Formulierungsvorschlag Erinnerungsschreiben

Diskutiere Formulierungsvorschlag Erinnerungsschreiben im Mieterhöhung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, wie so viele Vermieter in Berlin haben auch wir angesichts der angekündigten Mieterhöhungssperre für 5 Jahre für alle Wohnungen, bei denen...

  1. Kirque

    Kirque Neuer Benutzer

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    Hallo,
    wie so viele Vermieter in Berlin haben auch wir angesichts der angekündigten Mieterhöhungssperre für 5 Jahre für alle Wohnungen, bei denen das möglich war, außerplanmäßig ein Mieterhöhungsverlangen an die Mieter gestellt. Anbei natürlich eine vorbereitete Zustimmungserklärung mit der Bitte, sie bis zum 31. August unterschrieben zurückzusenden. Dieser Termin rückt nun näher, und ungewohnterweise gibt es bis jetzt eine Antwortquote von gerade einmal rd. 20%. Bei der Mehrzahl der Fälle liegt auch die geforderte neue Miete teils noch weit unter dem Mietspiegel, dennoch begegnet uns zunehmend eine grundlos aggressive Haltung, mit der niemand etwas gewinnen kann.

    Nun möchten wir die Mieter an die Zusendung der Zustimmungserklärung erinnern, bevor wir diese einklagen müssen. Das wird eine gewisse Gratwanderung, denn wie fast alle Anderen (bis auf Anwälte ;-) ) möchten wir aus Kosten-, Zeit- und Aufwandsgründen Gerichtsverfahren soweit wie möglich vermeiden. Es gilt also, Formulierungen zu finden, die die Gemüter möglichst wenig erregen oder sogar besänftigen und trotzdem möglichst zahlreich zum Erfolg in Form einer unterschriebenen Zustimmung in unserem Briefkasten führen.

    Dafür sammle ich gern Anregungen: der Wettbewerb um die schönsten und wirksamsten Vorschläge sei eröffnet!
     
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  3. #2 SaMaa, 23.08.2019
    Zuletzt bearbeitet: 23.08.2019
    SaMaa

    SaMaa Erfahrener Benutzer

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    :75:Was das „ Schön“ angeht...
    ich könnte was malen :15:
     
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  4. sara

    sara Erfahrener Benutzer

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    Der Mieter muss die Zustimmungserklärung nicht unbedingt dir unterschrieben zusenden.
    Er kann auch einfach den geforderten erhöhten Betrag ab dem genannten Monat zahlen.

    https://www.vermietet.de/zustimmungserklaerung-mieterhoehung
    Also abwarten..
     
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  5. Andres

    Andres
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    Das setzt den Mieter allerdings dem Risiko aus, die vergeblichen Aufwendungen des Vermieters im Rahmen einer bereits erhobenen Klage auf Zustimmung tragen zu "dürfen". Aus Sicht des Mieters wäre es also wirklich dämlich, den Wisch aus purer Faulheit nicht zu unterschreiben und zurückzuschicken und darauf zu hoffen, dass die Zahlung der erhöhten Miete schon ausreichen wird.

    Der Vermieter hätte außerdem bereits die Hälfte der Frist vertrödelt, in der die Klage eingereicht werden muss (1 Monate plus den ca. halben Monat für den Zahlungseingang bei insgesamt 3 Monaten). Grundsätzlich sehe ich das zwar wie du ...
    ... aber man sollte dann erstens die Zustimmungsklage bereits fertig vorbereitet in den Startlöchern haben und zweitens die Einnahmen aus den erhöhten Mieten nicht kurzfristig eingeplant haben. Im Eingangsstapel beim Amtsgericht liegt man dann nämlich deutlich weiter unten und gerüchteweise soll das in Berlin durchaus Folgen haben. Bei 9 oder mehr Wohnungen (das ist die erste Zahl, bei der es nach meinem Verständnis so etwas wie "ca. 20 %" als Anteil gibt) dürfte es ja auch um nicht unerhebliche Beträge gehen.


    Warum schön? Wie man es dreht und wendet: Das ist eine stumpfe administrative Angelegenheit. Jeder Versuch, das aufzuhübschen, dürfte recht peinlich wirken, also würde ich das prinzipiell unterlassen. Oder was würdest du denken, wenn das Finanzamt deinen Steuerbescheid auf Blümchenpapier druckt?

    Zur Wirksamkeit: Wenn das Erhöhungsverlangen selbst dem Mieter nicht ausreichend deutlich gemacht hat, was Sache ist, muss ich mich doch ernsthaft fragen, ob eine Erinnerung daran so viel ändern würde. Mehr als darauf hinweisen, dass ich wirklich auf Zustimmung klagen werde, kann ich schließlich auch nicht. Daher würde ich von dieser Idee noch prinzipieller absehen, als von dieser Nummer mit dem Blümchenpapier.

