existenzbedrohende situation

Dieses Thema im Forum "Fristen" wurde erstellt von ceppo, 19.06.2007.

  1. ceppo

    ceppo Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    nachdem ich im Mai letzen Jahres umgezogen bin, hat meine ehemalige Vermieterin mir rückwirkend bis 2002 Nachzahlungen für die Nebenkosten präsentiert. Abgesehen davon das ich nicht glaube das sowas überhaupt zulässig ist habe ich versucht eine Ratenzahlung mit ihr zu vereinbaren und zwar für die Nachzahlungen 2004,2005 und 2006. Das ist doch der Fristbereich der mit einer Abrechnung 2006 zulässig ist, oder?

    Ich habe ihr erst 50€ monatlich angeboten, sie wollte aber hundert. Nach einigem hin und her habe ich ihr 100€ angeboten, worauf sie wieder sagte es sei ihr zu wenig.

    Nun droht mir eine Gerichtsverhandlung weil sie beim Amtsgericht Klage eingereicht hat. Sie fordert sage und schreibe über 4000€ , dazu kommen Zinsen und Gerichtskosten so das es auf über 6000€ anwächst. Darf sie überhaupt Zinsen geltend machenm, wo ich doch die ganze Zeit Raten angeboten habe (auch in der von ihr zuerst gewünschten Höhe). Ich habe ihr mehrmals meine finanzielle Situation geschildert (Alleinverdiener mit geringem Einkommen in einer vierköpfigen Familie) und das es mir nicht Möglich ist anders als in Raten zu zahlen.

    Ich kann mir ja nochnicht einmal einen Anwalt leisten, werde also zusätzlich vor Gericht demontiert und muss dann wohl auchnoch den gegnerischen Anwalt bezahlen? Angesichts solcher Summen werde ich schon regelrecht krank und bekomme ernsthafte seelische Probleme.

    Was kann ich in so einer Situation tun?

    Danke für jede Hilfe,
    Christian
     
  2. AdMan

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  3. Capo

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    Gehe schleunigst zum Mieterbund und vergiß die Unterlagen nicht. Die paar Euro sind in so einem Fall gut angelegt. Verliere keine Zeit und mache das sofort, sonst ist es schnell zu spät.
     
  4. ceppo

    ceppo Neuer Benutzer

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    aber helfen die auch wenn soetwas schon im Gang ist? Mir ist so als hätte ich mal das Gegenteil gehört...
     
  5. #4 lostcontrol, 19.06.2007
    lostcontrol

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    da hast du richtig gehört.
    nur wenn man bereits 3 monate zahlendes mitglied im mieterschutz bund ist, kann man den inbegriffenen rechtsschutz beanspruchen.
     
  6. #5 Martens, 19.06.2007
    Martens

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    moin Namensvetter,

    habe ich das richtig verstanden, der Vermieter hat JETZT die Betriebskostenabrechnungen seit 2002 präsentiert? Das ist prima und anständig von ihm, Du hast nämlich ein Recht darauf, die Abrechnungen zu erhalten.

    Nachzahlungen aus den Abrechnungen kann der Vermieter aber nur fordern, wenn er die Abrechnungen fristgemäß erstellt, also innerhalb eines Jahres nach Ende der Abrechnungsperiode.

    Vorausgesetzt, die Abrechnungsperiode ist das Kalenderjahr, dann kann der Vermieter also grad noch die Nachzahlung aus der Abrechnung 2006 geltend machen, mehr nicht.

    Ich denke, damit verringert sich Dein Problem schon mal um ein gutes Stück, vor allem, wenn Du im Mai 2006 schon ausgezogen bist, diese Abrechnungsperiode also nur anteilig zu zahlen hast. :)

    Der zweite Schritt ist, daß man die Abrechnungen genau prüft! Wenn der Vermieter so schlunzig ist, daß er vier Jahre keine Abrechnungen erstellt, dann fehlt ihm meist auch die nötige Übung in der Erstellung ordentlicher Abrechnungen.

    Reden würde ich mit dem Vermieter gar nicht mehr, nur noch schriftlich auseinandersetzen, das macht manchmal Mühe, dafür ist aber hinterher nachweisbar, wer wann was geäußert hat, gerade wenn es um Angebote von Ratenzahlungen etc. geht.

    Überlege einmal, ob Du nicht das Geld für eine anwaltliche Beratung hast, damit die Abrechnung 2006 zumindest genau geprüft werden kann.

    Wo auf dieser Welt wohnst Du denn?
    In Berlin wüßte ich jemanden, der Dir helfen könnte... :wink

    Keine Ahnung, wie das mit dem Mieterbund ist, aber ich könnte mir schon vorstellen, daß die keinen Rechtsschutz für komplette newbies anbieten wollen, das ist bei jeder Rechtschutzversicherung auch so.

    trotzdem viel Erfolg,
    Christian Martens
     
  7. #6 lostcontrol, 19.06.2007
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    also ich kann da nur aus meiner eigenen erfahrung sprechen:
    ich kam auch mal mit einem laufenden problem ganz neu zum mieterschutzbund freiburg und man hat mir ausdrücklich gesagt, dass ich zu diesem problem kein anrecht auf rechtsschutz hätte, man müsse mindestens 3 monate mitglied sein, wenn das problem entsteht, damit man ANWALTLICHE hilfe vom mieterschutzbund bekommt.
    beratung und hilfe habe ich aber natürlich trotzdem bekommen.
     
