ETW: Welche Kosten kann ich an Mieter weiter geben?

Diskutiere ETW: Welche Kosten kann ich an Mieter weiter geben? im Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Moin zusammen, laut Wirtschaftsplan kommen auf mich pro Jahr folgende Kosten zu: Verwaltung: 150 Schornsteinfeger: 30 Reparatur/Rücklage:...

  1. #1 cocacola-light, 30.08.2012
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    Moin zusammen,
    laut Wirtschaftsplan kommen auf mich pro Jahr folgende Kosten zu:

    Verwaltung: 150
    Schornsteinfeger: 30
    Reparatur/Rücklage: 300
    Wasser/Kanal: 200
    Versicherungen: 100
    Hausmeister/Garten: 150
    Sonst. Kosten: 50
    ____
    980 (pro Monat 82 Euro)

    Kann ich diese Kosten 1:1 an den Mieter weitergeben, als Nebenkosten? Oder nur bestimmte Teile davon? Wenn ja, wie muss ich das aufteilen?

    Sorry für diese wahrscheinlich "blöde" Frage, aber bin ja noch ein Frischling :verrueckt009:

    DANKE!
     
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  3. #2 Martens, 30.08.2012
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    Das Vertragsverhältnis zwischen Mieter und Vermieter ist im Mietvertrag geregelt. Dort steht, welche Kosten an den Mieter weitergegeben werden dürfen.

    Das Vertragsverhältnis des Eigentümers zur WEG hat damit nichts zu tun.

    Christian Martens
     
  4. #3 cocacola-light, 30.08.2012
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    Also verstehe ich das richtig, dass ich in den Mietvertrag diese mtl. 82 Euro als Nebenkosten rein schreiben darf und der Mieter muss die zahlen? Oder darf ich bestimmte Dinge evtl. nicht als Nebenkosten ansetzen?
     
  5. #4 Tobias F, 30.08.2012
    Zuletzt bearbeitet: 30.08.2012
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    Grundsätzlich sind die Kosten der Verwaltung, Zuführung Instandhaltungsrücklage und Reparaturkosten nicht umlegbar.
    Aber i.d.R. wirst Du von Deinem Verwalter eine Jahresabrechnung erhalten in der zwischen umlegbaren und nicht umlegbaren Kosten differenziert wird.

    Umlegbar sind aber auch die Kosten der Grundsteuer, welche nicht in der Hausgeldabrechnung enthalten sind.

    Näheres findest Du hier: http://www.deutschesmietrecht.de/index.php/betriebskosten/betriebskostenverordnung.html
     
  6. #5 Papabär, 30.08.2012
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    Ömm ... nur mal so zur Irritation:

    Nicht umlagefähig sind u. U. Teile der Hauswartkosten, soweit dieser auch Reparaturen und Verwaltungsleistungen macht.

    Ich hab´ grad die Woche gelernt, dass der WEG-Verwalter nicht zwischen umlagefähig und nicht umlagefähig unterscheiden muss bzw. kann, da ihm die Mietverträge in der Regel nicht vorliegen.
     
  7. #6 Tobias F, 30.08.2012
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    Sorry, aber als WEG-Verwalter kann ich sehr wohl unterscheiden welche Kosten lt. Betriebskostenverordnung auf Mieter umlegbar sind, und dies ist auch in der Hausgeldabrechnung darstellen.

    Zudem ist es als Verwalter auch durchaus möglich, und sicherlich auch üblich, zu unterscheiden und entsprechend zu verbuchen, ob z.B. der Hausmeister Reparaturen ausführt und auch diese entsprechend zu verbuchen.
     
  8. #7 Papabär, 30.08.2012
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    Kann oder muss?

    Ich will dem WEG-Verwalter um Gottes Willen nicht absprechen, dass er zu einer Aufteilung gem. Betriebskostenverordnung in der Lage wäre ... die Frage ist doch ob er dazu verpflichtet ist.

    Er soll ja auch Mietverträge geben, in denen einzelne Positionen der BetrKV eben nicht als umlagefähig vereinbart ist.
     
  9. #8 Tobias F, 31.08.2012
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    KANN auf jeden Fall. Und i.d.R. wird dies wohl auch so gemacht (so auch in den mir von anderen WEG-Verwaltern vorliegenden) Hausgeldabrechnungen.


    Dann ist der Vermieter selbst daran Schuld. Die Hausgeldabrechnung stellt auch keine Verpflichtung für den Vermieter da sich an die dort getroffene Aufteilung in umlagefähig bzw. nicht umlagefähig zu halten. Sie ist lediglich eine Hilfe bei der Erstellung der Abrechnung gegenüber Mietern.


    Nur, dass alles hat mit der ursprünglichen Frage längst nichts mehr zu tun.
     
  10. #9 Papabär, 31.08.2012
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    Mag sein ... ich hatte nur das Gefühl, das die (eigentlich vollständige) Antwort in #2 nicht in allen Teilen des Sendegebietes verstanden wurde.

    Und möglicherweise wird es den Fragesteller ja trotzdem interessieren.
     
  11. Berny

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    Das verstehst Du falsch. Du darfst in einen MV nichts 'reinschreiben.
     
  12. #11 Martens, 31.08.2012
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    Sofern wir WEG-Abrechnungen für die Eigentümer machen, buchen und kennzeichnen wir einzig für die WEG-Abrechnung. Das ist unser Auftrag, sonst nichts.

    Wie ich eingangs schon schrieb, ist das Rechtsverhältnis zwischen Vermieter und Mieter ein eigenes und unabhängig von der WEG. Ich kann also in der WEG-Abrechnung gar nicht kennzeichnen, was in irgendeinem Mietverhältnis als umlagefähige Kosten vereinbart ist.

