Erfahrung oder Tipps beim Erwerb einer Gewerbeimmobilie

Dieses Thema im Forum "Immobilien - Erwerb/Veräußerung im Inland" wurde erstellt von Jansen.Lars, 27.12.2015.

  1. #1 Jansen.Lars, 27.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    Hallo Freunde,

    ich würde mich freuen, wenn Ihr aus Erfahrung mir einige Tipps vorgeben könnt, wie ich mein Vorhaben am besten bewerkstelligen kann ohne davon einen vorprogrammierten Desaster zu erzeugen.

    Ich selber führe schon seit fast 7 Jahren ein Unternehmen (GmbH). Seit ca. 3 Jahren bin ich in einem Mietvertrag und nutze Produktions- als auch Büroflächen von ca. 500qm.

    Mein RA und der Steuerberater (mit beiden habe ich ein gutes Verhältnis) raten mir zu einem Kauf einer Gewerbeimmobilie für die langfristige Nutzung.

    Nach langen Prüfungen hat mir die Bank die Finanzierung für 900.000EUR zugesagt. Ich müsste der Bank jetzt ein Objekt benennen, wohin anschließend die Bank eigenen Gutachter schicken wird. Ist der Wert der Immobilie real, erhalte ich die Finanzierung. Es wird eine Finanzierungsdauer von 20 Jahren vorgeschlagen.

    Nun zu meinen Fragen

    1. Mein RA rät mir den Kauf der Immobilie auf meine Frau (privat), die anschließend die Immobilie unter anderem auch an meine GmbH vermietet. Die Immobilie wird somit privat geführt. Er sagt, dass ist eine Standardkonstellation.
    Was haltet Ihr davon? Gibt es diesbezüglich Erfahrungen oder eventuell andere Konstellationen?

    2. Es soll/wird eine Immobilie mit ca. 1000 - 1500qm sein. Die Immobilien, die ich als (interessant) vorliegen habe, sind alle ganz oder zum Teil vermietet. Ich würde diese dann mit den Mietern übernehmen. Würde mir dann ein Teil der Fläche für die Eigennutzung nehmen (natürlich unter Beachtung deren Vertragszeigen).
    Ist das in Ordnung eine größere Immobilie zu nehmen die zum Teil vermietet ist, oder ist es besser die Immobilie zu nehmen, die nur für meine Bedürfnisse ausgelegt ist, also ca. 500 - 700qm (rein Eigennutzung)?

    3. Es wird was von 33 oder 50 Jahren Abschreibungsdauer gesagt.
    Bis welchem Alter gilt 33 und ab welchem die 50 Jahre? Ist das immer noch die degressive Abschreibung, wenn das Objekt vor 2000 gebaut wurde?

    4. Meine Bank schlägt mir 2 Finanzierungsarten vor: Annuitätendarlehen und ein in der Art wie Bauspahren, in dem ich die komplette Finanzierungsdauer in ein sogenanntes Topf einzahle und die 20 Jahre den vollen Dahrlen verzinse. Für den zweiten erhalte ich 0,4% besseren Zins, hätte auch vorteile bei der Abschreibung.
    Soll ich von dem zweiten Vorschlag die Finger davon lassen, oder hat jemand andere Erfahrungen damit sammeln können?

    5. Es ist mir bewusst, dass man hier keine Pauschalregelung setzen kann, da die Zinsberechnung individuell ist. Aber eventuell kann einer aus Erfahrung sagen ob das hier real ist oder ob man hier mit der Bank noch etwas verhandeln kann: Ich müsste mein EFH als Bürgschaft vorlegen, was einen sehr guten Wert erbrach (bereits begutachtet von der Bank) und die GmbH wurde auch mit einem Rating (5 von 18) bewertet, keine sonstige Finanzierungen, alles aus Eigenmitteln bei einem Jahresumsatz von ca. 1Mio und einem Aktiva von ca. 0,25Mio. Die Bank will mir 2,9% Zins geben, bei 20 Jahren Finanzierungsdauer.
    Geht da noch was, soll ich mit der Bank verhandeln?

