Fassadendämmung als tickende Zeitbombe

Diskutiere Fassadendämmung als tickende Zeitbombe im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Gerade ein aktueller Fall aus Nürnberg als worst-case-Szenario, bin gespannt, wann andere Bauaufsichtsbehörden da aktiv werden:...

  1. #1 immobiliensammler, 31.10.2018
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    Gerade ein aktueller Fall aus Nürnberg als worst-case-Szenario, bin gespannt, wann andere Bauaufsichtsbehörden da aktiv werden:

    http://www.nordbayern.de/region/nue...asser-eigentumer-bangen-um-existenz-1.8252619

    Hintergrund auf die Schnelle:
    Fünf Hochhäuser in Nürnberg-Langwasser, in den 60er/70er Jahren für Bundesbedienstete gebaut (hier: Post/Eisenbahn), dann an die Deutsche Annington (jetzt: Vonovia) privatisiert, von dieser dann als ETW weiterverkauft. - Wer die Ecke kennt: U.a. das gegenüber dem Messehaupteingang.

    Jetzt kommt heraus, dass die Fassaden mit brennbaren Material gedämmt sind und alles runter muss, es stand eine Zeit lang sogar eine Räumung der Häuser (390 Bewohner) im Raum.

    Auf die ETW-Besitzer kommen wohl 20 - 50 TEUR Sonderumlage pro Wohnung zu. Ist nicht gerade die beste Wohnlage Nürnbergs (Langwasser hat einen relativ hohen Anteil Osteuropäer (sorry, meinte Deutsche mit osteuropäischer Herkunft)), diejenigen die damals als Mieter von der DA gekauft gehaben und selbst drin wohnen haben das Geld wohl nicht auf der Bank liegen. Ich denke nach der Sanierung kann man einige Wohnungen billig in der ZV erwerben .....
     
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  3. #2 Benni.G, 31.10.2018
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    Wird bis Weihnachten jetzt nur die bisherige Wärmedämmung ausgebaut oder auch schon neue angebracht?
    Wer trägt die Mehrheizkosten der Bewohner, soweit sie keine Eigentümer sind?
     
  4. #3 immobiliensammler, 31.10.2018
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    Stand in einem anderen Artikel zu dem Thema: Die Mieter müssten sich keine Sorgen machen, alle Kosten müssten die Vermieter tragen. Auch eine Modernisierungserhöhung sei ausgeschlossen, da ja nur eine Wärmedämmung durch eine andere ersetzt werde.
     
  5. #4 Benni.G, 31.10.2018
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    Man kann doch annehmen, dass die Dämmung von 2018 besser ist, wie die ursprüngliche Dämmung von 1965, die 1995 weiterverwendet wurde.
    Insoweit sollte ein Bruchteil der Kosten schon für die Modernisierung drauf gehen.
     
  6. #5 immobiliensammler, 31.10.2018
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    Naja, der Redakteur könnte bei seinen Kenntnissen vom Miet-/Immobilienrecht auch beim Mieterbund arbeiten ....

    In einem anderen Artikel schreibt er z.B., dass Vonovia als größter deutscher Immobilienbesitzer hier den Eigentümern helfen müsse, sorry, die haben das ganze Ende der 90er als ETW verkauft (und wohl selbst nicht von den Fassadenproblemen gewusst) und sind nur noch WEG-Verwalter.
     
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  7. #6 ehrenwertes Haus, 31.10.2018
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    Naja, dann hat der Journalist doch Recht.
    Die Vonovia muss helfen:
    Angebote einholen, Arbeiten vergeben und die ET los werden, für die diese Sonderumlage das finanzielle KO bedeutet...

    Vielleicht kann sich noch ein Teil der ET einigermaßen retten über vesteckte Mängel, Architektenhaftung (die müssen ja von dem Murks gewußt haben), wenn sich das noch nachvollziehen läßt.
     
  8. #7 immobiliensammler, 31.10.2018
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    Ernsthaft jetzt? Ich bin im Baurecht nicht so firm, aber bei einer Anbringung der Fassade vor über 50 Jahren und der letzten Sanierung in 1995 (bei der der ursprüngliche Fehler wohl - warum auch immer - nicht aufgefallen ist), ist da nicht wirklich alles absolut verjährt?
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 31.10.2018
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    Ob das in diesem Fall klappen kann bin ich mir auch nicht sicher, ganz ausschließen möchte ich das aber nicht.

    Mir ist 1 Fall bekannt (von einer meiner Immos), da wurde die eigentlich auf 30 Jahre befristete Architektenhaftung vom OLG aufgehoben und auf Lebenzeit verlängert. Grund für die Aufhebung der befristeten Architektenhaftung war ebenfalls das nicht zugelassenes Baumaterial verwendet wurde.
    Das Urteil ist aber schon älter (ich glaube Ende der 1970er war Endurteil). Ich weiß nicht, wie sich die Rechtslage seither geändert hat.
     
