederum anderen Wärmebedarf und Heizverhalten.

    Etwaige Dämmungsinvestition im Haus ist eine Modernisierung, die erhöhte Kaltmiete nach sich zieht.
    Aber ob die Mieter bereit oder in der Lage sind höhere Mieten zu zahlen, ist eine andere Frage !

    z.B. habe ich meinen Mietern diverse Modernisierungsmaßnahmen mit Kostenumlegung
    angeboten, sie wollen aber lieber sparen und auf die Modernisierungen verzichten.
     
  5. Rübe

    Rübe Benutzer

    Dabei seit:
    07.02.2007
    Beiträge:
    66
    Zustimmungen:
    0
    Ich hatte bislang noch keine Anfragen bzgl. Energiepaß.

    Das ist auch meine Meinung. Das wird sich noch nicht in den nächsten 2-3 Jahren auswirken, aber mittelfristig ganz sicher. Schließlich kam in den vergangenen Monat die CO2-Diskussion in die breiten Medien, und das wird auch noch eine Zeitlang so bleiben.

    Nebenbei: Ich möchte schon deshalb in einem energiesanierten Haus eine höhere Kaltmiete bekommen, weil ich ja schließlich eine nicht ganz unerhebliche Investition getätigt habe, die ja dem Mieter in Form verringerter Energiekosten zugute kommt. Ich habe im vergangenen Jahr ein 8-Parteien MFH mit einer 10cm-Wärmedämmung versehen, das kostete immerhin über € 60k. Die muß ich doch wiedersehen. Allerdings habe ich nicht die vollen 11% umgelegt, da ich sonst erheblich über den Vergleichsmieten gelegen und mich somit selbst aus dem Markt gepreist hätte... :gehtnicht
     
  6. #5 lostcontrol, 15.02.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.625
    Zustimmungen:
    841
    naja - die diskussion ist ja alles andere als neu - nur halt gerade mal wieder hochgepuscht... sonderlich viel hat sie in den letzten jahren aber nun auch nicht bewirkt...

    hm. und was ist mit denjenigen häusern, die vom energiepass ausgenommen sind?
    werden die dann keine mieter mehr bekommen und die vermieter bleiben auf ihren dämmungkosten sitzen?
    also ich glaub nicht wirklich, dass sich das wirtschaftlich rechnet...

    zudem fürchte ich ohnehin, dass die mieten eher fallen werden und man entsprechend wird nachziehen müssen - ob gedämmt oder nicht...
     
  7. Rübe

    Rübe Benutzer

    Dabei seit:
    07.02.2007
    Beiträge:
    66
    Zustimmungen:
    0
    Das kann durchaus sein. Allerdings stammt der Energiepaß noch aus den Zeiten der rot-grünen Bundesregierung. Und deren Intention war nun mal (zumindest offiziell), daß die ganze Übung dem Umweltschutz dienen soll. Und da bin ich auch von überzeugt. Daß es als Seiteneffekt auch noch ein ABM-Programm für die Bauindustrie ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

    Das sehe ich anders. Bis vor gar nicht allzu langer Zeit meldete sich mit grausamer Regelmäßigkeit die Fraktion der Leugner und Besserwisser. Es sei ja alles gar nicht so schlimm oder man habe ja noch keine eindeutigen Beweise usw. usw. - Jetzt, wo sogar die lahme UNO endlich mal aufgewacht ist und einen Bericht vorgelegt hat, der von sämtlichen Mitgliedsnationen ratifiziert ist, mußten selbst die härtesten Leugner einknicken, weil sie nicht mehr glaubhaft sind. Insofern glaube ich, hat die neuerliche Diskussion eine vollkommen andere Qualität erhalten und führt nun auch über kurz oder lang zu tatsächlichen Konsequenzen.

