Frage zum Hausmeistervertrag

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Triple-J, 25.04.2015.

  1. #1 Triple-J, 25.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 25.04.2015
    Triple-J

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    Hallo zusammen,

    kommende Woche soll über eine Erhöhung des Hausmeistervertrages entschieden werden. Das Hausmeister-Ehepaar (beide als Nebenjob) darf zusätzlich zum Gehalt die Hausmeister-Wohnung nutzen.

    Im Hausmeistervertrag heißt es im Paragraphen "Lohnzahlung":
    Wenn ich den fetten Satz richtig verstehe, dann bekommt das Ehepaar doch letztlich insgesamt 350€ als Geldzahlung und die weiteren 450€ als Sachleistung in Form der Wohnung, richtig? Laut den Abrechnungsunterlagen bekommen die beiden nämlich jeden Monat 800€ und die Wohnung.

    Weitere Frage: Ist es eigentlich normal, das einem Hausmeister-Ehepaar zusätzlich zum Gehalt jeden Monat eine Telefonkostenpauschale von 20€ zugestanden wird? Es gibt im Hausmeister-Vertrag dazu keine Regelung, trotzdem wird es bezahlt. Ich zahle jeden Monat 19,90€ für Telefon-Anschluss, Telefon-Festnetz-Flarat, Internetanschluss und Internetflatrate zusammen und empfinde die 20€ daher als sehr ordentlich.

    Danke vorab.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Das würde ich zwar auch so sehen - aber eindeutige Formulierungen sehen anders aus. Wenn ich sowas lese, steigt bei mir die Übelkeit auf. :86: Da wollte sich jemand gewählt ausdrücken, dem es an den sprachlichen Fähigkeiten fehlt. Was soll denn "wird als ... Zahlung verstanden" heißen? Offensichtlich ist die Überlassung der Wohnung ja keine Zahlung. Ist das nun eine Stilblüte oder soll damit tatsächlich zum Ausdruck gebracht werden, dass die Miete mit der Lohnzahlung verrechnet wird?

    Ich weiß nicht, ob dir die Folgen klar sind: Die aktuelle Praxis ist kein Minijob. Die in Frage kommenden Straftaten kann man zwar nicht fahrlässig begehen, aber dass hier "versehentlich" 50 % mehr Lohn gezahlt wurde und das niemand aufgefallen sein will, ist eher unglaubwürdig. Hier sollten dringend Schritte unternommen werden, um eine Strafbarkeit zu verhindern oder zumindest abzumildern. Dazu ist professioneller Rat sinnvoll.


    Das kommt (wie im übrigen bei allen Angestellten) darauf an, was erwartet wird. Soll/muss der Hausmeister dienstlich telefonieren und insbesondere außerhalb seiner Dienstzeiten erreichbar sein, hat der Arbeitgeber die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen oder die Kosten dafür zu ersetzen. Wenn ihr meint, das billiger als für 20 € im Monat realisieren zu können, dann stellt den beiden doch einfach ein Diensthandy zur Verfügung.


    Ist es auch, selbst wenn davon auch noch Anschaffung und Unterhalt der Hardware bestritten werden müssen. Alternativen s.o., muss man eben abwägen.
     
  4. #3 Triple-J, 26.04.2015
    Triple-J

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    Ja, unser kompetenter Hausverwalter mal wieder...

    Bevor der Hausmeistervertrag durch die Verwaltung und den Beirat stellvertretend für die ETG geschlossen wurde, hat die ETG ja in der Eigentümerversammlung zwar nicht über die Inhalte des Vertrages selbst, aber über die Anstellung der Eheleute X als Hausmeisterehepaar beschlossen. In der Niederschrift der Versammlung heißt es:
    Meines Erachtens stimmt die Niederschrift mit dem Hausmeistervertrag überein. Demnach werden 450€ nicht als Geldzahlung, sondern in Form der Wohnung erbracht und lediglich 350€ in Geld an das Ehepaar (also 350€ insgesamt für beide, nicht jeweils).