  8. ceppo

    ceppo Neuer Benutzer

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    Danke, Christian,

    das deutet auf jedenfall einen leichten Lichtblick an. Ich wohne bei Celle, aber ich glaube nicht das ich mir einen Anwalt leisten kann. Werde aber nochmal nachsehen was soetwas kosten würde..

    Ich werd auf jedenfall als erstes Prozesskostenbeihilfe beantragen, das erleichtert die Sache mit dem Anwalt evtl.

    besten Gruß,
    Christian
     
  9. #8 lostcontrol, 19.06.2007
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    in jedem falle kannst du beim zuständigen amtsgericht kostenlos rechtshilfe bekommen.
    frag da mal nach, das hilft dir auf jeden fall für den moment weiter - ob es dann nötig sein wird, die prozesskostenbeihilfe tatsächlich zu nutzen (den antrag zu stellen schadet in jedem falle mal nicht) muss sich ja erst noch zeigen, vielleicht kriegt ihr das ja auch ohne prozess hin (martens hat ja schon erklärt, dass es für die betriebskostenabrechnungen fristen gibt, die hier ganz klar nicht eingehalten wurden - somit bist du ja schon einen teil der sorgen los und die rechtshilfe wird dir da sicher kostenlos ein entsprechendes briefchen aufsetzen).
     
  10. Heizer

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    Ich höre immer Anwalt und Mieterbund :stupid

    Da in dem Fall die Rechtslage so klar ist würde ich mich sogar auf die Verhandlung freuen und vor allem auf das dumme Gesicht des Vermieters wenn er ihm die Betrieb- und Heizkostenverodnung um die Ohren haut.

    An Deiner Stelle würde ich garnichts zahlen da die Klage zu 99,9% abgewiesen werden wird wenn dem so ist wie Du geschildert hast.

    Wie bereits schon erwähnt kann Dein Vermieter noch maximal eine Nachforderung für den Abrechnungszeitraum 2006 geltend machen. Für alle älteren Abrechnungszeiträume kann er keine Nachzahlungen mehr einklagen.
     
  11. ceppo

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    danke Euch für die Antworten.

    Jetzt frage ich mich allerdings mittlerweile wie es sein kann, daß die Vermieterin sich einen Anwalt genommen hat und der sie in diese Richtung unterstützt? Wenn es so klar ist daß sie im Endeffekt gar keine Handhabe hat?
    Irgendwo muss da doch noch ein Haken sein, oder?
     
  12. #11 Martens, 19.06.2007
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    moin Christian,

    ein Anwalt ist immer Partei, dafür wird er bezahlt!

    Davon abgesehen, nicht jeder Anwalt kennt jedes Fachgebiet, und ein fordernder Brief ist locker aus dem Handgelenk diktiert, vielleicht zahlt der Mieter ja?!

    Laß Dich nicht ins Boxhorn jagen, blos weil auf dem Briefbogen irgendwas mit Anwalt steht, muß das Schreiben inhaltlich nicht zutreffend sein.

    bis denn,
    Christian Martens
     
  13. ceppo

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    danke! jetzt kann ich das ganze schon etwas ruhiger betrachten und es belastet mich nicht mehr so dermaßen
    :)
     
  14. Dr.No

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    Wenn Du es ruhig betrachten willst lies mal § 556 BGB Abs 3 und 4:

    "(3) Über die Vorauszahlungen für Betriebskosten ist jährlich abzurechnen; dabei ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten. Der Vermieter ist zu Teilabrechnungen nicht verpflichtet. Einwendungen gegen die Abrechnung hat der Mieter dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist kann der Mieter Einwendungen nicht mehr geltend machen, es sei denn, der Mieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten.

    (4) Eine zum Nachteil des Mieters von Absatz 1, Absatz 2 Satz 2 oder Absatz 3 abweichende Vereinbarung ist unwirksam. "


    Aber lass uns doch mal ein bischen an dem Spass teilhaben:

    1. Wie verteilen sich die Nachzahlungsbeträge auf die einzelnen Jahre?

    2. Was steht in Deinem Mietvertrag zu Betriebskosten? Am besten tippst Du das
    ma ab.

    3. Wie sieht Deine Abrechnung denn aus, kannst Du das Ding mal einscannen oder abtippen?

    Ich bin mir sicher, die Experten hier werden das ein oder andere finden was nicht
    korrekt ist.
     
  15. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Oh Yippi. Abrechnungauseinanderpflücken, da bin ich dabei :banana
     
  16. #15 Martens, 20.06.2007
    Martens

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    also Christian,

    bessere Angebote kannst Du nicht bekommen!

    Die Abrechnung 2006 scannen und hier einstellen, ich kann Dir auch unsere Faxnummer schicken, wenn das für Dich einfacher ist - und dann fühlen wir der "Kollegin" mal den Puls!

    Im Ernst, es gibt praktisch keine Betriebskostenabrechnung, an der sich nicht etwas zum Meckern findet, schade für die Verwalter.

    bis denn,
    Christian Martens
     
  17. ceppo

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    Hi, danke für euer Angebot. Ich hab die hier nicht griffbereit, werde aber heute Abend mal Fotos schießen und dann hier reinstellen.

    bis dahin,
    Christian

    ok, hab die sachen in den Anhang gepackt.
    Was bedeutet denn dieser seltsame Satz beim gerichtlichen Mahnbescheid:
    Der Antragsteller hat erklärt, dass der Anspruch von einer Gegenleistung abhänge, diese aber erbracht sei.

    Von was für einer erbrachten Gegenleistung ist da denn die Rede?

    besten Dank für eure Hilfe
     
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