Erfassungsgerät (Heizkostenverteilung) defekt, was tun?

Dieses Thema im Forum "Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan" wurde erstellt von Meikel64, 04.06.2014.

  1. #1 Meikel64, 04.06.2014
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    Vor kurzem bekamen wir die Wohngeldabrechnung für unsere vermietete Eigentumswohnung, mit der Aufforderung zu einer nicht unerheblichen Nachzahlung. Ich habe umgehend den Verwalter telefonisch informiert, dass mir bei der Heizkostenabrechnung ein ungewöhnlich hoher Verbrauchswert bei einem Heizkörper (im Vergleich zu den Vorjahren 4 bis 5 mal mehr) aufgefallen ist und ich um Klärung beim Ableseunternehmen bitte. Die Eigentümerversammlung rückte näher und ich erhielt keine Antwort, also ein Einschreiben an den Verwalter mit Bitte um Klärung des Sachverhaltes. Es folgte ein Anruf des Verwalters kurz vor der Eigentümerversammlung, dass das Ableseunternehmen eine Prüfung des Gerätes durchführen würde und sofern das Gerät i.O. sei die Prüfkosten von uns zu übernehmen seien, sei das Gerät defekt erfolge eine Schätzung des Verbrauches durch Mittelwertbildung des Verbrauches des gesamten Hauses (9 WE) mit anschließender gleichmäßiger Verteilung auf alle Wohneinheiten. O-.Ton Verwalter: Ich würde an Ihrer Stelle keinen Aufstand machen, bei einer Schätzung zahlen sie deutlich mehr als jetzt.
    Schriftlich habe ich nichts erhalten. Mittlerweile hat die Eigentümerversammlung stattgefunden und es wurde mit Mehrheit, trotz meines Widerstandes, die Anerkennung der Wohngeldabrechnung 2013 beschlossen. Im Protokoll soll aufgenommen werden, dass das fragliche Meßgerät geprüft werden soll. Nun meine Frage:
    Wurde nicht mit dem Beschluss quasi festgelegt, dass die Nachforderung zu zahlen ist? Habe ich überhaupt noch die Möglichkeit die Heizkostenabrechnung anzufechten? Und ist es üblich dass die Ablesefirma bei Streitigkeiten die Geräte selber prüft? ...und das Gerät ist defekt, auf nachfrage beim Mieter habe ich die Antwort erhalten, dass der aktuelle Ablesewert 0 ist und das obwohl die letzte Ablesung am 31.12.2013 erfolgte und er seit dem auch schon geheizt hat (mir genügt das als Nachweis eines Defektes).
     
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  3. Andres

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    Ja.

    Das hängt davon ab, wann die Versammlung war. Anfechten kannst du den Beschluss innerhalb eines Monats ab Beschlussfassung.


    Das kommt auf die Art der Vereinbarung mit der Firma an. Wenn die Geräte z.B. gemietet sind, wäre das ganz normal: Man teilt der Firma mit, dass ein Gerät defekt ist. Die Firma kommt, prüft das und tauscht das Gerät ggf. aus.

    Wenn man Gewährleistungen in Anspruch nehmen will, wäre das auch der übliche Weg.


    Dokumentieren.
     
  4. #3 Meikel64, 06.06.2014
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    Ok, ich zahle also jetzt die Nachforderung. Spätestens wenn ich die Heizkostenabrechnung an meinen Mieter weitergebe sehe ich ein Problem. Er wird sich wohl sträuben die Abrechnung anzuerkennen. Bleibe ich dann auf den Kosten sitzen?
     
  5. Andres

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    D.h. du kannst den Beschluss nicht mehr anfechten?


    Soweit die Abrechnung fehlerhaft ist, ja.
     
