Fragen zu Vermietung und Verpachtung

Dieses Thema im Forum "Steuer - Vermietung und Verpachtung" wurde erstellt von patricia0815, 16.11.2014.

  1. #1 patricia0815, 16.11.2014
    patricia0815

    patricia0815 Neuer Benutzer

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    Hallo,

    ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen... Ich bin angestellte und mein mann ist frührentner, Ich besitze zwei häuser, wobei in dem eigen bewohnten haus mein sohn im OG wohnt und in dem zweiten haus mein sohn im EG bzw. die wohnung im og vermietet wurde.ich habe die steuererklärung mit wiso sparbuch (sowie in den jahren davor ebenso) für das jahr 2013 erstellt. bisher lief alles eig. immer,mehr oder weniger, problemlos. die beträge des programms bzw. der bescheid vom finanzamt haben, bis auf leiche abweichungen, gut zusammengepasst.

    Dieses mal hat alles seitens des finanzamtes länger gedauert. zudem haben sie laufend weitere infos eingefordert, welche ich auch bereitgestellt habe. Das finanzamt wollte die mietverträge (habe ich bereitgestellt), den nachweis des geldeingangs für die einzelnen wohnungen (habe ich auch bereitgestellt) sowie die nebenkostenabrechnungen (habe ich nicht bereitgestellt) haben. Nun habe ich den bescheid erhalten und mich trifft der schlag. laut wiso hätte ich eine erstattung von ca. 700€ erhalten, jedoch verlangt da finanzamt nun 2000€ rückzahlung und für das kommende jahr eine 1/4 jährliche vorauszahlung!
    Ich bin derzeit dabei den bescheid zu prüfen und die abweichungen zu plausibilisieren.

    Hierzu hätte ich fragen:

    1. umlagefähige einnahmen sind z.B. Betriebs- bzw, nebenkostenvorauszahlung, welche als einnahmen angegeben wurden. Dieses habe ich in der vergangenheit nicht angeben. ist die angabe zwingend erforderlich? weshlab wurde in der vergangehit dazu nicht angemahnt?

    2. Die werbungskosten in dem eigengenutzen objekt wurden nur anteilsmäßig berücksichtigt, da die vermietete fläche angeblich nur 30% der gesamtfläche betragen würde... ist dieses so rechtens? welche stellgröße hätten wir um die finanzielle belastung zu senken?

    3. in dem zweiten haus in dem mein sohn im eg wohnt und das og vermietet ist, wurde die werbungskosten auch nur für das Og berücksichtigt. Hierzu wurde von finanzamt ein Umlageschlüssel über die bewohnten/vermieteten flächen generiert und herangezogen.
    wie bereits erwähntm wurden die Werbungskosten nur anteilsmäßig für das og berücksichtigt, da mein sohn im eg aus gründen der abreitslosigkeit seit 201 keine miete gezahlt hat. ist das vorgehen des finanzamtes so rechtens?


    welche stellgrößen habe ich um diese rückzahlung bzw. vorauszahlung zu mindern?

    ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen einwenig licht in das ganze zu bringen...

    lg
    patricia
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Bitte verwende Groß- und Kleinschreibung so gut es dir möglich ist. Es erleichtert Nutzern, die dir helfen wollen, deinen Beitrag zu verstehen.


    Ich weiß nicht, was diese Einnahmen "umlagefähig" macht. Auf wen werden sie denn umgelegt?

    Zur Frage, ob es zulässig ist, Vorauszahlungen nicht als Einnahmen anzugeben, gibt es unterschiedliche Ansichten. Ich gebe sie an und finde das logischer als den Versuch, die Betriebskosten komplett aus der Steuer herauszuhalten. Andere machen das anders und es gibt offensichtlich Finanzämter, die das akzeptieren.


    Vielleicht wurde es bisher nicht (eingehend, aufmerksam) geprüft, vielleicht habt ihr einen neuen Sachbearbeiter, vielleicht ... - diese Frage ist für dich völlig irrelevant. Selbst wenn das FA bisher deine Erklärungen zu Unrecht nicht beanstandet hätte, würde sich daraus für dich kein Anspruch ergeben.


    Das Objekt ist nicht "eigengenutzt". Ob das OG an (d)einen Sohn oder einen wildfremden Menschen vermietet ist spielt keine Rolle - es ist vermietet. Werbungskosten, die für das ganze Objekt anfallen, werden damit nur mit dem Anteil berücksichtigt, der dem Anteil der vermieteten Wohnfläche an der Gesamtwohnfläche entspricht. Das scheinen hier 30 % zu sein.

