Erste EV - Fragen

Dieses Thema im Forum "Eigentümerversammlung" wurde erstellt von Bernsteinhexe, 07.11.2013.

  1. #1 Bernsteinhexe, 07.11.2013
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Hallo miteinander,

    nachdem ich letztes Jahr meine Wohnung gekauft habe und prompt bei der ersten Einladung vergessen wurde, steht Mitte November meine erste EV an.
    Leider ist die Stimmung bei uns nicht so gut. Den Leuten in dem MFH (überwiegend Eigentümer) passt es nicht, dass ich als junger Mensch (schon) eine Wohnung kaufe. Besonders eine Dame, die unter meiner Wohnung wohnt, machte mir von Anfang an Stress. So bat sie mich (weniger höflich) während der Renovierung um einen besonderen Dämmschutz für den Fußboden und klingelte mich nachts mehrfach aus dem Bett, weil sie behauptete, wir würden Lärm machen, was sich jedes Mal als falsch erwies. Die Dame spielt sich aber immer als alleinige Herrscherin über das MFH auf... und die anderen lassen sie irgendwie walten. Ein eingespieltes Team, worin ich einfach nie was verloren hatte ;-)
    Zu verstehen gaben mir meine lieben Mitbewohner das auch in Form der Kehrwoche. Die ersten beiden Male wusste ich noch nicht genau, wie die große Kehrwoche auszusehen hatte und habe einfach ALLES geputzt - und zwar piko bello, da ich einfach nichts falsch machen wollte. Sogar für den Winterdienst nahm ich mir eine dreiviertel Stunde jeden Morgen und jeden Abend Zeit und hab sogar mehr geräumt und gestreut, als ich gemusst hätte. Irgendwann war trotzdem anonym eine Hausordnung mit Kehrwochenangabe in meinem Briefkasten (ich hatte die ja schon und habe sogar immer mehr gemacht..) In der ersten EV, wo ich ja nicht dabei war, wurde dann beschlossen, dass wir eine Kehrwochenliste machen, da wohl diverse (?) Parteien ihre Kehrwoche nicht richtig machen würden. Nach Rücksprache mit dem Hausverwalter war jedoch damit angeblich (!) nicht ich gemeint... whatever.

    Die Liste sieht so aus:
    Müller [ ]
    Meier [ ]
    Schulze [ ]

    Jeder muss unterschreiben, wenn sein Vorgänger die Kehrwoche sauber gemacht hat.
    Ich habe die Kehrwoche also mit meinem Freund zusammen gemacht und zwar wirklich top. Wir haben sogar in der Tiefgarage die Decken und Wände abgekehrt und offenbar als einzige, wie in der Kehrwochenvereinbarung beschrieben, die Haustür- und Briefkastenanlage gereinigt. Komischer Weise waren wir die einzigen, die nie eine Unterschrift bekommen haben. Als wir den Kerl ansprachen, der nach uns Kehrwoche machte, erklärte er uns, dass er zwei Papierchen versteckt habe, um zu prüfen, ob wir sauber putzen und leider haben wir beide "Verstecke" nicht gefunden :D (eines habe ich später in einer Türritze zur Tiefgarage entdeckt... verrückt oder?).
    Laut dem letzten EV-Protokoll, dürfte ich nun - aufgrund meiner angeblich nicht gemachten Kehrwoche - 30 € an die Hausgemeinschaft nachzahlen. Das ist, so weit ich mich informiert habe, aber nicht rechtlich. Und ich habe mit der Abrechnung jetzt auch keine 30 € abgebucht bekommen...

    Frage 1:
    Meine Befürchtung ist aber, dass die Eigentümer mich an der Versammlung irgendwie angehen, obwohl ich mir keiner Schuld bewusst bin. Habt ihr Tipps, wie ich argumentieren kann, damit ich nicht doch noch irgendwie 30 € zahlen muss, nur weil mich die Mitbesitzer nicht leiden können?
    Mittlerweile bin ich aus der Wohnung ausgezogen und seit 1.11. ist sie vermietet. Ich habe die beiden akribisch eingewiesen.