  6. #5 Meikel64, 06.06.2014
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    Ich habe gerade folgendes Szenario vor Augen:
    Ich muss die (aus meiner Sicht fehlerhafte) Abrechnung 2013 tragen. Bekanntermassen ist ja der Zähler defekt, folglich muss ja vermutlich für das laufende Jahr der Verbrauch geschätzt werden. Ich vermute jetzt einfach mal, dass der Vorjahresverbrauch dazu als Grundlage dient...
    Kann ich eigentlich irgendwie den Verwalter haftbar machen, weil der (aus meiner Sicht) nicht rechtzeitig (vor der Beschlussfassung) zur Klärung beigetragen hat, obwohl ich ihn umgehend nach Erhalt der Heizkostenabrechnung (die gut eineinhalb Monate bei ihm lag) über meine Zweifel informiert habe?
    ...und eigentlich habe ich noch Zeit für eine Anfechtung, aber unser Verwalter lässt sich gerne Zeit mit der Protokoller- und -zustellung, so dass ich bezweifle rechtzeitig ein Schriftstück in der Hand zu halten.
    ...und noch etwas finde ich seltsam, kann es wirklich sein, dass bei einem Gebäude mit 9 ähnlich großen WE die Bewohner einer WE ein Viertel des Gesamtverbrauches haben? Das betrifft nicht unsere Mieter, aber irgendwie macht sich da bei mir Skepsis gegenüber dem Abrechnungssystem breit.
     
  7. Andres

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    Das ist eine von vier zulässigen Möglichkeiten, § 9a Abs. 1HeizkostenV.


    Vielleicht. Schlecht ist schon einmal, dass alles telefonisch geregelt wurde, was die Nachweisbarkeit enorm erschwert. Das ist aber eine andere Baustelle und andere Dinge sind aufgrund laufender Fristen aktuell dringender.


    Kein Problem. Die Frist für die Anfechtung läuft aber trotzdem. Für die Begründung hast du einen weiteren Monat Zeit. Außerdem wird dir die Abrechnung, die letztendlich beschlossen wurde, wohl sowieso vorliegen.


    Warum sollte das nicht möglich sein? Kritisch wird es erst, wenn jede der 9 WE ein Viertel des Gesamtverbrauchs ausmacht. :smile013:
     
  8. #7 PHinske, 07.06.2014
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    Meikel64,

    wenn der Verwalter mit dem Protokoll so langsam ist, hast du eine weitere Möglichkeit:
    Den Verwalter in seinem Büro aufsuchen und Einsicht in die Beschlusssammlung nehmen!

    Geregelt ist das in § 24 Abs. 7 WEG und der Verwalter ist verpflichtet, die neuen Beschlüsse innerhalb von wenigen Tagen dort einzutragen.

    Erwischst du ihn dabei, dass er diese Pflicht nicht erfüllt hat, könnte das allein schon ein Grund sein, den Verwalter aus seinem Amt abzuberufen.

    Da du weißt, dass die Abrechnung mehrheitlich genehmigt wurde, reicht diese Information prinzipiell schon für die Abfassung einer Klageschrift aus; das noch fehlende Protokoll ist also nicht wirklich ein Problem.
    ---------
    Bei deinen Überlegungen zur Anfechtung solltest du dir zunächst über den Unterschiedsbetrag klar werden, den du evtl. verlierst, wenn du bei der Mieterabrechnung nicht die gesamte Heizkostenabrechnung durchsetzen kannst.

    Denn das Anfechtungsverfahren läuft unter der Überschrift "Meikel64 gegen alle anderen Eigentümer".

    Dabei kommen locker Prozesskosten im vierstelligen Bereich zusammen.
    Gewinnst du die Klage, müssen die anderen Eigentümer die Gerichtskosten, deine Kosten (wohl mit Anwalt?) und ihre eigenen Kosten (meistens wird ein Anwalt durch den Verwalter beauftragt).
    Verlierst du die Klage, liegen alle diese Kosten bei dir.

    MfG PHinske
     
  9. #8 Meikel64, 07.06.2014
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    Was mich wundert:
    Warum mMuss die Firma, die die Heizkostenverteiler installiert hat nicht die Abrechnung korrigieren wenn festgestellt wird dass ein Zähler defekt war?
     
  10. Andres

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    Wer sagt denn, dass sie das nicht muss? Und was hat das mit deinem Problem zu tun?
     
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