    Beispiel: Du lässt das Dach für 10.000 € reparieren. 30 % davon (also 3.000 €) sind abziehbar, die verbleibenden 70 % sind dein "Privatvergnügen" und steuerlich nicht relevant.


    Kosten soweit möglich direkt zuordnen. War eine Maßnahme nicht auf das ganze Haus sondern nur auf die Mietsache bezogen (typisch: alle Schönheitsreparaturen, neues Bad/Küche, ...), dürfen die Kosten vollständig abgezogen werden.

    Ist die Annahme bzgl. des Wohnflächenanteils richtig? Das sollte überprüft werden.


    Ja. Die vollen Werbungskosten dürfen nur angesetzt werden, wenn die Wohnung zu mindestens 66 % der ortsüblichen Miete vermietet ist. Ist die Miete niedriger, darf nur der entsprechende Anteil angesetzt werden. Dein Sohn zahlt 0 % der ortsüblichen Miete, also kommen 0 % der auf seine Wohnung entfallenden Werbungskosten zum Ansatz.


    Da du keine Betriebskostenabrechnung abgegeben hast, hat das FA den Anteil, der auf die vermietete Wohnung entfällt, geschätzt. Das ist nur selten für den Steuerzahler vorteilhaft. Rechne aus, ob die tatsächliche Verteilung der Kosten für dich besser wäre.

    Die Vorauszahlung entfällt in dem Moment, in dem keine Nachzahlung mehr zu erwarten ist. Sinkt die Steuerlast, wird auch die Vorauszahlung gesenkt oder aufgehoben.


    Es verbessert zwar nicht deine steuerliche Situation, aber dafür deine gesamte finanzielle Situation: Wenn dein Sohn arbeitslos ist, könnte er Anspruch auf Sozialleistungen für die Miete haben.
     
  4. #3 sara, 16.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 16.11.2014
    sara

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    gute Frage, vielleicht Glück gehabt bis jetzt... :zwinkernd003:

    Werbungskosten können nur anteilig für die vermietete Wohnung geltend gemacht werden, nicht für deine eigene Wohnung. (wie groß die vermietete Whg. im Verhältnis zu der eigenen ist, müsstest du wohl selbst wissen)


    Richtig!

    Du meinst wohl, dass das Finanzamt dir fiktive Mietzahlungen anrechnet für die Wohnung deines Sohnes (obwohl du die nicht erhalten hast) und davon die anteiligen Betriebskosten abzieht???

    Auch das ist korrekt, denn ansonsten kannst du für diese Wohnung keine Werbungskosten geltend machen.

    Wie ich jetzt sehe hat Andres schon sehr ausführlich geantwortet...
    lasse aber meinen Beitrag stehen.
     
  5. #4 patricia0815, 16.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 16.11.2014
    patricia0815

    patricia0815 Neuer Benutzer

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    Vielen Dank Andres und Sara für eure ausführlichen Antworten. Diese helfen mir schon mal einen Schritt weiter.

    Sorry, mein Fehler. Richtig wäre gewesen "Die Einnahmen werden um die vereinnahmten Umlagen (x €) erhöht"

    Ich habe es jetzt so verstanden, dass man diese angeben muss. Sollten diese in der Vergangenheit nicht durch das Finanzamt angemahnt worden sein, heißt es schlicht weg Glück gehabt... Also werde ich diese in Zukunft als Einnahmen auf die Kaltmiete addieren.

    Könnte das FA rückwirkend (die Jahre vor 2013) die Steuerbescheide dahingehend korrigieren?

    Ich sollte also prüfen, welche Werbungskosten direkt zu 100% auf die obere Wohnung meines Sohnes zugeordnet werden können? Wie kann ich dem FA klarmachen, dass das bestimmte Kosten nur auf eine vermietete Wohnung entfallen? Ist ein schriftliches kennzeichnen der jeweiligen Belege dazu ausreichend? Direkte Zuordnung der Kosten haben wir in der Vergangenheit für kein Mietobjekt gemacht. Danke für den Hinweis.

    Eine generelle Frage - reicht ihr die Betriebs- bzw. Nebenkostenabrechnung jährlich beim FA mit den weiteren Unterlagen ein?
    Mir ist nicht ganz klar, welchen Vorteil das Einreichen der Betriebs- bzw. Nebenkostenabrechnubg beim FA gebracht hätte bzw. bringen würde... Was kann das Fa daraus ableiten?
    Eine direkt Zuordnung der Kosten muss man prüfen, dass ist für mich mittlerweile nachvollziehbar.

