Fassadensanierung - welche Pflichten für Dämmung?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Battie, 12.05.2012.

  1. Battie

    Battie Benutzer

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    Hallo,

    bei uns steht eine Fassadensanierung an, es müssten einige wenige Putzschäden behoben werden. Außerdem muss der Anstrich erneuert werden, da die Farbe kreidet (nach Regen weiße Schlieren auf den Fenstern) und abblättert. Laut Aussage der Hausverwaltung, eines Maklers sowie 2/3 der Eigentümer (Konstellation ist wirr, ich weiß) müsste hier etwas getan werden. Das letzte Drittel hat der Sanierung zugestimmt bzw. gesagt "da muss ich ja zustimmen".

    Das zur Vorgeschichte.

    Nun stellt sich die Frage in wie weit eine weiter gehende Fassadendämmung gesetzlich vorgeschrieben ist, wenn die Fassadensanierung durchgeführt wird. Gibt es da im ENEV irgendwelche Richtlinien?

    Das Haus steht in Schleswig-Holstein.

    Müssen die Kosten dann entsprechend der WEG-Anteile verteilt werden?


    Vielen Dank für eure Meinungen
    Battie
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 12.05.2012
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    da gibt's keine vorschriften. kein mensch kann dich zwingen dein haus hermetisch mit plastik zu verpacken, zumal das auch bei weitem nicht überall so sinnvoll ist wie's einem die dämmstoff-lobby gerne weismachen will.
    meines wissens ist die einzige vorschrift, die man befolgen "muss" diejenige, dass man das dach bzw. den dachboden dämmt, mehr aber auch nicht.
     
  4. #3 Pfeifdireins, 13.05.2012
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    Dann geht es ja nur um den Anstrich. Das ist keine "Fassadensanierung" im Sinne der ENEV, meines Wissens - bin hier aber kein Fachmann - dann kann dir die ENEV egal sein.
    Bei einer kompletten Fassadensanierung könnte es schon sein, dass sonst die ENEV greifen würde, aber wie gesagt, kenne ich mich da nicht genau aus !
    Gruss,
    P.
     
  5. #4 Battie, 13.05.2012
    Zuletzt bearbeitet: 13.05.2012
    Battie

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    @lostcontrol:

    das Problem ist, dass im Rahmen der ENEV bestimmte Vorschriften gemacht werden, die einen tatsächlich zu Maßnahmen zwingen können.


    "Soweit bei beheizten oder gekühlten Räumen Außenwände


    a)

    ersetzt, erstmalig eingebaut

    oder in der Weise erneuert werden, dass

    b)

    Bekleidungen in Form von Platten oder plattenartigen Bauteilen oder Verschalungen sowie Mauerwerks - Vorsatzschalen angebracht werden,

    c)

    Dämmschichten eingebaut werden oder

    d)

    bei einer bestehenden Wand mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten größer
    0,9 W/(m²·K) der Außenputz erneuert wird,


    sind die jeweiligen Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten nach Tabelle 1 Zeile 1 einzuhalten. Bei einer Kerndämmung von mehrschaligem Mauerwerk gemäß Buchstabe c gilt die Anforderung als erfüllt, wenn der bestehende Hohlraum zwischen den Schalen vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt wird."


    Ich kann noch nicht sagen, was am Putz geschädigt ist oder zu welchem Teil der Altputz erneuert werden muss. Aber es treten Feuchtigkeitsschäden an Stellen auf, wo der Putz beschädigt ist und es bröckelt an anderen Stellen. Hat jemand schon Erfahrung mit solchen Maßnahmen gehabt?

    (abgesehen davon könnte eine Dämmung Sinn ergeben, da der Energieverbrauch sehr hoch ist. 90.000kw/h (Gas & Warmwasser, 350m2 und 4 Wohnungen))
     
  6. #5 lostcontrol, 13.05.2012
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    ja, erfahrung hab ich da schon - nur mussten wir keinen vollwärmeschutz anbringen, die wände waren gut genug.

    ich kann nur dringend empfehlen den wärmedurchgangskoeffizienten erstmal messen zu lassen - einfach "per se" plastik draufzupacken ist häufig garnicht sinnvoll (und rechnet sich dann auch garnicht).
    grad beim altbau kann man mit vollwärmeschutz durchaus auch mehr schaden anrichten (schimmelbildung usw.) als gutes zu erreichen, es kommt halt auch immer auf die bauweise an.

    was ist es denn für ein haus? materialien? konstruktion?
     
  7. #6 lostcontrol, 13.05.2012
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    klar, wo der putz beschädigt ist kann feuchtigkeit rein, ist ja logisch.
    meist passiert das, wenn zu lange nicht mehr gestrichen wurde. der fassadenanstrich hat ja normalerweise die aufgabe den putz zu schützen.
     
  8. Battie

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    und der Anstrich ist damals eher schlecht gemacht worden.