    Frage 2:
    Es stehen Renovierungsarbeiten an der Fassade an. Im Sommer haben wir uns das mit einem Handwerker angeschaut. Er hatte offenbar ein gutes Verhältnis mit dem Hausverwalter... auf der Agenda für die nächste Sitzung steht, dass wir über die Renovierung einen Beschluss fassen. Was ja heißt "Ja" oder "Nein". Allerdings möchte ich gerne von einer anderen Firma ein weiteres Angebot haben, da mir das Ganze etwas zu "gemauschelt" wirkt... habe ich darauf ein Recht? Soll ich das dem Hausverwalter vorher schon melden?

    Frage 3:
    Sonstige Tipps/Anregungen/Bemerkungen für meine erste EV?

    Danke :)
     
  2. AdMan

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  3. #2 Fremdling, 07.11.2013
    Fremdling

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    Hallo Bernsteinhexe,
    hübscher nickname ;-) Wo bist Du denn da rein geraten und was mutest Du ab 1.11. Deinen Mietern zu? :84:

    Die Zahlung von € 30,- ohne einen formell einwandfreien Vorlauf ist keinesfalls in Ordnung, es sei denn, nicht Du sondern der Papierchen-Kontroll-Verstecker zahlt sie zur Beseitigung seiner vorsätzlichen 'Verunreinigung'. Eine Unterschrift auf einer Kehrwochenliste, mit der eine ordnungsgemäße Arbeit des Vorgängers testiert werden soll, würde ich aus grundsätzlichen Erwägungen und jeweils ohne Diskussion/Begründung keinesfalls leisten.

    Zu Frage 1: Die Zahlung mit der Begründung fehlender Basis für eine solche Belastung schlicht ablehnen. Falls das nicht reicht, für den Fall der Belastung angemessene Schritte ohne nähere Ausführungen dazu avisieren. Auf jeden Fall cool bleiben, nur das Notwendigste rein sachlich mit wohlgesetzten Worten antworten und keinesfalls zur Eile/Antwort drängen oder gar provozieren lassen.

    Zu Frage 2: Insbesondere umfangreichere/teurere Maßnahmen sollten ausschließlich nach Einholung und Auswertung von mehreren vergleichbaren Angeboten (z.B. insges. 3 Angebote) beschlossen und beauftragt werden. Es gehört m.E. zum guten Miteinander, dass Du in Deinem Fall frühstmöglich den Verwalter um eine Gegenüberstellung diesbezüglicher Angebote bittest und gleichzeitig auch den Beirat bereits im Vorfeld nach seiner Stellungnahme (gem. WoEigG § 29.3) zu den Angeboten befragst. Verwalter und/oder Beirat sollten auch die Begründung für eine eventuelle Empfehlung für ein Unternehmen kennen und darstellen können. Jeder Eigentümer hat ein Recht auf Einsichtnahme in die Unterlagen der Gemeinschaft, womit Dein Ansinnen berechtigt ist. Abhängig vom Ergebnis bliebe Dir worst-case immer noch die Beschlussanfechtung (gem. WoEigG § 46.1) binnen eines Monats im Anschluss an die Versammlung, z.B. wegen fehlender Vergleichsangebote.

    Zu Frage 3: Da könnte ich Dir aus der Praxis ein ganzes Buch mit allgemein gültigen und speziellen Tipps vollschreiben. Sinnige Tipps hängen allerdings immer vom Einzelfall und den Beteiligten ab. Eigentlich helfen Dir aber bereits eine gute Kinderstube, Besonnenheit, Sachlichkeit und eine trotz aller eventuellen Anfeindungen konstruktive Einstellung zum Geschehen. Oft hilft auch schon, mit einem freundlichen Gesicht lediglich das Notwendigste zu sprechen, denn eine WEG vergisst nie! :verrueckt010:

    Viel Erfolg und gute Nerven!
    Fremdling
     
  4. #3 Bernsteinhexe, 08.11.2013
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Danke :)
    Ja, so was weiß man vorher leider nicht :/


    So ungefähr waren meine Vorsätze auch. Ob es klappt, weiß ich nicht - ich werde dann berichten. Darf ich meinen Freund als moralische Unterstüzung mitnehmen?

