Energy Contracting

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Rübe, 07.02.2007.

  1. Rübe

    Rübe Benutzer

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    Guten Tag.

    Ich habe vor nicht allzu langer Zeit einen TV-Beitrag zum Thema "Energy Contracting" gesehen. Der war sehr interessant.

    Ich bin einerseits daran interessiert, bei einem Sanierungsvorhaben in einem MFH das Thema Heizung und ggf. Energieversorgung an einen externen Dienstleister zu vergeben (outsourcen).

    Andererseits habe ich mir auch schon überlegt, ob es nicht lukrativ sein könnte, selbst als Anbieter in dieses noch recht neue Feld einzusteigen.

    Wer von Euch hat sowohl als Kunde als auch ggf. als Anbieter schon Erfahrungen mit dem Thema "Energy Contracting" gesammelt? Was ist zu beachten? Wo bekomme ich Musterverträge her?

    Vielen Dank schon mal.
     
  2. AdMan

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  3. Heizer

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    Contracting ist gerade für Eigentümer eine gute Alternative zur herkömmlichen Heizkostenabrechnung.

    Egal ob der Vermieter selber Contractor ist oder das ein Dritter macht, kann er indirekt über den Wärmepreis sämtliche Kosten für die Heizanlage umlegen. Also nicht nur die Kostenarten nach HKVo sondern auch Reparaturen, Abschreibung etc.

    So neu ist das eigentlich nicht. Einige Stadwerke machen sowas schon seit ca. 10 Jahren im Zuge einer Wärmedirektabrechnung. Auch einige Messdienste versuchen sich mehr schlecht als recht daran. Erst heute habe ich mir ein Objekt angeguckt in dem Tech em das versucht, aber nicht geschafft hat.

    Die werden wir wohl rauskegeln :geil

    Die hiesigen Stadwerke werden dann neuer Contractor und wir machen dann die Abrechnung.

    Der größte Vorteil ist aber bei Heizanlagen die mit Solaranlagen ausgestattet sind. Hier können nämlich endlich auch die Wärmekosten nach MWh abgerechnet werden.

    Welche Voraussetzungen notwendig sind um selbst ins Contractinggeschäft einsteigen zu können kann ich nicht sagen.
     
  4. #3 lostcontrol, 07.02.2007
    lostcontrol

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    moment - das versteh ich nicht.
    redest du hier von photovoltaik oder von thermischen solaranlagen?

    photovoltaik kann man ja nicht direkt nutzen (es mangelt da einfach immernoch an speichermöglichkeiten) - da wird der "geerntete" strom an den versorger verkauft und mit dem so erwirtschafteten geld kann man dann wieder strom kaufen oder auch öl oder auch gas oder auch pellets oder auch ein diamantencollier usw....

    bei thermischen anlagen wird warmwasser erzeugt, dessen wärmeenergie dann (meist über wärmetauscher) an die heizung oder auch direkt an die warmwasserversorgung abgegeben wird - hier kann direkt genutzt werden, aber eben auch nicht in MWh abgerechnet werden...

    würde mich interessieren was du da meinst...
     
  5. Heizer

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    Dachte ich mir schon, daß es da Einsprüche hagelt.

    Bei einer normalen Heizkostenabrechnung können nur tatsächliche Kosten abgrechnet werden. Thermische Solaranlagen oder Holzfeuerung wo der HE das Holz für Nass bekommen hat können da so nicht umgelegt werden.

    Beim Wärmecontracting tritt der Contractor dem Mieter gegenüber als Wärmelieferant auf und kassiert xx € je MWh oder so. Wie er die Wärme erzeugt hat ist dabei egal. In den Wärmepreis kann er dann alles reinkalkulieren. Also auch Abschreibungen, Reparaturen etc. Jedoch unterliegen auch diese Preise der Kontrolle durch kartellrechtliche Behörden.

    Allerdings kann das nicht so einfach jeder kleine Hausbesitzer so machen. Dazu gehört schon einiges mehr. Z.b. eine Energielieferlizenz. Was noch alle da habe ich keine Ahnung.
     
