Forderung einer Nutzungsentschädigung

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von bizzlady, 05.12.2011.

  1. #1 bizzlady, 05.12.2011
    bizzlady

    bizzlady Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    04.12.2011
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Lemgo
    Wir haben in 2010 unsere Eigentumswohnung verkauft, 120 qm, durchweg neu und hochwertig modernisiert.

    Da die Käufer Nachwuchs erwarteten und ihre Mietwohnung schon kündigten, bevor überhaupt der Kaufvertrag notariell beurkundet wurde, wurden wir quasi vom Makler gedrängt, die Wohnung schneller als von uns geplant zu übergeben.

    Beim Notarstermin war nicht wirklich klar, ob die "Verwalterin", die ihr Amt niederlegte als wir selber in 2007 die Wohnung kauften, aber noch nicht ganz Eigentümer der Wohnung waren, und ohne dass ein neuer Verwalter bestimmt und gewählt wurde, noch dem Verkauf unserer Wohnung zustimmen könnte, da sie sich bereit erklärt hatte, sich vorerst weiterhin um die Außen-Belange (Hof, Außenbeleuchtung...) zu kümmern.

    Der Notar hat erst im Nachhinein, also nach Beurkundung die Unterlagen zu dieser damaligen Eigentümerversammlung, deren Termin wir nicht kannten und an der wir ja sowieso noch nicht hätten teilnehmen dürfen, den Verwaltervertrag angefordert und mit der "Verwalterin" gesprochen. Herausgekommen ist, dass bei der Amtsniederlegung Fehler gemacht wurden, was uns dann beim Verkauf wesentliche Probleme eingebracht hat.

    Wir übergaben die Wohnung an die Käufer wegen des zu erwartenden Nachwuchses noch zwei Tage vor vereinbartem Termin am 10.6.2010. Die Geldzahlung war am 15.6. vorgesehen. Das Geld kam aber nicht, weil wir in diesem Fall, wie uns später geraten wurde, die Einwilligung der anderen 5 Miteigentümer einholen mussten, und dies beim Notar notariell beglaubigt werden musste.

    Eine Miteigentümerin verweiterte aus purer "Schikane" die Unterschrift und verzögerte den Prozess somit um Monate. Wir mussten in dieser Zeit einiges an Zeit, Kraft und Geld investieren, einige Eigentümerversammlungen einberufen, weil die "Querulantin" hier wiederum kleine Formfehler monierte.

    Letztendlich wurde im Dezember 2010 eine Verwalterin gewählt. Nach strikter Einhaltung aller Fristen konnte sie im Januar 2011 endlich ihres Amtes walten und dem Verkauf unserer Wohnung zustimmen, so dass Mitte Februar 2011 endlich der Kaufpreis überwiesen wurde.

    Da wir ein Haus gekauft, den Verkaufspreis der Wohnung mit in die Finanzierung aufgenommen hatten, kamen wir finanziell ziemlich in die Enge, da die Zinsen für das Haus und auch der Kredit für die Wohnung ja gezahlt werden mussten.

    Die Käufer traten in der Zeit anwaltlich an uns heran und wollten von uns auch noch Bereitstellungszinsen haben, die ihre Bank ihnen schon ab Juli berechnete. Unser Anwalt schmetterte dies jedoch ab und forderte von den Käufern eine Nutzungsentschädigung für die bis zur Zahlung des Kaufpreises ja unentgeltlich genutzte Wohnung. Hier wiederum kam der Anwalt der Käufer mit Gegenargumenten. Es kam nicht einmal zu einem Entgegenkommen und einer Einsicht auf Käuferseite.

    Unser Anwalt tut im Moment gar nichts mehr, argumentiert jetzt, dass die Forderung der Nutzungsentschädigung, die sein Vater, der den Fall zuerst in den Händen hatte, zu hoch angesetzt habe (ortsübliche Miete pro qm und Nutzung des Carports) und er erst einmal recherchieren müsse, was es in dem Fall an konkreter Rechtsprechnung (mit rechtskräftigen Urteilen) gibt.

    Hier die Frage: Was und gegen wen können wir hier etwas unternehmen? Hier hat es definitiv von einigen Seiten gravierende Fehler gegeben (Makler, Notar, Eigentümergemeinschaft, Ex-Verwalterin), und das zu unseren Lasten und auf unsere Kosten und Nerven.

    Gibt es Urteile, auf die wir verweisen könnten?

    Wie kommen wir noch zu einer angemessenen Nutzungsentschädigung?

    Danke schon mal vorab.
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Martens, 06.12.2011
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Schöne Geschichte!

    Was steht denn im Kaufvertrag zum Lasten-/Nutzenübergang und zur Übergabe der Räume?

    Ich meine, niemand kann davon ausgehen, daß ihm eine Wohnung monatelang kostenfrei überlassen wird. So würde ich aus dem Bauch heraus sagen, daß ein Anspruch auf Entschädigung bestehen müßte - aber ich bin kein Anwalt und weiß es nicht genau.

    Was lehrt uns dies?

    Traue keinem Makler, den interessiert einzig der Abschluß und sonst gar nichts.
    Tut mir ja auch leid für die ehrlichen Makler, wo die doch eine schützenswerte Minderheit darstellen ;)

    Weiterhin: man sollte alles schriftlich fixieren und sich auf keinerlei mündliche Absprachen oder Nebenabreden einlassen.

    Viel Erfolg,
    Christian Martens
     
  4. #3 bizzlady, 11.12.2011
    bizzlady

    bizzlady Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    04.12.2011
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Lemgo
    ja, das ist ne "schöne" Geschichte, wohl wahr. Dafür dass wir den Käufern gegenüber sehr entgegenkommend waren, haben wir nun das Nachsehen.