    Gut, dann werde ich gleich heute noch dem Verwalter anrufen, damit er nicht ganz unvorbereitet ist. Leider hat er ein sehr vereinnahmendes Wesen. Gar nicht so leicht, als junges Mädle da einfach hinzustehen :(

    Na gut, dann müsste ich das irgendwie hinbekommen. So wenig wie möglich und viel wie nötig reden :)

    Danke für deine wertvollen Tipps!
     
  5. #4 Fremdling, 08.11.2013
    Fremdling

    Fremdling Erfahrener Benutzer

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    Das ist von WEG zu WEG ganz unterschiedlich. Streng genommen ist eine WEG-Versammlung eine rein interne Veranstaltung, wo nur Eigentümer oder deren zulässig Bevollmächtigte anwesend sein dürfen. Teils lassen sich dazu auch Regelungen in der Teilungserklärung finden. Die Rechtsprechung räumt u.U. auch Fachberatern (z.B. Rechtsanwalt) ein Anwesenheitsrecht ein. Wer korrekt handeln möchte, bittet vor der Versammlung um Abstimmung, ob die Begleitperson im Raum bleiben darf. Das Ergebnis in Deinem Fall kannst Du sicherlich ahnen.

    Ich an Deiner Stelle würde erst kurz vor dem Versammlungsstart erscheinen, meinen moralischen Unterstützer 'unauffällig' mitnehmen und ihn bitten, keine eigenen Beiträge zu liefern, denn eine Befragung der Eigentümer oder seine aktiven Beiträge könnten nach Deinen bisherigen Schilderungen nur bedeuten, er fliegt raus und das schwächt zusätzlich Deine bisher noch unbefleckte (weil 1. Teilnahme) Position. Aber das entscheidest bitte Du allein!

    Meine Konto-Nummer lautet ...
    Mensch, Hexe! Gern geschehen. Wäre schön, wenn das bisschen schon hilft. Lieben Gruß auch an die moralische Stütze und viel Glück!
     
  6. #5 Bernsteinhexe, 19.11.2013
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Heute Abend isses so weit :/
    Ich werd mein Vater mitnehmen. Ohne Ankündigung und als Selbstverständlichkeit :P mir nimmt eh keiner ab, dass ich eine eigene ETW hab :)

    Noch ne eilige Frage:
    Mir fielen bei der Abrechnung 10€ Mahngebühr auf.
    Diese sind entstanden, da ich 35,94 € Wohngeldnachzahlung beim letzten Mal nicht sofort gezahlt hatte. War ja zur Versammlung nicht eingeladen und konnte aus der nachgereichten Abrechnung leider noch nicht auf den 1. Blick erkennen, dass das "-35,94€ ganz unten hieß, dass ich das nachzahlen muss - war ja alles neu für mich. Irgendwann bekam ich das Protokoll der Sitzung, wo ich nicht dabei war. Wo sinngemäß drin stand, dass generell alle Eigentümer, falls nötig, die Nachzahlung leisten sollten. 1 (!) Woche später dann schon eine Mahnung mit 10€ (!) Mahngebühr. Ich rief den Verwalter an und sagte, dass ich das unverhältnismäßig finde und frech. Hätte er nicht vergessen, mich einzuladen, wäre das so nicht passiert und dass er ja auch einen Fehler gemacht habe.
    Überwiesen habe ich nach Rücksprache mit einem befreundeten Verwalter dann nur die 35,94€.
    Und siehe da... Jahresabrechnung mit 10€ Mahngebühr.

    Was würdet ihr tun? Stillschweigend hinnehmen?
    Ich finde den Betrag nicht gerechtfertigt... Klar sind es nur ein paar €, aber mir geht es auch etwas ums Prinzip und mein Standing.