    Heute hieß es im Radio, 2009 könne man womöglich den ersten Bundeshaushalt ohne Neuverschuldung verabschieden, und selbst ein Überschuß scheint möglich zu werden. Sollte dem so sein, wird die Bundesregierung nicht umhinkommen, neue und umfangreiche Umweltschutzprogramme zur CO2-Reduktion zu beschließen. Der Energiepaß wird dann nur ein kleiner Anfang gewesen sein.
     
  8. #7 lostcontrol, 16.02.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.625
    Zustimmungen:
    841
    also DAS glaub ich beim besten willen nicht - das wäre ja seit ewigkeiten das erste mal.
    ausserdem: angekündigt haben sie das ja schon oft. nur geschafft noch nie...

    das wäre aber wirtschaftlich gesehen eine glatte fehlentscheidung.
    wenn man soviel schulden hat wie wir, die selbstverständlich alle geld kosten (!!!), dann heisst es ja wohl an erster stelle mal: schulden abbauen!!!

    zudem wüsste ich nicht was die staatsverschuldung bzw. mal-nicht-schulden-machen mit dem energiepass zu tun haben könnte - da gibt's ja keinerlei zuschüsse oder irgendwas in der art...

    natürlich schaffen umweltmassnahmen arbeitsplätze - aber das ist nicht staatlich gelenkt sondern entspringt schlicht der marktwirtschaft.
     
  9. Rübe

    Rübe Benutzer

    Dabei seit:
    07.02.2007
    Beiträge:
    66
    Zustimmungen:
    0
    Investitionen in den schnellstmöglichen Ausstieg aus herkömmlichen Energieträgern sowie ins Energiesparen sind m. E. nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch geboten. Schulden abbauen: Sicherlich. Das wäre klasse. Aber ich denke, wir müssen erst mal unsere wirklich großen Themen anpacken, und dazu gehört der bereits begonnene Klimawandel.
     
  10. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    14.10.2006
    Beiträge:
    2.396
    Zustimmungen:
    0
    Also ich finde den Energiepass toll, wenn auch seine Umsetzung nicht ganz so.

    Natürlich ist ein guter Energiepass ein Verkaufsargument und ermöglicht den einen oder anderen Euro mehr Kaltmiete. Wer das bezweifelt hat keine Ahnung vom Verkaufen.

    Der Mieter rechnet ja selber seine Gesamtkosten aus. Und im vergleich zu einer gleichgroßen Wohnung mit sagen wir 20€ mehr Heizkosten im Monat kann ich locker 15€ mehr Miete abstauben.
     
  11. #10 lostcontrol, 17.02.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.625
    Zustimmungen:
    841
    ein "guter" energiepass könnte tatsächlich ein "verkaufsargument" sein. aber leider ist der energiepass, der da für den grossteil der objekte anvisiert ist, nicht viel mehr als das, was man seinen mietinteressenten mittels einer durchschnittlichen betriebskostenabrechnung liefert - nämlich ein überblick über den energiebedarf...

    wäre es da nicht besser, wenn eigentümer von sich aus eine wirklich vernünftige analyse der energie-effizienz des gebäudes machen lassen?
    auf freiwilliger basis natürlich...
     
  12. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    14.10.2006
    Beiträge:
    2.396
    Zustimmungen:
    0
    Enerie-effizienz sagt nichts über die Kosten aus. Da spielen natürlich noch die sonstigen Heiznebenkosten und natürlich ganz wichtig der Brennstoff eine Rolle.

    Was nuzt mir ein hochgedämmtes Haus mit nur 50 kWh/m² Wärmeverbrauch, wenn da normale Elektroöfen drin sind.

    Da wär mir ein Haus mit 60kWh/m² mit Brennwertkessel tausendmal lieber.

    Du hast natürlich Recht lostcontrol. Entscheidend ist dann die Vorlage alter Abrechnungen um die tatsächlichen Nebenkosten dem potentiellen Mieter vorweisen zu können. Meiner Meinung nach sollte das aber auch Bestandteil des Energiepasses sein.