    Im kommenden Jahr steht die Verlängerung unseres Verwalters an, ich werde versuchen, diese zu verhindern, habe schon andere Angebote eingeholt. Aber das ist noch Zukunft.

    Fakt ist, dass der Verwaltungsbeirat die Belegprüfung macht. Aber es handelt sich leider um ein Trio von Abnickern. Mir ist es auch erst jetzt aufgefallen, nachdem ich mir von der Verwaltung einige Belege habe zeigen lassen. Dabei hatte ich eigentlich eher Interesse an Belegen, die nichts mit dem HM-Paar zu tun haben. Aber je mehr man sich das alles reinzieht, desto mehr Skandale dieses Geldverschwenders von Verwalters findet man. Naja, am Ende wird die Breite Mehrheit eh wieder zustimmen und dem Verwalter Entlastung erteilen.

    Muss darüber denn überhaupt nicht beschlossen werden? Kann der Verwalter (oder der Beirat) eine solche pauschale Vergütung einfach in irgendeiner Höhe eigenmächtig festsetzen?
     
  5. Andres

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    Ähem, ich sehe hier andere Zahlen. 350/450 hat den "Vorteil", dass die Frau noch schneller über die Minijobgrenze kommt.

    Die Gemeinsamkeit ist aber erkennbar: Das gleiche Geschwurbel. Auf die Frage, ob die Miete nun enthalten ist oder separat geht, gibt es wieder keine klare Aussage: "... muss berücksichtigt werden."


    Der Beirat gar nicht. Die Befugnisse des Verwalters sind im Idealfall durch Beschluss näher bestimmt. Ich finde es mindestens unglücklich, so eine Pauschale bei bestehender Beschlussfassung zur Vergütung auszuzahlen. Drastischere Vokabeln könnte man bestimmt auch noch finden ...
     
  6. #5 Triple-J, 26.04.2015
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    Ok, Du hast natürlich recht, in der Niederschrift war von 400/400 die Rede, im HM-Vertrag von 350/450. Ich kenne den Grund nicht, aber in der Niederschrift hieß es ja, man würde noch Rücksprache mit dem Steuerberater nehmen. Möglicherweise hat der das ja so empfohlen. Laut den Unterlagen, die ich eingesehen habe, wurden im Jahr 2014 aber 400/400 an die Eheleute X monatlich gezahlt. Grundsätzlich soll mir die Aufteilung ja wurscht sein, solange der Gesamtbetrag stimmt.

    Ja, wie gesagt, unser toller Verwalter und der nickende Beirat... Aber zumindest heißt es ja anschließend noch: "Hierbei wird der Kaltmietpreis der Hausmeisterwohnung mit einem monatlichen Betrag in Höhe von 450€ berücksichtigt." Ich sehe da also eine Kaltmiete von 450€. Entweder muss diese Kaltmiete doch direkt vom Gehalt in Abzug gebracht werden oder aber separat vom HM-Paar an die WEG gezahlt werden. Beides kann ich den Abrechnungsunterlagen nicht entnehmen.

    Im Nachtrag zum Verwaltervertrag heißt es, dass bei einem Auftragsvolumen bis zu 1.000€ die Verwaltung selbstständig entscheidet, zwischen 1001€ und 4000€ eine Abstimmung mit dem Beirat erforderlich ist. Darüber hinaus "sollte" ein Bebschluss durch die Eigentümergemeinschaft herbeigeführt werden, "sofern keine Situation besonderer Gefahr besteht".

    Natürlich dauert es einige Zeit, bis man mit 20€ monatlich bei 1.000€ bzw. 4.000€ angelangt ist...
     
  7. Andres

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    Das geht so lange gut, bis man in Konflikt mit dem Mindestlohn gerät, weil einer der beiden regelmäßig mehr Stunden arbeitet. Allgemein braucht man keine konkreten Zahlen zu beschließen, wenn nach Rücksprache mit wem auch immer dann doch alles anders wird. Schon klar - ist vielleicht im Moment nicht das dringendste Problem ...


