Falsche Abrechnung des Vorverwalters abgelehnt. Und nu???

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von halunke, 29.02.2016.

  1. #1 halunke, 29.02.2016
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    Guten Abend allerseits,

    folgender Fall: Verwalterwechsel im Jahr 2015. Die Abrechnung 2014 wird noch durch den alten Verwalter erstellt. Die WEG beschließt mit 2/3 Mehrheit. Bei der Versammlung 2015 ergeht folgender Beschluss:

    "Die durch den Vorverwalter erstellte Abrechnung wird in der vorliegenden Form mehrheitlich abgelehnt
    Ja 54800 Nein 45200

    Die WEG lehnt eine gerichtliche Auseinandersetzung ab. Der Eigentümer xy (der mit den 54800 MEA :)) wird bzgl. der Abrechnung 2014 auf eigene Kosten anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen."


    Und jetzt? Wie aus der neuen Abrechnung ersichtlich, hat Eigentümer xy weder die (falsche) Abrechnungsspitze bezahlt, noch ist er oder ein Anwalt in irgendeiner Art und Weise an den Vorverwalter herangetreten. Der neue Verwalter hat zu diesem Thema seit 12 Monaten nicht mehr verlauten lassen. Geht um ca. 200 €.

    Irgendwie komme ich nicht ganz klar. 2/3 Mehrheit ist bei der Ablehnung (nicht Genehmigung) der Abrechnung nicht erreicht worden. Finde die Beschlussformulierung etwas wirsch aber so steht's da halt. Ist der neue Verwalter angehalten die Abrechnungsspitze der "falschen", Abrechnung 2014 zu vereinnahmen obwohl diese nicht beschlossen wurde, oder wie soll das weitergehen? Der neue Verwalter soll die Abrechnung im übrigen nicht korrigieren, da die Kosten der Erstellung einer neuen Abrechnung den eigentlichen Streitwert überschreiten würden.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Ich find's immer wieder klasse: Die Leute werden in der Schule mit den Klassikern der deutschen Literatur vertraut gemacht und können am Ende nicht einmal eine Pizza unfallfrei bestellen. Auf die Idee, einen Beschluss so zu formulieren, dass "Ja" eine Ablehnung bedeutet, muss man erst einmal kommen.


    Wer stört sich an der aktuellen Situation? Davon hängen die weiteren Schritte ab.


    Sicher nicht, denn mit welcher Begründung sollte er das tun? Es ist keine Abrechnung beschlossen worden.


    Mal davon abgesehen, dass der Streitwert einer Jahresabrechnung nicht einfach die Höhe einer strittigen Position ist, ist hier wesentlich mehr Streitpotenzial vorhanden, als dir klar zu sein scheint. Nochmal: Es ist keine Abrechnung beschlossen worden. Bisher steht also alles, was im fraglichen Abrechnungsjahr passiert ist, noch in den Sternen.
     
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  4. #3 halunke, 29.02.2016
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    Naja mein Bestreben ist natürlich, dass Eigentümer xy irgenwann mal seine Nachzahlung aus der Abrechnung 2014 leistet. Das die fehlende 2/3 Mehrheit der Zustimmung zur Ablehnung (ist das kompliziert :)) die Genehmigung der Abrechnung zur Folge hat, fällt vermutlich unter die Kategorie Wunschdenken oder? Ich meine mal im Ernst....was soll man(n) denn da machen. Ein neuer Beschluss würde ja mit dem selben Ergebnis enden, egal wie der formuliert wird.
     
  5. #4 Tobias F, 29.02.2016
    Zuletzt bearbeitet: 29.02.2016
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    Tolle Formulierung. Ich bin dafür das wir dagegen sind ;-)



    Anwaltliche Hilfe - gegen was? Die Abrechnung ist nicht beschlossen, also gibt es auch nichts wogegen er vorgehen könnte. Denn ohne Beschluss sind es nur bedruckte Seiten.




    Und was soll der neue Verwalter machen? Es gibt keine beschlossene Hausgeldabrechnung 2014 und somit nichts vorauf sich der Verwalter berufen könnte um eine Forderung zu stellen.



    Das ist inzwischen völlig gleichgültig, denn ihr hättet den Beschluss binnen 1 Monats anfechten müssen.



    Auf welcher Rechtsgrundlage sollte er denn?