    Danke für blitzschnelle Antworten (19:00 geht's los) :)
     
  7. #6 Bernsteinhexe, 19.11.2013
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Oh man - es war noch schlimmer, als ich befürchtet hatte.
    Mir wurde heute nochmal in vollem Umfang klar, wie eingeschworen die im Haus lebenden Eigentümer wirklich sind.
    Als es um die Kehrwoche ging (was leider als Punkt nicht in der Einladung stand, obwohl es darum gehen sollte, dass mehrere Parteien "Strafgebühr" zahlen sollen) kochten die Gemüter. Der Eigentümer, der die Liste verwaltet hat eine Auswertung erstellt und siehe da - wir haben 3x die Kehrwoche nicht gemacht. Außer uns betraf das nur noch die drei Mietparteien.. ;)
    Einige gestanden im Tumult sogar versehentlich ein, unterzeichnet zu haben, obwohl nicht geputzt wurde. "Ich will ja nicht so sein." Wie im Kreuzverhör starten mich alle Beteiligten (5 x 2 Eheleute & Verwalter), nachdem mich der Verwalter auf der Liste vorgelesen hat. Ich habe daraufhin gesagt, dass ich es bei einem (1. Mal) akzeptieren könnte, wobei es noch nicht klar war, was zu reinigen sei. Wobei wir da ja sogar mehr als nötig geputzt hatten, lediglich den Weg zwischen den TG Stellplätzen mit dem versteckten Coladeckel nicht, weil wir es schlichtweg nicht wussten. Sagte aber auch, dass ich die Vorhehensmethode meines Nachfolgers verwerflich finde. Er, die ganze Mannschaft hinter sich, rechtfertigte sich dann mit dem Argument "Man hat Sie nie beim Pitzen gesehen! Und zwar keiner von uns!!" manche schauten beschämt weg und der Großteil nickte zustimmend. Ich sagte dann nur noch, dass wir sie definitiv gemacht haben und ich mich dazu nicht mehr äußern werde. Moral ist, dass der Verwalter plötzlich mit "rechtlich ist das legitim, wurde letzte Versammlung einstimmig beschlossen, Sie haben kein Widerspruch eingelegt und zahlen nächstes Jahr 30 € (wird mit der Jahresabrechnung gemacht)".
    Ich war baff und schwieg. Ich hatte damals nach Erhalt des Protokolls umgehend den Verwalter angerufen und gesagt, dass ich nicht hinter dem Entschluss stehe und er nach ersten (oberflächlichen?) Internetrecherchen davon abgesehen nicht rechtlich sei. Damals stimmte er mir zu, sagte, so was musste er noch nie machen und er würde auch nie jemandem die 30 € abnehmen. Er hat es aber aufgrund seiner Pflicht als Verwalter trotzdem aufgenommen.
    Leider war es "nur" ein Telefonat und ich habe nichts schriftlich.
    Er hat NICHTS von einem möglichen Einspruch gesagt und für mich war die Sache nach seinen Aussagen sowieso vom Tisch... Und jetzt dieser Brocken. Ich bin entgeistert :(

    Werde morgen noch etwas recherchieren. Ist halt schwierig, gegen so eine eingeschworene Mannschaft (inklusive Verwalter) anzukommen..

    Naja vll habt ihr ein paar aufbauende Worte für mich, ich geh jetzt schlafen, wenn ich überhaupt ein Auge zubekomm :'(

    PS: Mir geht es nicht um 10 oder 30 € sondern viel schlimmer finde ich, wie mit mir als Neueigentümer und den vermietenden Eigentümern umgegangen wird. Ich glaube, so fühlt sich Mobbing an... :/ wenn auch in einer merkwürdigen Konstellation...

    Gute Nacht
    Deprimierte Hexe
     
  8. Andres

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    Das lief ja nicht so toll. Ein paar Gedanken:

    Im Protokoll (Niederschrift) werden nur die gefassten Beschlüsse stehen, daher ist an diesem Punkt etwas Eigeninitiative gefragt: Mach dir bitte Gesprächsnotizen und dein Begleiter soll das auch tun. Notiere dir, wer das gesagt hat. (Generell sollte man sich dieses Vorgehen angewöhnen - es ist immer wieder nützlich.)

    Durch diese Aussage ist die ganze Liste in meinen Augen hinfällig, weil offensichtlich ungeeignet. Gut für dich.

    Regel Nummer 1: Klappe halten. Jedenfalls bis man einen wirklich guten Plan hat, was man sagen möchte.