    6. Gibt es eine Möglichkeit/Regelung dass ich im Vertrag mit der Bank festhalten kann, dass ich nach z.B. 5 Jahren mein EFH aus der Bürgschaft wieder herausnehme? Kann ich das bei der Verhandlung ansprechen oder soll ich mir die Zeit gleich sparen?

    7. Wie würdet Ihr persönlich die Verträge zwischen Ihnen und Ihrer Frau (Käufer) gestalten, damit Ihr bei einem WorseCase nicht blanko dastehen bleibt?

    8. Falls Ihr merkt, dass ich etwas wichtiges vergessen haben könnte oder etwas außer Acht lassen kann, so spricht das bitte an, ich werde mich riesig über diese Informationen freuen.

    Bedanke mich bereits jetzt für Eure Hilfe und Verbleibe mit besten Grüßen
    Lars
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.706
    Zustimmungen:
    1.246
    "Die Bank" klingt schonmal nicht so gut. Wenn man solche Beträge in die Hand nimmt, sind Vergleichsangebote Pflicht, und zwar selbst dann, wenn am Ende nur die Erkenntnis steht, dass es dir niemand billiger finanzieren mag.


    Ich mag es nicht, wenn mir jemand etwas als "Standard" verkaufen will. Selbst wenn es Standard sein sollte (was pauschal bezweifelt werden darf) könnte es ja sein, dass meine Anforderungen nicht dem Standard entsprechen. Daher ist die erste Frage bei allen derartigen Modellen immer: Was soll erreicht werden? Das dürfen bitte zuerst die beiden Herren beantworten, die es vorgeschlagen haben.

    Die Antwort wird wahrscheinlich eine Kombination aus Haftungsfragen und steuerlicher Gestaltung sein.


    Neben der Frage, ob man sich das größere Objekt leisten kann, ist das eine Frage, die du eher selbst beantworten musst: Bist du gewillt, die zusätzlichen Risiken einer Vermietung zu tragen?


    Klick mich.


    Was genau ist da 0,4 % besser? Solche Angebote gibt es immer wieder. Manchmal sind sie gut, manchmal nicht. Letztendlich muss man den effektiven Zins berechnen. Auf die Angaben der Bank vertraue ich da etwas weniger ...


    Problem aus Sicht der Bank: Umsatz ist mehr oder weniger gar keine Sicherheit, aktiviertes Inventar keine gute. Als echte Sicherheiten bleiben somit das Eigenheim und natürlich die zu erwerbende Immobilie.

    Abhängig von den Beleihungswerten der beiden Objekte ist dieser Zinssatz irgendwo zwischen einem subtilen "hau ab!" und einem Freundschaftspreis.


    Aushandeln kann man so ziemlich alles und wenn es dir wirklich wichtig ist - warum nicht? Auch ohne die o.g. Beleihungswerte zu kennen, habe ich aber die starke Vermutung, dass dieser Wunsch die Konditionen massiv verschlechtern würde, falls er denn möglich ist.


    Ich kann mich gar nicht entscheiden, welcher Fall denn nun schlechter ist:
    • die Frau mit der Pleite des eigenen Betriebs mit in den Ruin zu treiben,
    • die eigene Firma und die private Existenz ruinieren, weil das Vermietungsmodell aus verschiedensten Gründen nicht aufgeht oder
    • von der Frau im Rachefeldzug nach der Scheidung aus Spass an der Freude den Firmensitz gekündigt bekommen.
    Wie auch immer: Das geht deutlich über meine Kentnisse hinaus.


    Wenn es primär um Haftungsfragen geht, würde ich noch die Möglichkeit einer zweiten Gesellschaft für die Vermietung in Erwägung ziehen. Die private Bürgschaft wird so oder so gefordert werden.
     
    Syker und phoenix11 gefällt das.
  4. #3 Jansen.Lars, 28.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    Guten Morgen Andres,

    einen herzlichen Dank für deine Tipps und die Hilfestellung. Hat mich sehr gefreut so schnell eine Rückmeldung und noch in so einer umfangreichen Form zu erhalten.

    Kommen wir zum eigentlichen Thema.

    Da gebe ich dir vollkommen recht. Ich habe jedoch heute noch ein Gespräch mit einer zweiten Bank und werde mit Sicherheit im Neujahr noch eine weitere Bank kontaktieren.