  6. #5 lostcontrol, 07.02.2007
    lostcontrol

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    heizer - mich interessiert da jetzt eigentlich vor allem, welche art von solaranlagen du da einbringen wollen würdest - mir ist nämlich das prinzip nicht so ganz klar.

    mit solartechnik kenn ich mich ja nun recht gut aus (war einige jahre in der branche tätig) und kann da auch das eine oder andere an grundlagenwissen nachfüttern falls gewünscht.

    mir ist halt jetzt nicht klar, wie man die auf solarthermischem wege erzeugte wärmeenergie per MWh abrechnen könnte - da muss man dann doch auch irrwitzige umrechnungen veranstalten, oder nicht? das kann so einfach wie geschildert nicht sein...

    ich plane ja für mich (privathaus mit einliegerwohnung) auch eine thermische solaranlage (natürlich erst nach dem badezimmerumbau, wird sich noch ein bisserl ziehen) - bisher hab ich das weit von mir gewiesen, die dann an die heizung anzuschliessen bzw. mit dem warmwassersystem der einliegerwohnung zu verbinden, und zwar nicht nur, weil das mit gigantischen baumassnahmen verbunden wäre, sondern auch deshalb, weil sich das eigentlich garnicht korrekt umlegen liesse...
    korrekt umlegen liessen sich ja "nur" die wartungskosten und die versicherung - aber zu welchem anteil dann?
    vielleicht überleg ich mir das ja nochmal, wenn's da doch vernünftige möglichkeiten gibt...

    bitte klär mich auf, heizer!
     
  7. Heizer

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    Ja ich meine Solarhermie.

    Doch es ist so einfach. Ich habe ein Heizwerk und verkaufe die erzeugte Wärme nach MWh. Das ist ja das Prinzip einer jeden Fernwärmelieferung.

    Nur das es sich beim Contracting im sogenannte Nahwärme handelt. Das Heizwerk oder Heizkraftwerk ist nicht kilometerweit weg sondern direkt im Keller oder auf dem Dach des Hauses wo auch die Wärme gebraucht wird. Und diese wird genau wie Fernwärme in MWh abgerechnet. Ob die Wärme aus einem Gaskessel, Elefantengrasbiomasseheizwerk oder einer thermischen Solaranlage stammt ist für den Kunden egal.

    Die Heizanlage gehört dabei nicht dem Hauseigentümer sondern dem Contractor.

    Vorsicht bei Eigentumswohnungen. Normalerweise erwirbt man ja mit dem Kauf einer Wohnung auch einen Miteigentumsanteil an der Heizanlage. Gibt es da einen Contractingvertrag, gibt es auch kein Gemeinschaftseigentum Heizung. Der Preis der Wohnung müßte also daher geringer sein. Wie gesagt müßte.
     
  8. #7 lostcontrol, 07.02.2007
    lostcontrol

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    gut - aber wie willst du messen, wieviel wärme eingebracht wurde?

    also angenommen ich schliesse meine solarthermische anlage an die zentralheizung an, indem ich die wärme ins heizungswasser übertrage:
    wie messe ich das? und wie berechne ich das? vor allem: wie berechne ich das in MWh?

    angenommen ich schliesse meine solarthermische anlage an den (getrennten) warmwasserkreislauf an, in dem ich die wärme ins warmwasser übertrage:
    wie messe ich das? und wie berechne ich das? vor allem: wie berechne ich das in MWh?

    das ganze muss ja über wärmetauscher ablaufen - geht also nicht direkt über warmwasserzähler oder so... und selbst da wären das ja wieder cbm die ich messe...

    nun ist es ja so, dass das per solarthermie erzeugte wasser ja nicht immer die gleiche temperatur macht (im winter wird man logischerweise nicht die hohen gradzahlen des sommers erreichen).

    sorry - aber physik war noch nie so wirklich meine stärke - die mechanik dahinter leuchtet mir ja völlig ein (ist ja auch ein relativ einfaches prinzip) und ich könnte das im zweifel sogar selbst reparieren, aber ich hab grad echte schwierigkeiten mir zu überlegen, wo ich da was messen müsste um dann hinterher auf MWh zu kommen...
     