    Regel Nummer 2: Keine Zugeständnisse in einer Konfrontation. Unter Partnern kann man Dinge freundlich besprechen und auch mit Fehlern offen umgehen. Wenn es aber offensichtlich die Absicht des Gegenübers ist, nur auf dich einzuprügeln, dann wirkt ein Zugeständnis nur wie eine Einladung, nochmal draufzuhauen.

    Es macht keinen Spass, aber man sollte sich über solche Zusammenhänge im Klaren sein.

    "Verwerflich" klingt nach Moral (worauf kein Anspruch besteht) und generell geht man davon aus, dass du die stärksten Argumente bringst. Was sagt diese Wortwahl also aus?

    "Vorsätzliche Verschmutzung" klingt besser, "Vandalismus" ist zwar leicht übertrieben, aber für meinen Geschmack noch im Rahmen. Beides wird in irgendeiner Form von der Gemeinschaftsordnung behandelt werden, ist also eine ganz andere Kategorie als "verwerflich".

    Solche Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen ist nicht ganz einfach, aber unglaublich lohnend.

    Mit etwas mehr Souveränität hätte man erstens darauf hinweisen können, dass das eine ausweichende Antwort ist, und zweitens kann man da ja mal ganz lässig die Parteien aufzählen, die du nie beim Putzen gesehen hast. Stelle ich mir besonders lustig vor, seit du nicht mehr dort wohnst :)

    Wenn genügend Anwesenden die Lächerlichkeit dieser Argumentation klar wird, bist du der moralische Gewinner in dieser Diskussion - nach ein paar wenigen Siegen dieser Art lässt man dich im Regelfall in Ruhe.

    Vielleicht machen wir daraus Regel Nummer 3: Nicht in die Defensive drängen lassen, vor allem wenn der Gegner unfair spielt. Es gibt zu viele, die gerne nochmal draufhauen, und zu wenige, die dir vielleicht zur Hilfe kommen könnten.

    Das wäre zu Beginn der Diskussion ein sinnvolles Statement gewesen. Ein vernünftiges Ergebnis in der Sache war sowieso nicht zu erwarten - und kein Ergebnis wäre für dich das beste Ergebnis gewesen.

    Erstens: Wenn du nicht anwesend warst, war der Beschluss nicht einstimmig.

    Zweitens: Zumindest in einem Punkt hat der Verwalter nicht ganz unrecht: Den Beschluss hättest du anfechten müssen, und zwar innerhalb von einem Monat und nicht nur mündlich gegenüber dem Verwalter.

    Drittens: Selbst wenn der Beschluss zur Einführung dieser "10 €-Strafe" Bestand haben sollte, ist die "Sie zahlen"-Aussage noch nicht automatisch richtig. Eine Abrechnung, nach der du die 30 € zahlen sollst, würde ich anfechten (diesmal bitte: rechtzeitig, bewesissicher). Soll doch der Verwalter mit seinen "Niemand hat je gesehen ..."-Hanseln und seinem Vandalen erstmal beweisen, dass du deine Kehrwoche nicht gemacht hast.

    Naja, eine Sache kann man daraus wenigstens mitnehmen: Dem Wort des Verwalters kannst du nicht trauen. Du weißt das nun für die Zukunft.

    Dass die Situation schwierig wird, hast du ja schon vorher gewusst. Wichtig ist, dass du aus deinen Fehlern (vor allem aus den sozial-taktischen) etwas lernst. Nächstes Mal machst du es besser.
     
  9. #8 Martens, 20.11.2013
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    Nach so vielen Ratschlägen zum Verhalten in der gestrigen ETV ein Hinweis dazu, was künftig getan werden kann:

    Ich würde eine Abrechnung, die eine solche Strafzahlung enthält, in diesem Punkt anfechten. Man stellt dazu einen Antrag bei Gericht, es ist ein Klageverfahren, kein Briefwechsel mit dem Verwalter, nur zu Sicherheit.

    Eine Strafzahlung, die sich darauf gründet, was andere Eigentümer gesehen haben wollen, dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit ordnungsgemäßer Verwaltung widersprechen.

    Gab es gar keine Probleme wegen des zusätzlich anwesenden Herrn Vaters? Dann ist doch zumindest das als Erfolg zu werten.

