Erst 50Euro dann 99Euro Mieterhöhung

Diskutiere Erst 50Euro dann 99Euro Mieterhöhung im Mieterhöhung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, Im Juli kündigte unser Vermieter eine Mieterhöhung auf November von 50Euro an. Alles ok,nur hatte er keine Begründung geschrieben. Als er...

  1. frae

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    Hallo,
    Im Juli kündigte unser Vermieter eine Mieterhöhung auf November von 50Euro an. Alles ok,nur hatte er keine Begründung geschrieben. Als er im August bei und war machten wir ihn darauf aufmerksam das eine Begründung fehlt.
    Im Oktober schickte er uns dann ein neues Schreiben,wieder ohne Begründung,aber diesmal dass er dann 3 Jahre die Miete nicht erhöht und das er dann 3 Jahre nix an der Wohnung verändern wird.
    Wir haben dann selbst ein neues Schreiben aufgesetzt indem alles ordentlich formuliert war und um Unterschrift gebeten- per Einschreiben Ende Oktober. Es kam keine Antwort.
    Heute erhielten wir Post vom Anwalt mit 99Euro mehr Mieterhöhung und nur das er aller 15Monate dazu berechtigt wäre.
    Die 99Euro wären genau die 20% die er dürfte.
    Frage: eigentlich lief ja schon eine Vereinbarung zwecks Mieterhöhung um 50Euro und Zusicherung schriftlich das er dann 3 Jahre nicht mehr erhöht. Wir haben die Mieterhöhung weder schriftlich noch mündlich abgelehnt sondern um eine ordentliche Begründung gebeten.
    Der Vermieter behauptet jetzt gegenüber seinem Anwalt wir hätten abgelehnt, deswegen hat er ihn eingeschaltet,vorhandene Schreiben und WhatsApp Nachrichten zeigen aber das es um die Formulierung ging!
    Was nun?
    Müssen wir jetzt wirklich 99Euro mehr bezahlen? Als Vergleichsmieten wurden alles Wohnungen mit Balkon angegeben,wir haben keinen sondern Gartenanteil. Ausserdem wurde angegeben das wir komplette Wohnung mit Schallschutzfenster hätten- Abstellraum und Toilette sind aber totale alte Dachluckenfenster.
    Wir suchen schon lange eine neue Wohnung, aber 4 Zimmer ist bei uns kaum zu finden,also auch keine Lösung mit Widersprechen und Ausziehen.
    Wer kann helfen? Welche Mieterhöhung zählt nun?
     
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  3. Andres

    Andres
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    Ich sehe nicht, wo und wie hier eine Vereinbarung entstanden sein soll. Der Vermieter hat etwas vorgeschlagen:

    ... und ihr habt das nicht angenommen. Dann hat er noch einmal etwas vorgeschlagen:

    ... und ihr habt das wieder nicht angenommen. Stattdessen habt ihr einen eigenen Vorschlag gemacht:

    ... und der Vermieter hat nicht reagiert. Also habt ihr keine Vereinbarung.


    Das ist Wortklauberei. Ob ihr die Forderung des Vermieters abgelehnt oder "nur" nicht angenommen habt, macht keinen Unterschied.


    Keine Ahnung, ich habe das Schreiben ja nicht gesehen und selbst wenn, könnte ich den Inhalt nicht überprüfen. Du scheinst Zweifel zu haben, ob die ortsübliche Vergleichsmiete korrekt ermittelt ist. Wenn das so stimmt, könnte man das dem Vermieter mitteilen und dem Erhöhungsverlangen nicht zustimmen. Irgendwann wird der Vermieter die Zustimmung dann wohl einklagen und dann kann man die Frage, ob korrekt begründet wurde, mit einem Richter ausdiskutieren. Auf Basis deiner Schilderung sehe ich da durchaus Ansätze, aber das ist bei der aktuellen Informationslage ein ziemliches Ratespiel.


    Persönliche Meinung: Eleganter Griff ins Klo. Selbst wenn die ortsübliche Vergleichsmiete nicht korrekt ermittelt ist, wird die tatsächliche ortsübliche Vergleichsmiete wohl mehr als die anfangs vorgeschlagene 50-€-Erhöhung erlauben. Es war einfach nicht clever, spätestens das zweite Angebot anzunehmen, denn nach aktuellem Stand war das ein Geschenk.
     
  4. frae

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    Hm, wir haben halt nur gelesen,google, gehabt das eine Mieterhöhung ohne Begründung nicht rechtens ist und dies war in beiden seinen Schreiben nicht der Fall. Deswegen haben wir es dann selbst geschrieben. Jetzt vom Anwalt ist es klar begründet.
    Ist das auch normal das nur wir eine Mieterhöhung bekommen haben?
     
