Firma in eigenem MFH - Finanzamt sieht Büro im Firmenvermögen?

Diskutiere Firma in eigenem MFH - Finanzamt sieht Büro im Firmenvermögen? im Steuer - Vermietung und Verpachtung Forum im Bereich Finanzen; So, hier kommt das zweite Problem mit meiner neuen Sachbearbeiterin: Ich habe in meiner Steuererklärung bisher immer in meiner Firma...

  1. #1 Mano Duro, 03.01.2017
    Mano Duro

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    So, hier kommt das zweite Problem mit meiner neuen Sachbearbeiterin:

    Ich habe in meiner Steuererklärung bisher immer in meiner Firma (Selbstständig als Einzelunternehmer) eine Miete abgebucht und diese in die Mieteinnahmen wieder eingebucht. Ich habe das auch so von einen Konto aufs andere überwiesen. Dies diente dazu in der Firma eine kalkulatorische Miete anzusetzen um die Gewinne der Firma nicht schönzurechnen.

    Ich dem Vorab-Schreiben des FA steht nun: "Die erklärten Mietausgaben können nicht berücksichtigt werden, da eine Vermietung an sich selbst steuerlich nicht möglich ist und sich das Büro zudem im Betriebsvermögen befindet".

    Der erste Teil ist mir egal, ich kann das auch als zusätzliche Entnahmen buchen oder sonstwas. Es entfällt ja dann auch der gleich hohe Posten Mieteinnahmen (Das ist dem FA vermutlich entgangen und man hofft auf zusätzliche Einnahmen). Ich kann dann für mich selbst den Gewinn um die kalkulatorische Miete mindern damit ich sehe wie sich die Firma rechnen würde hätte ich kein eigenes Haus.

    Was mich sehr beunruhigt ist der Passus "das Büro befindet sich im Betriebsvermögen". Ich möchte das MFH in 2017 verkaufen und da ich es schon über 10 Jahre besitze ist das ganze steuerfrei möglich. Ich habe das ganze damals komplett mit Geld gekauft welches ich mir von meinem Vater geliehen habe und dann ohne Bankfinanzierung bezahlt. Die Firma hat nie einen Cent an Zinsen oder Tilgung bezahlt.

    Nun meine Fragen:
    Wie kommt das FA dazu einen Teil des Gebäudes meiner Firma zuzurechnen?
    Was sind die Folgen für mich bei einem Verkauf?
    Was kann/soll/muss ich tun? (Bzw. Was würdet ihr in einer solchen Situation tun?)
    Hat jemand den Fall schon gehabt und sich dagegen gewehrt? Mit Erfolg oder nicht?

    Vielen Dank vorab für eure Hilfe und viele Grüße,
    Mano Duro
     
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  3. #2 immobiliensammler, 03.01.2017
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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  4. #3 Anhalter, 03.01.2017
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    Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und lasse mich gern korrigieren:

    Wenn es sich bei der Firma um eine Personengesellschaft handelt, könnte es doch sein, dass das FA die Meinung vertritt, dass die Firma, da Personengesellschaft und der Eigentümer des MFH, also du, dieselben Entitäten sind und dadurch eben dazu kommen, dass du nicht an dich selber vermieten kannst.
    Versteh das bitte nur als Denkansatz, ich bin da bei weitem kein Fachmann, und sprich das am besten mit deinem Steuerberater durch.
     
  5. #4 BHShuber, 03.01.2017
    BHShuber

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    Hallo,

    ich würde das auch so sehen.

    Gruß
    BHShuber
     
  6. #5 taxpert, 03.01.2017
    taxpert

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    Falsche Zeitform! Nicht "haben kann" sondern "hat"!


    Rechtlich kann man keinen Vertrag mit sich selber schließen, also auch keinen Mietvertrag!

    Die Zahlung selber ist qua Definition eine Entnahme!

    Netter Witz! Es scheint eher so, als wäre Ihnen in den letzten Jahren einiges entgangen!

    Sobald der Wert (NICHT AHK) 20.500 € (§8 EStDV) übersteigt, liegt Kraft Gesetzes notwendiges BV vor. Ob und wann das bei Ihnen eingetreten ist, können Sie selber ermitteln!

    Folgen in der laufenden Besteuerung:
    Minderung Einkünfte V+V wegen "Mieteeinnahmen"
    Erhöhung Einkünfte V+V wegen Wegfall Wk, soweit sie auf das AZ entfallen!
    Erhöhung Einkünfte Gewerbe wegen "Mieteinnahmen"
    Minderung Einkünfte Gewerbe wegen Betriebsausgaben AZ!

    Bis dahin grundsätzlich bezogen auf die ESt steuerneutral!

    AfA AZ bisher wahrscheinlich §7 Abs.4 Nr. 2a EStG > 2%, AfA richtigerweise jedoch wahrscheinlich §7 Abs.4 Nr.1 EStG > 3%!

    Unterm Strich also wahrscheinlich bisher sogar Steuern "verschenkt"!

    Zutreffend erkannt wurde jadoch, dass das eigentliche Problem in der Zukunft (Veräußerung, Betriebsaufgabe) liegt! Als BV bleiben die stillen Reserven natürlich steuerverhaftet!

    Den Grundstücksteil (Gebäude und Grund und Boden) künftig in der Bilanz bzw. im besonderen Verzeichnis nach §4 Abs.3 Satz 5 EStG ausweisen!

    Wehren kann und darf man sich gegen alles! Dafür gibt es den Weg über die Finanzgerichtsbarkeit! Die Erfolgsaussichten bei der Rechtslage bitte ich selber abzuschätzen!

    Klassischer BWL-Ansatz, hat mit Steuerrecht leider garnichts zu tun!

    taxpert
     
    Pharao gefällt das.
  7. #6 BHShuber, 03.01.2017
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    Hallo,

    Büro= Betriebsstätte

    Keine, denn es ändert ja nichts daran, dass du dann deine Betriebsstätte verlagerst und eine Wohnung eine Wohnung bleibt.

    Wenn man schon einen Draht zum Sachbearbeiter beim FA hat, kann man mit diesem auch diese Problematik mal durchgehen, die beissen nicht.

    Warum dagegen gewehrt, du selbst hast die Situation ja so gestaltet, verlege deinen Betriebssitz auf deine aktuelle Adresse und die Sache ist gegessen, allerdings kannst du dann eben keine Kosten hierfür oder nur wenige, Arbeitszimmer oder so geltend machen.

    Gruß
    BHShuber
     
  8. #7 taxpert, 03.01.2017
    taxpert

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    Bei einer PersGes würde sich nur insoweit etwas ändern, als das die Miete auf Ebene der Gesamthand als BA anzusetzen wäre, die Mieteinnahme und die Kosten des AZ beim Gesellschafter Sonder.BE und Sonder-BA darstellen würden! Das AZ selber wäre notwendiges Sonder-BV des Gesellschafters. Es käme also nicht zu einer Änderung des Gewinns, sondern nur zu einer Änderung der Gewinnverteilung!

    taxpert
     
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