    Ist dieser Nachtrag von der Gemeinschaft beschlossen worden? Andernfalls ist das sowieso nur Wunschdenken. Auch hier wieder grundsätzlicher Einwand: Der Beirat ist kein Entscheidungsgremium. Natürlich kann man alle möglichen Leute zu so ziemlich allem ermächtigen, aber beim Beirat sehe ich hier immer den Konflikt zu den Kontrollfunktionen.


    Kann man auch anders rechnen: Die dauerhafte Zahlung ist "betriebliche Übung" und damit unbefristeter Anspruch geworden. Das "Auftragsvolumen" ist also nicht beschränkt. Und dann kann man noch argumentieren, dass hier gar kein "Auftrag" vorliegt.
     
  8. #7 Triple-J, 26.04.2015
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    Naja, so weit ich das beurteilen kann, sieht die Realität so aus, dass der Mann 90% der Arbeiten erledigt, die Frau nur 10%.

    Du merkst an meinen Worten, dass ich mich an solchen Kleinigkeiten schon gar nicht mehr aufhalte. Für den Verwalter und den Beirat bin ich wahrscheinlich eh schon ein Querolant, weil ich mich nahezu jedes Jahr erdreiste, zu hinterfragen, warum die vom Verwalter veranschlagten Kosten für verschiedene Sanierungs-/Modernisierungsmaßnahmen mal wieder auf das Doppelte gestiegen sind, was man dann letztlich nur noch der Abrechnung entnehmen kann. Letztes Jahr habe ich festgestellt, dass eine Dämmmaßnahme nicht die geplanten 11.700€ gekostet hat, sondern dass der Verwalter stattdessen über 26.000€ ausgegeben hat. Der Verwalter redete sich mit "Nebenkosten" raus, der Beirat runzelt mit den Augen, weil ich diese Mehrkosten auch noch hinterfrage, und als es anschließend um die Entlastung des Verwalters ging, gab es EINE Gegenstimme. Da bekam ich natürlich mal wieder einen bösen Blick vom Verwalter und die Show ging weiter.

    Kann ich nicht mit Sicherheit sagen, der Nachtrag ist aus 2006, das war vor meiner Zeit.

    Leider ist es bei uns so üblich, dass der Verwalter machen kann was er will. Und wie ich oben schon schrieb, haben die anderen Eigentümer noch nicht mal die Eier, ihm in solchen Fällen keine Entlastung zu erteilen. Ob mein Anliegen, nächstes Jahr einen anderen Verwalter zu wählen, Erfolg haben wird, ist somit auch mehr als fraglich. Aber ich werde es zumindest versuchen...
     
  9. Jobo45

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    Für die Abwahl und Neuwahl des Verwalters kann ich Dir nur den Tipp geben, dass Du zum einen den Beirat sowie die Eigentümer vorher mit ins Boot nimmst. Denn Du machst Dir vielleicht im Vorfeld die Mühe holst Angebote Referenzen usw. ein um dann in der Versammlung festzustellen, dass die Mehrheit mit dem Verwalter "zufrieden" ist.
    Wenn Du jedoch den Beirat und der wurde ja auch von den "Abnickern" gewählt, für Dich gewinne kannst wird es Dir auch leichter fallen den Rest von einem neuen Verwalter zu überzeugen.

    Andere Tipp lass Dich in den Beirat wählen dann bist Du näher am Geschehen.
     