  5. #4 Newbie15, 27.11.2020
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    Der Vermieter kann für jede Mietpartei einzeln entscheiden, ob er die Miete erhöht oder nicht.

    Es ist sicher richtig, dass eine Mieterhöhung ohne Begründung rechtlich nicht korrekt ist und nicht gerichtlich durchsetzbar. Dennoch kann man das, wenn es ein faires Angebot ist, durchaus annehmen und nicht nur auf seine Rechte bestehen. Das Ergebnis seht ihr und bei uns als Vermieter wäre das genauso gelaufen. Man kann ja ein Angebot in den Raum stellen, ganz ohne Rechtskeule, auf Basis eines fairen Miteinander. Ihr habt sogar zwei Angebote abgelehnt. Der Vermieter pocht nun eben auch auf sein Recht und erhört um das maximal mögliche. Die Anwaltskosten müssen ja auch wieder reingeholt werden.
     
  6. #5 ehrenwertes Haus, 27.11.2020
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    Man darf sich auch ohne formal korrekte Begründung auf eine Mieterhöhung einigen.
    Der formal korrekte Weg ist nur dann wichtig, wenn man plant oder davon ausgeht seine Rechte auch einklagen zu müssen.

    Ich stelle auch außergerichtliche Anwaltskosten meinen Mietern in Rechnung, wenn ich nur mit Anwalt meine Rechte durchsetzten kann.
    Da könnten noch Zusatzkosten zur Mieterhöhung auf euch zukommen, spätestens wenn ihr es auf eine richterliche Meinung ankommen lasst.
    Auf seine Rechte bestehen, kann ganz schön teuer sein.

    Ja. Wann welcher Mieter eine Mieterhöhung erhält entscheidet der VM nach eigenem Gutdünken. Der Gesetzgeber gibt nur vor unter welchen Bedingungen Mieterhöhungen zulässig sind, nicht dass sie auch durchgeführt werden müssen.


    Für die Zukunft:
    Überlegt euch, ob ihr wirklich auf stures Einhalten der Paragraphen bestehen wollt.
    Entspannter lebt man meist, wenn beide Seiten nicht die eigenen Rechte und Pflichten des Anderen auf Punkt und Komma ausreizen.
     
  7. Duncan

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    in einem MFH habe ich über etliche Jahre immer nur bei einer einzigen und der immer gleichen Partei die Miete erhöht. Die anderen lagen halt noch voll im Mietspiegelmittelfeld, nur diese Partei sehr weit unter dem Mietspiegel...

    Kann auch schon mal passieren, dass ich einige Mieter total vergesse weil da nichts Aufregendes passiert, Mieter die nahezu jede Woche was haben und ich die Akte auf dem Schreibtisch habe die vergesse ich halt auch nicht, wenn wieder ein neuer Mietspiegel reinflattert oder sich sonstige Gründe ergeben.

    Gerade dieses Jahr wo doch einige Mieter herbe Schläge durch Corona einstecken mussten war für diese ein guter Umgang mit ihrem Vermieter(mir) der Unterschied zwischen wir kommen da irgendwie durch und wir melden Insolvenz an. Natürlich keine Garantie für die Zukunft, aber für Selbständige kann ein halbes Jahr "Flaute" überbrücken zu können langfristig der Unterschied zwischen ALG-2 und "Millionär" sein.
     
  8. frae

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    Also wir wollten uns rechtlich absichern,das es richtig formuliert ist, weil sich unser Vermieter an gar nix hält. Bei unserem Einzug vor 5 Jahren war ein Laminatboden schon deutlich kaputt,abgesplittert. Er hatte uns mündlich zu gesichert dies zu beheben. Wir wollten immer ein gutes Verhältnis und haben nie nach einem neuen Boden gedrängt. Jetzt nach 5 Jahren haben wir es nochmal angesprochen- nach seiner Forderung zur Mieterhöhung- da man sich jetzt auch an den weiter aufgeplatzten Stellen verletzt.Er hat uns dann wieder nur mündlich zu gesichert es im September zu reparieren.
    Dies ist,wie so viele andere Sachen, nicht geschehen.
    Das war dann auch der Grund warum wir die formlose Mieterhöhung nicht unterschrieben haben. Weil man sich einfach nicht drauf verlassen kann.
    Haben mit unseren anderen Mietern geredet. Der eine soll wohl auch mehr bezahlen und der andere hat einen neuen Boden bekommen und zahlt dafür mehr Miete.
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 27.11.2020
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    Das ist ein VErgleich von Äpfeln mit Birnen.

    Der Vermieter schuldet euch eine Wohnung in vereinbartem Zustand.
    Bisher habt ihr auf euer Recht einer Mietminderung wegen eines bestehenden Mangels verzichtet, sofern der VM vom Zustand und Reparaturbedarf des Bodens weiß.

