Erbengeschaft, wem steht was zu, wer zahlt für was?

Diskutiere Erbengeschaft, wem steht was zu, wer zahlt für was? im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo an die Community, ein Nachbar ohne Internet hat uns um Hilfe gebeten, aber die Tragweite können wir auch nicht einschätzen, deshalb wende...

  1. #1 Newbie15, 01.02.2018
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    27.04.2015
    Beiträge:
    640
    Zustimmungen:
    252
    Hallo an die Community,

    ein Nachbar ohne Internet hat uns um Hilfe gebeten, aber die Tragweite können wir auch nicht einschätzen, deshalb wende ich mich an euch:

    Es gibt eine Erbengemeinschaft (3 Personen, M,F,N), denen gemeinsam ein 3-Familienhaus gehört, bzw. ein 2-FH-Vorderhaus und ein Hinterhaus. M und F bewohnen eine der Wohnungen im 2-FH, N vermietet die 2. Wohnung im 2-FH und M+F das Hinterhaus. Das Haus ist nicht in Sinne des WEG aufgeteilt, es sind keine Eigentumswohnungen.

    Wäre es rechtlich relevant, wenn im Testament steht, dass N eine (bestimmte) Wohnung gehören soll und M/F die anderen? Es existiert aber nur ein gemeinsamer Grundbucheintrag über das gesamte Anwesen.

    Da wir gerade dabei sind, z.B. bei Versicherungsverträgen aufzuräumen und alles in korrekte Bahnen zu lenken, kamen auch Fragen auf:

    - die Miete steht dem jeweiligen Vermieter zu, richtig? Könnten die anderen Eigentümer anteilig etwas fordern? Z.B. N 1/3 der Miete, die M/F für ihre vermietete Wohnung erhalten?
    - was passiert bei Schäden/Sanierungen etc? Bisher wurde das "vom jeweiligen Eigentümer" gemacht, aber ist das korrekt? Könnte N von M/F fordern, dass sie sich z.B. an der Badsanierung beteiligen?

    Gibt es eine andere Möglichkeit, hier die jeweiligen Eigentümern vor Ansprüchen der anderen zu schützen, bzw. Klarheit zu schaffen, außer, eine WEG zu gründen mit 3 Sondereigentumseinheiten?

    Danke!
     
  2. Anzeige

  3. GJH27

    GJH27 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    20.03.2013
    Beiträge:
    2.051
    Zustimmungen:
    1.396
    Ort:
    Noris
    Ich würd mich ja nicht als außenstehender "Berater" in fremder Leute Knatsch mit reinziehen lassen! Erwachsenen Menschen ist es durchaus zuzumuten, sich selber zu informieren bzw sich notfalls von nem Anwalt beraten zu lassen. Grad bei so nem verwickelten Problem...
     
    Wohnungskatz gefällt das.
  4. #3 BHShuber, 01.02.2018
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2013
    Beiträge:
    4.289
    Zustimmungen:
    1.885
    Ort:
    München
    Hallo,

    in so einem Fall, unerheblich dessen, was im Grundbuch steht, hier steht wie du schon sagst ein gemeinsamer Eintrag, wird vorerst die Gemeinschaft der Erben als Erbengemeinschaft geführt, jedem gehört alles.

    Nun der nächste Schritt der letzte Wille des Erblassers, dieser Wille muss auseinandergesetzt werden, das mach ein Notar, sodass dann aufgeteilt so wie der Erblasser sich das wünschte die Grundbucheinträge gemacht werden können.

    Getrennt wird dann ferner, Sonder und Gemeinschaftseigentum, das gemeinschaftlich genutze Eigentum kann nicht aufgeteilt werden hier sind die dann Bruchteilsgemeinschaft enstprechend verpflichtet zur Erhaltung.

    Weitere Auskünfte gibt es beim Rechtsanwalt und Notar auch das Nachlassgericht, bzw. der Rechtspfleger klärt hierüber auf.

    Gruß
    BHShuber
     
  5. #4 ehrenwertes Haus, 01.02.2018
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    13.10.2017
    Beiträge:
    4.468
    Zustimmungen:
    2.723
    Ohne Internet, da tippe ich auf forgeschrittenes Alter deines Nachbarn.

    Ich denke ohne gründliche Beratung durch Fachanwalt und Steuerberater kann deine Hilfsbereitschaft nur in die Hose gehen.
    Bei diesem Anliegen gibt es doch viel zu beachten und ich meine die bisherige Handhabung der Wohnungen mag funktioniert haben, bietet aber viel Streitpotential. Eine Umwandlung in Eigentumswohnungen würde vermutlich mehr Klarheit für jeden bringen und Vieles erleichtern.

    Einen absoluten Schutz vor Ansprüchen anderer Eigentümer, kann ich mir nicht vorstellen. Auch bei WEG mit Sondereigentum gibt es Bereiche für die alle zahlen müssen, z.B. Dach oder Fassade. Vielleicht kennt ein findiger Winkeladvokat da aber ein Hintertürchen.