    Dann müsste ihr die alte, fehlerhafte, Abrechnung beschließen. Sonst geht nichts.
     
  6. #5 Tobias F, 29.02.2016
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    Da die Abrechnung 2014 nicht beschlossen wurde, muss KEINER der Eigentümer eine Nachzahlung leisten, und der Verwalter darf auch keinem Eigentümer ein Guthaben auszahlen.
    Darüber solltet ihr euch im klaren sein.
     
  7. #6 halunke, 29.02.2016
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    Schon geschehen. Nachzahlungen wurden geleistet und Guthaben ausgezahlt. Der einzige der nicht gezahlt hat ist xy. Also Erstattung der Nachzahlungen/Guthaben und fröhlich weiter. Für die Zukunft siehts dann so aus das Abrechnungen die xy nicht zusagen nicht beschlossen werden, da die 2/3 Mehrheit nicht erreicht wird? Kanns ja irgendwie auch nicht sein.
     
  8. #7 Tobias F, 29.02.2016
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    Wie lustig ist das denn?
    Wer ist denn so ...... und leistet Nachzahlungen solange die Abrechnung nicht beschlossen ist?
    Und welcher Verwalter ist so ..... Guthaben auszuzahlen die sich aus einer Abrechnung ergeben (würden) die nicht beschlossen ist?
     
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  9. #8 halunke, 01.03.2016
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    Eigentümer sind Laien und der Verwalter macht's hauptberuflich. Wenn das in der Versammlung so kommuniziert wird geht scheinbar so einiges.
     
  10. Andres

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    Ziemlich, solange man nicht selbst in einer Haupt- oder Nebenrolle an dieser Komödie beteiligt ist. :009sonst:


    Zumindest auf eine dieser beiden Fragen ahne ich die Antwort. Hilft aber auch nicht weiter,


    Ist es auch nicht. Auf Erstellung und Beschluss einer korrekten Abrechnung als Bestandteil einer ordnungsmäßigen Verwaltung haben alle Eigentümer einen Anspruch. Da der alte Beschluss nicht mehr anfechtbar ist, muss also ein neuer Beschluss her. Vielleicht will man vorher mal zusehen, dass die Abrechnung, die man versucht zu beschließen, möglichst korrekt ist. Das könnte im nachfolgenden Rechtsstreit - so Eigentümer xy wieder den Beschluss der Abrechnung verhindert - dem Rest der Gemeinschaft nicht zu knapp Geld sparen.


    Das ist zwar eine Erklärung, hilft aber auch nicht wirklich weiter. Wenn ich selbst keine Ahnung habe, muss ich mich eben schlau machen und/oder beraten lassen. Dass Eigentümer xy kaum alle Hebel in Bewegung setzen wird, um endlich seine Nachzahlung leisten zu dürfen, sollte aber auch einem Laien klar sein.
     
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  11. #10 PHinske, 01.03.2016
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    Der neue Verwalter sollte angesprochen werden, damit er seinen Fehler aus eigenen Stücken wieder glatt bügelt.

    Das heißt:
    a) Rückerstattung der Nachzahlung an die Eigentümer, die schon bezahlt haben und
    b) Rückforderung der Auszahlungen bei den Eigentümern, die etwas bekommen haben.

    Die WEG ist ungerechtfertigt bereichert durch die Zahlungen der Eigentümer und die "ausgezahlten" Eigentümer sind ebenfalls ungerechtfertigt bereichert.

    Ich würde das Thema beim Verwalter schriftlich zur nächsten Eigentümerversammlung anmelden.
    Hierzu gehört auch ein TOP "Beschluss über einen Schadenersatzanspruch gegen den Verwalter".
    Dieser sollte dann zum Tragen kommen, wenn die "ausgezahlten" Eigentümer nicht freiwillig zurück überweisen.

    Was ist das denn für ein Verwalter, der sich solche Schnitzer erlaubt?
    Ich glaube nicht, dass man dieses Verhalten noch unter "grob fahrlässig" einsortieren kann.

    MfG PHinske
     
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  12. #11 Fremdling, 01.03.2016
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    Also verlangt der neue Verwalter mehr als € 200,- für eine neue HGA 2014 durch ihn? Wird der Betrag zurecht beanstandet? Falls ja, versuchsweise diesbezügliche Korrektur der alten Abrechnung durch alten Verwalter (Goodwill)? Dann HGA 2014 unter einem TOP zur nächsten Versammlung beschließen.