  10. #9 Triple-J, 27.04.2015
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    Bereits vor Monaten hat mir eine Mieterin erzählt, dass das Gerücht, dass ich den jetzigen Verwalter absetzen möchte, im kompletten Haus "durch" sei. Also zumindest unter den selbst nutzenden Eigentümern. Der Beirat und der Verwalter selbst wissen auch davon, es ist kein Geheimnis. Ich bin schon seit vergangenem Jahr mit einigen bekannten Gesichtern aus den Versammlungen diesbezüglich im Gespräch und erhalte überwiegend positive Reaktionen für mein Vorhaben, was aber noch nichts heißt. Der linientreue Beirat wird den Verwalter aber mit großer Sicherheit stützen. Ich werde auf jeden Fall darauf angewiesen sein, Anfang nächsten Jahres, ein paar Monate vor der entscheidenden Versammlung, insbesondere die Eigentümer abzutelefonieren, die nie zu den Versammlungen kommen, in der Hoffnung, einige Vollmachten für mein Vorhaben abzustauben. Mehr als versuchen, einen neuen Verwalter zu engagieren, kann ich nicht. Wenn die Mehrheit weiter wollen sollte, für weitere fünf Jahre einen Verwalter zu haben, der das Geld der Gemeinschaft jedes Jahr aufs Neue zum Fenster rauswirft (oder vielleicht in sein Eigenes rein? :sauer031:), dann kann man denen auch nicht mehr helfen.

    Ja, darüber habe ich auch schon nachgedacht. Nächstes Jahr steht jedoch auf jeden Fall der Plan an, den Verwalter zu ersetzen und ich bin mir im Moment nicht sicher, ob es sinnvoll ist, bei der gleichen Versammlung auch dem Beirat den Todesstoß verpassen zu wollen.
     
  11. Jobo45

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    Versuche auf jeden Fall den Beirat auf Deine Seite zu ziehen. Die meisten Beiräte machen den "Job" schon über Jahre hinweg und oftmals sind viele Eigentümer froh darüber dass jemand den Job macht, deshalb wollen sie auch nicht gegen den Beirat stimmen. Umgekehrt wenn der Beirat den Verwalter in den Himmel lobt werden Deine Argumente eher verschallen.

    Tja das ist ein deutlicher Nachteil einer WEG! Wenn Du aber nachweisen kannst dass "in sein Eigenes rein" geworfen wird, ist das eher ein Thema für den Staatsanwalt.

    Nun übertreib nicht, der Verwalter wird wegen des Verlustes Eurer WEG wohl nicht gleich sterben. Lass Dich wählen und versuche, wenn nicht abwendbar, die Zeit der Bestellung von 5 auf 2 oder 3 Jahre zu reduzieren, denn dann hast Du als Beirat genaueren Einblick somit kann die Chance dass Du gehört wirst steigen.
     
  12. #11 Triple-J, 28.04.2015
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    Letzteres wird sicher passieren. Aber wer nicht wagt, wird nicht gewinnen...

    Dazu bedürfte es wohl mindestens des Einsatzes eines Privatdetektives, um was Beweisbares zu finden.

    Stimmt.

    Das ist eine Option, ggfls. auch für nächstes Jahr. Wird sich zeigen.
     
  13. #12 Triple-J, 29.04.2015
    Zuletzt bearbeitet: 29.04.2015
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    In der heutigen Versammlung erklärten Verwalter und Beirat, dass die Eheleute zusammen 800€ (jeweils 400€) und die mit 450€ Kaltmiete bewertete Wohnung on top kostenlos bekämen. Dies wäre auch immer so gemeint und beschlossen worden, so würde man auch die Niederschrift und den Hausmeistervertrag verstehen, die ich beide oben zitiert habe. Aha...

    Dann habe ich weiter (mehrfach) nachgefragt, ob es sich denn trotzdem um einen Minijob handelt. Antwort jedes Mal: ja

    Dann habe ich weiter nachgefragt, ob die ca. 1.700€, die sich der Mann im vergangenen Jahr hat zusätzlich vergüten lassen für Extra-Arbeiten, ob es sich auch hiernach weiterhin um einen Nebenjob handelt (denn auch wenn man die Wohnungsgeschichte beiseite schiebt, ist man alleine hierdurch über den 450€). Antwort: ja

    Ich hatte den Fall vor der Versammlung mal telefonisch (mit unterdrückter Nummer) der Minijob-Zentrale geschildert, der dortige Herr sah beide Fälle natürlich anders... Die Wohnung würde unter Sachbezüge fallen.