    Was ich stattdessen mit hoher Erfolgsquote tue: Ich rufe den Mieter an. Der Erfolg liegt dann z.B. darin, dass der Mieter mir die Zustimmungserklärung kurzfristig schickt, weil er sie tatsächlich vergessen hat, oder auch darin, dass mich der Mieter am Telefon blöd anmacht, was mir eindeutig signalisiert, dass ich mich nicht mit Erinnerungsschreiben aufhalten muss. Und wenn ein Mieter nachhaltig nicht dran geht, weiß ich auch, was Sache ist ...
     
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  6. Kirque

    Kirque Neuer Benutzer

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    Die Zustimmungsklage ist schnell geschrieben, und natürlich kalkulieren wir ausschließlich mit Geld, über das wir bereits verfügen. Mit der Zahl 9 liegst Du richtig -allerdings ist das die Zahl der Zustimmungserklärungen, die bislang bei und eingegangen sind -eine magere Quote. Es ist nicht so, dass uns das sofort aus der Bahn wirft, aber 5 Jahre ohne Erhöhungsmöglichkeit, womöglich mit der Aussicht auf eine Verlängerung über weitere 5 Jahre, würde uns bei der derzeitigen Preisentwicklung schon irgendwann in Bedrängnis bringen können. Deshalb nehmen wir uns jetzt noch den letzten Tropfen auf den heißen Stein. Und wir haben gelernt: wenn man zu sozial denkt "leben und leben lassen", kann man ganz schnell der Dumme sein; das passiert uns nicht noch einmal: künftig werden wir nehmen, was zu kriegen ist. Alles. Aber das ist eine andere Geschichte...

    Auf parfümiertem Blümchenpapier schickt der Steuerpflichtige seine Ausreden an das Finanzamt. :-D
    Wir kennen unsere Pappenheimer ja schon ein paar Jahre: viele von denen brauchen tatsächlich oft noch einen (oder zwei, oder drei...) Anschubser, bis sie den lästigen Papierkram erledigen. Die muss man ja nicht unbedingt teuer und aufwendig verklagen -zumal man damit die Außenstände nur noch mehr erweitert. Dabei möchten wir auch das geringste böse Blut vermeiden, soweit es geht. Peinlich sollte es natürlich nicht wirken -daher auch mein Ansinnen hier...
    Für die Leute, die hartnäckig nicht reagieren, ihr Einverständnis verweigern oder auch nur meinen, es aussitzen zu können, übergeben wir einfach eine Liste dem Anwalt und warten, bis er es durchgesetzt hat, das sehen wir dann ganz entspannt. Das Schlimmste ist, wenn man sich anfängt zu ärgern...

    Blümchenpapier muss und sollte es natürlich nicht sein, aber eben eine Formulierung, die freundlich ist, Verständnis für menschliche Schwächen signalisiert usw., aber dennoch unmissverständlich den Weg zeigt. Meine Chefin neigt bei solchen Aufgaben zu seitenlanger Prosa, während mein Stil eher knapp und etwas zu trocken ausfällt. Dabei vermute ich, dass auch andere Vermieter an passenderen Formulierungsvorschlägen durchaus interessiert sind. Manchmal kann man sich mit etwas Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten und entsprechender Wortwahl viel Zeit und Arbeit ersparen.

    Bei einzelnen Mietern machen wir das auch gelegentlich -aber nicht, wenn es so viele sind. Da sind wir ja tagelang beschäftigt...
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 24.08.2019
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    Dann such dir eine "freundliche" Zahlungserinnerung aus und bastel die um.

    "Sicherlich Haben sie im Trubel des Alltags übersehen, das ...
    Wir erwarten bis...
    Sollten wir nichts von ihnen hören, ..."
     
  8. #7 immodream, 24.08.2019
    immodream

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    Hallo Kirque ,
    ich habe in den letzten dreißig Jahren bei einem Mieterbestand von über dreißig Wohnungen auch immer wieder den Fehler gemacht, Mieterhöhungen auf die lange Bank zu schieben und mir vor allen Dingen bei guten Mietern oder etwas sozial schwachen Mietern zu viel Zeit zu lassen.
    Aber irgendwann kommt der unvermeidliche Tag einer Mieterhöhungsankündigung und dann bekommt man von seinen Mietern keine Dank für die lange herausgezögerte Mieterhöhung.
    In den Mieterhöhungsschreiben habe ich detailliert vorgerechnet, wie sich die neue Miete unter Berücksichtigung des Mietspiegels errechnet .
    Da ein Mieter die Zustimmungserklärung nicht unterschreiben muß, habe ich so etwas meinen Mieterhöhungsverlangen nie beigefügt.
    Dann habe ich den Termin der Mieterhöhung abgewartet und über 80 % der Mieter haben tatsächlich gezahlt.
    Den anderen 20 % habe ich ein freundliches Schreiben geschickt, das sie wohl an die Mieterhöhung nicht gedacht hätten und darum gebeten,
    den fehlenden Betrag innerhalb der nächsten 2 Wochen zu überweisen.
    Dann nähert ich mich der 95 % Grenze der zahlenden Mieter.
    Die restlichen Mieter haben dann ein etwas unfreundlicheres Schreiben mit der Androhung einer Klage erhalten.
    Das führte dann bei mir immer zu 100 % Mieterhöhungszahlungen ohne je eine Klage eingereicht zu haben.
    Ich weis, meine Vorgehensweise wird von den richtigen Experten in diesem Forum sicherlich belächelt, aber ich muß ja auch nur meine Interessen und nicht die meiner Mandanten vertreten.
    Grüße
    Immodream
     
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  9. #8 ehrenwertes Haus, 24.08.2019
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    Ich finde das nicht zum Belächeln, sondern eine pragmatische Lösung, die dir den Klageweg nicht versperrt.

