Fehlende Zählerstände in Heizkostenabrechnung

Diskutiere Fehlende Zählerstände in Heizkostenabrechnung im NK - Ankündigungen! Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Guten Morgen allerseits. Ich bin Mieterin in einem großen Mehrfamilienhaus. Im letzten Frühjahr wurden hier in allen Wohnungen die...

  1. Bailey

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    Guten Morgen allerseits.

    Ich bin Mieterin in einem großen Mehrfamilienhaus. Im letzten Frühjahr wurden hier in allen Wohnungen die Heizkostenverteiler ausgetauscht - und wie es aussieht, wurden dabei die alten Zählerstände nicht erfasst oder sie sind verloren gegangen (Techem Funkablesung).
    Aufgefallen ist mir das bei der Prüfung meiner Nebenkostenabrechung 2018; da wurden bis zum Wechseltermin für alle Räume die identischen Verbrauchszahlen wie für das komplette Jahr 2017 abgerechnet, ab Wechseltermin die abgelesenen und noch gespeicherten Zählerstände.
    Was kann ich als Mieter tun? Widerspruch gegen die Abrechnung habe ich bereits eingelegt, die Nachzahlung erfolgt unter Vorbehalt.
    Welche Möglichkeiten hat der Vermieter? Anscheinend betrifft das Problem mehrere, vielleicht sogar alle Wohnungen. Kann er den Verbrauch schätzen oder den Gesamtverbrauch anteilig umlegen?
    Für hilfreiche Antworten im Voraus vielen Dank.
     
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  3. dots

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    Wenn er nicht total unfähig ist, wird er das bestimmt können.
     
  4. Bailey

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    DARF er den Verbrauch schätzen und wäre eine entsprechende Abrechnung rechtmäßig?
     
  5. dots

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    In der Regel werden die Kosten sowieso anteilig umgelegt. Die Frage ist doch, wem welcher Anteil zugeordnet wird bzw. welcher Umlageschlüssel verwendet wird.
     
  6. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Erlaube mir (zunächst) eine Gegenfrage: hast du die Heizkostenverordnung gelesen?
     
  7. Bailey

    Bailey Neuer Benutzer

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    Ja, aber da ich „nur“ Mieterin bin, habe ich leider nicht alle Verordnungen und Ausnahmen darin ganz verstanden. Deshalb auch meine Frage hier im Forum.
    Laut Abrechnung werden die Heizkosten zu 30% anteilig und zu 70% verbrauchsabhängig verteilt. Und diese 70% bestehen laut Abrechnung zu 70% aus meinem bereits abgerechneten Vorjahresverbrauch.
     
  8. #7 ehrenwertes Haus, 19.10.2019
    ehrenwertes Haus

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    Wenn du magst, kannst du die Abrechnung anonymisiert hier zeigen. Daraus werden unsere Spezis vermutlich schlauer als aus missverstandenen Angaben bzw. irrtümlich verdrehten Aussagen.
    Denn z.B. die stimmt ziemlich sicher nicht.
     
  9. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Sicher? Und, wenn ja: Warum?
    Wenn für den einen Teil des Jahres (der vielleicht zufällig 70% (wovon auch immer) beträgt oder entspricht), der Vorjahresverbrauch angenommen oder geschätzt wurde, dann kann die Aussage durchaus stimmen. Betonung auf "wenn".

    *daumen hoch*
    Aber bitte wirklich - wie ehrenwertes Haus schon sagte - auf die Anonymisierung achten.
     
  10. #9 ehrenwertes Haus, 19.10.2019
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    Kann schon sein, dass die Beträge identisch sind.
    Aber bereits abgerechneten Verbrauch nochmal in Rechnung stellen... kann man versuchen, kommt aber nicht gut, so eine Doppelverrechnung.
     
  11. Andres

    Andres
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    Ich halte das für einen Fall von § 9a Abs. 1 HeizkostenV, natürlich immer unter der Annahme, dass die geschilderten Umstände auch zutreffen, d.h. dass die Zählerstände tatsächlich unwiederbringlich verloren sind. Die Abrechnung nach dem Verbrauch des Vorjahres vorzunehmen, erscheint mir naheliegend, sofern das Problem das ganze Haus betrifft.

    Man kann nun streiten, ob die Voraussetzungen für eine Schätzung tatsächlich vorliegen. Wann ist ein Verbrauch "erfasst"? Wenn der Zähler ihn gezählt hat oder erst wenn der Zähler abgelesen wurde? Sehe ich (für den Vermieter) aber vorsichtig optimistisch ...


