Erbengemeinschaft auflösen, wie vertraglich regeln

Diskutiere Erbengemeinschaft auflösen, wie vertraglich regeln im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, ich befinde mich in einer für mich emotional schwierigen Situation und wäre dankbar für sachliche Hilfe: Mein Bruder und ich bilden...

  1. #1 Antilope, 13.02.2015
    Antilope

    Antilope Gast

    Hallo,

    ich befinde mich in einer für mich emotional schwierigen Situation und wäre dankbar für sachliche Hilfe:
    Mein Bruder und ich bilden eine Erbengemeinschaft, vererbt wurde unser beider Elternhaus.

    Da wir aber beide keine Kinder mehr sind, würden wir die Gemeinschaft gerne auflösen, bevor einer von uns verstirbt und dann neue Erbengemeinschaften mit zig Leuten und Hundertsten Anteilen entstehen.

    Finanziellen Nutzen hatte ich aus der Immobilie noch nie und das wäre mir auch künftig nicht wichtig, also sie trägt sich selbst, Mieteinnahmen und Kosten halten sich die Waage, so lange ich da nichts für mich beanspruche.

    Ich hätte also mit einer Überschreibung auf meinen Bruder kein Problem.
    AAAbbbbbeeeerrrrr es würde mir das Herz brechen, wenn er stirbt und seine Frau sich das Haus dann nicht mehr leisten kann, weil sie wiederum meine Nichten auszahlen müsste, und da sind dann 2 dabei, von denen ich annehme, dass sie auf Auszahlung beharren, um das Geld zu verprassen.

    Meine Eltern haben ihr Leben lang hart für ihr Haus gearbeitet und ich möchte zumindestens sicher stellen, dass es nicht leichtsinnig verjubelt wird.

    Hat hier jemand eine Idee, wie es gelingt, dass mein Bruder einerseits jetzt zwar alleiniger Eigentümer wird, so dass er auch Planungssicherheit bzgl. seiner Investitionen hat, ich andererseits aber auch im Notfall die Möglichkeit habe, einzugreifen und nicht irgendwann erfahre, dass das Haus zwangsversteigert wurde oder restlos überschuldet vor sich hin modert, während die Besitzer unerreichbar durch die Welt touren?

    Also wohlgemerkt, ich möchte nicht Erbe meines Bruders werden, es soll schon die Erbfolge eingehalten werden und ich wäre raus.
    Aber irgendeine kleine Klausel, die mir im Notfall ein bißchen Handlungsspielraum einräumt, wäre mir lieb.

    Hat jemand eine Idee, die als Grundlage im Notargespräch dienen kann?
     
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  3. #2 BHShuber, 13.02.2015
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    für ein Notargespräch brauchst du keine Grundlage, die Auflösung bzw. Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft ist legitim und wird von einem Notar in die Wege geleitet, alles andere das ihr hier regeln möchtet wird der Notar dann in entsprechenden Vertrag mit aufnehmen und die Grundbucheinträge entsprechend ändern.

    Anzuraten ist, einen Steuerberater mit ins Boot zu nehmen, denn der Notar kann nur auf eventuelle steuerliche Gegebenheiten hinweisen allerdings hierüber nicht beraten.

    Ich konnte jetzt hier nicht lesen, ob der Bruder für die Übertragung deines Anteils eine Zahlung leistet, bin mir nicht ganz sicher, wenn die Übertragung ohne Geldleistung stattfinden soll, sich das Finanzamt wegen Schenkungssteuer bemerkbar macht?

    Gruß

    BHShuber
     
  4. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

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    Hm, das Haus rechtlich verselbstständigen? Also das es weder dir noch deinem Bruder gehört, sondern einer juristischen Person die wiederum durch dich/deinen Bruder/beide kontrolliert wird. Der Möglichkeiten sind da viele. Eine Stiftung wäre z.B. eine Option. Was da für euch sinnvoll und machbar ist und welche Risiken man ausschließt und welche man sich zusätzlich auflädt und dazugehörige (Berichts-)Pflichten wäre mit einem einschlägig versiertem RA (und möglichst auch Steuerberater) zu klären.
     
  5. #4 Antilope, 13.02.2015
    Antilope

    Antilope Gast

    Danke für die Antworten.

    BHShuber, ich meinte mit Grundlagen einfach nur, dass ich selbst erst einmal weiß, was ich von dem Notar überhaupt will.
    Bzw. ob das, was ich mir so vorstelle, überhaupt machbar ist.
    Duncan hatte da ja schon eine Idee, darüber muss ich mal nachdenken, wäre eine Möglichkeit.
     
  6. Logos

    Logos Erfahrener Benutzer

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    Hi !

    ohne mich rechtlich damit auszukennen möchte ich hier zwei Stichworte ins Spiel bringen, die ich auch sehr interessant finde.

    Gründung eines Familienpools für die Immobilie bzw. einer Familiengesellschaft

    Google einfach danach, es finden sich hierrüber sehr interessante Berichte.

    Ihr könntet dann, wie ich es verstanden habe, eine GmbH gründen und z.B. das Haus zu 99% an den Bruder verteilen. Die restlichen 1% Anteile würden dir dann im Todesfall helfen das Haus doch wieder zurückzubekommen.

    Hat jemand damit Erfahrungen ?
     
  7. #6 BHShuber, 14.02.2015
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    ja und genau das kann dir keiner hier wirklich beantworten aber das kann dir der Notar erklären, vor allem was möglich ist und was nicht.

    Freilich ist so eine Beratung nicht kostenlos, wesentlich mehr kostet euch die Sache wenn man hier herum experimentiert mir irgend einer unhaltbaren Vorstellung, wie GmbH und Familiengesellschaften deren Gründung auch nicht kostenlos ist und ebenso Nachfolger braucht.

    Warum kompliziert wenn es einfach auch geht.

    Man denke da an eine Nießbrauchregelung, du überträgst dem Bruder alle Miteigentumsanteile und lässt dir wie bisher einen Anteil aus den Früchten die die Immobilie erwirtschaftet auszahlen.

    Die Möglichkeiten der Gestaltung sind sehr umfangreich.

    Hier lesen:

    Nießbrauch – Wikipedia

    Eine Möglichkeit die man z. B. mit dem Notar besprechen kann.

    Gruß

    BHShuber
     
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