    In der Tat geht es primär um die Haftung. Mein Steuerberater und RA wollen das Objekt vom Unternehmen explizit fernhalten, sollte es mit dem Unternehmen etwas passieren. Das gleiche soll es ergehen, wenn dem Objekt etwas passiert, dass sich das nicht auf das Unternehmen ausbreitet. Es wurde vorgeschlagen eine Gütertrennung zwischen mir und meiner Frau notariell festzuhalten. Zudem hätte meine Frau dann die Einkünfte aus Vermietung und Verpackung, die geringer besteuert sein würden (da aktuell keine weiteren Einnahmen vorhanden), als wenn ich die Einnahmen auf meine sonstige/aktuelle Einkünfte noch drauf tun würde.

    Ich behandle diese Überlegung wie folgt: Was ist sicherer eine oder mehrere Wohnungen zu vermieten? Viele würden sagen "mehrere", da im Falle eines Ausfalls die anderen Wohnungen die eine unvermietete zum Teil mittragen können. Auch hier sollte die restliche von mir nicht genutzte Fläche an 2-3 weitere Firmen vermietet werden. Übrigens beinhalten die Objekte, die bereits vermietet sind und von mir als interessant betrachtet werden, 2-5 Mieter. Fällt einer Aus, ist trotzdem der größte Teil weiterhin vermietet.

    Leider finde ich keine Konstellation (Privatvermögen & nicht Wohnzwecke) :-)
    Oder wird in diesem Fall das Objekt gleich als Betriebsvermögen gezählt, obwohl es in Privater Hand liegen wird?

    Es wird im Übrigen gesagt, dass man beim Kauf einer Immobilien sich entscheiden soll, ob man das dem Privatvermögen oder dem Betriebsvermögen steuerlich zuordnen soll. Welcher Fall soll hier bevorzugt werden, wenn das Objekt ausschließlich an Gewerbetreibende vermietet wird? Werden auf die Einnahmen auch Gewerbesteuer anschließend auferlegt, wobei es im Privater Hand gehalten wird?

    Dann hätte ich 2,5%. Jedoch müsste ich über die gesamte Laufzeit die 2,5% auf die volle Summe bezahlen, da ich nicht der Bank tilgen würde, sonder in den Versicherungstopf. Im Übrigen habe ich vergessen zu erwähnen, dass bei dem normalen Annuitätendarlehen meine Bank 1% Darlehensprovision noch verlangt. Wurde das nicht längst abgeschafft? Ich meine, das ist doch das gleiche wie die Bearbeitungsgebühr.

    Nach einem "hau ab" sieht es eindeutig nicht aus, aber auch von einem Freundschaftspreis bin ich weit entfernt. Ich versuche trotzdem noch mit der Bank zu verhandeln.
    Das Gleiche gilt auch für die Sondertilgung, die ich unbedingt wünsche, die jedoch von meiner Bank vorerst nicht vorgeschlagen wurde.

    Gibt es noch irgendwelche Besonderheiten, die man mit der Bank aushandeln kann, wie z.B. Zahlungsausfallversicherung, Sonderregelungen oder Vereinbahrungen oder ähnliches, die man in einem Immobiliengeschäft dieser Größe in Erwägung ziehen sollte?

    Mal ehrlich, es ist schwer mit Sicherheit sagen zu können, ob man auch in 10 oder 20 Jahren sich so gut mit der eigenen Frau versteht wie heute. Menschen ändern sich immer. Und ich möchte nur alle Situation im Vorfeld abwiegen, damit ich später nicht bloßgestellt werden, was eigentlich berechtigt ist. Ich wünsche das keinem, aber es kann alles kommen, wie wir es wissen. Und bei einer Gütertrennung ist das Objekt und das Haus in der Hand der Frau, egal wie man es betrachtet. Es sein den, es gibt spezielle Vertragsmöglichkeiten, die ich natürlich gerne erfahren würde. Natürlich bin ich mit 50%/50% Schlichtung einverstanden, jedoch nicht mit 0/100%

    Noch eine weitere Frage zum Grundstückswert. Es wird gesagt, dass der Wert des Grundstücks nicht abgeschrieben werden darf. Dabei wird das Grundstückswert nach einem Bodenrichtwert ermittelt. Dann wird gesagt, dass man im Kaufvertrag den Grundstückswert explizit festhalten kann, was bedeutet, dass der Wert unterhalb des eigentlichen Bodenrichtwertes ja liegen könnte, was mit Abschreibungsvorteile bringen kann. Die Frage ist, wie weit kann man hier gehen, um weiterhin begründet ran zu gehen und um keine unnötigen Fragen seitens FA hervorzurufen?