    Bitte mal den Fuß von der Leitung nehmen: Es geht hier um eine Schätzung des Verbrauchs 2018 auf Basis des erfassten Verbrauchs 2017. Auch wenn man das alles sicher deutlich sorgfältiger hätte formulieren können, ist doch der Kern der Frage deutlich erkennbar.
     
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  12. Bailey

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    Ich lade das später anonymisiert hoch, muss jetzt erstmal weg. Bis dahin schon mal vielen Dank für die Antworten.
     
  13. Bailey

    Bailey Neuer Benutzer

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    Nachstehend die Betriebskostenabrechnungen aus 2017 und 2018, aus denen ich nicht so ganz schlau werde:
     

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  14. Andres

    Andres
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    Also: Am 28.05.18 sind die neuen Zähler in Betrieb gegangen. Ab dann bis zum Jahresende liegen also "echte" Zählerwerte vor. Der Rest von 2018 musste durch Schätzung ermittelt werden. Nun hat man aber für diesen Zeitraum die vollen Ablesewerte für 2017 verwendet, also für einen Zeitraum Januar-Dezember statt nur für einen Zeitraum Januar-Mai. Dadurch ist die erste Jahreshälfte zu stark bewertet. Korrekt wäre es wohl gewesen, den Zeitraum mit Gradtagzahlen zu bewerten. Das wären 564,83 ‰, also so ganz grob die Hälfte.

    Bevor jetzt die große Freude über den gefundenen Fehler ausbricht: Ich bezweifle, dass das auf das Abrechnungsergebnis eine wesentliche Auswirkung hat, solange die Schätzung bei allen anderen Parteien auf die gleiche Art vorgenommen wurde. Wenn die techem-Abrechnung einen "Preis je Einheit" für den Verbrauch nennt, ist das grob irreführend: Rechnerisch mag es eine solche Größe geben, aber tatsächlich gibt es keinen Leistungspreis (wie du ihn z.B. von der Stromrechnung kennst, ct./kWh) sondern es wird nach dem Verhältnis der erfassten Einheiten abgerechnet. Wenn man aber jeden Wert mit dem gleichen Faktor multipliziert, hat das auf das Verhältnis keine Auswirkung.

    Ein Fehler entsteht erst durch die teilweise Schätzung. Beispiel: Angenommen jeder im Haus hätte 2017 und 2018 ganz genau gleich geheizt, nur du hast 2017 etwas mehr geheizt als 2018. Das führt nun zu einem Fehler in der Schätzung: Da ein Teil der Verbrauchswerte für 2018 auf der Schätzung von 2017 beruht, wird für dich nun auch für 2018 ein höherer Verbrauch angenommen. Soweit ist das nicht zu beanstanden - dass bei einer Schätzung nicht das exakte Ergebnis herauskommt, liegt in der Natur der Sache! Rechnet man so, wie es hier die techem getan hat, ist dieser Fehler aber fast doppelt so groß, wie er nach der von mir vorgeschlagenen Bewertung nach Gradtagzahlen wäre.

    Das geht aber in beide Richtungen: Hattest du 2017 ein relativ zu den anderen Parteien betrachtet geringeren Verbrauch, ist die Schätzung zu deinem Vorteil und die Schätzung auf die hier erfolgte Art noch mehr zu deinem Vorteil.

    Außerdem ist da noch ein anderer Fehler passiert: Der dritte Zählerwert war 2017 bei 642, wurde aber für 2018 nur mit 440 angenommen. Ob das beabsichtigt ist, weiß ich nicht. Es scheint aber keine Ausnahme zu sein, den 2017 wurden insgesamt 317.755,318 Einheiten erfasst, während für die Schätzung in 2018 dann nur noch 274.197,252 Einheiten übrig waren. Dafür mag es Gründe geben, aber ich kann sie bisher nicht erkennen.

    In Summe ist einfach fraglich, ob man hier wirklich den großen Aufstand proben will. Alle diese "Fehler" können sowohl zu deinen Gunsten als auch zu deinen Ungunsten ausfallen. Die gesamten Heizkosten sind um 11 % gesunken, dein Anteil nur um 8 %. Das spricht zumindest gegen ein völlig falsches Abrechnungsergebnis.
     
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  15. Bailey

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    Danke für die ausführliche Antwort, so ähnlich hatte ich es schon fast vermutet.

    Über den dritten Zähler bin ich auch gestolpert, der vierte ist in 2018 ganz verschwunden ‍♀️.
     
  16. sara

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    Oh, Andres hat das super erklärt, :148: da konnte ich meine Ausführungen die ich angefangen hatte doch gleich wieder löschen. :129:

    Ist denn der 4. Heizkörper dazu auch verschwunden?
     
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