Ermittlung der Kosten der Warmwasserbereitung durch Wärmezähler

Diskutiere Ermittlung der Kosten der Warmwasserbereitung durch Wärmezähler im Heizung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo zusammen, ich habe eine vermietete Wohnung gekauft und lese mich nun etwas in die Abrechnungsunterlagen ein, um mal nachvollziehen zu...

  1. #1 Schnulli, 05.02.2020
    Zuletzt bearbeitet: 05.02.2020
    Schnulli

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    Hallo zusammen,

    ich habe eine vermietete Wohnung gekauft und lese mich nun etwas in die Abrechnungsunterlagen ein, um mal nachvollziehen zu können, was bei der nächsten Nebenkostenabrechnung auf mich so zukommt.

    Eine Frage hierbei konnte ich für mich bisher noch nicht zufriedenstellend klären: Es geht um die Ermittlung der Warmwasserkosten über einen Wärmemengenzähler. §9 HKVO sagt ja "Die auf die zentrale Warmwasserversorgungsanlage entfallende Wärmemenge (Q) ist ab dem 31. Dezember 2013 mit einem Wärmezähler zu messen."
    Somit ist die Wärmemenge dafür eindeutig definiert, so weit so einfach.

    Nun bin ich über die Heizkostenabrechnung des Dienstleisters gestolpert, der trotz Messung mit Wärmemengenzähler trotzdem noch die Korrekturfaktoren bezüglich Brennwert usw.. gem. den in der Verordnung genannten Formeln auf den gemessenen Wert anwendet.

    Meiner Meinung nach ist dies aber nur möglich, wenn ich auch die Formeln verwende - denn so liest sich für mich der Text des §9 (2) "Die nach den Gleichungen in Satz 2 oder 4 bestimmte Wärmemenge (Q) ist 1. bei brennwertbezogener Abrechnung von Erdgas mit 1,11 zu multiplizieren und 2. bei eigenständiger gewerblicher Wärmelieferung durch 1,15 zu dividieren."
    Eigentlich ne klare Ansage bezüglich der Gleichungen und somit wäre meiner Meinung nach eine Anwendung der Faktoren auf gemessene Werte nicht zulässig (sinnvoll oder nicht sei mal dahin gestellt).... so dachte ich zumindest.

    Gestützt wird meine Annahme hiervon
    www. strunz-alter.de/content/abtrennung-der-warmwasserkosten-bei-verbundenen-anlagen

    widerlegt wird sie allerdings hiervon
    www. hlh.de/content/download/116161/1550989/version/1/file/Sachgerechte%20Warmwasserkostentrennung%20bei%20der%20Heizkostenabrechnung.pdf

    Was ist nun richtig? Ich vermute, es gibt noch keine rechtliche Klarstellung? Und an den Gesamtkosten ändert es ja erstmal auch nichts. Allenfalls käme es zu Abrechnungsdifferenzen aufgrund der unterschiedlichen Verbräuche.

    Wie handhabt ihr das denn in der Praxis und hat sich schon mal irgendwer diesbezüglich beschwert? Wahrscheinlich nicht...?

    Gruß
    Thomas
     
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    Die Aussage des feinen Herrn Professors ist falsch und du hast den Grund bereits genannt:
    Die Ermittlung von Q durch WMZ steht in Satz 1, also sind diese Faktoren nicht anzuwenden. Das entspricht auch der Praxis.

    Das ist technisch nicht besonders sinnvoll (aus genau den im Artikel genannten Gründen: Es ist ein Vergleich von Äpfeln und Birnen), aber so steht es explizit in der Verordnung. Er schreibt das auch am Ende des ersten Absatzes, wenn auch in Worten, die vermutlich nur ein Jurist versteht ("systematische Auslegung"). Nun mag es Situationen geben, in denen man so vorgehen kann, und es ist immer verlockend, dem Verordnungsgeber jeglichen technischen Sachverstand abzusprechen, aber man kann deshalb doch nicht einfach die Verordnung ignorieren. Das hat nichts mit systematischer Auslegung zu tun, eher mit der Hybris einiger Technokraten.

    Grundannahme der systematischen Auslegung ist übrigens das Konzept der "Widerspruchsfreien Rechtsordnung" und schon da gehen die Probleme los: Die Berechnungsweise der HeizkostenV ist nicht widersprüchlich. Sie ist vielleicht nicht der Gipfel technischen Sachverstands, aber man kann so rechnen. Auch der Herr Professor muss das eingestehen, wenn auch nur in Klammern.

    Ich mag solche "Experten" nicht. Sie machen alles nur schlimmer. Die HeizkostenV ist in dieser Frage eindeutig formuliert. Es gibt vielleicht Gründe, die Verordnung zu ändern, aber es gibt keinen Grund, das Recht zu ignorieren.
     
  4. #3 Schnulli, 05.02.2020
    Zuletzt bearbeitet: 05.02.2020
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    Ja, Danke für die Antwort. Zumindest bestätigst du auch meine Meinung, dennoch will ich nun als "Neuer" in der WEG nicht gleich den Dienstleister angehen, weil die Abrechnung meiner Meinung nach nicht den Vorgaben in der Heizkostenverordnung entspricht. Ich selbst reiche die Kosten ja auch nur an den Mieter weiter - insofern habe ich damit erst mal wenig Bauchschmerzen, mache mir aber mal nen Kreuz an der Stelle. Mal schauen, was die Hausverwaltung dazu sagt.

    Hab zwischenzeitlich mal die Forensuche bemüht und bin hierüber gestolpert
    https://www.vermieter-forum.com/thr...warmwassererwaermung-korrekt-berechnet.24045/
    Da rechnen unterschiedliche Dienstleister unterschiedlich ab (trotz Ablesung am Wärmemengenzähler) und alles scheint aber OK zu sein...?
     
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    Schön dass sich meine Auffassung in 11 Monaten auch mal ein bisschen ändern kann - aber nicht komplett. ;)

    Da ich nun die Begründung eines "Experten" gelesen habe, halte ich diese Position für weniger richtig, als ich das noch vor knapp einem Jahr getan habe. So kann man einfach nicht seriös argumentieren. So sinnvoll es sein mag, Brennwert, Heizwert und Ablesewerte nicht zu vermischen, so eindeutig ist die Wortwahl der HeizkostenV: Korrekturfaktoren nur für berechnetes Q! Das kann auch der VDI nicht einfach "wegempfehlen".
     
  6. #5 Schnulli, 05.02.2020
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    Da war jetzt nicht auf geänderte Meinungen bezogen (hab das Altthema ja erst später gefunden) sondern auf die Tatsache dass die Abrechner ja munter alle Varianten verwenden

    Mir ist die Argumentationskette in dem o.g. Link des Anwalts auch lieber.... nur... wie sag ich meinem Kinde (bzw. dem Abrechner)? oder lasse ich’s einfach weiter laufen und tu mal so als weiß ich nix, bis der Mieter es mal prüft/wissen will?
     
  7. Andres

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    So würde ich es machen - trotz allem bisher geschriebenen.
     
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