  9. Heizer

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    Das ist natürlich alles richtig.

    Aber genau dafür hat vor langer Zeit ein Kluger Kopf den Wärmemengenzähler erfunden.

    Der sogenannte 100% Zähler misst den kompletten Wärmeeintrag in das Haus. Welche und wieviele Wärmeerzeuger davor dranhängen ist dem Zähler dabei egal.

    Je gemessener MWh berechnet der Wärmelieferant x €. Und dann werden die Kosten einfach wie bei der normalen Heizkostenabrechnung nach Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler verteilt. Selbiges geschieht bei der Berechnung der Warmwasserbereitung. Hier wird natürlich auch immer nach Heizkostenverordnung abgerechnet.

    Der Hauptunterschied für den Mieter ist, daß er die Rechnung direkt vom Wärmelieferant bekommt und nicht mehr in der Nebenkostenabrechnung vom Hausverwalter.
     
  10. #9 lostcontrol, 07.02.2007
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    och - das liesse sich sicherlich bewerkstelligen.
    warum sollte man nicht auch für thermische anlagen ein gewerbe anmelden können?
    bei photovoltaik muss man das ja sogar, also warum nicht?
    wenn ich strom an EnBW verkaufen kann, dann kann ich ja wohl auch wärme an meine einliegerin verkaufen!

    aber egal - ist mir schon wieder alles viel zu kompliziert, zumal bei meiner situation privathaus mit einliegerwohnung - das lohnt sich wirklich nicht.
    da ich da ja glücklicherweise den ganzen krempel mit der heizkostenverordnung nicht an der backe habe sondern anders abrechnen darf, werd ich den teufel tun und mir erst 'ne komplizierte und teure baumassnahme aufhalsen um dann hinterher DEN scheiss reinzuziehen (sorry heizer ob der ausdrucksweise - aber die HKVo ist mir nun mal wahlweise ein rotes tuch oder ein buch mit sieben siegeln - zum glück brauch ich sie auch in den von mir betreuten objekten nicht).

    da würd ich dann doch eher nochmal überlegen, ob ich nicht die einliegerwohnung künftig warm vermiete *ggg* (drückt mir die daumen dass mir meine einliegerin noch lange erhalten bleibt - die ist echt ein glücksgriff in sachen mieter).

    korrektur:
    geht natürlich trotzdem nicht so wie oben genannt, denn:
    die solarthermische anlage könnte ja die heizung bzw. die warmwasserbereitung lediglich unterstützen, aber leider nicht ersetzen. das liefe also darauf hinaus, dass man zusätzlich zur "normalen" heizkostenabrechnung in den betriebskosten nochmal 'ne extra-abrechnung machen muss.
    DAS ist definitiv nix für mich - ich versuch doch ohnehin die zahl der abzurechnenden posten so klein wie möglich zu halten...
     
  11. Heizer

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    Bei der normalen Heizkostenabrechnung kann man leider den Wärmeertrag von einer thermischen Solaranlage nucht weiterberechnen.

    Könnte sein, daß es da bei der aktuellen CO2 Diskussion bald dahingehend eine kleine Gesetzesänderung gibt.
     
  12. #11 lostcontrol, 07.02.2007
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    ach weisste heizer - beim privathaus wär mir das auch egal.
    ich persönlich spar geld dadurch und mein öko-gewissen ist wenigstens ein ganz klein bisschen beruhigt. und die einliegerwohnung könnte ich ja wie gesagt theoretisch auch warm vermieten (wär eh eigentlich einfacher).

    interessant wird's halt bei mietobjekten.
    aber das kommt bei den von mir betreuten objekten aufgrund der "falsch" ausgerichteten dächer und dem manchmal wirklich überaus lästigen denkmalschutz leider nicht in frage.

    das hoffe ich sowohl für die photovoltaik als auch für die thermische solartechnik sehr stark - nachdem da so einiges an förderung grad am auslaufen ist, sollte spätestens aufgrund der (eben nicht AKTUELLEN sondern schon lange laufenden) klimaveränderungen nochmal von staatlicher seite nachgeschoben werden.
    reichen wird's zwar nicht, aber besser als garnichts ist es allemal.
     