    Viele herzlichen Grüße
    Lars
     
  5. GSR600

    GSR600
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.10.2011
    Beiträge:
    1.430
    Zustimmungen:
    334
    Ort:
    Stuttgart
    Das mit dem sich mit der Frau nimmer verstehen kann sehr schnell gehen.

    http://forum.1001geschichte.de/

    Und dann ist das ganze schöne Geld im Ausland.
     
  6. #5 Jansen.Lars, 28.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    Ich möchte nur noch einmal darauf hinweisen, dass das nur ein hypothetischer negativer Ereignis ist, der eintreten kann, vor dem ich gewappnet sein möchte. Und solche Fragen wie "hätte ich das damals nur anders geregelt." möchte ich mir später nicht stellen :-) Am besten sichere ich mich und auch sie vorher ab, damit es im Worse-Case fairer gelöst wird.
     
  7. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    19.09.2011
    Beiträge:
    2.814
    Zustimmungen:
    347
    Ort:
    28857 Syke
    Hallo Jansen.Lars,

    Hab grad mal überschlagen, das du rund 299 T€ Zinsen beim Anualitäten zahlst. Beim Endfälligen sind es 450 T€. Was nun besser ist findet der Unternehmer hoffentlich selber raus.

    VGb Syker
     
  8. #7 Investor1337, 28.12.2015
    Investor1337

    Investor1337 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    08.08.2014
    Beiträge:
    15
    Zustimmungen:
    0
    Ich kann Ihnen sicher bei Ihren Fragen weiterhelfen, bei Bedarf kurz Nachricht mit Ihrer Nummer senden und ich melde mich.
     
  9. #8 Jansen.Lars, 28.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    Ja Syker, das sind def. mehr an Zinsen. Die Bank artikuliert das so, dass auf diesen Spartopf jährlich ca. 3% Dividenden anfallen, bei guter wirtschaftlicher Lage sogar 6%, und wenn man von den 3% ausgeht, so hätte ich in 20 Jahren (bei gleichbleibender Zinslage) auch die Finanzierung getilgt. Man vergisst jedoch, dass diese minimalen 3% ebenfalls nicht garantiert sind, sondern rein Erfahrungswert der letzten 10 Jahre ist. Es kann also auch 0% im Endeffekt bedeuten, und dann müsste ich den dif. Betrag, den ich an die Bank abgetreten habe, noch nachzahlen. Die Bank reibt sich natürlich auch die Hänge erzählt jedoch "wir müssen das Geld doch auch für diese Frist beleihen.". Ich persönlich denke jedoch, dass das klassische Annuitätendarlehen die klügere Wahl bei meinem Vorhaben sein wird.
     
  10. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    19.09.2011
    Beiträge:
    2.814
    Zustimmungen:
    347
    Ort:
    28857 Syke
    Ok 3% im Verhältnis zu 2,5% ist natürlich ein attraktives Verhältnis.
    Ich hab ehrlich gesagt nicht so den Überblick, finde die 3% schon ein bisschen optimistisch.
     