    Ich denke aber auch, dieser Weg funktioniert nur dann, wenn die Mieter wissen, man droht nicht nur mit einer Klage, sondern man zieht das bei Bedarf auch durch.
     
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  10. #9 immodream, 24.08.2019
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    Hallo ehrenwertes Haus,
    man muß im Guten wie im Bösen zu seinem Wort stehen.
    Das wissen meine Mieter und eigenartiger Weise sprechen sich auch alte Androhungen und Aktionen meinerseits unter Alt- und Neumietern herum.
    Auch die Geschichten, wie ich einem säumigen Mieter die Korridortür ausgebaut habe oder auch mal die komplette Wohnungseinrichtung aus dem Fenster entsorgt habe , hat sich herumgesprochen.
    Seit einigen Jahren habe ich gottseidank relativ pflegeleichte Mieter .
    Grüße
    Immodream
     
  11. #10 ehrenwertes Haus, 24.08.2019
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    Das kenne ich leider nur zu gut... und bestimmt auch viele andere hier.
    Ist nicht der angenehmste Weg zu Lernen, aber einer der effizientesten, wenn man die Durststrecke bis zum gewünschten Erfolg nervlich und finanziell durchstehen kann.

    Dann hat man halt seinen Ruf als VM-Tyrann bei den entsorgten Mietern (VM ist ja immer der Böse) weg und bei den "überlebenden" Mietern einen bleibenden, nur eingeschränkt gutmütigen Eindruck hinterlassen. Solange der Ruf nur aus dem Einfordern der Rechte als VM entsteht, ist das ein prima Ruhekissen.
    Inzwischen wissen meine Mieter auch, dass pragmatische Lösungen bei Problemen besser sind als es auf Streit anzulegen.


    PS:
    Praktische Umzughilfe beim Möbel raus bringen leiste ich nicht. Ich bevorzuge vom Vermieterpfandrecht Gebrauch zu machen (lohnt aber nicht bei H4lern). Die körperlichen Bewegungsanreize, damit auch widerspenstige Mieter das Loch vom Maurer finden, überlasse ich anderen amtlichen Helfern.


    PPS:
    Genug der Abschweifungen, BTT
     
  12. #11 Immofin, 26.08.2019
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    Okay sicher gerechtfertigt aber nicht ganz legal??
     
  13. Andres

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    Nein, überhaupt nicht legal. Mich stört an diesen Schilderungen eigentlich weder die Tatsache, dass @immodream so vorgeht (muss ja schließlich jeder selbst wissen) noch dass er das hier schildert. Das einzige Problem, dass ich damit regelmäßig habe, ist der fehlende Hinweis auf die Risiken solcher Methoden:
    • Man hat eine gute Chance, sich strafbar zu machen. Nötigung oder Hausfriedensbruch wären typische Kandidaten. Wegen einer solchen Straftat verurteilt zu werden (was schon wieder wenig wahrscheinlich ist, aber ...), mag für manche Leute halbwegs egal sein - für andere ist es existenzbedrohend.
    • Dem Mieter entstehen dadurch umfangreiche Rechte. Mietminderung (egal, wenn der Mieter sowieso nicht mehr zahlt), Selbstvornahme (wenig wahrscheinlich, wenn der Mieter pleite ist), Besitzwehr und Besitzkehr, ggf. vorläufiger Rechtsschutz, ...
    • Zuletzt besteht ein gewisses Risiko, dass der Mieter dann endgültig nicht mehr nach irgendwelchen Regeln spielt, die Wohnung zerstört, den Vermieter oder sein Umfeld bedroht oder Schlimmeres, ...
    Alles mittelprächtig unwahrscheinlich, aber trotzdem möglich. Und da ich seltsamerweise auch ohne solche Maßnahmen den EIndruck habe, dass meine Mieter ganz gut wissen, dass es keine gute Idee ist, mich zu verar....., halte ich davon nichts. Die Nachteile meiner Vorgehensweise kann ich dir auch direkt sagen: Meistens kostet es zumindest ein bisschen Geld und manchmal bekomme auch ich nicht, was ich will - oder zumindest nicht sofort. Wenigstens den zweiten Nachteil hat aber sowieso jedes Verfahren.
     
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  14. Kirque

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    Du hast noch Schmerzensgeld und Schadensersatzansprüche vergessen. Denn selbstverständlich leidet der Bewohner wegen nächtlicher Übergriffe von Unbekannten unter psychischen Störungen, die ihn nachhaltig arbeitsunfähig machen, und die vortags beim Poker gewonnenen 120.000 Euro, mit denen er u.a. seine Mietschulden begleichen wollte, sind nun auch weg -Zeugen gibt's genug...
     
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