    Eine Mieterhöhung (bzw. eine Zustimmung dazu) schließt eine Mietminderung wegen Mängeln in der Wohnung nicht aus.

    Bei Mängeln einer Wohnung, die im laufenden Mietverhältnis auftreten und nicht vom VM beseitigt werden, haben Mieter die Wahl wie sie damit umgehen möchten, Miete angemessen mindern, Selbstvornahme, Umzug oder gar nichts machen. Es besteht keine Gefahr die Wohnung zu verlieren.

    Bei einer Mieterhöhung haben Mieter keine Wahl. Entweder sie stimmen einer Mieterhöhung zu (gerichtsfest angenommen) oder sie müssen sich eine neue Wohnung suchen.
    Sich an Formfehlern hochziehen, verschafft Mieter nur etwas mehr Zeit bis ein fehlerfreies Mieterhöhungsschreiben vorliegt, ändert aber nichts daran ob eine Mieterhöhung grundsätzlich möglich ist oder nicht.
    Eine Ablehnung einer Mieterhöhung kann zum Wohnungsverlust führen.
     
  10. Andres

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    Es gibt eine dritte Option: Das Mieterhöhungsverlangen wird auch bei wiederholten Versuchen nie korrekt begründet, z.B. weil es unter den jeweiligen Umständen gar nicht korrekt begründbar ist oder weil zumindest der Vermieter dazu nicht in der Lage ist. Dann bleibt es bei der vereinbarten Miete. Nicht umsonst schrob ich oben:

    Das ist eine bloße Vermutung! Es könnte auch so sein, dass es überhaupt keine vergleichbaren Wohnungen gibt. Insofern ist ...

    ... trotz "kann"-Formulierung nur Panikmache, genauso wie deine Ausführungen zur Kostennote. Ein Erhöhungsverlangen nicht anzunehmen, ist niemals ein Kündigungsgrund. Der Kündigungsgrund entsteht erst, wenn man die fällige erhöhte Miete nach der Zustimmung (ggf. durch Urteil) nicht bezahlt.
     
  11. #10 ehrenwertes Haus, 27.11.2020
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    Ich habe nicht behauptet, das eine Ablehnung einer Mieterhöhung ein Kündigungsgrund ist.

    Oder eine ausgeurteilte Mieterhöhung nicht fristgerecht nach rechtskräftigem Urteil vollständig nachzahlen kann.
     
  12. #11 Glaskügelchen 2, 28.11.2020
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    Nur lässt es sich für Mieter nicht immer beurteilen, ob ein Angebot fair ist oder nicht. Gerade dann nicht, wenn wie hier, die Mieterhöhung dann durch Vergleichswohnungen erfolgt.
     
  13. #12 immobiliensammler, 28.11.2020
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    Sorry, aber wenn ich lese

    dann wären die 50 Euro also knapp 10 % Mieterhöhung gewesen. Wenn man deswegen ein Faß aufmacht und sich an (sicher nicht eingehaltenen) Formalien aufhängt dann würde bei mir der Mieter sicher auch auf der Liste landen .....
     
  14. #13 Glaskügelchen 2, 28.11.2020
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    Das kommt darauf an, was frae mit "Die 99Euro wären genau die 20% die er dürfte" meinte.
    Ich war davon ausgegangen, dass er die gesetzliche Regelung meinte. Ob der VM tatsächlich die 20% erhöhen darf, hängt ja davon ab was Mietspiegel/Vergleichswohnungen etc. hergeben. In den wenigsten Fällen kann man tatsächlich alle 3 Jahre die Miete um 20% erhöhen. Und bei Vergleichswohnungen lässt sich das für einen Mieter relativ schwer nachvollziehen. Darauf wolllte ich hinaus.
    in meiner Stadt gibt es einen Mietspiegel und die meisten Vermieter greifen bei Mieterhöhungen vermutlich auf den zurück, und in diesem Fall ist es für Mieter einfach nachzuprüfen, ob der Vermieter ihnen gerade ein zwar unkonventionelles, aber faires Angebot für eine Mieterhöhung gemacht hat, das man vielleicht nicht ausschlagen sollte, oder ob er zuviel verlangt und der Mieter besser eine korrekte Mieterhöhung verlangt.
    Ansonsten sehe ich das genau wie du. Würde ich einem Mieter zwischen Tür und Angel das Angebot einer Mieterhöhung um 20€ machen, und würde er das ausschlagen, da er aufgrund mangelnder Korrektheit nicht zustimmen muss, bekäme er von mir auch eine formvollendete Mieterhöhung, die dann aber deutlich über 20€ liegen würde.
     
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Erst 50Euro dann 99Euro Mieterhöhung

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