  11. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.371
    Zustimmungen:
    1.410
    Ort:
    Mark Brandenburg
    Traue einer Frau nicht weiter als du sie werfen kannst.... Umgekehrt gilt das genauso. Du selbst solltest nicht kaufen, wegen Sicherung und Betriebsaufspaltung (Stichwort für deinen Steuerberater). Da hier schon eine GmbH besteht unterhältst dich mit StB und RA mal über eine GmbH & Co. KG - hier besteht auch die Möglichkeit irgendwann die Kinder (gibts überhaupt welche? - egal) oder andere Personen mit hinein zu holen, schrittweiser Geschäftsübergang. Auch bietet es sich an darin vielleicht weitere Objekte zu verschmelzen. Durchaus besteht auch die Möglichkeit deine Frau daran teilhaben zu lassen, hier sollte man sehr auf die Art und Weise und die Rechtsstellungen achten.
    grundsätzlich ist deine Überlegung richtig. Aber der Kauf eines kleineren Objektes, das du nur alleine nutzt wird wahrscheinlich deine Kreditwürdigkeit weniger strapazieren und wäre wahrscheinlich zu einem größeren Anteil aus Eigenmitteln zu bezahlen, du wärst (schneller) unabhängiger von den Banken.
    ich kenne nur eine einzige Konstellation in der man das sehr sicher kann. Diese dürfte deiner Frau derzeit weniger zusagen.
     
  12. #11 immobiliensammler, 28.12.2015
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    17.09.2015
    Beiträge:
    1.152
    Zustimmungen:
    584
    Ort:
    bei Nürnberg
    Wenn Du hier von Dividenden schreibst dann gehe ich davon aus, dass Dein "Spartopf" ein Aktienfonds ist, d.h. Du tilgst nicht sondern sparst in einem Fonds an, der unterliegt nur der Abgeltungssteuer, während Du die Zinsen für die vermietete Immobilie voll absetzen kannst. Kann sich rechnen, ist eien Frage an den Steuerberater. Problem ist nur, dass die Börsenentwicklung eben nicht garantiert ist, aber das hast Du ja selbst schon erkannt.

    Vor der EStG-Änderung (Steuerfreiheit nach 12 Jahren) war das ein übliches Finanzierungsmodell mit Einbindung einer Lebensversicherung, Du konntest die Zinsen absetzen und die Erträge aus der Versicherung war dann sogar komplett steuerfrei. Das geht aber seit der Gesetzesänderung nicht mehr, andererseits sind viele auf die Schnauze gefallen wenn sie die Überschussbeteiligung für die Tilgung eingeplant hatten und diese dann - z.B. wegen der Finanzkrise oder der Niedrigzinspolitik - nun erheblich niedriger ausfällt als vorausberechnet.

    Ist riskant, sollte man sich genau überlegen. Es profitiert in erster Linie die Bank/der Vermittler. Einerseits die vollen Zinsen, andererseits noch eine schöne Abschlussgebühr für die Versicherung bzw. den Fonds. - Gleiches gilt übrigens auch für die berühmte Variante Darlehen und Ablösung durch einen noch anzusparenden Bausparvertrag - auch das rechnet sich aktuell nicht.

    Stefan
     
    phoenix11 gefällt das.
  13. #12 Jansen.Lars, 28.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    Duncan, deine Antworten sind Spitze, wobei eventuell etwas Frauenfeindlich, aber ehrlich :-) Schon von mehreren konnte ich hören, die natürlich dieses Vertrauensbruch mit der Frau durchlebten und alles verlieren mussten, dass sie der Frau nur das Schlimmste wünschen. Wobei man nie vergessen darf, dass eine Medaille immer zwei Seiten hat.

    Habe gerade heute mit meinem Steuerberater diesbezüglich gesprochen (Kauf auf mich inkl Betriebsaufspaltung). Hier gibt es jedoch zwei Steuernachteile, laut Steuerberater. Grundsätzlich werden hier Betriebseinnahmen gemacht, was auch mit einem Gewerbesteuer zu versteuern sind und des Weiteren, was weniger erfreulicher ist, sollte ich später das Objekt wieder veräußern wollen, so entsteht ein Gewinn, der ebenfalls versteuerbar sein wird. Dafür habe ich jedoch kein Risiko mit der Frau, bzw. weniger.

    Stimme ich Dir in allen Punkten zu. Jedoch bin ich ebenfalls von vielen Faktoren in dieser globalen Welt von anderen Abhängig. Wird sich ein Zahnrad aufhören zu drehen, so droht auch mir ein Aus. Hier müsste ich mich dann um Nachmieter bemühen, was in heutiger Zeit z.B. nicht besonders einfach ist. Und wenn schon Bestandsmieter vorhanden sind und die Geschäfte laufen, braucht man sich nur um Teilflächen und Teileinnahmen zu Sorgen.

