Erster Immobilienerwerb über Zwangsversteigerung - Fallstricke und Lösungsansätze

Dieses Thema im Forum "Versteigerung" wurde erstellt von Immobilienneuling, 17.08.2016.

  1. #1 Immobilienneuling, 17.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 17.08.2016
    Immobilienneuling

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    Hallo zusammen,

    ich würde gerne eine mögliche Immobilieninvestition mit euch diskutieren, da ich bisher auf dem Immobilienmarkt lediglich als Mieter aktiv gewesen bin. Kurze Hintergrundinfo zu mir: Ich bin Ende 20, unbefristet angestellt mit relativ gutem Gehalt und habe meine Ersparnisse bisher ausschließlich über Bankprodukte und ETFs, aber noch nicht in Immobilien investiert. Mittelfristig (d.h. in etwa 5-7 Jahren) ist ggf. ein Immobilienerwerb für die Eigennutzung geplant, allerdings nur, wenn sich das dann halbwegs rechnet. Nun habe ich beim Stöbern auf einem Immobilienportal zufällig eine interessant klingende Immobilie in der Zwangsversteigerung entdeckt, die ich eventuell erwerben möchte.

    Hintergrundinfos zur Immobilie:
    Lage: Innenstadtrand einer mittelgroßen Stadt mit größerer Universität, Stadt ist in den letzten Jahren gewachsen und wird es voraussichtlich weiterhin
    Größe: 1-Zimmerwohnung mit ~ 20 qm, inkl. Kochnische und Mini-WC (etwa 1,5 x 1,1 Meter; Gutachten sagt "gemäß Plan hat die Wohnung nur ein WC und ein Waschbecken", realer Zustand unbekannt) + Kellerabteil
    Baujahr Anfang der 60er Jahre, insgesamt etwa 20 Parteien
    Vermietungszustand laut Gutachten unbekannt
    Vergleichwert laut Gutachten (leider nur kurze Außenbetrachtung): 15.000 EUR
    Hausgeld: 75 EUR / Monat (meine (willkürliche) Annahme: 50 EUR umlagefähig, 25 EUR nicht umlagefähig

    Meine Annahme ist, dass man eine derartige Wohnung - natürlich abhängig vom Preis - in fast jedem Zustand relativ gut an Studenten vermieten kann, da relativer Wohnungsmangel herrscht und insbesondere jedes Jahr zum Studienbeginn definitiv nicht genug bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. Für eine stark heruntergewohnte, aber noch funktionstüchtige Ausstattung könnte man sicherlich 150 EUR / Monat, für eine sanierte Wohnung mit hässlichem Bad 190-200 und für eine sanierte Wohnung inklusive Bad sicherlich auch etwa 250 EUR / Monat verlangen.

    Nun könnten diesem wunderbaren Plan aus meiner Sicht allerdings einige potentielle Probleme entgegen stehen. Ich habe versucht, mich nach bestem Wissen und Gewissen in die Thematik einzulesen, aber ich würde trotzdem gerne einige Punkte diskutieren und mich entsprechend über eure Rückmeldungen sehr freuen.

    I. Vorbereitung der Versteigerung
    Ist es möglich, vor der Versteigerung an Informationen zu eventuellen Mietverträgen inkl. Miethöhe zu erlangen? Wenn ja, wie und wo?

    Wie komme ich an Informationen zu Rücklagen der Eigentümergemeinschaft inkl. möglichen Sanierungen?

    Ich würde vor dem Termin versuchen, die Immobilie möglichst selbst in Augenschein zu nehmen, um Probleme (z.B. Feuchtigkeit im Keller) feststellen zu können und evtl. einen Blick in die Wohnung zu erlangen (liegt im EG).
    Gibt es weitere Dinge zu beachten?

    II. Vertragsverhältnisse nach der Versteigerung
    Angenommen, ich würde die Wohnung erwerben. Dann gibt es ja diverse mögliche Konstellationen bzgl. Mietern.

    a) Optimal wäre, wenn die Wohnung leer stünde. Dann könnte ich sie direkt so nutzen, wie ich möchte
    b) Eventuell müsste ich den Eigentümer herausklagen über eine Räumungsklage. Kommen Kosten von etwa 1000-1500 und ein Zeitraum von etwa 6 Monaten dafür hin?
    c) Wenn die Wohnung vermietet ist, müsste ich den Vertrag übernehmen. Wäre es möglich, den Mieter über eine reguläre Kündigung aus der Wohnung zu bekommen, wenn die Wohnung laut Landesverordnung untauglich ist und eine Sanierung nötig ist(keine Dusche im Bad)? Unter welchen Umständen könnte ich dem Mieter kündigen, wenn die Miete wirklich sehr gering ist (z.B. durch eine Vollsanierung unter Berufung auf Hinderung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit gem. § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB)?

    III Sanierung der Wohnung / Kalkulation der Einnahmen
    Meine Planung wäre es, die Wohnung (Flur, Wohnraum, Kochnische komplett zu sanieren (Decke, Wände mit neuer Tapete inkl. Farbe, neuer Laminat-Fußboden durch Handwerker). Dafür würde ich etwa 3000 EUR einkalkulieren. Ist das realistisch? Eventuell würde ich auch Teile davon (zum ersten Mal) selbst versuchen.
    Zusätzlich würde ich für etwa 1000-1500 EUR eine neue Pantry-Küche anschaffen (Aufbau durch mich oder Handwerker, Anschluss Herd auf jeden Fall durch einen Fachmann). Außerdem würde ich die Wohnung vermutlich für etwa 2000 EUR einrichten und möbliert vermieten.

    Wenn das Bad nutzbar sein sollte, dann würde ich dieses bevorzugt erst einmal so lassen oder nur notdürftig flicken (ggf. sogar die gesamte Wohnung) und zu einer geringeren Miete vermieten. Nach >3 Jahren würde ich dann das Bad erneuern. Ich schätze die Kosten nach meiner Internetrecherche auf etwa 10.000 EUR und würde diese daher gerne als Werbungskosten absetzen und nicht über 50 Jahre mit 2% abschreiben. Wenn das Bad natürlich gar nicht mehr nutzbar ist, müsste ich auch diese Investition direkt zu Beginn tätigen. Allerdings hängt auch hier alles an den Punkten unter II, insbesondere zu bestehenden Mietverträgen, die meine Planung doch stark beeinflussen könnten. Nach meinem Verständnis könnte ich im Fall des bestehenden, nicht kündbaren Mietvertrags wenigstens die - über reine Instandhaltung hinausgehenden - Sanierungskosten im Bad gemäß §§ 559, 555b auf den Mieter umlegen.

    Wenn ich mir die veranschlagte Kaltmiete und die Kosten anschaue, dann komme ich auf eine Bruttorendite von etwa 8-10%. Allerdings liegen ja schon einige Unwägbarkeiten vor, die ein durchaus hohes Risiko bedeuten. Zudem ist der ganze organisatorische Aufwand für die relativen Kleinbeträge relativ hoch. Allerdings interessiert mich die Thematik und ich erhoffe mir zusätzlich zur Rendite den Erwerb wichtiger Kenntnisse (z.B. Finanzierungsbedingungen, Immobilien- und Mietrecht, handwerkliche Kenntnisse), die ich in der Zukunft noch gebrauchen kann, wenn ich "richtige" Immobilien zur Eigen- oder Fremdnutzung kaufe, die ich nicht über meine Sparleistung von ~ 3 Jahren abbezahlen kann.

    Daher würde ich mich über euer Feedback zu dieser Idee und die Beantwortung meiner Fragen sehr freuen!

    Besten Dank und viele Grüße
    ein Immobilienneuling
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Finanziell relativ selten, also liegt die "Rendite" höchstens in der Lebensqualität. Die kann natürlich unbezahlbar sein ...


    Man hofft auf den Tiger im Tank und bekommt die Katze im Sack. :90:


    Es sind ja auch so schon nur 20 m². Wo willst du denn das Bad noch unterbringen? Und wie soll dieses vermutlich innenliegende Bad dann ausreichend belüftet werden? Für eine Dusche/Badewanne ist da ein anderer Ansatz als für ein Waschbecken notwendig.

    Außerdem sehe ich gerade bei Neulingen solche Komplettumbauten immer sehr kritisch. Die Kosten sind schnell explodiert. Das Objekt sollte schon ungefähr den eigenen Vorstellungen entsprechen.

    Wären eigentlich 12,50 €/m² für diese Wohnung nach Mietpreisbremse noch zulässig, d.h. gilt die Mietpreisbremse in dieser Stadt, gibt es einen Mietspiegel und was sieht der für derartige Wohnungen vor?


    • Beim derzeitigen Eigentümer.
    • Bei dem, der die ZV betreibt, also wahrscheinlich der Bank.
    • An der Quelle, also beim Mieter.
    Ob die Angaben der Wahrheit entsprechen und ob bis zur ZV daran noch wesentliche Änderungen eintreten, weißt du nicht. Ob diese Leute mit dir überhaupt reden wollen, weißt du, sobald du es probiert hast. Mit dem Gutachter wollten sie schon einmal nicht reden ...


    Beim dezeitigen Eigentümer oder bei anderen Eigentümern im Objekt. Man könnte auch bei der Verwaltung anfragen, aber wenn die etwas taugt, wird sie Dritten keine Auskünfte geben. Es gibt keinen Anspruch auf diese Auskunft und zur Gesprächigkeit s.o. ...


    Ja. <hier bitte sarkastischen Augenaufschlag vorstellen>


    Naja, optimal wäre, wenn die Wohnung an einen solventen Mieter zu einer vierstelligen Miete langfristig vermietet ist. Aber Leerstand nehmen wir auch gerne mit. ;)


    Kosten könnten mit Zwangsräumung so etwa passen, Zeitraum eher nicht. Geht es ohne Räumung, wird der Zeitraum realistischer. Das ist aber alles sehr spekulativ.


    Dazu sollte die Suche hier im Forum einen nicht zu alten Beitrag finden, in dem ich einem anderen Nutzer mit einem ähnlichen Plan erkläre, wie so etwas mächtig schief gehen kann. Kurzform: Wenn du eine mangelhafte Wohnung zur Verfügung stellst, musst du den Mangel beseitigen. Die Vorstellung, hier einfach das Mietverhältnis beenden zu können, finde ich schon etwas ulkig.


    Z.B. falls du beabsichtigst, das ganze Gebäude abzureißen und das Grundstück neu zu bebauen. Da du das aber gar nicht tun kannst, fällt das aus. Die Wohnung erreicht nach deinen Angaben selbst in Schrottzustand noch ganz anständige Kennzahlen, also sehe ich hier überhaupt keine Hinderung an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertbartkeit. Dass du gerne mehr Miete hättest, ist kein Kündigungsgrund und das steht auch ganz ausdrücklich in der genannten Vorschrift.


    Ich mag das nicht im Einzelnen kommentieren, denn letztendlich kann man diese Maßnahmen auf tausend Arten durchführen. Was ich aber sehr gerne kommentiere, ist die Gesamtrechnung: Du kaufst für 15.000, 3.000 für alle Oberflächen, 1.000 für die Küche, 2.000 für die Möbel, 10.000 für das Bad. Leider ist die Wohnung am unteren Ende deiner Schätzung vermietet, also für 150 pro Monat. Macht gut Faktor 17. Persönliche Meinung: In dieser Größenordnung kann ich auch auf dem regulären Markt fündig werden - mit einem völlig anderen Risikoprofil.


    Der Plan klingt gut und wird so hier im Forum (u.a. von mir) immer wieder empfohlen. In diesem Fall glaube ich aber nicht so recht dran, denn die Situation ist doch ziemlich speziell. Mit ZV, Sanierung teurer als Kaufpreis, Vollmöblierung und allgemein der Art der Wohnung hast du schon einen großen Teil der Besonderheiten erlebt, die in einer "richtigen" Immobilie eher nicht vorliegen werden.

    Außerderm heißt so ein Versuchsballon mit kleinem Kapitaleinsatz ja nicht, dass man gar keine Renditeerwartung mehr haben sollte. Im Idealfall funktioniert der Test - wenn auch in kleinem Maßstab - und man steigt dann größer ein. Für diesen Ausgang sehe ich hier eher geringe Chancen.
     
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  4. AJ1900

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    Mhh, mal eine grundsätzliche Überlegung, was soll dir diese Aktion bringen? Geld verdienen halt ich für schwer möglich, und selbst wenn, eine Rendite bei rauskommen sollte, liegt die wohl eher in der Größenordnung eines Trinkgeldes. Erfahrung sammeln? Ok, das ist ein Argument. Aber wie du ja selber schon bemerkt hast, wäre es vieleicht klüger, wenn man sich erst mal seinen eigenen Wohnsitz konzentriert, damit haben die meisten erst mal genug zu tun, bevor man an andere, mit allen Unwägbarkeiten, vermietet.
    Außerdem schaffst du dir so erst mal eine Vermögensgrundlage, die dir erst mal selber nützt und, und nicht evtl. eher anderen.
    Leider muß man deine geplante Investition ja mit anderen Möglichkeiten in deiner Situation vergleichen, und da gibt es wohl deutlich lohnenderes, mit wesentlich weniger Aufwand.
    Wäge das mal ab, ob das für dich wirklich Sinn macht? Jedenfalls in einem noch überschaubaren Zeitrahmen.
     
  5. #4 Immobilienneuling, 18.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 18.08.2016
    Immobilienneuling

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    Das ist mir durchaus klar, weshalb ich bewusst das Wort "halbwegs" eingefügt habe. Neben der Lebensqualität kann das "Zwangs-Sparen" sich auch noch positiv auf das Vermögen (wenn auch nicht auf die Rendite) auswirken, aber das ist sowieso ein anderes Thema...

    Als Bad würde ich das bisherige WC nutzen wollen. Ich glaube, dass man eine kleine Eckdusche, eine Toilette, ein kleines Waschbecken und einen Handtuchhalter gerade so hineinbekommen sollte. Über die Belüftung hatte ich mir auch Gedanken gemacht. Man müsste wohl sehr viel lüften, was sicherlich nicht jeder Student auch so machen würde.

    Dazu hatte ich mir auch schon Fragen gestellt, aber ich wollte den Ursprungspost nicht überladen. Grundsätzlich gilt in der Stadt die Mietpreisbremse und die Mieten nach Mietspiegel liegen ein gutes Stück unter 12,50€/m². Allerdings war meine Auffassung, dass die Mietpreisbremse aus den folgenden Gründen jeweils nicht gilt:
    1. Wohnung ist zu klein
    2. Wohnung ist möbliert
    3. Wohnung ist saniert (wenn ich sie umfassend sanieren lasse)

    Im Mietspiegel heißt es nämlich:

    Damit müsste doch meine Einschätzung stimmen und nur wenn sich alle Punkte verändern sollten, fiele diese Wohnung unter die Mietpreisbremse, oder? Oder muss ich auch auf kleinere Wohnungen irgendwie den Mietspiegel analog anwenden?

    Okay, das hatte ich beides so schon befürchtet. Macht die ganze Investition also nicht gerade risikofreier...

    Auch hier hatte ich diesen "Worst Case" befürchtet. Ich könnte vermutlich auch nicht meine Kosten auf den Mieter umwälzen, weil es sich lediglich um die von mir verantwortete Instandhaltung / -setzung geht. Ich kaufe mich also unter Umständen in einen für mich sehr unvorteilhaften Vertrag ein und der Mieter kann mir anfangs eine riesige Liste an Mängeln vorlegen, die ich auf eigene Kosten zu beseitigen habe. Richtig?

    Ginge denn auch nichts in extrem unvorteilhaften Szenarien (z.B. Mietvertrag besteht für 50 EUR / Monat und ich muss etliche teure Mängel beseitigen)? Oder kann ich dann wenigstens nach und nach die Miete auf etwas wirtschaftlichere Kennzahlen in Richtung / über Mietspiegel bringen (Problem: Mietspiegel gilt ja laut obigen Zahlen nicht, außerdem ist die Mietspiegel-Miete ja wesentlich niedriger als für Kleinstwohnungen üblich)?

    In den Städten, die ich persönlich aus eigener Lebenserfahrung kenne und daher besser einschätzen kann, gibt es das nach meiner Einschätzung kaum bis gar nicht, daher fand ich die Immobilie auch ganz attraktiv (insbesondere wenn doch höhere Mieten möglich sind - das Risiko ist aber zugegebenermaßen ziemlich hoch).

    Danke für deine ausführlichen Anmerkungen! Nach meiner Anfangseuphorie (hier gibt es eine Immobilie für sehr wenig Geld, die man wahrscheinlich sehr lukrativ vermieten kann) war meine Einschätzung nach dem Studium der rechtlichen Grundlagen und möglichen Risiken doch schon wesentlich nüchterner ausgefallen. Für das Verständnis hilft die Diskussion dennoch ungemein, daher würde ich mich freuen, wenn du / ihr auf meine obigen Fragen noch eingehen könntet.

    Der Aufwand ist natürlich wesentlich höher als z.B. für eine Mischung aus Festgeld und ETF-Portfolio. Im Best Case kommt dafür auch eine gewisse Überrendite heraus, aber den Stundenlohn und den Nervenaufwand sollte man vermutlich besser nicht ausrechnen...
    Ich würde allerdings sagen, dass eine selbst bewohnte Immobilie nicht zwangsläufig vor einer fremd vermieteten Immobilie kommen muss. Derzeit wohne ich in einer Stadt, in der Immobilienerwerb für die Selbstnutzung vollkommen unrentabel ist und sehr viel Kapital erfordert, daher kam mir die Idee zu kleineren Wohneinheiten in einer günstigeren Stadt.
     
  6. #5 DER HAMSTER, 18.08.2016
    DER HAMSTER

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    räusper,
    deine Posts sind doch nicht überladen...
    ...nein, also wirklich nicht.... :huepfend010:


    immer kurz fasst sich
    DER HAMSTER
     
  7. AJ1900

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    Mhh, wenn wir uns dann also einig sind, das Geld verdienen kaum möglich ist, warum dann der Aufriss? Mit dem "viel Kapital erfordert" hast du den springen Punkt genannt. Ja, eine ordentliche und in Zukunft evtl. rentable Immobilie bindet normalerweise bei Neuerwerb erst mal richtig viel Kapital.
    Für den Einsteiger der nichts hat ausser sein Einkommen aus Beschäftigung bedeutet das im grunde, großteil ansparen und dann zuschlagen, evtl. den Rest finanzieren.
    Übringens, es ist Normalität, das sich eine Rendite, wenn überhaupt, bei einer Immobilie erst nach Jahren oder Jahrzehnten einstellt.
     
  8. #7 Akkarin, 18.08.2016
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  9. Andres

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    Doch, nur gibt es keinen Mietspiegel, aus dem sich die ortsübliche Vergleichsmiete ermitteln ließe, was den Nachweis über die maximale Miethöhe sehr schwer macht. Auch wenn die Mietpreisbremse also formal trotzdem gilt, ist sie praktisch sehr schwer anwendbar.


    Weitgehend. Einige der geplanten Maßnahmen wären durchaus Modernisierungen, die dann auch zu einer Mieterhöhung berechtigen können. Bei der Mängelliste kommt das dagegen nicht in Betracht.

    Man sollte sich auch immer mal wieder ein paar Gedanken machen, warum diese Wohnung eigentlich in der ZV gelandet ist und ob diese Gründe auch bei dir eintreten könnten. Klar, es gibt Teilungsversteigerungen, weil Erben hoffnungslos zerstritten sind, und es gibt Eigentümer, die eher unverschuldet in finanzielle Notlagen geraten sind. Sehr oft werden die Gründe aber wenigstens teilweise daran liegen, dass an der Immobilie selbst irgendetwas nicht so funktioniert, dass man damit Geld verdienen kann.


    Das kann sein, aber dann bedeutet das eben, dass es dort derzeit keine geeigneten Objekte für den Ankauf zur Vermietung gibt - zumindest nach den Vorstellungen, die ich so mitbringe. Das ist an vielen Orten inzwischen zur Normalität geworden.


    Irgendwann wird das schon gehen, aber du wirst dazu keine verbindlichen Auskünfte bekommen. Ob dein Plan aufgeht, erfährst du also vielleicht erst nach einem umfangreichen Rechtsstreit.


    Wenn im Mietvertrag Erhöhungen nicht ausdrücklich ausgeschlossen sind (alles schon erlebt ...), kannst du natürlich die Miete auf das ortsübliche Niveau anheben. Da der Mietspiegel für diese Wohnung nicht gilt, würde das z.B. über die Benennung von Vergleichswohnungen (könnten schwer zu finden sein) oder ein Gutachten (relativ teuer bei solchen Mieten) gehen. Auch hier gibt es wieder ein Prozesskostenrisiko.


    Doch, unbedingt. Wenn ich mir diese Nervereien antue, dann soll dafür wenigstens eine angemessene Bezahlung herauskommen. Sonst kann ich mir nämlich wesentlich weniger aufwändige Anlageformen aussuchen oder meine Zeit in die berufliche Zukunft stecken. Das wäre aber der eine Punkt, bei dem ich mit einem Versuchsobjekt zu Kompromissen bereit bin. Sobald man dann aber mit mehreren Einheiten dabei ist, muss die eigene Zeit angemessen vergütet werden.
     
  10. #9 Pharao, 18.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 18.08.2016
    Pharao

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    Hi,

    verstehe ich das richtig, das es in dieser Wohnung aktuell keine Dusche oder Badewanne gibt und du das jetzt nachträglich einbauen willst :?

    Wie genau willst du da ein innen liegendes Bad belüften, wenn es keinen Lüftungsschacht gibt oder keine Möglichkeit zu einer Außenwand? Ich mein, klar kann man die Badtüre auflassen und im angrenzenden Zimmer dann die Fenster aufreisen, aber ohne wirklichen Luftzug könnte das auch ein Problem werden. Mal abgesehen davon, gerade im Winter wird m.E. keiner im Nachbarzimmer solange die Fenster auflassen, bis das Badezimmer vollständig "getrocknet" ist. Also müsstest du m.E. hier min. einen elek. Lüfter einbauen, der die feuchte Luft vom Badezimmer dann ins angrenzende Zimmer weiterleitet. Sorry, aber so was ist m.E. eine Schrott-Lösung bzw. eine reine Notlösung. Desweiteren wäre es schon sehr Sinnvoll, das es im Badezimmer einen Heizkörper gibt, aber der ist da wahrscheinlich in diesem Wohnklo auch nicht vorgesehen, oder?

    Desweiteren, mal angenommen der Mieter lüftet nicht richtig und da du ja auch ausschließlich nur an Studenten vermieten willst, die i.d.R. auch keine Dauermieter darstellen, willst du jedes mal bei Mieterwechsel im schlimmsten Fall dann das Bad wegen Schimmelproblemen sanieren müssen oder ggf. Mietminderungen in kauf nehmen, falls sich wegen fehlender Belüftungsmöglichkeit Schimmel bildet?

    Mein Rat an dich wäre hier, wenn du in Immobilien investieren willst, dann hole dir erstmal eine zum selber bewohnen bzw. eine gescheite Wohnung!


     
  11. #10 kofferradio, 26.08.2016
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    Nur mal so als Anhaltspunkt:
    Ich war heute zum ersten mal bei einer ZV in Düsseldorf, auch 1-Zimmer-Appartment, nicht die schlechteste Lage, 24qm, Erdgeschoss, kein Balkon. Von außen wirkt das Objekt eher schäbig. Vermietet für 340 Euro warm. Verkehrswert: 37.000 Euro. Balkonsanierung anstehend per Sonderumlage, anteilig ca. 2.000 Euro.
    Das Ding ging allen ernstes weg für 60.000 Euro. Ich bin immer noch fassungslos.
     
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  12. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Na das sind natürlich Auswüchse, die sehr wahrscheinlich aus der Lage und den knappen Angebot resultieren. Anderseits, sie es doch mal so, selbst wenn du in 20-30 Jahren nur noch den selben Preis oder vieleicht sogar weniger bekommst, immerhin bekommst du sehr wahrscheinlich dann auch noch einen halbwegs ordentlichen Preis, selbst im schlimmsten Fall.
    Bei welcher Anlageform mal abgesehen von Edelmatallen oder ähnlichem, kannst du halbwegs sicher sein, das du überhaupt noch was zurück bekommst.
    Ganz ehrlich, ich kann jeden Griechen, Russen, Engländer usw, verstehen der sich sagt, im zweifel ist der Spatz in der Hand besser, als die Taube auf dem Dach. Davon abgesehen, kaufen Sie mal die gleiche Wohnung in London, Paris oder Rom. Dann merken Sie erst wie billig Deutschland ist.
     
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  13. #12 immodream, 26.08.2016
    immodream

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    Hallo,
    wenn man hier im Ruhrgebiet von einem Makler ein Haus für 300 000 € angeboten bekam und der Makler sagte " machen sie mal ein Angebot " war damit gemeint , man bietet 250 000 € und einigt sich dann je nach Geschick und Nachfrage irgendwo dazwischen.
    Wenn man heute ein Angebot in einer guten Lage bekommt und der Makler sagt 300 000 € , erwartet man , das man irgendwo zwischen 325 000 € oder mehr bietet.
    Wir haben in den letzten Wochen mehrere Mehrfamilienhäuser von Privat für das zwölffache der Nettomiete angeboten bekommen.
    Aufgrund der Miethöhe und Bausubstanz ein korrektes Angebot.
    Obwohl für die Objekte die Notartermine im Einvernehmen festgelegt worden sind, wurden wir immer kurz vorher überboten.
    Es ist Geld ohne Ende da. Die Leute haben Angst um die Euroentwertung oder eine Aufbewahrungsgebühr für ihr Erspartes.
    Deshalb wird vollkommen kopflos und bar jeder kaufmännischen Berechnung gekauft.
    Alle deine vollkommen logischen Argumente will einfach keiner mehr hören.
    Hauptsache die " Kohle " ist angelegt . Bei Nullzinsen fürs Ersparte sind doch bereits 2-3 % Rendite eine tolle Anlage.
    Grüße
    Immodream
     
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