    Der Vermieter sollte sich mit der Betriebskostenverordnung auseinandersetzen, da steht, welche Kosten grundsätzlich umlagefähig sind. Ein neu zu vereinbarender Mietvertrag kann dann alle gesetzlich umlegbaren Kosten enthalten.

    Sofern es um ein bestehendes Mietverhältnis geht, muß man den bestehenden Mietvertrag lesen und interpretieren, umlagefähig ist dann alles das, was dort vereinbart wurde, sofern die Vereinbarungen gültig sind.

    Christian Martens
     
  13. Jobo45

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    Als Kundenservice macht es sich gut wenn der Verwalter die Abrechnung in die beiden Bereiche "möglichen abrechenbaren und nicht erlaubten abrechenbaren Kosten unterteilt und zwar unabhängig vom Wissen über die einzelnen Vertragsmodalitäten zwischen Vermeiter und Mieter.
     
  14. Berny

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    "Als Kundenservice..."
    Weshalb sollte ich etwas machen, wozu ich nicht gebeten wurde?
     
  15. Jobo45

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    Um dich von den anderen Verwaltungen positiv zu unterscheiden, tut man Dinge die eben nicht vertraglich festgelegt sind!
    Ein für mich guter Verwalter gestalltet auch seine Jahresabrechnung und Bericht übersichtilich und klar verständlich obwohl er "vertraglich" wohl nicht dazu verpflichtet wäre.
     
  16. #15 Tobias F, 31.08.2012
    Tobias F

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    Also meine "Eigentümer" sind dankbar dafür, zudem die Konten nur einmalig entsprechend zugeordnet werden müssen.
     
  17. #16 Martens, 31.08.2012
    Zuletzt bearbeitet: 31.08.2012
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    Das hat nichts mit Kundenservice zu tun.

    Ich stehe nur ungern für etwas grade, das ich nicht überblicken kann. Da ich im Zweifelsfalle nicht alle Mietverträge kenne und daher nicht weiß, welche Kosten jeweils umlegbar sind und welche nicht, treffe ich in der WEG-Abrechnung dazu keine Aussage.

    Wenn ein Eigentümer hierzu Informationen wünscht, kann er in der Betriebskostenverordnung nachlesen oder mich direkt fragen. Ohne Kenntnis des jeweiligen Mietvertrages kann ich aber auch keine Aussage machen, die über den Inhalt der Betriebskostenverordnung hinausgeht.

    Übersichtlich und klar verständlich sind Eigenschaften, bei denen letztlich der Richter festlegt, ob sie erfüllt sind, es gibt da diesen "objektiven Empfängerhorizont". Wir haben leider auch Eigentümer, die einen gewissen Hang zum gewollten Unverständnis haben, denen werden wir es nie recht machen können.

    Abrechnung werden daher grundsätzlich so gestaltet, daß sie möglichst in einem Gerichtsverfahren Bestand haben.
    Ob jedoch jeder Eigentümer diese Darstellung für übersichtlich und klar verständlich hält, kann nicht der Maßstab meines Handelns sein.

    Christian Martens
     
  18. Syker

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    Hallo Martens,


    Wenn in der Hausgeldabrechnung die Kosten,
    die nach BetrKV umlagefähig sind und als solche gekennzeichnet sind,
    ändert dies doch nichts an der WEG-Abrechnung allgemein,
    oder sehe ich das falsch?

    Wenn ein VM jetzt die Hausgeldabrechnung als Grundlage für die Betriebskostenabrechnung des Mieters nimmt,
    und diese Abrechnung fehlerhaft ist,
    weil im MV anderes vereinbahrt wurde,
    hat der VM ein Problem,
    aber m.E. nicht der WEG-Verwalter.

    VG Syker
     
  19. #18 Tobias F, 31.08.2012
    Tobias F

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    Natürlich hat das etwas mit Kundenservice zu tun, und Arbeit macht es auch nicht.
    Wenn man dann noch die Hausgeldabrechnung mit folgendem Satz beendet "Mietvertragliche Regelungen gehen der hier getroffenen Unterscheidung in umlagefähig/nichtumlagefähig vor." ist man auch rechtlich zu 100% auf der sicheren Seite.

    Aber es kann ja jeder für sich entscheiden was er unter SERVICE versteht.
     
  20. #19 Papabär, 31.08.2012
    Papabär

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    Ob nun Kundenservice oder nicht ... der WEG-Verwalter ist zu einer solchen Aufteilung nicht verpflichtet.

    Aufgrund der vorgegebenen Angaben kann man die Eingangsfrage daher nicht abschließen beantworten - außer man verweist auf den Mietvertrag.
     
  21. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Da gehen wohl die Meinungen deutlich auseinander.
    Und genau darum geht es doch, dass gemäß der Betreibskostenverordnung die Abrechnung gekennzeichnet wird, nicht mehr und nicht weniger.

    Mußt Du Deine Abrechnungen vom Richter prüfen lassen? Es gibt sehr wohl Grundlagen der grafischen und satztechnischen Gestalltung um eine Übersichtlichkeit auch in der Darstellung zu erziehlen. Wenn dann auch noch die Daten vor dem Richter stand halten hast Du die perfekte Abrechnung.

    Beste Vorraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit. Hoffentlich hast Du in Deinen Verwalterverträge auch Deine Reaktionszeiten bei Schadenmeldungen, Deine Bearbeitungsdauer von Angebotsanforderungen usw. genau definiert, denn sonst gibt es ja keinen Maßstab für Dein Handeln.(kopfschüttel)
     
Thema: ETW: Welche Kosten kann ich an Mieter weiter geben?
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