Entnahme aus der Instandhaltungsrücklage vs. Steuererklärung

Diskutiere Entnahme aus der Instandhaltungsrücklage vs. Steuererklärung im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, bekanntlich können die Hausgeld-Beiträge zur Instandhaltungsrücklage (IHR) nicht steuerlich geltend gemacht werden. Aber die Ausgaben aus...

  1. #1 schnubbidubbi, 19.10.2017
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    Hallo,

    bekanntlich können die Hausgeld-Beiträge zur Instandhaltungsrücklage (IHR) nicht steuerlich geltend gemacht werden.

    Aber die Ausgaben aus der IHR können geltend gemacht werden, und zwar in dem Jahr, in dem sie geflossen sind.

    Ich frage deswegen immer die Hausverwaltung bis 31.5., welcher Betrag im Vorjahr aus der IHR entnommen wurde.

    Das Problem: Das wissen die Herrschaften dann noch gar nicht. Auch mit der Begründung, dass die Entnahme ja erst "wirksam" wird, wenn die Abrechnung beschlossen wird. Und die Eigentümer könnten problemlos später noch beschließen, dass z.B. eine Zahlung doch nicht aus der IHR entnommen worden sein soll, sondern über die laufenden nicht-umlegbaren Betriebskosten abgerechnet wird.

    Soweit, so gut. Was ist aber, wenn dann am Ende beschlossen wird, dass eine IHR-Entnahme vorlag? Dann kann man diesen Betrag steuerlich gar nicht mehr geltend machen, sofern man die Steuererklärung schon abgegeben hat und diese rechtskräftig ist. Oder gibt es doch noch eine Möglichkeit?
     
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  3. Andres

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    Können sie evtl. auch gar nicht. Über die Abrechnung entscheiden letztendlich die Eigentümer.


    Nicht "noch eine", denn das, was du beschreibst, ist keine. Was legst du dem FA denn vor, wenn nach einem Nachweis für diese Entnahmen gefragt wird? Verbindlich geregelt wird das durch den Beschluss der Abrechnung. Die einzige formal korrekte Vorgehensweise ist, eine Fristverlängerung wegen fehlender Unterlagen zu beantragen, was für Wohnungseigentümer ziemlich normal ist und auch unproblematisch gewährt wird. Die Finanzämter können ja sowieso nicht alle Fälle gleichzeitig bearbeiten ...

    Ich habe schon mehrfach gehört, dass manche Finanzämter die Geschichte auch etwas pragmatischer lösen, z.B. das Abflussprinzip teilweise nicht berücksichtigen (d.h. die Entnahme wird zum Abrechnungszeitpunkt angesetzt, nicht zum rückwirkend festgestellten Entnahmezeitpunkt) oder man begnügt sich eben doch mit vorläufigen "Nachweisen" und führt Korrekturen ggf. in Folgejahren durch. Vielleicht kann uns dazu @taxpert noch erleuchten.

    Zusätzlich könnte man mit der Verwaltung und den übrigen Eigentümern mal erörtern, ob man die Abrechnung nicht doch etwas früher beschließen könnte. Das kommt eben darauf an, wann welche Unterlagen vorliegen. Dass die Abrechnung zu Beginn des zweiten Quartals vorliegt und irgendwann Anfang Mai beschlossen wird, ist unter günstigen Umständen schon machbar.
     
  4. #3 schnubbidubbi, 19.10.2017
    schnubbidubbi

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    Das kann ich leider gar nicht (mehr) bestätigen. War früher bei mir auch mal so, aber in letzter Zeit wird bei meinem Finanzamt relativ hart durchgegriffen.

    Keine Frage, das wollen natürlich alle, aber das ist einfach nicht drin. Selbst wenn man die ETV im August oder September ist, bin ich ich schon froh....

    Fazit: Wenn als Frist 31.5. gilt (was ja nur für so arme Schweine wie mich ohne Steuerberater der Fall ist) und die ETV nach diesem Termin stattfindet, kann man eigentlich keine korrekten Angaben über die Anlage V machen?
     
  5. Andres

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    Konkrete Begründung (also welche Unterlagen fehlen, nicht einfach nur "fehlende Unterlagen") und selbst gesetzte neue Frist statt einfach nur "Fristverlängerung" könnten die Stimmung beim FA heben. Ansonsten tun die sich mit Totalverweigerung ja auch keinen Gefallen - die Sache landet dann eben im Einspruchsverfahren und generiert weiteren Papierkram.


    Auch hier würden mich die Sachgründe interessieren. Welche konkreten Umstände hindern die Verwaltung daran, die Abrechnung früher zu erstellen? Es gibt da schon gute Gründe (meistens irgendwelche Versorger, die nicht vor ... abrechnen), aber man sollte dem wenigstens mal auf den Grund gehen. Erstens kann man dann auch gegenüber dem FA mitteilen, was Sache ist. Zweitens kann man so eine fundierte Entscheidung treffen, ob man sich mal nach einer neuen Verwaltung umsehen möchte.
     
