Finanzamt lehnt AfA aufgrund von Schenkung ab

Diskutiere Finanzamt lehnt AfA aufgrund von Schenkung ab im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; Guten Tag, folgendes Problem: Ich habe von meinem Opa ein Haus im Rohbau 2015 als Schenkung erhalten. In diesem Schenkungsvertrag hat sich mein...

  1. #1 davidfrank1, 06.08.2019
    davidfrank1

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    Guten Tag,

    folgendes Problem:
    Ich habe von meinem Opa ein Haus im Rohbau 2015 als Schenkung erhalten. In diesem Schenkungsvertrag hat sich mein Vater dazu verpflichtet das Haus komplett auf seine Kosten fertigzubauen. Dem war auch so und das Haus wurde 2018 fertiggestellt und vermietet. Jetzt habe ich bei meiner Steuererklärung die AfA von 2% angegeben zur Abschreibung.

    Das Finanzamt hat mir diese jedoch verwehrt mit der Aussage da ich Laut Übergabevertrag keine Herstellungskosten hatte kann ich diese auch nicht abschreiben. Gilt hier nicht die Fußstapfentheorie ? Ich meine es gab Herstellungskosten und diese wurden auch schonmal durch das Finanzamt zur Grundsteuerfestlegung festgelegt. Diese hat jedoch mein Vater gezahlt weil sie Teil meiner "Überlassung/Schenkung" waren.

    Liegt das Finanzamt hier falsch oder warum kann ich hier die 2% nicht abschreiben?

    Vielen Dank und Lg
     
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  3. #2 RP63VWÜ, 06.08.2019
    RP63VWÜ

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    Findest Du nicht, dass hier die Kosten für einen Fachanwalt / Steuerberater nicht verschenkt, sondern sinnvoll genutzt wären?
    Oder erstellst Du dem Finanzamt eine Replik, dass "die im Vermieter-Forum" gänzlich anderer Meinung sind?
     
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  4. #3 immobiliensammler, 06.08.2019
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    War in dieses Konstrukt ein Steuerberater eingeschaltet?

    Meiner Meinung nach kann die Fußstapfentheorie hier ja nur für den Rohbau gelten, nur dieser wurde Dir ja geschenkt.

    Hast Du etwa versucht, hier Schenkungssteuer zu sparen und willst jetzt trotzdem die Afa ansetzen?
     
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  5. Andres

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    Der Rohbau hat aber nicht den Beginn der AfA ausgelöst, also gibt es da gar nichts, in dessen Fußstapfen man treten könnte. Das hätte erst die Fertigstellung bewirkt, aber die wurde ja geschenkt ...

    Ich habe keine Ahnung, wie dieser Sachverhalt zu bewerten ist und freue mich auf die Antwort von @taxpert, aber eines kann ich jetzt schon sagen: Für diese Aktion nicht vorab einen Steuerberater zu befragen, war eine extrem ... nicht so schlaue Vorgehensweise. ;)


    Lustige Idee! Die 200.000 € vom Opa zum Enkel reichen vielleicht für den Rohbau und den Rest gibt es über den "Umweg" des Vaters mit höheren Freibeträgen. Das nennt man auch Kettenschenkung. Mit der Frage, wann das ein Fall von § 42 AO wird, haben sich schon Gerichte beschäftigen dürfen ...
     
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  6. #5 ehrenwertes Haus, 06.08.2019
    ehrenwertes Haus

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    Ich bin ja selbsternannter Steuerdoofi, außer Schenkungen und Einnahmen aus V+V fällt mir nichts relevantes fürs FA auf.

    Die Kettenschenkung könnte spannend werden. Geschenkte Schenkungssteuer kann auch steuerpflichtig sein/werden.

    Hoffen wir einfach mal für den Begünstigten, dass Opa und Papa noch einige Jahre vor sich haben.
    Das Konstrukt bei Rückfall ins Erbe aufdröseln mit evt. resultierenden Ausgleichzahlungen der Erbansprüche... ich hätte darauf keine Laune...
     
  7. #6 taxpert, 07.08.2019
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    Ich gebe ehrlich zu, auch ich bin im ersten Moment stark ins Grübeln gekommen!

    Auch hier wieder: Danke für die Blumen :danke!

    Da liegst Du nach dem bisherigen Sachvortrag falsch! Eine Kettenschenkung läge nur dann vor, wenn Opa das Geld für den Hausbau dem Vater schenken würde, unter der Auflage, es über den Hausbau an den Enkel weiter zu geben. Solange keine solche Auflage besteht bzw. das Geld sowieso aus dem Vermögen des Vaters stammt, liegt keine Kettenschenkung vor.

    Im Rahmen der Ertragssteuer des Enkels sehe ich die geringsten Probleme!

    Geht man von zwei getrennten Schenkungen aus, so greift beim Opa die Fußstapfentheorie auch hinsichtlich der AHK des Rohbaus. Weitere Kosten, die AHK darstellen, hat der Opa nicht gehabt! Hinsichtlich der Schenkung des Vaters muss man sich fragen was den eigentlich geschenkt wurde? Ein "fertiges" Haus? Wohl kaum, denn der Vater war nie zivilrechtlicher Eigentümer des Grundstückes und kann es daher nicht verschenken! Insoweit kann hier natürlich nicht die Fußstapfentheorie zum Tragen kommen! Dann wurde offensichtlich "Geld" geschenkt! Die Zahlung des Vaters für den Sohn stellt dann ertragsteuerlich jedoch "nur" einen abgekürzten Zahlungsweg dar, so dass der Enkel letztendlich eigenen Aufwand hat!

    Unterstellt man eine Kettenschenkung, bleibt es beim gleichen Ergebnis! Entweder hat der Opa das gesamte Haus geschenkt und es liegt eine Gesamtrechtsnachfolge mit Fußstapfentheorie vor, oder es wurde der Rohbau und Geld geschenkt, was wieder einen abgekürzten Zahlungsweg mit der Folge von eigenem Aufwand darstellen würde

    Von daher sehe ich eigentlich keinen rechtlichen Grund, die AfA zu verwehren!

    taxpert
     
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