Frage zu Geschäftsbedingungen eines Maklers?

Dieses Thema im Forum "Makler" wurde erstellt von Sonnenliebhaber, 22.10.2012.

  1. #1 Sonnenliebhaber, 22.10.2012
    Sonnenliebhaber

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    Hallo,

    ich habe eine Mietwohnung über das Internet entdeckt, die von zwei verschiedenen Maklern zu unterschiedlichen Konditionen angeboten wird. Erst bei Makler A entdeckt, danach zufällig bei Makler B. Nach einem Anruf bei Makler A hat mir dieser gleich ein Exposé zugeschickt, in dem u.a. folgende Vertragsbedingungen enthalten waren:

    1. Ist Ihnen eine nachgewiesene Vertragsabschlussgelegenheit bereits bekannt, sind Sie verpflichtet, uns dies unter Offenlegung der Informationsquelle unverzüglich schriftlich mitzuteilen.
    2. Wird Ihnen ein von uns angebotenes Objekt später direkt oder über Dritte noch einmal angeboten, sind Sie andererseits verpflichtet, dem Anbietenden gegenüber die durch uns erlangte Vorkenntnis geltend zu machen und etwaige Maklerdienste Dritter bezüglich unserer Objekte abzulehnen.
    3. Kommt ein Vertragsabschluss über eines der von uns angebotenen Objekte zustande, sind Sie verpflichtet, uns dies unverzüglich mitzuteilen und die Vertragsbedingungen zu nennen.
    4. Ein Provisionsanspruch entsteht für uns auch dann, wenn der Vertrag zu Bedingungen abgeschlossen wurde, die von unserem Angebot abweichen oder wenn der angestrebte wirtschaftliche Erfolg durch einen anderen Vertrag oder durch Zuschlag bei einer Zwangsversteigerung erreicht wird.

    Das klingt jetzt so, als müsste ich diesem Makler, also Makler A, auch dann seine Provision bezahlen, selbst wenn ich mich jetzt noch für Makler B entscheide, bzw. darf die Dienste von Makler B gar nicht erst in Anspruch nehmen (Punkt 2). Habe ich das richtig verstanden und, wenn ja, ist das rechtens?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 22.10.2012
    Zuletzt bearbeitet: 22.10.2012
    Pharao

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    Hi Sonnenliebhaber,

    entscheidend ist meiner Meinung nach, ob eine Vermittlung durch den Makler A entstanden ist. Also zum Beispiel: Makler A schickt dir die Telefonnummer des Vermieters oder macht mir dir zusammen ein Besichtigungstermin, ect. Das reine zuschicken eines Exposés ist m.E. noch keine Vermittlung, sondern dient einfach nur zur Info, genauso wie das Exposè im Internet. Wichtig: damit überhaupt ein Maklervertrag (ggf. auch mündlich) entstehen kann, muss auch auf die Provision hingewiesen werden, wer diese zu zahlen hat !
     
  4. #3 MrBesserwisser, 22.10.2012
    MrBesserwisser

    MrBesserwisser Gast

    Ich würde das eteas anders einschätzen, als mein "Vorredner".

    Ich teile die Auffassung von Makler A. Makler B hat allein schon deshalb keinen Anspruch auf Maklercourtage, weil Ihnen das Objekt bereits bekannt ist. Das müsste aber dem Makler B unverzüglich mitgeteilt werden, sonst könnten im schlimmsten 2 Provisionen für beide Makler fällig werden.

    Ich gehe mal davon aus, das der Makler B sein Engagement deutlich zurückfährt, wenn er davon hört.

    Das was der Makler A aufgeführt hat sind nicht notwendigerweise Vertragsbedingungen. Hier handelt es sich lediglich um die Wiedergabe der rechtlichen Grundlagen aufgrund der aktuellen Gesetzeslage und Rechtsprechung. Ich finde es von Makler A außerst fair, das er diese angibt, insbesonder wenn man von der Annahme ausgehen darf, dass sich die Mehrzahl seiner Kunden mit Immobilien- und Maklerrecht kaum auskennen.
     
  5. #4 Sonnenliebhaber, 22.10.2012
    Sonnenliebhaber

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    Danke für die Antworten. Das ist echt verwirrend mit dem Recht um Makler und Courtagen/Provisionen. Da will man einfach mal nur nachfragen, wie es denn aussieht, ob das Mietobjekt noch verfügbar ist, und schwupps hat man sich an einen Makler gebunden. Hätte ich da mal mehr aufgepasst. Ist für mich das erste Mal, dass ich mich für ein Mietobjekt interessiere, das über einen Makler angeboten wird.