  6. #5 schnubbidubbi, 20.10.2017
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    Wir schweifen etwas vom Thema ab, aber trotzdem sage ich gerne etwas dazu:

    Natürlich gibt es keine nachvollziehbaren Sachgründe für eine ETV erst im Herbst oder noch später. Versorger, die erst im August, etc. für das Vorjahr abrechnen, gibt es eigentlich meistens nicht. Und selbst wenn: Dann könnte ein Hausverwalter auch einfach mal selbst den Hauszähler Wasser, Gas oder Strom ablesen und sich die Gesamtkosten selbst anhand des abgeschlossenen Vertrages berechnen. Das ist ja keine Raketenwissenschaft.

    Natürlich ist so eine Schludrigkeit auch ein guter Grund, sich nach einem anderen Hausverwalter umzusehen. Nur leider gibt es dabei zwei Probleme:

    1. Es gibt kaum den perfekten Hausverwalter. Ich habe ihn in 11 WEGs noch nicht gefunden. Irgendwas ist immer.
    2. Die lieben Miteigentümer, die zu 80% Lemminge sind und null Ahnung von der ganzen Sache haben (als ich neulich mal auf einer Eigentümerversammlung den Hausverwalter zur Rede stellte, warum auf dem Hausgeldkonto ein paar Tausend Euro nicht nachvollziehbar verschwunden sind, wurde ich von einer Miteigentümerin angeharrscht, dass ich das doch bitte persönlich mit dem HV klären und jetzt nicht hier die kostbare Zeit aller stehlen solle; eine Minute später wurde - mit einer Gegenstimme - natürlich Entlastung erteilt)

    Scheinbar bin ich auch in den 11 WEGs, mit denen ich zu tun habe, mit über 100 Miteigentümern, der einzige, der zum 31.5. die Entnahmen aus der IHR für seine Steuererklärung wissen will. Auch hier im Forum scheint das - wie man an der regen Teilnahme an diesem Strang sieht - überhaupt kein Thema zu sein.
     
  7. dots

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    Wie passt das zu dem folgenden?
     
  8. #7 schnubbidubbi, 20.10.2017
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    Gut, ich ergänze... "...und dem das Finanzamt dafür keine (nennenswerte) Fristverlängerung gewährt"
     
  9. dots

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    Warum sollte dir das Finanzamt keine entsprechende Fristverlängerung gewähren?

    Und: Hast du dich an diesen Ratschlag gehalten?
     
  10. Andres

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    So spät ist mir das auch noch nicht begegnet, April/Mai aber durchaus schon. Bis zum 31.5. kann die Abrechnung dann kaum beschlossen sein.


    Auch das wäre Pfusch, denn einen Nachweis gäbe es ja auch hier nicht.


    Richtig. Wenn die Verwaltung aber bei Routineaufgaben nicht in die Pötte kommt, darf man trotzdem Alternativen prüfen. Es geht ja nicht nur um die Steuer, denn auch bei den Betriebskosten droht den vermietenden Eigentümern die 12-Monate-Frist.


    Unwahrscheinlich. Selbst wenn das alles Selbstnutzer wären, haben die den 31.5. auch im Kalender stehen, z.B. für haushaltsnahe Dienstleistungen. Wenn du bei etwas der Einzige bist, dann bei der nicht gewährten Fristverlängerung beim FA, daher ja auch meine Hinweise oben, wie man das angehen könnte.
     
  11. #10 schnubbidubbi, 20.10.2017
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    Ich zitiere aus dem Schreiben des Finanzamts:

    "Die Erbringung der erforderlichen Unterlagen obliegt in der Eigenverantwortlichkeit des Steuerpflichtigen. Einen zwingenden Ausnahmefall vermag ich aus Ihrem Antrag nicht zu erkennen. Darüber hinaus erfordern die Veranlagungsarbeiten im Finanzamt.... bla bla"

    Es wurde schon Fristverlängerung gewährt, aber nur bis 30.09. - auch das reicht eben nicht, eigentlich würde nur der 31.12. helfen (und ja, die Situation wurde ausführlich geschildert und nicht nur allgemein "irgendwelche" fehlenden Unterlagen geltend gemacht)
     
  12. dots

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    Im Stil deiner Beiträge hier im Forum?
     
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  14. #12 schnubbidubbi, 20.10.2017
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    Natürlich, genau wie ich hier im Forum schreibe. Also anonym und möglichst patzig.
     
  15. jorgk

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    Vielleicht solltest Du da nach-haken, denn diese Aussage ist offensichtlich und bekannterweise Unfug. Du bist nicht auf Dich gestellt sondern vollkommen abhängig von der Bereitstellung der Unterlagen durch die Verwaltung. Die kannst Du anmahnen, aber mehr 'Action' kann der Finanzbeamte, meiner Meinung nach, nicht verlangen.
     
Thema: Entnahme aus der Instandhaltungsrücklage vs. Steuererklärung
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