    Das Problem ist jedoch, dass mein ganzes Kapital im Moment in der Firma sitzt. Ich könnte natürlich schnell Flüssiges beziehen, jedoch müsste ich dann meine Firma zurückfahren, was nicht besonders klug wäre. Mit diesen Mitteln könnte ich dann das Objekt auch auf eine andere Person erwerben. Diese Möglichkeit ist mir jedoch im Moment nicht gegeben. Und wenn ich meine Firma runterfahre, wird die Bank sich auch sorgen machen.
     
  14. #13 Jansen.Lars, 28.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    Ich sag nur Garan*Ren*e Vario der Prov*nzial.
    Nach dem heutigen Gespräch sprach sich mein Steuerberater auch dagegen, da wenig Sicherheit für mich. Man müsste nur bedenken, dass ich eine Zinsbindung nur für 10 Jahre bekämme, die ich an die Bank zahlen müsste. Wenn meine Finanzierung und somit der Sparprozess 20 Jahre laufen, kann nach 10 Jahren eine Umfanzierung bzw. Zinsanpassung mir die Luft aus den Segeln nehmen.

    Wie ist es, ist eine "Darlehenprovision" nach so vielen Rechtssprechungen in Bezug auf Bearbeitungsgebühren immer noch zulässig?
     
  15. #14 immobiliensammler, 28.12.2015
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    17.09.2015
    Beiträge:
    1.152
    Zustimmungen:
    584
    Ort:
    bei Nürnberg

    Also auch noch ein fondsgebunderer Versicherungsvertrag - wen willst Du bei Deinem Kredit noch alles mitverdienen lassen (Du könntest z.B. nebenbei auch noch einen Bausparvertrag für die Finanzierungslücke abschliessen, dann kriegt der Vermittler da auch noch Provision) <g>

    Bearbeitungsgebühr bei Immobiliendarlen ist m.W. strittig und durch den BGH noch nicht endgültig entschieden, aber ohne Gewähr

    Stefan
     
    phoenix11 gefällt das.
  16. #15 Jansen.Lars, 28.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    Deswegen wird beim nächsten Gespräch zwischen mir und der Bank diese Konstellation gar nicht mehr angesprochen. Aber interessant zu sehen, dass die Banken es immer wieder versuchen solche Verträge an den Mann zu bringen :-)

    Wie ist Eure Erfahrung bei den Zinsen? Wenn eine Bank ein Angebot unterbreitet und die Finanzierungsbereitschaft zeigt, sind das dann die endgültigen Zinssätze oder ist da immer noch was drin? Wenn das Zweite, wie soll ich am geschicktesten beim nächsten Gespräch mit meinem Sachbearbeiter der Bank vorgehen um über den Zinssatz zu falschen?
     
  17. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.371
    Zustimmungen:
    1.410
    Ort:
    Mark Brandenburg
    Einer meiner Lieblingskünstler.
    Steuern zahlen ist nichts ehrenrühriges. Hier muss man abwägen. Im Falle eines Falles sind die Steuern ein Schnäppchen. Und du verkaufst auch nicht das Grundstück, sondern Anteile an der Firma die das Grundstück hält....
    hier muss man die Situation vor Ort kennen und abwägen, das sieht im Stuttgarter Dunstkreis anders aus als an den Ufern der Ucker...
    Wie gesagt ich teile deine Gedanken, habe aber auch die möglichen Nachteile im Blick. Hier bleibt nur die Abwägung nach der persönlichen Situation. Auch Vermieten ist kein Selbstläufer sondern Arbeit.
    Verständlich, auch hier wird man entsprechend abwägen müssen. Du kennst deine Zahlen (wehe dir wenn nicht!) ich kann da nur ganz allgemein Ideen ansprechen.
     