    Habe versucht, auch sonst noch ein bisschen was übers Internet herauszubekommen.
    Hier (Maklerprovision - Makeln ohne Makel - Meldung - Stiftung Warentest) steht zum Beispiel:
    "Angesicht dieser großzügigen Rechtsprechung sollten Interessenten, die auf eigene Faust suchen wollen, sofort hellhörig werden, wenn ein Makler ins Spiel kommt. Bereits dann, wenn dieser ein Exposé zusendet, kann ein Maklervertrag zustande kommen. Sogar mündliche Verträge sind gültig, der Abschluss muss jedoch im Streitfall vom Makler vor Gericht bewiesen werden. Vorraussetzung ist allerdings immer, dass dem Interessenten * etwa durch einen Hinweis im Exposé * unmissverständlich klar gemacht wurde, dass er im Fall von Kauf oder Vermietung die Provision zahlen muss."
     
  6. Pharao

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    Hi,

    solange keine Vermittlung entstanden ist, gib`s auch für den Makler kein Recht auf die Provision. Die Frage ist immer nur, ab wann zählt was als Vermittlung.

    "kann ein Vertrag zustande kommen" bedeutet aber nicht "dann ist immer automatisch ein Vertrag zustande gekommen".
     
  7. #6 BarneyGumble2, 22.10.2012
    BarneyGumble2

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    Das kommt m.E. darauf an, ob der Interessent den Makler um das Exposé bzw. sonstige Dienstleistungen wie Adresse etc. gebeten hat oder nicht.
     
  8. Syker

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    Hallo zusammen,


    Da der TE in diesem Fall ein Expose von Makler A erhalten hat,
    besteht ein Anspruch von Makler A auf die Provision,
    solbald der MV über die entsprechende Wohnung abgeschlossen wurde.


    VG Syker
     
  9. #8 Sonnenliebhaber, 22.10.2012
    Sonnenliebhaber

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    Also darum gebeten nicht wirklich. Die Sache lief folgendermaßen ab: Ich habe bei Makler A angerufen und gefragt, ob die Wohnung noch verfügbar sei. Makler A meinte ja und bat mich daraufhin, mir das Exposé schicken zu dürfen, damit ich mir noch ein besseres Bild vom Mietobjekt machen kann, weil in der Makleranzeige nicht so viel Fotomaterial enthalten war wie im Exposé.
     
  10. #9 Sonnenliebhaber, 22.10.2012
    Sonnenliebhaber

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    Ich denke, das ist das Problem. Ab wann genau zählt es als Vermittlung? Und darüber wird -glaub ich- vor Gericht noch viel gestritten.
     
  11. #10 BarneyGumble2, 22.10.2012
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    Und Du hast vermutlich sinngemäß geantwortet: OK, dann schicken Sie mir das Exposé zu.
    Damit ist m.M. nach ein Vertrag mit dem Makler abgeschlossen worden, welcher im Falle eines Zustandekommens des Mietvertrages eine Courtagezahlung an den Makler miteinschließt.
     
  12. #11 JetztWinterzeit20Uhr, 14.11.2012
    JetztWinterzeit20Uhr

    JetztWinterzeit20Uhr Gast

    Lieber Sonnenliebhaber!

    Lieber Sonnenliebhaber!
    Anregung für die Praxis: Mache um diese Wohnung - d.h. um den Vermieter - einen großen Bogen. Denn bei einem Vermieter, der mehrere Makler beauftragt, besteht die Gefahr der Unseriosität, und zwar allein weil er rücksichtslos den Interessent der Gefahr aussetzt, sich mit mehreren Maklern um die Maklerbezahlungspflicht streiten zu müssen.

    Mein Vorschlag: In der örtlichen Tageszeitung, in Anzeigenblättern oder bei Immowelt eine Wohnungssuchanzeige aufgeben. Dieses spart viel Geld und erhöht meistens die Auswahl.
     
  13. #12 BarneyGumble2, 14.11.2012
    BarneyGumble2

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    Wie kommst Du denn zu dieser Annahme?
    In der Realität sieht es so aus, dass wenn ein Vermieter privat (wo auch immer) inseriert und das Objekt befindet sich in einer einigermaßen guten Gegend, melden sich jede Menge Makler.
    Einige Vermieter lassen sich dann einwickeln mit Sätzen wie: "Wir haben einige solvente Interessenten, die genau das suchen und denen wir das Objekt gerne anbieten würden, für Sie natürlich komplett kostenlos".
    Und eine Stunde später ist ein weiteres Angebot im Internet...

    Ich persönlich sage den Maklern, dass diese das Objekt gern Ihren Interessenten (wenn es die denn überhaupt gibt) anbieten können, aber nicht im Internet bzw. Presse.
    Ich möchte mein Objekt aber immer nur einmal pro Portal/Zeitung etc. vertreten haben.
    Für mich bedeutet ein Objekt, was von mehreren Maklern (zzgl. evtl. noch vom Eigentümer selbst) angeboten wird, dass daran irgendetwas nicht stimmt oder dass man das Objekt um jeden Preis loswerden möchte, aber niemand interessiert sich dafür, sozusagen verscherbeln.
    Ich bezweifle, dass daran alle Vermieter denken, gerade die noch neu in diesem Geschäft sind.
     
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