  13. Rübe

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    Energy Contracting - BHKW

    Hallo Ihr beiden,

    schon mal vielen Dank für Eure Gedanken zum Thema. Das ist schon sehr speziell, ich sehe, Ihr seid Profis in Eurem Fach.

    Der Gedanke, mit dem ich momentan schwanger gehe, ist folgender... Ich habe mich etwas mit Blockheizkraftwerken für den Keller auseinandergesetzt. Produktemäßig sticht dabei m. E. der "Dachs" ziemlich hervor und scheint auch beim Wirkungsgrad und der Flexibilität in der Top-Liga zu spielen.

    Ich stelle mir das so vor: Ich liefere und installiere den Dachs im Keller. Die Mieter schließen mit mir einen Vertrag über Heizung und Strom ab. Der überschüssige Strom wird an die Stadtwerke verkauft. Durch den Energie- und Stromverkauf an die Mieter einerseits und den Stromverkauf an die Stadtwerke andererseits müßte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich das Ding nicht innerhalb weniger Jahre amortisiert hätte. Wenn es in meinem eigenen MFH klappt, dann könnte ich das doch auch auf andere MFHs erweitern. Ich kann mir vorstellen, daß insbesondere jene Hausbesitzer froh sind, wenn sie nicht selber in eine neue Heizanlage investieren müssen.

    Bin ich da jetzt zu naiv?? :shame

    So. Und bezüglich der Abrechnung: Es wird von mir in Rechnung gestellt, was ich geliefert habe. Also auf Basis kWh für den Strom und evtl. kJ oder MJ für die Heizenergie. Womit ich den Strom bzw. die Heizenergie erzeugt habe, ist doch irrelevant. ODER?? :?
     
  14. Heizer

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    Wie gesagt ist Contractor werden nicht so einfach. Mit der rechtlichen Seite habe ich mich ehrlichgesagt noch nicht so beschäftigt.

    Theorethisch ist es so einfach wie Du schreibst. Aber wenn dem so wäre, dann würden das schon fast alle Hauseigentümer so machen. Also muß es da irgendwo noch ein oder mehrere Haken geben.

    Bisher sind mit nur Energieversorger und Messdienste als Contractoren bekannt.

    Ansonsten kann man finanziell so ein BHKW nur als normale Heizanlage betreiben und abrechnen, wobei die Stromeinspeisevergütung auf den Heizkosten gutzuschreiben ist. Davon profitieren dann nur die Umwelt und die Mieter und der Eigentümer bleibt auf der höheren Abschreibung sitzen.

    Aber wie gesagt erwarte ich da genauso wie für Solarthermie in den nächsten Jahren Gesetzesänderungen.

    Es kann ja nicht sein, daß die Heizkostenverordnung, die eigentlich die CO2 Belastung reduzieren soll, moderne umweltfreundliche Heizmethoden blockiert.
     
  15. #14 lostcontrol, 08.02.2007
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    RE: Energy Contracting - BHKW

    oh - ich wusste garnicht dass man mit blockheizkraftwerken strom erzeugen kann.
    womöglich sollte ich meine physik-kenntnisse doch nochmal ein bisschen aufpolieren...

    aber - gesetzt den fall es wäre so - ich bin mir nicht sicher, ob die stadtwerke (????? - für strom sind doch die grossen energieunternehmen zuständig?) dir den strom überhaupt abnehmen müssen.
    bezüglich photovoltaik wurden sie ja vom staat dazu verpflichtet - aber ob das für blockheizkraftwerke auch gilt, das würde ich dann doch erstmal klären an deiner stelle...

    also ich weiss nicht recht...
    ich persönlich würde da doch eher zu "was eigenem" tendieren - schon weil ich gerade bei den zunehmenden energiepreisen nicht abhängig sein möchte...
    sprich: ich wäre da z.b. keine kundin für dich.