    Wieviele Eigentümer seid Ihr? Könnt Ihr ggf. mit geteiltem Leid (€ 200,- : X) leben, das unter Erfahrung verbuchen und einen gemeinsamen Weg mit dem "54800 MEA" Richtung Verabschiedung HGA 2014 gehen, damit Ihr vorwärts kommt?
     
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  13. #12 halunke, 01.03.2016
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    Eine Korrektur durch den alten Verwalter durch "Goodwill" wird vermutlich nicht möglich sein. Der gute ist nen Tag älter und weiß nicht so wirklich was da von Ihm verlangt wird. D.h. selbst wenn er wollte, würde er die Angelegenheit vermutlich eher verschlimmbessern. Ich habe leider die Vermutung, dass zwecks genauen Nachweis des Differenzbetrages (danke für den Hinweis Streitwert) eine neue Abrechnung gewünscht wird, da die Meinungen bzgl. der Höhe differieren. Da diese Abrechnung teurer wird als die maximale Angabe des Differenzbetrages, will die keiner....und so drehen wir uns im Kreis.....etwas tricky die Sache. Fraglich ist auch, ob der neue Verwalter die Korrektur der Abrechnung 14 leisten kann, die Abrechnung 15 ist nämlich auch nicht das gelbe vom Ei aber das ist ne andere Sache. Es sind übrigens 5 Eigentümer.

    Den höchsten Differenzbetrag zu teilen und unter Lehrgeld abzubuchen finde ich einen guten Vorschlag, alles andere scheint mir Richtung Formalismus zu driften. Bin mal gespannt. Wenn ich das richtig verstehe, müsste die WEG den alten Beschluss aufheben und einen neuen treffen, nach welchem die Eigentümer eine höhere Belastung erwartet als nach dem vorherigen Beschluss. Das ganze wieder mit 2/3 Mehrheit. Ich glaub in die Versammlung nehme ich mir was zu knabbern mit. :)
     
  14. #13 Fremdling, 01.03.2016
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    Aufheben nicht, denn der nicht angefochtene Beschluss lautet doch bisher, die HGA 2014 nicht zu beschließen. Neuen Beschluss ja, nämlich die korrigierte HGA 2014 (mit welcher Korrektur auch immer) zu beschließen. - Viel Glück!
     
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  15. #14 PHinske, 01.03.2016
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    Wo holst du eigentlich immer diese 2/3-Mehrheit her?
    Ist das eine Vorgabe/Vereinbarung in der Teilungserklärung?

    Normalerweise laufen solche Beschlüsse mit einfacher Mehrheit in einer beschlussfähigen Versammlung.

    MfG
    PHinske
     
  16. #15 Fremdling, 01.03.2016
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  17. #16 halunke, 01.03.2016
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    Dann sage ich erneut besten Dank. Ich werde berichten wie es weiter vorangeht. Bei dieser "WEG - Verwalter" Kombination gibt's demnächst bestimmt weiteren heiteren Diskussionsbedarf.
     
  18. #17 halunke, 01.03.2016
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    Nun eine Diskussion ob die Kontostände zur Abrechnung gehören und ob die erstmalige (und einmalige) Begehung der Liegenschaft zwecks Trinkwasseranalyse in die Heizkostenabrechnung gehören oder nicht. Unstrittig ist zum Glück, dass die selbe Rechnung nicht 1 x in die Heizkosten und 1x in die Instandhaltung gebucht werden sollte. Warum kann eigentlich jeder Verwalter werden aber wenn ich mehr als 5 Leute im Auto habe brauche ich nen Personenbeförderungsschein.
     
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    Meine Meinung: Das gehört nicht in die Heizkostenabrechnung.
    Weil Heizkosten sind Betriebskosten, und in der Betriebskostenverordnung steht, dass Betriebskosten Kosten sind, die laufend entstehen.

    Du schreibst:
    Das ist m.E. nicht "laufend", sondern - wie von dir geschrieben - einmalig.

    Quelle: https://dejure.org/gesetze/BetrKV/1.html
     
  20. #19 halunke, 01.03.2016
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    Sehe ich auch so aber scheinbar nicht alle. Naja, ich warte jetzt auf die Versammlung und dann sehen wir weiter.
     
  21. Andres

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    Weil beides falsch ist.
     
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