    Als es bei der Versammlung um den TOP der Gehaltserhöhung für das HM-Paar über 5% ging, was nach vier Jahren grundsätzlich völlig in Ordnung wäre, fragte ich, ob man die mehr als günstige Miete von 6€/m² nicht auch erhöhen sollte. Antwort: Das wäre irrelevant, da es die Wohnung ja eh on top gibt, von daher könnte man diese anstatt mit 450€ auch mit 1€ oder 5.000€ bewerten... Ist natürlich richtig, wenn man den Sachverhalt so auslegt, wie geschildert, dann ist es in der Tat völlig egal und die 450€ sind ein völlig theoretischer Wert. Wofür sind die 450€ dann festgelegt worden?

    Es gab immerhin 11 Nein-Stimmen bezüglich der Abrechnung und der Verwalter-Entlastung, was für die hiesigen Verhältnisse extrem viel war. Trotzdem gab es aber 3 x so viele Ja-Stimmen, auch, weil der Verwalter mit seinen 10 Vollmachten mit Ja stimmte.

    Was würdest Du tun? Rechtsanwalt prüfen lassen? Ich finde das sehr suspekt, insbesondere, dass hier noch ein Minijob vorliegen soll. Die Alternative zum Rechtsanwalt wäre noch, meine Bedenken zum Thema Minijob nochmals dem Verwalter per Email mitzuteilen und diesen aufzufordern, mir schriftlich zu bestätigen, dass gemäß Auffassung der Verwaltung tatsächlich alle Minijob-Regelungen eingehalten werden. Dann hätte ich im Fall des Falles zumindest einen Nachweis, dass ich meine Bedenken zum Ausdruck gebracht habe und dass der Verwalter mir bestätigt hat, dass keine Gesetzesverstöße vorliegen.

    Das ändert natürlich nichts daran, dass ich die Bestimmungen zur Hausmeistervergütung einschließlich des Beschlusses von damals anders verstehe. Für das Hausmeister-Paar ist das natürlich toll: Das Gehalt wird um 5% erhöht und gleichzeitig gibt es eine Art Anti-Mieterhöhungsgarantie. Welcher Mieter hätte das nicht auch gerne?
     
  14. Andres

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    Zu prüfen gibt es da m.E. nichts mehr. Der Sachverhalt ist klar: Durch den geldwerten Vorteil liegen keine Minijobs mehr vor.

    Das große Problem an der Sache ist folgendes: Wenn man nicht gerade hoffen will, dass die Sache für alle Ewigkeit weiterhin gut geht, sitzt die Gemeinschaft auf einer tickenden Zeitbombe. Denn wenn die Nummer auffliegt, werden die öffentlichen Kassen Nachzahlungen bis zur Verjährung fordern. Da die dann fälligen Nachzahlungen eigentlich nicht aus der Instandhaltungsrücklage entnommen werden dürfen, ist dann sehr kurzfristig mit einer wuchtigen Sonderumlage zu rechnen. Auch die Staatsanwaltschaft könnte ein paar neue Aktendeckel aus dem Lager holen ...

    Bei Bomben gibt es eigentlich zwei mögliche Vorgehensweisen (neben der Vogel-Strauß-Methode, aber wenn du fragst, was ich tun würde, ist das raus): Kontrollierte Sprengung oder vorsichtige Entschärfung.

    Kontrollierte Sprengung heißt Anzeige. Wie man das anstellt, ohne dass man sich nicht selbst unnötig in Bedrängnis bringt, ist ein erstklassiges Betätigungsfeld für einen Anwalt. Dann gibt es den großen Knall und danach dürfte allen Beteiligten vermittelt worden sein, was für eine Art von Beschäftigungsverhältnis hier vorliegt.