  18. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    06.02.2014
    Beiträge:
    4.317
    Zustimmungen:
    731
    Diese Konstellation kennt (fast) jeder Mann. Wenn seine Frau keinen Brotneid kennt.....:kuss
     
  19. #18 Jansen.Lars, 28.12.2015
    Jansen.Lars

    Jansen.Lars Benutzer

    Dabei seit:
    27.12.2015
    Beiträge:
    32
    Zustimmungen:
    1
    :-) In Bezug auf Brotneid kann ich bei meiner Frau getrost beruhigt sein. "Noch" ist ihr das Egal. Hauptsache unser Kühlschrank ist voll, das Auto ist getankt und sie kann zwei Mal im Monat shoppen gehen. Aber wie man es kennt, kommen mit dem Alter auch mal andere Vorlieben zum Vorschein.

    Kommen wir jedoch zum eigentlichen Thema. Als Erstes möchte ich mich für die zahlreiche Antworten und die große Aktivität an meinem Fall bei Euch bedanken. Nicht in jedem Forum ist so etwas gegeben.
    :huepfend013:Danke Danke Danke

    Welche Banken sind für solche Kredite am besten geeignet? Das aktuell vorliegende Angebot ist von der nahelegenden Sparka*se. Ich wollte noch nächste Woche zu einem Volk*bank gehen und ein Angebot bei der Ha*pa einholen. Com*erzbank, wo ich im Moment Kunde bin, werde ich gleich ausschließen, hatte schlechte Erfahrungen schon bei einer früheren Fahrzeugfinanzierung, wo es um 1/20 der heutigen Kreditsumme geht. So ein Theater ....

    Was haltet Ihr eventuell von neutralen Investoren, stillen Beteiligten oder andere Beteiligungsarten? Oder geht man hier lieber konservativ vor, eine Bank und gut?
     
  20. #19 immobiliensammler, 28.12.2015
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    17.09.2015
    Beiträge:
    1.152
    Zustimmungen:
    584
    Ort:
    bei Nürnberg
    Am ehesten natürlich die Hausbank, die Dich bzw. Dein Unternehmen sowieso schon kennt. Mit denen mit dem roten Logo habe ich auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, aber das ist meine subjektive Einschätzung. Bei einem größeren Objekt wie Deinen könnte es sich anbieten, mit einem Kreditvermittler Kontakt aufzunehmen, aber nicht unbedingt mit einem kleinen vor Ort sondern mit einem der großen also z.B. (Reihenfolge willkürlich ohne Wertung) Interh**, Dr. Kle**, Creditw**

    Du must natürlich beachten, dass diese auch provisionsorientiert arbeiten, also eventuell auch eine Tilgung über LV, BSV etc. anbieten wollen, daraus musst Du dann selbst Deine Schlüsse ziehen, als unternehmerisch erfahrener Mensch solltest Du ein solches Angebot aber wohl bewerten können.

    Bei der reinen Kreditvermittlung sind die Provisionen der einzelnen Banken ähnlich, also für xxx lohnt es sich eigentlich nicht, Dir eine Finanzierung zu 2 % zu verkaufen wenn eine andere Bank diese zu 1,5 % anbietet.

    Mit den letztgenannten Möglichkeiten habe ich keine Erfahrung, würde aber eher die Finger davon lassen.