    Die gutegedämmten werden das freiwillig vorzeigen. Aber die Energieverschwender werben mit ihrer billigen Kaltmiete und verschweigen die hohen Nebenkosten. Das darf nicht sein !!!
     
  13. #12 lostcontrol, 18.02.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.625
    Zustimmungen:
    841
    also ich hab aktuell eh so ein bisserl den glauben verloren...
    ging ich doch davon aus, dass ich bei mir privat (baujahr 32) gigantische heizkosten habe und wurde total überrascht davon, dass im spiegel steht, dass häuser, die über 30 jahre alt sind, meist heizkosten ca. 25 bis 30€ pro qm haben - ich komme (ohne wartung allerdings) auf gerade mal 15€. immernoch viel, ich weiss... aber im vergleich eben doch nicht ganz so schlimm wie gedacht...

    edit: diverse kältebrücken und "zuglöcher" hab ich in der zwischenzeit übrigens gestopft (jetzt sind auch die alten fenster dicht, die rolladenkästen gedämmt und es pfeift auch nirgens mehr), ich werde demnach diesen winter im grossen ganzen dann eher weniger "verschwendet" haben - die rechnung basiert auf dem vorjahr...
    drückt mir also die daumen dass ich das mit der kommenden teildämmung dann noch weiter runterkriege, damit mein öko-gewissen wenigstens ein kleines bisschen leichter wird...
     
  14. #13 duck914, 01.03.2007
    duck914

    duck914 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    28.02.2007
    Beiträge:
    19
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    wir werden nächste Woche einen Energiepass für unser Haus Bj 1910 bekommen.
    Wir haben uns für die vereinfachte und billigere Variante entschieden (180€) und haben dann 10 Jahre Ruhe. Die vereinfachte Form (Verbrauch) ist nur dieses Jahr möglich. Habe auch ein Ökö-Gewissen und alles hoch und runter gerechnet und komme leider zu einem Ergebnis, dass Dämmen, neue Fenster.... sich wirtschaftlich nicht rechnet, außer bei sowieso anstehenden Renovierungen.
    Heizen mit Öl ist halt noch billiger als mit Fernwärme etc..

    Ich habe den Eindruck, dass alle Anbieter (BHKW, Wärmepumpen, Pelletöfen, Solar...) die Einsparungen und Fördermittel auf den Kaufpreis aufschlagen und somit utopische Anschaffungskosten entstehen.Die Investitionen rechnen sich dann nach 20-30 Jahren und entsprechen auf keinen Fall die Lebensdauer der Geräte.

    Wenn die 15 Mio Holländer vor der Tür stehen und Sylt nicht mehr existiert, werden viele vielleicht umdenken.
     
  15. #14 fizzgig, 01.03.2007
    fizzgig

    fizzgig Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    21.04.2006
    Beiträge:
    149
    Zustimmungen:
    0
    ohauer,

    ich möchte hier mal kurz einhaken da sich hier die enrgiekompetenz versammelt :)

    mein haus BJ. 1902
    noch keine dämmung, nachtspeicheröfen, wird grad saniert von mir.

    die frage, wann wird der energiepass pflicht? wäre doch ab 2011 eine nette neue einnahmequelle für den staat wenn das häusle energie "verpulvert"?!
    ich für meinen teil verheize ausschliesslich französischen atomstrom und bin absolut CO2 neutral :)
    nur um mal eine diskussion anzustiften wo mich eure meinung mal interessiert.
     
  16. Rübe

    Rübe Benutzer

    Dabei seit:
    07.02.2007
    Beiträge:
    66
    Zustimmungen:
    0
    15 Millionen Holländer

    Schon alleine, um das zu verhindern, muß man heute dämmen, was das Zeug hält. Oder wir bauen eine neue Mauer. Nur diesmal im Westen... :top
     
  17. Jerry

    Jerry Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.07.2006
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    0
    RE: 15 Millionen Holländer

    Hmm, wenn ich nicht völlig der Grundrechenarten unkundig bin, käme ich für unser EFH (Haushälfte, Bj. 1937) auf 13 EUR, für unser MFH (Bj. 1950) auf 13,50 EUR je qm, wobei bei unserem EFH sogar noch Warmwasser in den Kosten drin ist, was ich erst kompliziert rausrechnen müsste. Und beide Häuser sind mit Gas beheizt (= per se schonmal teuer).