    Vorsichtige Entschärfung würde zunächst mit einem letzten Versuch "im Guten" beginnen. Großer Vorteil am Anwalt ist wieder einmal der Briefkopf. Vielleicht wirkt er ja doch beim Verwalter. Andernfalls folgt das übliche Prozedere, wenn man die Gemeinschaft zu ihrem Glück zwingen will: Beschluss herbeiführen und dann anfechten. Wenn nicht aktuell schon ausdrücklich beschlossen wurde, die Tätigkeit nur als Minijob zu melden, wäre dafür ein Antrag zur nächsten Versammlung erforderlich.

    Entschärfungen sollen auch schon schmerzhaft geendet haben. Spätestens wenn man sich in öffentlicher Sitzung mit einem Richter darüber unterhält, was wie zu bewerten ist, kann sich die Sache jederzeit in eine unkontrollierte Sprengung verwandeln.


    Was hilft's? Aus den wirtschaftlichen Folgen kommst du so nicht raus. Im schlechtesten Fall kommt der Verwalter deiner Aufforderung nicht nach. Ich bin zwar immer dafür, dass man sich erst an einer gütlichen Einigung versucht, bevor man drastischere Maßnahmen ergreift, aber nach dem bisherigen Verlauf scheint mir das doch nicht gerade aussichtsreich.
     
  15. #14 Triple-J, 30.04.2015
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    Danke für Deine ausführliche Antwort.

    So sehe ich das im Gegensatz zum Verwalter auch.

    Du meinst die Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge? Ich muss jetzt mal ganz blöd fragen: Wird die diesbezügliche Nachzahlung wirklich so heftig sein, dass trotz der Kostenverteilung auf 58 Eigentümer eine "wuchtige" Sonderumlage für Jeden zu Stande kommt?

    Mmhhh. Welche Straftaten liegen hier konkret vor? Ich wollte ohnehin diesbezüglich am Wochenende mal googeln.

    Konkret wurde (siehe mein Zitat in Post #3) vor dem damaligen Beschluss eher beiläufig erwähnt, dass die Anstellung auf Minijobbasis erfolgt. Bei der aktuellen Versammlung wurde letztlich nur über die Gehaltserhöhung von 5% beschlossen. Und natürlich über Jahresabrechnung und den Wirtschaftsplan, wo die HM-Kosten enthalten sind.

    Dass heißt, ich müsste im nächsten Jahr einen Beschluss herbeiführen? Welchen konkret? Die Eigentümergemeinschaft soll offiziell beschließen, das HM-Paar als Minijobber anzustellen? Eigentlich ist dies so ja schon in 2011 beschlossen worden, auch wenn das ziemlich Geschwurbelthaft im Protokoll festgehalten wurde.

    Hmmm, naja, wenn der Verwalter mir die Bestätigung nicht gibt, könnte ich ja immer noch zum Anwalt gehen. Aber Du meinst, selbst wenn ich die Bestätigung bekomme, nutzt mir diese eigentlich gar nichts?

    Ob mein Anwalt für Miet- und WEG-Recht hierfür überhaupt der richtige Ansprechpartner ist? Naja, notfalls wird er dann Fall wohl einem Kollegen seiner Kanzlei vorlegen...
     
  16. Syker

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    Hallo triple-j,

    Der unterschied zwischen Minijob und normaler SVpflichtiger Beschäftigung dürfte in eurem Fall ca. 2500-3000 € pro Arbeitnehmer und Jahr betragen.
    Nicht zu verachten sind aber evtl. fällige Säumniszuschläge von 1% pro Monat.
    Dazu kämen dann noch Owi-Bußgelder bzw. Geldstrafen

    VG Syker
     
  17. Andres

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    ... und evtl. den AG-Anteil der Lohnsteuer.


    Das ist keine blöde Frage. Die genaue Eigentümeranzahl war mir nicht mehr bewusst. Du hast das bestimmt schon ein paar Mal geschrieben - ich wusste es nicht mehr. Grob abgeschätzt dürfte die Nachzahlung zwar die Liquidität der Gemeinschaft sprengen, aber die folgende Sonderumlage wäre bei 58 Eigentümern tatsächlich überschaubar.


