Entlastung der Verwaltung

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  1. #1 Störtebeker, 15.04.2016
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    Hallo liebes Forum,

    ich habe da mal ne Frage und hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

    Folgender Fall: Verwalterwechsel zum 31.12.2014. Der alte Verwalter macht die Abrechnung 2014 in 2015, welche von den Eigentümern nicht beschlossen wird, da diese Abrechnung fehlerhaft war. Die Abrechnungsspitzen der falschen Anbrechnung werden, warum auch immer, durch den neuen Verwalter im Jahr 2015 dennoch an einige Eigentümer ausgezahlt bzw. von einigen vereinnahmt. Im Raume steht, dass der neue Verwalter die Abrechnung 2014 irgendwann mal korrigiert.

    In der anstehenden Eigentümerversammlung soll der Verwaltung nun für das Jahr 2015 die Entlastung erteilt werden. Welche Folgen hat das für die ausgezahlten/vereinnahmten Abrechnungsspitzen? Streng genommen hat der Verwalter diese doch ohne Beschluss ausgezahlt bzw. vereinnahmt. Haben die Eigentümer auch nach der Entlastung des Verwalters einen Anspruch darauf, dass die Zahlungen rückabgewickelt werden oder genehmigt man durch die Entlastung der Verwaltung indirekt die falsche Abrechnung 2014?
     
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  3. #2 Papabär, 15.04.2016
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    Was willst du dem neuen Verwalter vorwerfen? Das er versucht, die Konten glatt zu ziehen?

    So wie ich das verstanden habe, besteht der Anspruch auf Korrektur der Abrechnung 2014 gegen den alten Verwalter - und dessen Entlastung steht jetzt ja nicht zu Debatte. Der neue Verwalter schafft sich durch sein Vorgehen ImhO einen Haufen Mehrarbeit - weil er die Auskehrungen hinterher ggf. noch durch Restzahlungen/-Forderungen bereinigen muss. Andererseits kann es u.U. eine Weile dauern, bis man den alten Verwalter zu einer Korrektur der Abrechnung bewegt - und wer will schon ständig unbestimmte Saldovorträge mit sich herumschleppen oder diese gar einer Meute Eigentümer gegenüber aufdröseln.
     
  4. #3 Störtebeker, 15.04.2016
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    Vorwerfen möchte ich niemandem etwas. Die Frage ist ob durch die Zahlung/Einnahme der Abrechnungsspitzen durch den neuen Verwalter die Abrechnung des alten Verwalters indirekt beschlossen wird wenn der neue entlastet wird.

    Also ob jmd, der nach der alten (nicht beschlossenen) Abrechnung 200 € zahlen müsste, bei der neuen (korrekten) Abrechnnug sagen kann: Nö....also 250 € ist mir jetzt irgendwie zuviel, der Verwalter hat 200 ausgezahlt und hat ja alles richtig gemacht da entlastet. (Der andere Fall wird ja kaum eintreten, also niemand wird sagen: Ne also 50 € mehr nehme ich jetzt aber nicht an. )
     
  5. #4 Papabär, 15.04.2016
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    Nun, ich bin zwar im WEG nicht ganz so bewandert, aber wenn man das Pferd mal von hinten aufzäumt stellt sich doch die Frage, warum man über Abrechnungen überhaupt separat abstimmen muss, wenn die Entlastung des Verwalters ohnehin alles wegfegen würde.
    Meines Erachtens hat das Eine mit dem Anderen nichts zu tun ... insbesondere, da es sich hier ja nicht einmal um den gleichen Verwalter handelt.

    Auch ist nicht bekannt, ob die Beträge von der Korrektur überhaupt betroffen sind - ich meine es kann ja (theoretisch) auch nur um einen Schreibfehler in der WEG-Bezeichnung handeln. Du hast hierzu keine Angaben gemacht.

    Wenn jemand derzeit eine Nachzahlung leisten muss und sich durch die Korrektur einen geringeren Betrag oder gar eine Gutschrift erhofft, kann er diese Nachzahlung doch "unter Vorbehalt" bezahlen (Ich schätze, dass der Verwalter die Auszahlungen auch u.V. leistet).
     
  6. Andres

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    Die Entlastung kommt nicht dem (teilweisen) Beschluss einer Abrechnung gleich. Es steht also nach wie vor noch die Abrechnung für 2014 aus, in der man auch ganz andere Ergebnisse beschließen könnte. Die Entlastung hat allerdings die Auswirkung, dass die Verwaltung von Schadenersatzpflichten befreit wird, die sich aus Umständen ergeben, die der Gemeinschaft zum Zeitpunkt der Entlastung bekannt waren oder bei einer Prüfung mit der gebotenen Sorgfalt hätten bekannt sein müssen.

    Die hier erfolgten Zahlungen gehören unzweifelhaft in diese Kategorie: Sie sind erkennbar rechtswidrig (ich würde hier sogar über Untreue nachdenken), weil ohne beschlossene Abrechnung erfolgt, und mindestens du weißt das, während es die anderen zumindest leicht wissen können - sie müssen nur die Buchungsposten durchgehen. Die Entlastung ändert zwar nichts daran, dass die Gemeinschaft diese Zahlungen (noch, Verjährung beachten) zurückfordern könnte, allerdings kann z.B. für dabei auftretende Zahlungsausfälle oder auch nur Rechtsstreitigkeiten die Verwaltung nicht mehr in Haftung genommen werden.

    Außerdem sollte man die Verwaltung aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht entlasten, falls sie darauf keinen Anspruch hat (Verwaltervertrag), und selbstverständlich ganz besonders dann nicht, wenn sie schlecht gearbeitet hat - wie hier.
     
  7. #6 BHShuber, 16.04.2016
    Zuletzt bearbeitet: 16.04.2016
    BHShuber

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    Hallo,

    es rät sich an, diese Entlastung nicht zu erteilen, denn ihr würdet falls die Verwaltung nicht richtig gearbeitet oder abgerechnet hat, der Verwaltung Absolution erteilen!

    Zudem, gibt es keine rechtliche Handhabe von Seiten der Hausverwaltung eine Entlastung zu verlangen!

    Das ist wichtig die Hausverwaltung nicht zu entlasten, denn es wären dann, wenn die Entlastung durch die Eigentümer erfolgt eine spätere rechtliche Handhabe gegen die Hausverwaltung ausgeschlossen.

    Gruß
    BHShuber
     
Thema: Entlastung der Verwaltung
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