    naja - wenn du strom erzeugst, indem du öl verbrennst, dann hast du laufend relativ hohe energiekosten (deren preise ständig schwanken) aber einigermassen gleichmässig hohe einkünfte.

    wenn du strom per photovoltaik erzeugst, musst du einmal richtig viel investieren (und dafür womöglich einen kredit aufnehmen) und hast saisonal sehr unterschiedlich hohe einkünfte daraus (was dir aber egal sein kann, weil du ja einen abnehmer hast, der vom staat verpflichtet wurde, dir das abzunehmen - lagern könnteste ja ohnehin nicht). bis du da allerdings in die gewinnzone kommst (du weisst schon: tilgung + zinsen contra einkünfte) dauert das schon 'ne ganze weile...
    die sonneneinstrahlung musst du zwar nicht bezahlen, kannst sie aber auch nicht abrechnen. deine investition natürlich schon.

    wenn du strom per blockheizkraftwerk erzeugen willst (wie gesagt - ich weiss jetzt nicht wie das funktionieren soll) hast du natürlich auch saisonale abhängigkeiten.
    es wird sich kaum lohnen ein blockheizkraftwerk ganzjährig zu betreiben, solange du nicht zufällig auch ein hallenbad oder was ähnliches als kundschaft hast.
    aber gerade bei hallenbädern etc. sind doch mittlerweile die städte selbst auf diesen trichter gekommen und versorgen nebenher die umliegenden häuser (zumindest hier vor ort läuft das so).

    ehrlich gesagt: ich hab da so meine zweifel, dass das mit blockheizkraftwerk funktioniert - jedenfalls nicht, wenn du nicht vorab zahlungskräftige grosse feste abnehmer hast.

    schau dir doch mal an wie das der herr sladek (auch berühmt-berüchtigt als "strom-rebell") mit seinen kleinen blockheizkraftwerken gemacht hat.
    siehe auch EWS = ElektrizitätsWerke Schönau - bundesweit tätiger ökostrom-vermarkter.
    da hängt aber auch jede menge solartechnik mit dran - die konstellation sladek / disch / ritter könnte man locker als deutschlands "solar-mafia" (ich meine das definitiv im GUTEN sinne) bezeichnen.

    musste mal googeln, wirst du sicher vieles finden, was für dich da interessant ist (ich hätte da diverse links, präferiere aber jetzt keinen und möchte da auch aus gutem grund nicht in irgendeiner form parteiisch werden.
     
  16. Heizer

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    @lostcontrol: Stell Dir einfach ein normales Auto vor. Dann nimmst Du die Karosse, die Räder den Innenraum u.s.w. alles weg bis nur der Motor mit Kühler und Lichmaschine übrig bleibt. Schon hast Du ein kleines Blockheizkraftwerk.

    Das ganze wird dann statt der Heizanlage im Keller eingebaut. Der Auspuff geht in den Schornstein. Statt dem Kühler wird der Wärmetauscher der Heizanlage angeschlossen und die Lichtmaschine speist natürlich Strom ins Netz ein.

    Und wenn das Ganze noch ordentlich Schallgedämmt ist, grummelt das nicht lauter wie ein normaler Öl- oder Gasbrenner.

    Da es sich dabei um so genannte Kraft- Wärmekopplung handelt, gibt es dafür auch eine gesetzlich garantierte Einspeisevergütung. Denn mit jeder Kilowattstunde bezahlst du auch die KWK Abgabe. Mit den Einahmen daraus wird die Einspeisevergütung finanziert. Im Prinzip genauso wie das EEG für Solar- und Windkraftwerke.
     