    Wieder was dazugelernt, sooo schlimm ist unsere alte Hütte also gar nicht...

    Ist das amtlich, dass der verbrauchsabhängige Energiepass nur dieses Jahr geht? Wo steht das? Dann sollten wir den vielleicht noch machen lassen, denn eine größere Sanierung (von der ich nach wie vor glaube, dass sie wenig bringt und nur die schön schlichte Backsteinfassade zukleistert) ist frühestens in 5-10 Jahren realistisch... Generell bin ich auch ein Fan von erneuerbaren Energien statt irgendwelche prähistorischen Überreste zu verheizen, aber es muss wenigstens ansatzweise im Verhältnis stehen (privat denken wir jetzt über Solar für Warmwasser nach, das dürfte einiges bringen - für Heizung müssten wir die gesamte Heizungsanlage umbauen und es wäre noch unklar, wieviel es wirklich einspart... eher Quark, denke ich - für das MFH brauche ich bauartbedingt nicht mal die grauen Zellen zuschalten um zu merken, dass das aussichtslos wäre).

    Jerry
     
  18. #17 duck914, 01.03.2007
    duck914

    duck914 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    28.02.2007
    Beiträge:
    19
    Zustimmungen:
    0
    http://www.urbs.de/aktuell/change.htm?anlage71.htm

    Jetzt haben sich die Regierungsparteien auf einen Kompromiss geeinigt und beschlossen, dass der Energiepass zum 1.1.2008 eingeführt wird. Wer ab diesen Zeitpunkt Wohnräume vermieten oder verkaufen will, muss dem Vertragspartner den Energiepass aushändigen. Welche Angaben ein derartiger Energiepass enthalten muss, hängt dabei von dem Alter und der Größe des Gebäudes ab.

    Gebäude mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1978 fertiggestellt wurden: Es muss ein so genannter bedarfsorientierter Energiepass erstellt werden. Darin sind Angaben über den Gebäudezustand, die Wärmedämmung sowie über den Energieverbrauch enthalten.

    Gebäde mit mehr als vier Wohnungen: Die Eigentümer können statt des bedarfsorientierten Energiepasses auch einen verbrauchsorientierten Energiepass erstellen lassen. Diese vereinfachte Form des Energiepasses enthält nur Angaben über den reinen Energieverbrauch der Bewohner eines Hauses.
    urbs-media Praxistipp: Um die Hausbesitzer zu zwingen, sich bereits vor dem Inkrafttreten der neuen Energie-Einsparverordnung einen Energiepass ausstellen zu lassen, soll die Wahlfreiheit zwischen der bedarfsorientierten Version des Energiepasses und dem verbrauchsorientierten Energiepass bis zum 31.12.2007 für alle Gebäude gelten. Dennoch sollte man diesem massiven Druck der Bundesregierung derzeit nicht einfach nachgeben und zumindest abwarten, bis die entsprechende Rechtsgrundlage im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wird. Denn es hat sich gerade bei der jetzigen Bundesregierung wiederholt gezeigt, dass Gesetzentwürfe der Bundesregierung im Bundestag und Bundesrat noch geändert werden.

    http://www.energiepass-aussteller-verzeichnis.de/
    http://www.dena-energieausweis.de/page/index.php?1588
    http://www.energiepass.info/
     
  19. #18 lostcontrol, 01.03.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.625
    Zustimmungen:
    841
    mit photovoltaik kannst du kein haus heizen.
    mit thermischen solaranlagen kannst du warmwasser machen - das kannst du der heizung zuführen oder auch unter der dusche verbrauchen.
    die anschaffungskosten für solartechnik sind durchaus realistisch.
    nicht realistisch ist dagegen die aussage, dass die geräte keine 20 bis 30 jahre halten würden - das ist definitiv mittlerweile tausendfach in der praxis belegt, dass sie sehr wohl länger halten!!!
     