    Stefan
     
  21. #20 Akkarin, 29.12.2015
    Akkarin

    Akkarin Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.11.2013
    Beiträge:
    1.325
    Zustimmungen:
    581
    Ort:
    Frankfurt
    Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Das Risiko, dass aus deiner Frau, deine Exfrau wird ist schlicht zu groß. Beruflich und privat bitte trennen.
    Die persönlich grandioseste Erfahrung die ich zu dem Thema kenne: Mittelständler. GmbH. Technischer Geschäftsführer (und Eigentümer) interessiert sich mehr für seine hübsche Sekretärin als für seine Frau. Vor der Scheidung verschiebt er alles auf seine Sekretärin. Die gehörnte Exfrau geht leer aus. Er arbeitet nun als Angestellter der Firma seiner neuen Frau unterhalb der Pfändungsgrenze. Paar Jahre später stellt die Firma erst eine noch hübschere Praktikantin ein und dann Insolvenzantrag.
    a) kommt drauf an was du produzierst und was die anderen Mieter so treiben? passt das zusammen? Nicht dass du vegane Biokosmetik herstellst und dein Mieter heißt BASF?
    b) Guck mal was du hier im Forum findest, wenn jemand eine Frage zu Gewerbemietverträgen stellt.. Hilfe im Gewerbemietrecht gibt es wenig und wenn teuer.
    Ich würde daher in deinem Fall zu eigenes Grundstück ohne Mieter tendieren.
    Kommt drauf an. Es gibt Bausparvorausvarianten, bei denen die Darlehnszinsen 1 % betragen. Das kann (für Teilbeträge) Sinn machen.
    Hauptbaustein würde ich das Annuitätendarlehen nehmen. Alternativ frag mal nach 3 Monats rollover Kredit gegen 10 Jahres Euribor Swap
    Achne ist ja keine Bank.
    Zu Versicherungsdarlehnen ( ich meine endfällige ohne Tilgung gegen Besparen einer Versicherung) hat Stefan das wichtigste schon geschrieben.
    Die garantierte Ablaufleistung reicht meist nicht für die Tilgung, sondern hier wird die "prognostizierte" Ablaufleistung angesetzt. die früher schon regelmäßig verfehlt wurde. Bei den aktuellen Zinsen wird das nicht besser. Aber frag deinen Berater doch mal:
    Hey, die angegebene Ablaufleistung ist doch nur eine Prognose der Provinzial, oder? Guck mal hier, wenn ich bei maxblue den DWS Top Dividende als Sparplan abschließe zahle ich keinen Ausgabeaufschlag, keine Abschlussprovison und die DWS rechnet mit 8 % Rendite. Muss doch auch als Sicherheit okay sein, oder? Die 20 Jahres Vorhersage der DWS als renommierte Fondsgesellschaft kann doch nicht schlechter sein, als die
    20 Jahres Vorhersage der Provinzial. " ich weiß auch nicht warum, aber wird "nein" sagen.
    Ja man kann immer mit der Bank verhandeln. Klappt meistens ganz gut.
    Ja gibts gratis dazu. Nennt sich Übersicherung. Sobald der Beleihungswert der Sicherheiten 150(? ich hab nicht nachgeguckt)% des Darlehnsaldo übersteigt, hast du Anspruch auf Sicherheitenfreigabe.
    Selbst kaufen. Rückauflassungsrecht bei z.b. Scheidung eintragen, an Frau verkaufen. Ach man 5 € Steuern gespart 2x Grunderwerbststeuer gezahlt.
    den Vorschlag mit der GmbH & co. KG fand ich ganz gut.
    Frag mal Deutsche Bank und Ing Diba. Alleine schon, dass du mit Konkurrenzangeboten zu deiner Sparkasse zurück kannst.

    Und wichtigste Frage, da das alles nicht deine Idee war: Was willst du denn?
     
    Nanne gefällt das.
Thema: Erfahrung oder Tipps beim Erwerb einer Gewerbeimmobilie
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. kfw modernisierungskredit geld übrig

    ,
  2. finnazierungsdauer gewerbeimmobilie

Die Seite wird geladen...

Erfahrung oder Tipps beim Erwerb einer Gewerbeimmobilie - Ähnliche Themen

  1. Wer hat Erfahrung mit Alu Haustüren?

    Wer hat Erfahrung mit Alu Haustüren?: Hallo Leute, Ich möchte mir eine neue Haustür kaufen und meine erste Wahl ist momentan die Aluminium Haustür, obwohl ich persönlich noch keine...
  2. Mieter hat beim Auszug Tür demoliert. Versicherung zahlt nur anteilig

    Mieter hat beim Auszug Tür demoliert. Versicherung zahlt nur anteilig: Hallo, ein Mieter hat beim Auszug eine Wohnungeingangstüre demoliert. Musste ersetzt werden. Seine Versicherung zahlt diese Türe nur anteilig....
  3. Wie wichtig ist Luftzirkulation beim Heizen?

    Wie wichtig ist Luftzirkulation beim Heizen?: Hallo, meine Mieterin teilt mir mit, dass im Wohnzimmer die von ihr gewünschte Temperatur (21-23°C) im Winter nicht erreicht wird. Wir besitzen...
  4. Suche Gewerbeimmobilie

    Suche Gewerbeimmobilie: Hallo, unsere Firma ACT Motor GmbH sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Gewerbeimmobilie/Lager in Bremen. Die Größe der Gewerbeimmobile...