    Christian Martens
     
  10. #9 Fremdling, 20.11.2013
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    Liebe Bernstein-Jeanne d’Arc,

    falls Du Dich vom 'Gast' weiterentwickelst und hier registrierst, wovon ich ausgehe, fände ich diesen nickname passender als eine Kombi mit '-Hexe' ;-)

    Du hast in kürzester Zeit die Herzen einiger Forianer erobert und das ist klasse und spannend zu lesen. Zum Thema selbst habe ich aktuell nichts beizutragen, was heißt: Klappe halten, Fremdling!

    Für die Zukunft nur das Beste für Dich! Lass' Dich bloß nicht unterkriegen! - Wir lesen uns!?
     
  11. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    auch wenn ich mich mit WEG nicht so auskenne, so eine Strafgebühr würde ich auch nicht bezahlen wollen bzw durchaus hier weiter dagegen vorgehen. Erscheckend, das auf der Versammlung keiner wirklich der "netten" Dame mal die Meinung gegeigt hat.

    Sorry, aber Müll versteckt an Stellen die mehr als unüblich sind, was ist denn das für ein Assi-Verhalten und warum bekommt da keiner den Mund auf ? Das ist m.E. völlig übertrieben, das man verlangt in Türritzen zu putzen und dann noch Kohle dafür zu verlangen, nur weil man diesen Teil ausgelassen hat, den absichtlich ein Mieter verdreckt hat ?!

    Also wenn du hier nicht weiter kommst, also mir würde durchaus dann auch was einfallen, wie ich der "netten" Dame an ihrer Kehrwoche das leben schwer mache. Da fällt mir dann auch mal ausversehen in einer Nacht & Nebelaktion was runter, was 3 Stunden schruppen bedeutet, aber an offensichtlichen Putzstellen die keiner übersehen kann.

    Und, das Beweist was :?

    Die Schlaumeier hier sollen erstmal glaubhaft Belegen, das sie alle Arbeitslos sind und von 8 bis 18 Uhr jeden Tag im Treppenhaus sich aufhalten, um das überhaupt beurteilen zu können.

    Also wenn die "nette" Dame das öfters machen würde, dann wäre ich 3 Stunden später auch mal bei ihr zum Sturm-Klingeltest angetreten, weil ich so komische Geräusche unter mir höre .... alternativ, würde ich sofort mir einen Schalter einbauen, womit du deine Klingel ausschalten kannst.
     
  12. GSR600

    GSR600
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    Noch ein kleiner Tipp zur Kehrwoche:

    Kräftig rumpoltern mit dem Wischer ans Treppengeländer stoßen und gegen Türen.

    Etwas Weichspüler ins Putzwasser, das riecht noch Stundenlang nach.

    Kannst ja an Deine Mieter weitergeben.
     
  13. #12 trinchen, 20.11.2013
    trinchen

    trinchen Benutzer

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    manchmal fehlt mir ein "Danke"-Button hier :-)

    Viel Glück noch Hexe, lass Dich nicht unterkriegen!
     
  14. #13 Bernsteinhexe, 05.12.2013
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Puuuuuuuuuuh ich glaub's nicht.
    Die werden mir mit der Abrechnung laut Protokoll der EV sogar 90 € (!) berechnen. Pro angeblich nicht gemachte Kehrwoche 30 €!
    Das ist doch der Hammer und grenzt an Diffamierung...
    Kennt sich hier jemand rechtlich aus oder hat irgendwelche Tipps für mich?
    Ich hab schon wieder Herzrasen und so eine Wut!!!
     
  15. Andres

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    Ist die Abrechnung nun schon beschlossen oder enthält das Protokoll nur, was in der nächsten Versammlung dann beschlussfertig vorgelegt werden soll? Falls noch nichts beschlossen wurde, musst du im Moment gar nichts tun.

    Wurde dagegen ein Beschluss gefasst, musst du jetzt tätig werden. Innerhalb eines Monats muss du den Beschluss anfechten (§ 46 WEG), und zwar - Christian Martens hat es oben schon erwähnt - gerichtlich. Vielleicht wäre die Vertretung durch einen Anwalt ratsam, obwohl man das grundsätzlich auch selbst machen kann.
     