  20. Jerry

    Jerry Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.07.2006
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    0
    Will ich gar nicht in Abrede stellen - ich glaube die Kritik an der teilweise Preistreiberei aufgrund der ja mitunter recht ordentlichen Fördermittel ist schon irgendwo berechtigt. Ähnliche Ausnutzung günstiger Förderungssituationen gab es ja auch schon bei den Immobilienpreisen kurz vor Ende der Eigenheimzulage oder damals, als die die Grunderwerbssteuer erhöhen wollten (da wurde eben schnell mal noch manche Mark beim Kaufpreis mitgenommen, die sich drei Monate später der Fiskus geholt hätte...)

    Egal, wenn ich bei einem Konzept das Gefühl habe, dass Anschaffungskosten, persönliche Ersparnis für mich und langfristige Entlastung der Umwelt zusammenpassen, dann überlege ich mir, wie ich es für mich umsetzen kann. Stimmt die Rechnung für mich nicht, lasse ich es bleiben. Photovoltaik z.B. fasziniert mich seit Ewigkeiten, aber die Art und Weise, wie momentan die Anlagen vermarktet werden, ist m.E. nicht ehrlich, denn die Milchmädchenrechnungen aus Steuerersparnis, Förderung, Amortisation durch Einspeisevergütung... ich möcht mal den Anbieter erleben, der mir so eine Anlage konzipiert, und unterschreibt, dass er die Differenz bezahlt, wenn seine Rechnung nicht aufgeht. So irre ist keiner.

    Bei Solarwärme erzeugt mein Kollektor das, was ich unmittelbar und selbst verbrauche. Ergänzend muss ich mit irgendeinem Energieträger dazuheizen. Ich spare unmittelbar Heizkosten und habe eine überschaubare Anlage, die sich nüchtern betrachtet so gut wie nicht abnutzt (Tennisball-Hagel und ab und an vielleicht mal 'ne abgerauchte Pumpe mal aussen vor gelassen). Kann man also mal bringen. Bloss blöd, dass alle Konzepte zur Heizungsunterstützung auf einen Niedertemperaturvorlauf angewiesen sind (z.B. Fußbodenheizung) - mach das mal im Altbau ohne die Bude vorher zu entkernen...

    Man kann unglaublich viel machen, aber man kann auch unglaublich viel Geld am Ziel vorbei verheizen.

    Aber irgendwie ging's darum initial auch gar nicht - eigentlich reden wir vom Energiepass. Um bei dem Thema noch ein wenig zu bleiben: Ich suche noch irgendwo eine schlüssige (soweit das geht ;) ) Statistik darüber, wie sich die Heizkosten pro qm und Jahr in Deutschland so entwickeln und wie sie sich über die vorhandene Bausubstanz betrachtet verteilen (= wie "teuer" sind alte Bunker wirklich, und wie "sparsam" sind die Niedrigenergiehäuser - und passt das alles im Verhältnis zu Bau- und Erhaltungskosten?) Mit Altbauten dürfte die Mehrheit von uns hier "gesegnet" sein, und irgendwas anderes als "abreißen und neu bauen" muss man sich dazu doch einfallen lassen...