  17. #16 lostcontrol, 08.02.2007
    lostcontrol

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    ah - sehr anschaulich. danke heizer!

    das mit dem EEG würde ich da aber trotzdem nochmal prüfen.
    immerhin sinkt die grad jährlich drastisch ab...
    da muss man schon glasklar kalkulieren können.

    billig wär sowas mit sicherheit ohnehin nicht.
    und ich geh jetzt mal davon aus dass rübe auch nicht unbedingt der milliardär ist, der sowas grad mal aus dem postkässle finanziert, ergo: kredit.
    da fangen jetzt die paar meiner hirnzellen, die fürs kaufmännische zuständig sind, an zu rotieren und spucken zahlenkolonnen aus, die auf der seite "tilgung + zinsen" erstmal deutlich höher sind als auf der seite "ertrag" - und das auf ziemlich lange zeit...
    mindestens ein fester partner mit sehr hoher abnahmegarantie würde meine hirnzellen da mächtig beruhigen (und den bänker sicherlich auch).

    da verweis ich doch glatt nochmal auf herrn sladek und wie der das gemacht hat...
    sogar optisch passt das, der sieht ja auch aus wie rübe-zahl... *ggg*
    (okok... ich werf ja schon den fünfer ins kaulauer-kässle...)
     
  18. Heizer

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    Der Bonus für die Stromeinspeisung aus Kraft-Wärme-Kopplung liegt bei 5,11 Cent/kWh. Dazum kommt natürlich noch die marktübliche Einspeisevergütung im Niederspannungsnetz von ca. 5-7 Cent. Macht also ca. 10-12 Cent je kWh garantierten Ertrag.

    Da die Stromerzeugung ja praktisch fast kostenlos ist, da man ja die Heizanlage auch so ohne Stromerzeugung laufen lassen würde ist das besser als nichts.

    Noch besser wird das Ganze, wenn man den Strom selber nutzen kann. Dann spart man nämlich ca. 20 Cent je kWh die man sonst beim Energieversorger dafür bezahlen würde.

    Ökologisch ist das Ganze natürlich auch super. Zwar liegt der Gesamtwirkungsgrad nur gering über einer modernen Brennwertanlage, aber die 30% Übertragungsverluste beim Strom fallen fast komplett weg.
     
  19. #18 lostcontrol, 08.02.2007
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    naja - wenn das schon bei photovoltaik nicht geht, dass man den strom selbst nutzt, wie soll das dann bei einem blockheizkraftwerk gehen?
    es gibt ja leider immernoch keine vernünftige speichermöglichkeit für strom in dieser grössenordnung (wir reden hier ja nicht von 'ner "insel-anlage" wie z.b. in einem gartenhäuschen oder bei einem bauwagen).

    davon mal abgesehen:
    grundsätzlich ist es bei der derzeitigen vergütung immer sinnvoller, einzuspeisen und sich das vergüten zu lassen, da man für den strom, den man einspeist, mehr geld bekommt als man für strom, den man entnimmt, zahlen muss.

    ohne witz:
    man könnte (zumindest theoretisch) geld damit verdienen, wenn man sich 'nen guten strahler kauft und den im keller auf 'n photovoltaik-modul richtet und den so erzeugten strom dann gegen vergütung einspeist.
    der strom den der strahler verbraucht ist billiger als der, den man einspeist.
    ökologisch ist das natürlich nonsens (und vermutlich würde sowas dann auch unter "subventions-betrug" fallen), aber funktionieren würde es.
     
  20. Heizer

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    Bei einer solaren Einspeisevergütung von über 10€ je kWh könnte sich das sogar rechnen. Aber wenn wir mal den Lichtwirkungsgrad von einem Halogenstrahler von ca. 5% berücksichtigen und dann nochmal den Wirkungsgrad eines Photovoltaikmoduls von ca. 20% nehmen, würde man ca. 1% der aufgewendeten Energie am Sorlarmodul wieder entnehmen können. Die Streulichtverluste, Kabelverluste u.s.w. habe ich dabei noch nicht mal berücksichtigt.

    Natürlich darf man den selber erzeugten Strom selber nutzen, so fern er von der Ökosteuer befreit ist. Sonst wäre es ja Steuerhinterziehung.

    Strom aus KWK-Anlagen ist Ökosteuerbefreit.

    Bei Solarstrom macht das nur keinen Sinn, weil man mehr Einspeisevergütung bekommt als man für "normalen" Strom aus dem öffentlichen Netz bezahlt.