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  10. #9 immobiliensammler, 31.10.2018
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    Unterstellt die Haftung besteht, dann wäre das ja noch lustiger. Bauherr damals (60er) war ja die Deutschbau, und die wurde - nach diversen Umwegen - mit der Vonovia fusioniert. Die WEG-Verwaltungs-Tochter der Vonovia müsste jetzt also ernsthaft prüfen, ob die Muttergesellschaft (Rechtsnachfolgerin der Bauherrin) für den Schaden haftbar ist - wird sicher lustig werden!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinnützige_Deutsche_Wohnungsbaugesellschaft
     
  11. Bovary

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    Das übliche Spektrum bei Pfusch am Bau ist ja, dass der Bauträger längst nicht mehr existent ist. Inwiefern man einen einzelnen Architekten dann belangen kann, ist wohl mit den üblichen Risiken - insbesondere der Zahlungsunfähigkeit - belastet. Was mich wundert, ist die Zeitschiene, die jetzt gefahren wird. Das brennbare Zeug scheint Jahrzehnte da drauf und nun muss es binnen kurzer Frist ab sein...Die Eigentümer wissen noch nicht einmal was für Kosten auf sie zukommen. Woher nimmt der Verwalter das Geld, um die Maßnahme jetzt durchzuführen?
     
  12. Bovary

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    ...ich könnte mir gut vorstellen, dass Vonovia bei Übernahme Vorkehrungen getroffen hat, in wie auch immer gearteten Schadensfällen der Alt-Firma eben nicht einstehen zu müssen....
     
  13. #12 ehrenwertes Haus, 31.10.2018
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    Naja die Tochter-Firma wird dem Mutterkonzern nicht ans Bein pinkeln, solange keiner der ET einen guten Anwalt hat und Druck macht.

    Mir tun die Eigentümer zwar leid, weil die können nichts für den Murks.
    Trotzdem finde ich sowas interessant, vom rechtlichen Aspekt betrachtet.
     
  14. #13 immobiliensammler, 31.10.2018
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    Hier weitere Artikel, auch zur Zeitschiene:

    http://www.nordbayern.de/region/nue...-hochhausern-muss-weg-1.8205273?searched=true

    http://www.nordbayern.de/region/nue...ahr-hochhausbewohner-konnen-bleiben-1.8212523
     
  15. #14 Hannoveraner, 04.11.2018
    Hannoveraner

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    Bereits seit Anfang der 80er Jahre dürfen in Deutschland in Hochhäusern dieser Höhe keine brennbaren Materialien in der Fassadenbekleidung verbaut werden. Bei einem Brand darf weder Rauch entstehen noch ein brennendes Abtropfen der Materialien stattfinden. Aus baurechtlicher Sicht war u. ist vorgeschrieben, das die Fassaden bei Hochhäusern dieser Höhe aus nicht brennbaren Baustoffen der Feuerwiderstandsklasse A1-A2 auszuführen waren/sind.Was die Qualität der Wärmedämmung betriffe, sie ist nicht besser sondern nur dicker geworden.
    Die Vorgaben nicht brennbare Baustoffe wurde bewusst bei der Sanierung dieser Fassaden missachtet. Somit ist es aus meiner Sicht Vorsatz. Sowohl Planer, ausführendes Unternehmen und Bauherrn trifft eine Schuld.
    Wurde auf ein preisgünstigeres Material wie z.B. Wärmedämmverbund-Systemen (WDVS) auf Polystyrol-Basis zurückgegriffen, was man vermuten kann, so sind hier schwerentflammbar/normalentflammbar B1-B2 Materialien verwendet worden.
    Was für mich noch bedenklicher in unserem System ist, ist die Tatsache, dass die klassischen Baustoffprüfungen auf reine Baustoffe und nicht auf Baustoffsysteme ausgelegt sind. Wie hier z.B. auf das WDVS. Inwieweit bei dieser vermuteten, unzulässigen Ausführung wenigstens ausreichend Brandriegel eingebaut wurden ist offen. Nach den heutigen Erkenntnissen reichten/reichen auch diese bei weitem nicht aus, um bei Fassadenbränden eine hohe Sicherheit zu bieten. Das spielt denke ich in diesem Fall keine Rolle, die baurechtlichen Vorgaben waren und sind klar und deutlich, nicht brennbare Baustoffe.

    Wer letztendlich die Zeche bezahlt ist offen und rein spekulativ kann man sich VW, Mercedes Audi, BMW und Co. als Paradebeispiel zu Gemüte führen.

    Nun Oliver, wie siehst du diese Sache? Ja Hannoveraner, da muss sich der Gesetzgeber endlich einmal gegen die Lobbyisten dursetzen. Ob das gelingt?
    Arme Eigentümer das wird nicht leicht für euch.:tröst
     
  16. #15 immobiliensammler, 24.11.2018
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  17. #16 ehrenwertes Haus, 24.11.2018
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    Das bestätigt nur meine persönliche Meinung über die Kompetenz und Herkunft der Großkopfeden der Frankenmetrolpole.
    Das sind Zuwanderer aus Schilda. Selbst die als eigenwillig und schwierig geltenden Urfranken können da nicht mithalten.
     
Thema: Fassadendämmung als tickende Zeitbombe
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