  16. #15 Bernsteinhexe, 06.12.2013
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Das Problem ist, dass der Beschluss schon in der EV Anfang des Jahres gefasst wurde (wo ich ja merkwürdiger Weise nicht mal eine Einladung bekommen habe... wobei ich mir mittlerweile sogar vorstellen konnte, dass man mir diese aus dem Briefkasten geklaut hat, weil der Verwalter versichert, dass er mir eine geschickt hatte).
    Als ich damals das Protokoll erhielt, rief ich postwendend den Verwalter an und fragte ihn, was das für ein bescheuerter Beschluss sei.
    Am Telefon (ja.. scheiße nicht schriftlich..) bestätigte er mich und sagte, dass er so was nie in der Abrechnung anrechnen würde und er das auch noch nie hatte, dass so ein merkwürdiger Beschluss gefällt wird.
    Damit war das für mich auch erledigt, die Aussage hatte für mich Bestand. Und über so Dinge wie "Einklagen" etc. wusste ich nicht Bescheid. Meine Dummheit, klar verstehe ich... Bin halt doch noch grün hinter den Ohren :(
    In der letzten EV, und somit der ersten wo ich dabei war, wurde die Geschichte dann ja auch debattiert und ich sagte, dass ich nicht bezahlen werde. Der Hausverwalter, mit der gesamten Eigentümer-Mannschaft im Rücken schmiss mir dann aber plötzlich (aber bestens vorbereitet) irgendwelche Paragraphen aus dem WEG um die Ohren und sagte dann auch, dass der Beschluss schon letztes Mal gefasst worden sei, ich nicht widersprochen hab und somit der Beschluss rechtens ist und ich die Arschkarte hab (frei übersetzt :D )....
    Und die 90 € werden dann in der nächsten Abrechnung, Ende 2014 angerechnet.

    Ich könnte so "§("§(/)=(§%/)(/ :(
     
  17. #16 Pharao, 06.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 06.12.2013
    Pharao

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    Hi,

    ich würde aber trotzdem hier nicht zahlen bzw mich gegen diese Abrechnung wehren, denn letztlich hat hier absichtlich ein Mieter was verdreckt und das auch an völlig unüblichen Stellen, wo man m.E. nicht erwarten kann das dort geputzt wird bzw. das man da putzen muss ! Also sorry, aber kann mir schwer vorstellen, das auf dem Reinigungsplan auch Türritzen stehen .....

    Zumal das absichtliche verdrecken m.E. eh nichts beweist, denn der Putztag ist ja sicherlich frei wählbar und natürlich wird zB das Treppenhaus am Freitig wieder dreckiger sein, als am Montag wo es evtl geputzt wurde, oder nicht ? Zudem hast du ja deine Bekannte als Zeugin, das du ordentlich deine Kehrwoche gemacht hast.

    Gegen diesen Beschluß ggf. vorzugehen ist eine Sache, die andere das man diese Forderung einfach nicht anerkennt. Wie schon gesagt, das geht m.E. über die Kehrwoche hinaus, was hier bemängel wurde. Und 30€ wegen einem lächerlichen Papierchen, was der Mieter auch noch absichtlich in einer Türritze versteckt hat, das halte ich für völlig übertrieben.

    Im übrigen würde mir auch viel einfallen, wie ich diesen unliebsamen Mieter seine Kehrwoche verschönern kann. Ist ja dann auch nur zum Überprüfen, ob die Kehrwoche von diesem Mieter ordentlich ausgeführt wurde :91:
     
  18. #17 Fremdling, 06.12.2013
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    Mein Beitrag hat sich durch die inzwischen eingegangen Beiträge überholt. Sorry!
     
  19. Andres

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    Nein, Missverständnis: Der Beschluss zur Einführung dieser 10 €-Regel ist erledigt, jedenfalls für den Moment. Jetzt geht es um den Beschluss der Jahresabrechnung, d.h. die Anwendung der 10 €-Regel.

    Ist vielleicht etwas zu frei übersetzt, außerdem ist die Sache etwas komplexer. Ich versuche es einfach zu halten ...

