Fensterreparatur Teilungserklärung vs. Rechtsprechung

Diskutiere Fensterreparatur Teilungserklärung vs. Rechtsprechung im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Guten Abend liebe Foren-Gemeinde, mich treibt aktuell folgende Frage um: In 1 meiner Eigentumswohnungen sind 2 Fenster defekt. Defekt heißt...

meister123nrw

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Guten Abend liebe Foren-Gemeinde,

mich treibt aktuell folgende Frage um:

In 1 meiner Eigentumswohnungen sind 2 Fenster defekt. Defekt heißt, dass die Fenster (ca. 12 Jahre alt) nicht mehr vollumfänglich schließen und nun fortwährend kalte Luft in die Zimmer dringt, was der Mieter (zurecht) moniert.

In der TE (aus den 60er Jahren) steht, dass die Fenster in jedem Falle zum Sondereigentum gehören und sämtliche Kosten der Reparatur oder des Austausches vom jeweiligen Sondereigentümer zu tragen sind.
Laut der aktuellen Rechtsprechung gehören Fenster aber zwingend zum Gemeinschaftseigentum.

Der Techniker hat einen Kostenvoranschlag in Höhe von ca. 1.300€ vorgelegt (Erneuerung Beschläge). Die Hausverwaltung ist jedoch der Meinung, dass diese Kosten von mir zu tragen sind, weil es so in der TE stehen würde.

Gilt tatsächlich eine TE aus den 60er Jahren noch immer höherwertiger einzuordnen als die Rechtsprechung des BGH?
Ich möchte mich jetzt auch nicht wegen der Hausverwaltung um diesen Betrag streiten, es geht mir eher um den theoretischen Aspekt.

Lieben Dank!
 

Ferdl

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Der Techniker hat einen Kostenvoranschlag in Höhe von ca. 1.300€ vorgelegt (Erneuerung Beschläge).
Zum theoretischen kann ich nichts beitragen da ich Gemeinschaftseigentum scheue wie der Teufel das Weihwasser.
Zum Praktischen, meine Meinung, mal "übliche" Fenstergrößen Unterstellt, sollte man um diesen Preis bequem neue Fenster bekommen. Jemand der sein Handwerk versteht sollte die Fenster für, ich schau mal n die Glaskugel, vielleicht um die 200 Taler einstellen können.
 
Andres

Andres

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Gilt tatsächlich eine TE aus den 60er Jahren noch immer höherwertiger einzuordnen als die Rechtsprechung des BGH?
Nein, aber zumindest nach meinem Verständnis der Rechtsprechung wird bei Teilungserklärungen im Gegensatz z.B. zu AGB wenig bis gar nicht auf einen Summationseffekt abgestellt. Das heißt: Wenn eine Klausel eigentlich zwei Dinge regelt, nämlich ...
In der TE (aus den 60er Jahren) steht, dass die Fenster in jedem Falle zum Sondereigentum gehören und sämtliche Kosten der Reparatur oder des Austausches vom jeweiligen Sondereigentümer zu tragen sind.
  1. die Zugehörigkeit zum Sondereigentum und
  2. eine Kostentragungspflicht
und eine dieser beiden Regelungen unwirksam ist (oder wird), dann ist die andere davon nicht betroffen. Während eine unwirksame Bestimmung zu Schönheitsreparaturen unter dutzenden wirksamen Bestimmungen also gerne mal die gesamte Vereinbarung zu Schönheitsreparaturen zu einem Fall für Rundablage P macht, sehe ich bei unwirksamen Bestimmungen in der Teilungserklärung keine derartigen Auslegungen.

Im Ergebnis steht dann eben die Auskunft der Hausverwaltung: Kein Sondereigentum, aber trotzdem Kostentragungspflicht.
 
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