    Fakt ist, dass es nur der "Schikane" der Miteigentümerin bzw. ihres Ehemannes zu verdanken ist, was hier abgelaufen ist. Sie macht, was er sagt, weil er eigentlich nichts zu sagen hat. Und das hat uns letztendlich ganz schön zu schaffen gemacht.

    Der Vater unseres jetzigen Anwalts, ist auch Anwalt und hatte uns zuerst in der Phase betreut, die der Zustimmung zum Verkauf galt. Er sagte uns, dass wir das nacheinander abarbeiten sollten, damit die Käufer nicht noch vom Vertrag zurücktreten würden. Dieser war schwebend unwirksam bis zur Zahlung des Kaufpreises laut unserem Anwalt.

    Er regte ja selbst noch an, eine Nutzungsentschädigung danach einzufordern, hatte auch schon einen Betrag errechnet für den langen Zeitraum.

    Dann, als der Verkauf durch war, wir das Geld hatten, übergab er den Fall an seinen Sohn. Dieser hat sich mit dem Anwalt der Käufer in Verbindung gesetzt, die Summe zwar auch gefordert, aber die Argumente des Anwaltes der Käufer haben ihn die Sache plötzlich anders sehen lassen. Angeblich sind die 6 EUR/qm zzgl. Nutzung des Carports zu hoch, obwohl sein Vater und wir uns am Mietspiegel orientiert haben.

    Er meinte beim letzten Gespräch, was schon einige Wochen her ist, dass er erst mal nach ähnlichen Fällen suchen müsse, wo eine genaue Rechtsprechung, also ein Urteil vorliege.

    Deshalb ja hier auch mein dringender Aufruf nach Hinweisen, was man noch tun kann, bevor das alles dann auch noch verjährt ist vielleicht.

    Es kann nicht angehen, dass wir hier dicke (höherer Satz als üblich) Maklerprovison bezahlt haben, und der Makler und alle anderen "Beteiligten" (Ex-Verwalterin, Eigentümergemeinschaft, Notar) freuen sich des Lebens.

    Ich denke auch, dass der Notar den Termin gar nicht hätte anberaumen dürfen, weil die Verwalterschaft nicht geklärt war. Der Notar hat ja selber noch zur Beurkundung gesagt, wenn er dort Eigentümer würde, würde er erst mal "aufräumen".

    Es ist vieles in der WEG versäumt worden, es lief vieles immer ohne große Versammlungen usw. Wir haben dort ja auch gerade mal 2 Jahre gewohnt. Soweit ging das auch immer gut ohne "offiziellen" Verwalter.

    Also, wer hat wohl noch Ratschläge und handfeste Infos für uns, die uns helfen, und mit denen wir auch argumentieren können. Immerhin haben wir nen Anwalt im Boot, der aber eben nichts mehr tut im Moment.

    Danke an die, die sich Gedanken machen zu dieser verzwickten Geschichte.
     
Thema: Forderung einer Nutzungsentschädigung
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. nutzungsausfallentschädigung formular

    ,
  2. nutzungsausfallentschädigung wohnung

    ,
  3. formulare nutzungsausfallentschädigung

    ,
  4. nutzungsausfallentschädigung wasserschaden,
  5. nutzungsentschädigung eigentumswohnung,
  6. nutzungsentschädigung nach wasserschaden,
  7. formular nutzungsausfallentschädigung,
  8. nutzungsausfallentschädigung eigentumswohnung,
  9. nutzungsentschädigung bei wasserschaden,
  10. nutzungsentschädigung wasserschaden,
  11. nutzungsentschädigung haus wasserschaden,
  12. wasserschaden nutzungsentschädigung ,
  13. nutzungsausfall wohnung wasserschaden,
  14. wasserschaden beim hauskauf vor der ubergabe,
  15. nutzungsausfallentschädigung haus,
  16. nutzungsentschädigung eigentümergemeinschaft,
  17. wasserschaden nutzungsausfallentschädigung,
  18. nutzungsentschädigung formular,
  19. nutzungsentschädigung bei hauskauf,
  20. entschädigung bei wasserschaden vor Übergabe der Schlüssel beim hauskauf,
  21. nutzungsentschädigung haus formular,
  22. nutzungsausfall eigentumswohnung wasserschaden,
  23. nutzungsentschädigung parkplatz,
  24. nutzungsentschädigung haus verjährung,
  25. eigentümergemeinschaft nutzungsentschädigung
Die Seite wird geladen...

Forderung einer Nutzungsentschädigung - Ähnliche Themen

  1. plötzliche Forderungen von Mietern

    plötzliche Forderungen von Mietern: Hallo zusammen, ich bin Vermieter und habe einige Fragen bei 2 unterschiedlichen Fällen, die komischerweise zur gleichen Zeit aufkommen. Die...
  2. WEG Verwalter in der Pflicht, kfw Förderung zu beantragen ?

    WEG Verwalter in der Pflicht, kfw Förderung zu beantragen ?: Wie seht Ihr das ? Die WEG ist der Auffassung, es gehöre zu den Aufgaben des Verwalters, einen KfW Förderantrag zu stellen. Es muss wg. der...
  3. Abnahme der Gerwerberäume offene Forderungen

    Abnahme der Gerwerberäume offene Forderungen: Hallo, ich nehme diese Woche einen Büroraum ab. Der Gewerbemieter hat aber noch einen Teil der Februarmiete offen, er hat daher nicht den...