    Das Haus ist aus den 50ern, verputzter Klinker, etwa 50cm dicke Wände. Klassischer Siedlungsbau...
     
  9. #8 lostcontrol, 13.05.2012
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    wenn ihr wirklich 50cm-aussenwände habt, dann glaub ich nicht dass der wärmekoeffizient wirklich so schlecht ist, dass es einen vollwärmeschutz brüchte. habt ihr's messen lassen oder glaubt ihr unbesehen der dämmstoff-lobby (die grundsätzlich IMMER vollwärmeschutz empfiehlt)?

    p.s.: 50cm-aussenwände wären aber für 50er-jahre eher untypisch, da hat man eher dünnere wände gebaut. was ist's denn für ein material? könnte ja auch schon beton sein...
     
  10. #9 lostcontrol, 13.05.2012
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    sorry, seh's grad erst das mit dem "verputzten klinker". was hab ich mir darunter denn vorzustellen? meinst du vielleicht ziegel bzw. backsteine? "klinker" ist ja eigentlich was anderes...
     
  11. Battie

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    stimmt, Klinker ist ja was anderes. Ziegel/Backstein...gelb
     
  12. Battie

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    wir haben einen Architekten beauftragt, der auch ein Energiegutachten erstellt hat. 120mm Dämmung hält er für sinnvoll.

    Wenn wir hier ab Herbst die Heizung aus machen, ist es nach fünf Minuten kalt. Spätestens. (vielleicht sind es auch nur 40cm, war geschätzt)
     
  13. #12 lostcontrol, 13.05.2012
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    und wie war der wärmekoeffizient?
    architekten gehören meistens mit zur dämmstofflobby...

    wie alt sind die fenster?
    und wie dick sind die wände wirklich und aus was bestehen sie?
     
  14. Battie

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    so, hier nun ein paar Daten:

    Fenster: 1992, zweifach isolierverglast mit Kunststoffrahmen
    Außenwand: einschalig ohne Luft verputzt. U-Wert 6* Forderung gem. ENEV = 1,4
    außerdem steht dort bei den Wänden: EAW Putz 36cm HLZ Putz


    Kannst du damit etwas anfangen? Ich nämlich nicht ;-)
     
  15. #14 Pfeifdireins, 13.05.2012
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    90.000 kwh auf 350 qm im Jahr ...
    U-wert von 6 ...

    Also da würde ich nicht mehr überlegen !!!
    Wenn du das Geld hast, oder wenigstens zur Hälfte, machs, (ähm, isolieren natürlich) sofern das Mauerwerk die Bausubstanz das zulässt, dh. untenrum TROCKEN, das ist das A+O.

    Gruss,
    P.
     
  16. Battie

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    der U-wert entspricht dem 6fachen der Forderung nach ENEV. Liegt so um 1,4.

    ich bin ja auch eher für eine Dämmung, nicht zwingend aus Kostengründen, sondern aus raumklimatischen Gründen. Die Frage ist, ob die lieben Nachbarn quasi mitmachen müssen -> auf Grund von ENEV oder sonstigen Vorschriften.
     
  17. #16 McFelsen, 04.11.2012
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    Es gibt keine Pflichten, ob es mal in Zukunft welche geben wird ist fraglich. Die normal Bevölkerung ist Pleite.

    Ich würde darauf achten das das Dach gut ist, Isolierverglasung auf jeden Fall und man sollte rechtzeitig Schadhafte stellen an der Fassade bearbeiten. Auch wenn es Geld kostet haben alle was davon.

    Bei uns, auch ein Haus in Schleswig Holstein ( Nähe Hamburg ) wurde die Energetische Sanierung Radikal durchgeführt.

    Fazit:
    - je nach Wohnungsgröße zwischen 12000 - 16000 Euro Sonderumlage.
    - Heizkosten ( Fernwärme ) Ersparnis im Jahr an die 20 Euro
    - hälfte der Mieter und einige Eigentümer suchen verzweifelt eine bezahlbare Wohnung
    - Radikalisierung einiger Hauseigentümer / Mieter
    - Neue Mieter und Eigentümer kommen zu 100% aus Hamburg ( meist Akademiker ).

    Wirkt hier Haus wie eine Kulturbereicherung im negativen Sinn.
     
  18. GSR600

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  19. #18 ichdiebe, 12.06.2013
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    Aus meiner Sicht nicht. Bei einer Dachsanierung ist das z.B. anders. Da muss gedämmt werden nach der neuen Energieverordnung. Die meisten Dachdecker würden das auch gar nicht ohne Dämmen machen, weil sie im Zweifel dafür gerade stehen müssen.

    Bei der Fassade gibt es meines Wissens diese Pflicht nicht.
     
  20. RMHV

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    Losti, deinen dümmlichen Verfolgungswahn kannst du gerne für dich behalten.
     
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