    Ansonsten ist auch mein Tipp, halte dich da besser raus, was persönlichen Rat betrifft.
    Vielleicht im Netz etwas umschauen nach kompetenten Beratern vor Ort, evt. mal Taxi spielen und die 3 machen lassen was sie für richtig halten.
     
  6. #5 Newbie15, 01.02.2018
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    27.04.2015
    Beiträge:
    640
    Zustimmungen:
    252
    Danke für die Antworten!

    Ja, sehr fortgeschrittenes Alter und keine Ahnung vom Vermieten etc.

    Mir geht es auch nur darum, ihm aufzuzeigen, was ihr Gebilde da für alle heißt und er sich beraten lassen soll. Noch gibt es keinen Streit und alles kann im Guten geklärt werden. Das macht alles leichter, deshalb lieber gleich als Abwarten, bis es Stres gibt.
     
  7. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    10.132
    Zustimmungen:
    4.393
    Bei dieser Frage musste ich etwas schmunzeln :), weil die Formulierung - wohl völlig ungewollt - den zentralen Punkt dieses ganzen Sachverhalts wirklich treffend beschreibt: Selbstverständlich ist es rechtlich relevant, was der Erblasser mit seinem Testament erreichen wollte. Nur heißt "rechtlich relevant" eben nicht automatisch "rechtlich bindend". Auch mit einem Testament kann man geltendes Recht nicht aushebeln und selbständiges Eigentum an einer der Wohnungen ist in der aktuellen Gestaltung eben nicht möglich.

    Die Frage ist also, wie man mit einer zulässigen Gestaltung dem Willen des Erblassers (dem ausdrücklichen und ggf. dem mutmaßlichen) am nächsten kommt. Nach eingehender Beratung legt man das in einem Erbauseinandersetzungsvertrag fest.


    Man kann auch in einer Bruchteilsgemeinschaft (die aktuell vorliegen dürfte) oder in einer BGB-Gesellschaft (die man noch errichten könnte) die inneren Verhältnisse nahezu beliebig regeln. Die gesetzlichen Bestimmungen sind weitgehend abdingbar. Mit Blick auf einen späteren Weiterverkauf oder weitere Erbfälle scheint mir die Aufteilung aber nicht gerade die schlechteste Lösung zu sein. Gesellschafts- oder Gemeinschaftsanteile an dieser Liegenschaft dürften nahezu unverkäuflich sein.
     
    sara gefällt das.
  8. sara

    sara Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.03.2013
    Beiträge:
    2.547
    Zustimmungen:
    724
    Ort:
    NRW
    Ich kann mich da denAusführungen von Andres nur anschließen.
    Einen Erbauseinandersetzungsvertrag und diie Aufteilung als WEG. Nicht zu vergessen für das Hintergaus auch ein Wegerecht eintragen zu lassen.
    Denn jetzt kommt die Erbengemeinschaft wie du schreibst noch gut miteinander aus, aber bei weiteren Erbfällen sieht das ganz anders aus.

    Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Einkünfte aus den vermieteten Teilen so wie geschildert steuerlich aufgeteilt werden können.
    Dafür muss eine Erbengemeinschaft jährlich die "gesonderte und einheitliche Festsetzung" für die Steuererklärung machen.
     
    Wohnungskatz gefällt das.
Thema:

Erbengeschaft, wem steht was zu, wer zahlt für was?

Die Seite wird geladen...

Erbengeschaft, wem steht was zu, wer zahlt für was? - Ähnliche Themen

  1. Zählt die Wohndauer auch wenn der Mieter vorher nur Mitbewohner war?

    Zählt die Wohndauer auch wenn der Mieter vorher nur Mitbewohner war?: Guten Tag alle zusammen. Angenommen Frau Gabi und Herr Gabriel beziehen 2010 eine Wohnung. Aber nur Herr Gabirel steht als Mieter im Vertrag....
  2. wer zahlt für unnötig gerufenen Handwerker?

    wer zahlt für unnötig gerufenen Handwerker?: Ein Gewerbemieter meldet einen dauerhaft laufenden Spülkasten. Der Vermieter schickt einen Handwerker. Der Handwerker schickt eine Rechnung mit...
  3. Eigenbedarfskündigung überreichen, wer zählt als Zeuge?

    Eigenbedarfskündigung überreichen, wer zählt als Zeuge?: Hallo, meine Eltern (beide Vermieter) wollen die aktuellen Mieter ihrer Wohnung wegen Eigenbedarf für mich(Sohn) kündigen. Zur Sicherheit werden...
  4. Wohnfläche: Fensternische außen, zählt es zur Fläche des Balkons.

    Wohnfläche: Fensternische außen, zählt es zur Fläche des Balkons.: Hallo, ich habe mal eine Frage zur Fläche des Balkons. Wenn eine Fensternische im Raum tiefer als 13cm ist und in der Wohnfläche berücksichtigt...
  5. Wasserschaden - Nachbar auch betroffen - Wer haftet ?

    Wasserschaden - Nachbar auch betroffen - Wer haftet ?: Hallo zusammen, aktuell sind wir etwas ratlos zu folgendem Sachverhalt. In einer vermieteten Wohnung war die Badewanne undicht (Siphon). Das...
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden