Erwachsene Mieterin aus Kinderheim (betreutes Wohnen) - hat jemand Erfahrungen?

Diskutiere Erwachsene Mieterin aus Kinderheim (betreutes Wohnen) - hat jemand Erfahrungen? im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, ich bin neu hier und hoffe, dass ich ein paar hilfreiche Tipps erhalte: Ich möchte eine 1-Zimmer-Wohnung vermieten. U.a. hat sich eine...

tychy

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Hallo, ich bin neu hier und hoffe, dass ich ein paar hilfreiche Tipps erhalte:

Ich möchte eine 1-Zimmer-Wohnung vermieten. U.a. hat sich eine Interessentin gemeldet, die, wie sich erst im Rahmen der Besichtigung herausgestellt hat, in einer betreuten Einrichtung der ev. Kirche wohnt. Sie wird dort behandelt, da sie an Essstörungen litt.
Ihre Betreuerin hat sie begleitet und teilte mit, dass die junge Frau (20, angehende Abiturientin) so stabil sei, dass sie nun auch allein leben könnte (mit regelmäßigen Besuchen durch die Betreuerin). Die Miete und alle weiteren Kosten würde die Einrichtung übernehmen.
Beide waren sehr nett, teilten jedoch mit, dass viele Vermieter Vorbehalten hätten. Ich habe keine Erfahrung mit so einer Konstellation. Grundsätzlich würde ich der Frau die Wohnung geben.
Muss ich auf etwas Besonderes achten? Hat jemand Erfahrungen (gute/schlechte) mit dieser Art der Vermietung? Der Vertragspartner ist nun mal nicht die Mieterin, sondern eine 3. Partei!
Vielen Dank im Voraus!
 
Andres

Andres

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Muss ich auf etwas Besonderes achten?
Als erstes würde ich genau abklären, wer mein Vertragspartner wird. "Die ev. Kirche" wird das eher nicht, wohl eher eine der diversen Einrichtungen der Kirche. Es sollte sich dabei unbedingt um einen anerkannten Träger der Wohlfahrtspflege handeln, denn das ist der sicherste Weg, eine Konstellation aus der gewerblichen Weitervermietung zu umgehen, § 565 BGB. Liegt gewerbliche Weitervermietung vor, wird die Bewohnerin zu deiner Mieterin, wenn die Einrichtung (d.h. dein Vertragspartner) den Vertrag kündigt. Das will man in dieser Konstellation eher vermeiden.

(20, angehende Abiturientin)
Nächster Punkt: Was macht die Frau nach dem Abitur? Könnte es sein, dass sie in unter einem Jahr wieder weg ist? Das mag man positiv sehen, allgemein sehe ich es aber eher negativ: In unter einem Jahr suche ich schon wieder einen neuen Mieter.

Als nächstes sollte im Vertrag namentlich festgehalten werden, an wen die Wohnung überlassen wird. Nicht dass diese Einrichtung dort nach dem absehbaren Auszug der Frau dort den nächsten Problemfall unterbringt, mit dem du dann vielleicht nicht mehr einverstanden bist.

Beide waren sehr nett, teilten jedoch mit, dass viele Vermieter Vorbehalten hätten.
Das ist für mich ein Warnsignal. Es ist bei mir praktisch immer schief gegangen, wenn beim ersten persönlichen Treffen über nicht anwesende Dritte gejammert wird. Egal ob Ex-Partner, Ex-Vermieter, andere Vermieter, Arbeitgeber, Behörden ... . Rein empirisch: Finger weg.

Nicht dass nicht schon alleine die Tatsache, dass mir die Essstörung der Frau ungefragt(?) auf die Nase gebunden wird, ebenfalls für mich ein Warnsignal ist. Welche Relevanz hat das für mich? Ich kann mir schon denken, wie das gemeint ist (die Frau gefährdet sich höchstens selbst und fällt nach außen nicht auf), aber ich habe trotzdem Bauchschmerzen.

Der Vertragspartner ist nun mal nicht die Mieterin, sondern eine 3. Partei!
Erstens möchtest du diese Aussage sprachlich noch etwas ... glätten. Außerdem muss auf der persönlichen Ebene klar sein, dass in praktischen Angelegenheiten die Bewohnerin deine Ansprechpartnerin ist. Wenn das Wasser von der Decke tropft, erwarte ich, dass sich die Bewohnerin mit mir in Verbindung setzt, auch wenn rechtlich gesehen (im Verhältnis zu mir) nur die Mieterin in der Pflicht ist. Das muss nicht nur so abgesprochen sein, sondern ich muss auch das Gefühl haben, dass das alle Beteiligten verinnerlicht haben. Unter solchen Umständen habe ich dann auch kein Problem damit, wenn Eltern oder sonstige Personen, die nicht in der Wohnung wohnen werden, mein Vertragspartner sind.


Am Ende ist das Bauchgefühl entscheidend. Meines passt nicht.
 

Ferdl

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Nicht dass nicht schon alleine die Tatsache, dass mir die Essstörung der Frau ungefragt(?) auf die Nase gebunden wird, ebenfalls für mich ein Warnsignal ist.
das würde ich in diesem Fall nicht so sehen. Dieser Art Einrichtungen sagen eigentlich immer wo die Probleme ihrer Klienten liegen. Bei einem nicht betreuten Mieter wäre es für mich eher so wie Andres sagt.
Zu klären wäre erstermal wer tatsächlich Mieter wird, die Einrichtung oder die zukünftige Bewohnerin?
Einrichtungen geben manchmal auch Referenzen raus, also die Adresse von anderen Vermietern. In der Tat ist es für Einrichtungen aller Art schwierig Mietwohnungen zu finden.
 

tychy

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Danke für die ehrlichen und direkten Feedbacks, die mein erstes, etwas mulmiges, Gefühl bestätigen.
Andres hat es durchaus auf den Punkt gebracht. 1. Was ist in einem Jahr? Ist sie immernoch da oder muss ich mich wieder nach einem Nachmieter umsehen?
2. Bei Problemen kann es juristisch ggf. kompliziert werden. Geht also irgendetwas schief, ärgert man sich über sich selbst, weil man man es hätte ahnen können!
Ich werde ihr (leider) absagen!
Einen schönden Abend!
 
Goldhamster

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Hallo...
schwierig, man möchte ja helfen.

Aber wie gestaltet man rechtssicher den Vertrag, wenn der Vertragspartner denn die Einrichtung ist und die Wohnung überlässt.
Geht* sowas "nur auf den einen speziellen Mieter bezogen"? @Andres

DER HAMSTER

* @dots : ich weiß, hat keine Beine.. kann nicht gehen
 

ehrenwertes Haus

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Nicht dass nicht schon alleine die Tatsache, dass mir die Essstörung der Frau ungefragt(?) auf die Nase gebunden wird, ebenfalls für mich ein Warnsignal ist. Welche Relevanz hat das für mich? Ich kann mir schon denken, wie das gemeint ist (die Frau gefährdet sich höchstens selbst und fällt nach außen nicht auf), aber ich habe trotzdem Bauchschmerzen.
Ohne Betreuung stimme ich dem zu.

Mit Betreuung möchte ich den Grund dafür gerne wissen, auch wenn hier ein Interessen nicht antworten muss. Wird dieser verschwiegen ist das für mich ein KO-Kriterium. Der Punkt für mich ist dabei, ob Probleme mit anderen Hausbewohnern absehbar sind oder nicht.

Mit Betreuung, möchte ich auch den Umfang der Betreuung wissen. Mir ist wichtig, dass auch Wohnungsangelegenheiten inbegriffen sind.
In den Mietvertrag kommt dann ein Passus, dass der jeweilige Betreuer von seiner Schweigepflicht gegenüber dem VM entbunden und für mich ebenfalls ein direkter Ansprechpartner ist. Änderungen im Betreuungsumfang (soweit mietrechtlich relevant), Betreuerwechsel (einschließlich Kontaktdaten) sind unverzüglich bekannt zu geben.
Laut meinen Anwälten kann eine solche Induvidualvereinbarung gerichtsfest sein, ausprobieren mussten wir es noch nicht.


1. Was ist in einem Jahr? Ist sie immernoch da oder muss ich mich wieder nach einem Nachmieter umsehen?
Das läßt sich mit einem beiderseitigen Kündigungsverzicht für max. 4 Jahre vermeiden. Ob das sinnvoll ist, hängt von den Zukunftsplänen der jungen Frau ab.
Im Wesentlichen schließt man damit Eigenbedarfskündigungen aus und bindet den Mieter für eine Mindestdauer an den Mietvertrag.
Kündigungen sind damit generell ausgeschlossen, grobe Fehler darf sich ein Mieter trotzdem nicht leisten (fristlose Kündigung).

Eine Ausnahme, bei der ein Kündigungsverzicht unwirksam sein bzw. werden kann, wäre ein ausbildungsbedingter Ortswechsel der jungen Frau.
 
Andres

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Aber wie gestaltet man rechtssicher den Vertrag, wenn der Vertragspartner denn die Einrichtung ist und die Wohnung überlässt.
Geht* sowas "nur auf den einen speziellen Mieter bezogen"? @Andres
Ja. Der Regelfall im Mietrecht (übrigens auch außerhalb von Wohnraum) ist ja, dass der Mieter die Mietsache überhaupt nicht an Dritte überlassen darf, bevor der Vermieter nicht die Zustimmung erteilt hat. Im Wohnraum muss der Vermieter die Zustimmung bei berechtigtem Interesse erteilen - aber nur für die teilweise Überlassung, nicht für die vollständige. Bei der hier beabsichtigten Konstruktion ist der Vermieter also völlig frei, ob er die Gebrauchsüberlassung akzeptiert. Daher kann man auch problemlos im Vertrag vereinbaren, dass die Wohnung zum Gebrauch an Frau Eva-Maria Musterfrau-Sonnenschein überlassen werden darf. Ansonsten bleibt die Gebrauchsüberlassung beschränkt wie gehabt.
 
immodream

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Hallo,
ich habe einen etwas anders gelagerten Fall.
Ein Paar, welches unter Betreuung steht , hat durch Vermittlung eines Wohlfahrtträgers ( Caritas oder ähnliches ) vor Jahren eine Wohnung angemietet.
Kaution wurde vom Träger gestellt, man versprach ,sich um das Paar zu kümmern .
Nach wenigen Monaten waren die beiden so zerstritten, das die Frau bei Nacht und Nebel verschwand.
Seitdem haust der Mann alleine in der Wohnung.
Miete wird regelmäßig von irgendeinem " Amt " bezahlt, Wohnung ist dann irgendwann nach seinem Auszug oder Ableben kernsanierungsbedürftig .
Eigentlich wird er von einem Rechtsanwalt betreut .
Die Betreuung besteht darin, das er regelmäßig eine Trupp vom diakonischen Werk vorbeischickt, der dann Bad und Küche vom Unrat befreit und einen Anhänger voll Säcke abfährt.
Ich weis , das ist mir auch mit Mietern, die nicht unter Betreuung stehen, passiert.
Trotzdem bin ich nach Jahren kein Gutmensch mehr und versuche nicht mehr an Menschen zu vermieten, die schon als Problemfall angekündigt werden.
Wenn schon Jemand am Telefon sagt " ich suche für " sage ich schon "danke nein ".
Grüße
Immodream
 

Hutchinson Hatch

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Ich nehme eher keine Leute, die zum ersten Mal einen eigenen Haushalt führen. In Summe mit den anderen Schilderungen würde ich hier ablehnen.
 
immodream

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Hallo Hutchinson Hatch,
da habe ich wieder gute Erfahrungen mit jungen Menschen die von ihren Eltern das Wort Haushalt gelernt haben.
Oft kommen da die Eltern noch mit, geben einem für " Notfälle " noch die eigene Handynummer mit .
Und wenn ihre Kinder in Urlaub oder an der Uni sind, sieht man die Väter beim Renovieren und die Mütter beim Aufräumen und putzen .
Und irgendwer hat dann immer die Kaution gestiftet und sorgt für eine regelmäßige Mietzahlung , obwohl doch viele Studenten angeblich ihre 450 € Jobs verloren haben.
Wenn du sie nicht nimmst, ich nimm sie gerne als Mieter.
Bitte nur nicht mit der Berufsbezeichnung Arbeitssuchend oder Hartz4.
Grüße
Immodream
 

Hutchinson Hatch

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Hallo immodream, hier in dem kleinen "Städtchen" gehen alle in Frage kommenden Heranwachsenden, die bei mir unterkommen könnten, aus dem Ort weg. Wer hier hin zieht, ist dann eher die letzte Kategorie. Also ist meine Herangehensweise eher spezifisch für meine Stadt...

EDIT: Hier gibt es kein Kino, keine Clubs, für U30 ist die Stadt kulturell tot.
 
dabescht

dabescht

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Ich hatte mal eine "lustige" Konstellation:

Abgewohnte Wohnung und leider keine Zeit zu sanieren (was meine bevorzugte Strategie ist).
Ein Pärchen Mitte 30 kommt und sucht für den "Vater" (alleinstehende Frührentner) von ihm. Amt zahlt Miete bis zum Höchstsatz. Rest zahlt er. Kaution in Bar bei Übergabe. Um Vati will man sich kümmern (kochen, waschen, putzen, Behördengänge). Betreuungsvollmacht hatte der "Sohn"

Mangels geeigneterer Bewerber habe ich vermietet.

Ergebnis: Kümmern wurde quasi augenblicklich eingestellt. Man habe sich verstritten. Die ganze Formulare hab dann natürlich ich ausgefüllt. Irgendwann hab ich dann erfahren, dass es gar nicht der Vater von ihm ist. Sie hatten nur die gleiche Ex-Ehefrau. Der angebl. Sohn hatte die Ex-Frau vom Rentner geheiratet und deren Namen angenommen und sich dann von ihr geschieden. Deshalb der gleiche Nachnamen. Warum er sich dann um seinen "Vorgänger" zumindest zeitweise kümmerte weiß der Geier... Laut Meldebestätigung wohnten sie sogar 12 Monate zusammen.
Das Mietverhältnis lief dann für mich soweit ok. Allerdings eben auch erhöhter Betreuungsaufwand. Nach zwei Jahren fing dann der "Sohn" allerdings an die Miete vom Amt nicht mehr an mich zu überweisen. Ich sah schon einer langwierigen Räumungsklage mit sozialer Härte etc. vor mir.

In einer Kneipe beim Saufen hat dann aber der Rentner tatsächlich einen Deppen (keine Vorbeziehung!) gefunden der die Betreuung für ihn übernommen hat. (mit Gesundheitsvorsorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Finanzen!)
Der Saufkumpan (so sah er auch aus) hat dann sogar eine neue Wohnung für ihn gefunden und nach 12 Monaten alle Mietschulden bezahlt.

Glück gehabt und Nie wieder....
 

Hansi3000

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Als Vermieter mit dem Wunsch zu helfen an eine Vermietung heranzugehen, ist oft der Anfang vom Ende. Irgendwelche mündlichen Aussagen stellen sich in der Praxis oft als völlig wertlos heraus. Und am Ende hat man als Vermieter das Problem an der Backe.

Wenn allerdings die Einrichtung als Mieter im Vertrag steht, könnte man über eine Vermietung nachdenken. Auch stellt sich die Frage, ob für die Wohnung noch bessere Mieter in Frage kommen. Falls ja, würde ich deine Interessentin eher ablehnen.
 

Papabär

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Die Betreuung besteht darin, das er regelmäßig eine Trupp vom diakonischen Werk vorbeischickt, der dann Bad und Küche vom Unrat befreit und einen Anhänger voll Säcke abfährt.
Sieh es doch mal positiv ... die haben damit nicht einmal den Hausmüll belastet (obwohl sie das ja durchaus hätten machen können).

Also ich habe mit der Vermietung an die Caritas keine wirklich schlechten Erfahrungen gemacht. Allerdings vermieten wir denen meist keine Einzelwohnungen, sondern möglichst gleich mehrere Wohnungen im gleichen Aufgang. Da gab es in den letzten Jahren nur einen einzigen Vorfall, der mich an den Rand des Wahnsinns gebracht hatte - und der fing mit einem abgebrochenen Schlüssel an, führte über diverse vertausche Schließzylinder und endete bei einem mehrfach fehlerhaft fortgeschriebenem Schließplan. Da hatten Eigentümer, Schlüsseldienst und Mieter jahrelang Hand in Hand gearbeitet und sich redlich bemüht die Ordnung der Schließanlage durcheinander zu bringen. (= ich habe fast ein dreiviertel Jahr gebraucht, bis ich das alles erst mal herausgefunden und sortiert hatte um dann beim 3. oder 4. Versuch endlich den richtigen Nachschlüssel bestellen zu können).
 
immodream

immodream

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Hallo Papabär,
wenn man an Mieter vermietet, bei denen die Caritas Ansprechpartner ist, kann ich mir vorstellen, dass die sich auch um die zu Betreuenden kümmern.
Meine zu betreuenden Mieter haben zweimal einen Anwalt als Betreuer gehabt.
Der Erste hat sich um nichts gekümmert, das Zweite gibt sich Mühe, ist aber so alt und tüdelig , das er eigentlich selber fast einen Betreuer benötigt.
Grüße
Immodream
 

Dschei2

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Ich denke, wie immer, man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren.
Bei uns ein Mieter steht auch unter Betreuung (von der AWO), ich habe den Betreuer noch nie gesehen, bekomme aber immer wenn er wechselt per Mail eine Kopie der Betreuungsurkunde, schicke ihm dafür immer die Nebenkostenabrechnung per Mail.

Habe aber wenig Probleme, wenn man das zwischenmenschliche mal ausblendet. Der Mieter selber hat einen Putzwahn und seine Mutter kümmert sich viel. Da sie im Ort im Eigenheim wohnt, denken wir, sie hat es mit ihm unter einem Dach nicht ausgehalten, jetzt müssen wir halt seine Anfälle ab und zu aushalten.

Einmal ist er fast ausgeflippt, weil doch der PVC in der Wohnung (der sicher 10 Jahre alt war) so ausgegast hat, dass er Atemnot bekommt. Nachdem es gar keine Ruhe gab, haben wir dann mit ihm und seinen Eltern schriftlich vereinbart, dass wir die Wohnung (ca. 60 qm) komplett fliesen. Er ist für eine gute Woche auf eigene Kosten (bzw. sicher auf Kosten der Eltern) ins Hotel gezogen während wir die Arbeiten durchgezogen haben. Die monatliche Mieterhöhung zahlen die Eltern extra, da sie über dem Satz liegt, was das Amt zahlt.

Ein anderes Mal hat er beim WC-Putzen soviel Klopapier dort hineingeschmissen, dass es eine kolossale Verstopfung gab. Der Installateur konnte sie selbst mit seiner Spirale nicht beseitigen. Er hat dann das WC ausgebaut und draußen durchgespült (Wohnung im EG mit eigenem Eingang) und dabei sicher 3 zusammengenüllte Rollen Papier rausgezogen ....

Wie gesagt, wenn es nicht sein muss, vermietet man nicht an solche Kandidaten. Aber ich habe so 3 oder 4 Wohnungen im Bestand, die dem aktuellen Anspruch normaler Mieter nicht entsprechen. Und ich denke, das ist ein guter Deal: diese Menschen müssen irgendwo wohnen und ich brauche auch hierfür Mieter.

Geld muss natürlich fließen ...
 
immodream

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Hallo Dschei2,
bei unseren letzten beiden noch Kern zu sanierenden Wohnungen zahlen unsere etwas speziellen Mieter oder deren staatlichen Sponsoren die auch irgendwann fällige Sanierungskosten .
Wird sich irgendwann auch von selbst erledigen .
Grüße
immodream
 

Ferdl

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Ich finde solche speziellen Mieter mit Betreuung angenehmer als die speziellen Mieter ohne Betreuung.
Da hat man im Zweifel einen Ansprechpartner der seehr daran Interessiert ist das der Betreute seine Wohnung nicht verliert. Wenn der/die Betreute zufrieden mit der Wohnung ist, erkennt man meist das sie sich wenigstens Bemühen...
Die Bekloppten ohne Betreuung können wesentlich Anstrengender sein.
 
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