    Spontan fallen mir Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (§ 266a StGB, hier liegt ein Fall nach Abs. 2 vor) und die allzeit beliebte Steuerhinterziehung (§ 370 AO) ein. Diese Straftaten erfordern jeweils Vorsatz und es ist auch eine Teilnahme (das heißt in diesem Fall hauptsächlich Anstiftung) möglich.

    Wem der Vorsatz letztendlich vorgeworfen und nachgewiesen wird, möchte ich nicht abschätzen.


    Nein. Das kann man zwar versuchen (d.h. Kürzung der Bezüge so weit, bis die Minijob-Grenze erreicht ist), aber auf einen derartigen Beschluss gäbe es keinen Anspruch im Rahmen ordnungsmäßiger Verwaltung. Wie gut oder schlecht ihr eure Hausmeister zahlt, hat nichts mit der Ordnungsmäßigkeit zu tun.

    Stattdessen soll die Verwaltung die Überlassung der Wohnung als geldwerten Vorteil bei der Anmeldung der Hausmeister berücksichtigen. Ob das dann ein Midijob oder eine "großes" Beschäftigungsverhältnis wird, muss nicht beschlossen werden - das ergibt sich von alleine.


    Wirtschaftlich ist es doch völlig egal, ob du deinen Standpunkt deutlich gemacht hast: Wenn die Sache bekannt wird, sind eben Nachzahlungen zu leisten, die letztendlich alle Eigentümer zu tragen haben.


    Das Thema ist nicht auf eine Disziplin beschränkt. Wenn du aber einen Fachanwalt für Miet- und WEG-Recht an der Hand hast, mit dem du bisher zufrieden warst, dann spricht m.E. nichts dagegen, den Sachverhalt zuerst dort zu schildern.
     
  18. Duncan

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    und den ggf. Fragen ob er nicht einen auf Steuerstrafrecht spezialisierten Kollegen kennt, den man im Falle eines Falles für die Spezialstrecken dieser Disziplin hinzuziehen kann. Keine Angst das er beleidigt sein könnte, Meister ihres Faches kennen vor allem ihre Grenzen.
     
  19. #18 Triple-J, 30.04.2015
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    Keine Sorge, ich verlange nicht von Dir, dass Du die Anzahl aller Eigentumsparteien aller Häuser aller Forumsmitglieder auswendig kennst. ;) Ich war nur über das Wort "wuchtig" gestolpert.

    Ok. Dann sollte gleich mit geklärt werden, ob die Bezahlung für die Extra-Arbeiten, die der HM ohne Beschluss der WEG durchführt, bezüglich des Beschäftigungsverhältnisses auch relevant sind.

    Wäre es nicht dennoch einen Versuch wert? Möglich wäre es ja zumindest, dass der Verwalter dann doch mal aufwacht oder meine Anfrage zumindest mal einem Fachmann zur Prüfung vorlegt. Wenn mich die Antwort nicht zufriedenstellt oder ich keine bekomme, kann ich ja immer noch weitere Schritte prüfen. Das Gute an diesem Verwalter ist zumindest, dass Emails in aller Regel sehr schnell beantwortet werden.

    Meine Anfrage könnte z. B. so lauten:
    Wäre es nicht eine Möglichkeit, hier einfach mal die Reaktion abzuwarten? Oder ist das eine blöde Idee?
     
  20. Andres

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    Natürlich kannst du das versuchen - schlimmer wird es davon nicht.

    ... ist halt das Maximum dessen, was du erwarten solltest.
     
  21. #20 Triple-J, 06.05.2015
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    Ich habe heute von der Verwaltung per Email die Zwischen-Antwort erhalten, dass man die Unterlagen einem Steuerberater zur Verfügung gestellt habe, welcher die Sachlage prüfen würde. Sobald ein Ergebnis vorliegt würde, würde man mir entsprechend antworten.

    Na dann, mal abwarten...
     
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