    Bei einem BHKW sieht das anders aus, da die Einspeisevergütung geringer ist als man selbst an Strom aus dem Netz bezahlen muß.

    Das BHKW wird wie eine normale Heizung gesteuert. Wenn der Speicher geladen werden muss, springt der Motor an und erzeugt die notwendige Wärmeenergie und praktisch als Abfallprodukt Strom der sofort wieder im Haus verbraucht werden kann. Wird gerade nicht so viel Strom benötigt, läuft der Einspeisezähler. Wird mehr Strom benötigt oder wenn das BHKW nicht läuft, läuft der normale Netzzähler.

    In einem normalen EFH wird eigentlich ständig etwas Strom verbraucht durch StandBy Geräte, Fax, Telefon, DSL, Computer, Alarmanlage, Kühlschrank, Gefriertruhe, Umwälzpumpe u.s.w.

    Man kann die Anlage durch Absenkzeiten ja auch so einstellen, daß die Hauptaufladung in den Abendstunden passiert wo auch der meiste Strom gebraucht wird.
     
  21. #20 lostcontrol, 08.02.2007
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    klar - DÜRFEN schon.
    aber KÖNNEN im allgemeinen halt nicht.
    das ist technisch derzeit nicht machbar.
    das problem: es fehlt die speichermöglichkeit.
    wir reden ja nicht von kleinen "insel-anlagen" fürs gartenhäusle oder für den bauwagen...

    kein "standard"-einfamilienhaus schafft es, den strom, den die entsprechende "standard"-einfamilienhaus-solaranlage bei optimaler sonneneinstrahlung erzeugt, GLEICHZEITIG zu verbrauchen. besagte solaranlage erzeugt (sofern sie gut ausgelegt ist) deutlich mehr strom, als besagtes einfamilienhaus bei normaler nutzung im jahr verbraucht. aber:
    wenn man den strom der nötig wäre, um das besagtes "standard"-einfamilienhaus GLEICHMÄSSIG (schon garnicht ganzjährig) komplett zu versorgen, in sogenannten "solarbatterien" (die vom prinzip her nicht viel anders als autobatterien funktionieren) speichern wollte, brüchte man hierfür deutlich mehr platz, als der "standard"-öltank (mit ca. 3000 litern) für besagtes "standard"-einfamilienhaus braucht.
    so zumindest die beispielrechnung die ich branchenintern kenne.
    aber: wie wir alle wissen ist die stromspeicherung in batterien oder akkus so ziemlich das verlustreichste, was man überhaupt mit strom machen kann (ausser ihn gnadenlos zu verbrauchen).
    da wäre es noch effizienter, mit dem strom direkt warmwasser zu erzeugen - warmwasser ist ein besserer speicher als eine batterie. nur kann man damit eben keinen computer betreiben oder ähnliches...

    aus diesem grund wird ja das stromnetz quasi als "speicher" genutzt.
    die ganze EEG-geschichte entstand ja aus dem "1000-dächer-programm", das auf der grundidee der solidargemeinschaft aus einspeisern beruht.
    die idee dahinter ist ja, dass irgendwann unsere diversen kraftwerke nur noch in den absoluten spitzenzeiten zugeschaltet werden müssen, während den "normalverbrauchszeiten" jedoch das netz aus vielen kleinen quellen "befüllt" wird (egal ob jetzt aus photovoltaik, windenergie, turbinen im bächle, biogasanlagen oder aus blockheizkraftwerkchen etc.).

    wie gesagt: "insel-anlagen" für gartenhäuser, bauwägen oder ähnliches funktionieren prächtig - in der einfach-variante wird das solarmodul fast direkt an die solarbatterie angeschlossen und man kann dort die üblichen 12-volt-geräte problemlos anschliessen. in der luxus-variante gibt's da dann auch noch den wechselrichter und die grössere solarbatterie und man kann sogar "normale" geräte anschliessen.
    aber: man kann immer nur soviel strom speichern, wie die batterie schafft.
     
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