    Zunächst einmal: Auch wenn du nicht korrekt eingeladen wurdest, kann ein Mehrheitsbeschluss gefasst werden. Dazu müssten die Mehrheitsverhältnisse so sein, dass es auf deine Stimme nicht ankommt. Grundsätzlich konnten auf besagter Versammlung also wirksame Mehrheitsbeschlüsse gefasst werden.

    Thema zwei: Anfechtung der Beschlüsse. Beschlüsse hättest du anfechten müssen, und zwar fristgerecht gegenüber dem AG. Das hast du nicht getan und damit sind diese Beschlüsse jetzt grundsätzlich wirksam. Ausnahme: nichtige Beschlüsse. Das ist sozusagen eine besonders schwere Form von Unzulässigkeit. Solche Beschlüsse muss man nicht anfechten - sie sind von selbst nichtig. Ich glaube nicht, dass der 10 €-Beschluss nichtig ist, aber da kann man vielleicht auch anderer Meinung sein.

    Thema drei: Unterwerfung. Manche anfechtbaren Beschlüsse können trotzdem wirksam sein, wenn man ihnen zustimmt, man sagt "unterwerfen". Das liegt hier nicht vor - wenn du nicht anwesend warst, kannst du einem Beschluss nicht zustimmen. Daraus kann man auch eine Handlungsanweisung ableiten: Zustimmen sollte man prinzipiell nur Beschlüssen, die man aktiv befürwortet.

    Thema vier: Abrechnung. Selbst wenn bis hierhin alles gegen dich lief, und die Strafe wirksam eingeführt wurde, muss die Gemeinschaft (vertreten durch den Verwalter) irgendwann das Geld von dir einfordern und das ist dann ein weiterer Punkt an dem man sich zur Wehr setzen kann. Hier scheint es beabsichtigt zu sein, das über die Jahresabrechnung zu tun. Diese Abrechnung muss irgendwann beschlossen werden und das musst du verhindern. Also dagegen stimmen und, wenn der Beschluss dann trotzdem durchgeht, anfechten.


    Das würde ich noch einmal sorgfältig prüfen. Wenn es wirklich so ist, hast du ja noch Zeit. In diesem Fall würde ich bis dahin zu diesem Thema die Füße stillhalten. Die Gemeinschaft kann ja dann bei einem Verfahren Mitte bis Ende 2015 gerne versuchen, die (fehlende) Kehrwoche von 2012 nachzuweisen ...
     
  20. #19 Bernsteinhexe, 10.12.2013
    Bernsteinhexe

    Bernsteinhexe Gast

    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen...
    Ganz schön ätzend, so eine WEG... Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mich lieber grenzenlos verschuldet und ein Haus gebaut =)

    Denkt ihr, es macht Sinn, den Hausverwalter zu fragen, ob er mir die rechtlichen Grundlagen für den Entschluss schriftlich geben kann?

    Grüßle
     
  21. #20 Martens, 10.12.2013
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    liebe Hexe,

    um es mal deutlich zu machen: Nein, das ganze Gerede ist nicht sinnvoll, weil unverbindlich. Punkt.

    Der Verwalter wird sich - verständlicherweise - auf seine ureigenste Pflicht zurückziehen, nämlich das Umsetzen von Beschlüssen der Wohnungseigentümer. Wenn also eine Abrechnung so beschlossen wurde, dann ist sie bestandskräftig und der Verwalter hat die Pflicht, offene Beträge nötigenfalls gerichtlich beizutreiben.

    Wenn Dir die Abrechnung nicht "gefällt", Du also berechtigte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Beschlüsse zur Genehmigung derselben hast, mußt Du innerhalb eines Monats nach Genehmigung der fraglichen Abrechnungen ein Gerichtsverfahren lostreten, Stichwort Anfechtungsklage. Dann sagt Dir anschließend der Richter, ob er das für ok hält oder nicht. Im Zweifelsfalle wird die Abrechnung inkl. irgendwelcher Strafgebühren bestätigt und Du zahlst auch noch den Anwalt der übrigen Eigentümer, klassisches Zivilrecht eben.

    Dieses Verfahren ist aber die einzige Möglichkeit, wenn eine einvernehmliche Lösung nicht greifbar ist...

    Christian Martens
     
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