    Jerry
     
  21. #20 lostcontrol, 01.03.2007
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.625
    Zustimmungen:
    841
    also ich hab schon auch so ein bisschen das gefühl, dass die enormen preissteigerungen für dämmmaterialien (und andere baumaterialien) im letzten jahr schon so ihren zusammenhang mit dem energiepass (und natürlich auch der mehrwertsteuererhöhung) haben...
    die fördersituation ist da noch ein anderes thema - wir haben uns ja schon anderwo länger darüber unterhalten, dass das konzept auch nicht grad so das gelbe vom ei ist, denn wenn eine förderung voraussetzt, dass ich erstmal die heizung austausche, dann sämtliche fenster (auch wenn die guten alten holzfenster durchaus sanierbar wären) und erst dann in den "genuss" eines "billigen kredits" komme (direkte finanzielle förderung ist ja nicht möglich - man MUSS einen kredit aufnehmen - und man zeige mir bitte einmal einen kredit, der kein geld kostet)... DAS kann's ja wohl auch nicht sein, oder? das schiebt vielleicht die baubranche an, aber den eigentümern nutzt das nicht wirklich. und denjenigen eigentümern, die mit eigenem geld etwas machen möchten nutzt es per se garnichts.

    na es gibt ja auch noch die möglichkeit die thermische anlage tatsächlich nur für die warmwassererzeugung zu nutzen. ich werde das bei mir so umsetzen - die anbindung an die heizung wäre absolut irrwitzig. man muss das schon alles auch in relation zum gebäude setzen, und manche massnahmen sind einfach quatsch, wenn man auf teufel-komm-raus sein ökologisches gewissen befriedigen will.
    aufwendige umbauten kosten ja schliesslich auch unmassen von energie - das sollte man in seiner öko-rechnung durchaus auch beachten.

    aktuell gibt's im spiegel eine serie dazu - in ersten teil von vor zwei wochen steht dazu immerhin ein bisschen was, daher habe ich ja auch meine zahlen...
    ausserdem hab ich hier auch 'ne broschüre vorliegen der "gesellschaft für rationelle energieverwendung e.v." mit dem titel "energieeinsparung im gebäudebestand" - da sind auch 'ne menge zahlen drin.

    unsere gemeinde hat zudem einen energieberater, der regelmässig eine kostenfreie sprechstunde abhält - den werde ich nächste woche dann mal aufsuchen.
    aktuell werden energiechecks ja massiv staatlich gefördert, was man da zuzahlen muss, sind tatsächlich peanuts.
    frag doch mal bei euch auf der stadt nach - vielleicht bieten die ja auch was entsprechendes an.
     
Thema: energiepass - reaktionen jetzt schon?
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. guter energiepass

    ,
  2. energiepass altbauten vor 1910

    ,
  3. zukünftiger Vermieter schiebt Mietentscheidung vor sich

    ,
  4. grüner energiepaß,
  5. grüner Energiepass,
  6. massive nebenkosten kein energiepaß,
  7. Energieausweis schon jetzt,
  8. energiepass pflicht,
  9. was haltet ihr vom Energieausweis
Die Seite wird geladen...

energiepass - reaktionen jetzt schon? - Ähnliche Themen

  1. Altes schönes Landhaus im Bezirk Kitzbühel

    Altes schönes Landhaus im Bezirk Kitzbühel: Wir benutzen das Haus nur noch selten, haben es aber noch nie vermietet. Wir würden es an sehr seriöse Mieter vermieten, sofern diese auf das...
  2. Gartennutzung nicht im Mietvertrag vereinbart, außerhalb des Mietvertrags schon

    Gartennutzung nicht im Mietvertrag vereinbart, außerhalb des Mietvertrags schon: Hallo, ich habe mit einem meiner Mieter momentan Probleme bezüglich der Gartennutzung. Im Mietvertrag ist mit diesem Mieter keine Gartennutzung...
  3. Recherche für DIE ZEIT (Campus): Vermieter und ihre schlimmsten/schönsten WGs

    Recherche für DIE ZEIT (Campus): Vermieter und ihre schlimmsten/schönsten WGs: Liebe Vermieter und Vermieterinnen in diesem Forum, für eine Interviewreihe, die im Mai bei ZEITcampus erscheinen soll, wollen wir den Schuh...
  4. Reaktionen auf Köln u. a. Städten

    Reaktionen auf Köln u. a. Städten: Mit Interesse habe ich als Burkaträgerin die Stellungnahme von H. Maas heute verfolgt. Es handelte sich hier/dort also um Akte organisierter...