    Noch eine allgemeine Frage für das Haus in dem wir selbst auch wohnen. Wenn nun mein Sohn mehr Wohnfläche erhalten würde, würde sich dieses entsprechend positiv auf unsere Steuerlast bzw. die abzusetzenden Werbungskosten auswirken, sofern diese nicht direkt der Mietwohnung zugeordnet werden können?

    Danke für euer tolles und schnelles Feedback.

    Lg
    Patricia
     
  6. Andres

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    Theoretisch ist das oft möglich, praktisch erscheint mir das in diesem Fall sehr unwahrscheinlich.


    Ja.


    Das kommt auf die Kostenart an. Mit Handwerkern sollte z.B. eine separate Rechnungsstellung vereinbart werden.


    Die Abrechnung nicht (steuerlich nicht relevant), die "weiteren Unterlagen", d.h. die Belege über die Entstandenen Kosten, schon. Waren die Wohnungen voll vermietet und haben alle Mieter bezahlt, ist das auf lange Sicht ein Nullsummenspiel: Die Vorauszahlungen und Nachzahlungen sind Einnahmen, die dafür erbrachten Leistungen und evtl. Rückzahlungen sind Ausgaben.


    Ob diese Kosten wirklich in Höhe der Vorauszahlungen entstanden sind oder ob du auch an den Vorauszahlungen etwas verdienst.


    Ja, aber: Durch die größere Wohnfläche sinkt der Quadratmeterpreis! Wenn die Wohnung dadurch unter die o.g. 66 % fällt, war das ein Eigentor.
     
  7. #6 patricia0815, 16.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 16.11.2014
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    Bei uns läuft es meistens wie folgt: wir machen die Renovierungsarbeiten selbst (also mein Mann). Das Material kaufen wir dann im Baumarkt oder beim Fachhändler ein. Diese Belege haben wir dann in der Vergangenheit gesammelt und beim FA als Werbungskosten eingereicht. Im Jahr 2013 haben wir die Wohnung im OG für unseren Sohn renoviert. D.h. der Großteil der Kosten ist eig. auch auf die obere Wohnung abgefallen. Nur haben wir diese Arbeiten, wie zuvor beschrieben, selbst ausgeführt. Wie könnten wir nun diese Kosten/Belege kennzeichnen, damit diese der Wohnung im OG direkt zugeordnet werden und auch vom Finanzamt anerkannt werden? Und wie ist eig. die eigene Arbeitszeit abzurechnen? Oder wird dieses definitiv nicht vom FA berücksichtigt, da die Anzahl der Stunden nicht nachweisbar sind?

    Wenn ich nun einen Handwerker engagieren würde, sollte ich also dann darum bitten das dieser auf der Rechnung kenntlich macht, das die durchgeführten Arbeiten explizit für die Wohnung im OG erforderlich waren? Dann sollte das Finanzamt diese anerkennen?

    Hiermit sind Belege (z.B. vom Baumarkt, ggf. Rechnungen von Handwerkern) für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gemeint?

    Ok, d.h. die Nebenkosten werden als Einnahmen auf die Kaltmiete addiert. Vorauszahlungen und Nachzahlungen müssen nicht beim FA angegeben werden, da diese auf Dauer ein Nullsummenspiel ist. Kann man eig. die Heizkosten (also Öltank auffüllen) auch bei der Steuererklärung mit angeben? Das sind ja in dem Sinne auch Ausgaben. Und hier könnte man zumindest für die zweite Wohnung in der mein Sohn keine Miete zahlt, den Anteil der Heizölmenge anhand der Betriebskostenanbrechnung direkt dem vermieteten OG zuordnen. Diese Kosten haben wir bisher auch nie angegeben? Ich dachte immer man kann diese nicht angegeben.

    Ok, da habe mich missverständlich ausgedruckt. Wenn mein Sohn mehr Wohnfläche bekommt, dann muss natürlich sichergestellt sein bzw. Der Mietvertrag dahingehend angepasst werden, dass 66,6% der ortsüblichen Miete pro qm auf die neue Fläche angesetzt wird. Kurz gesagt, mein Sohn kriegt mehr Wohnfläche, seine Mietkosten steigen. Unsere Wohnfläche sinkt, die Steuerlast sinkt sofern das 66,6% Kriterium nicht verletzt wird?

    Lg
    Patricia
     
  8. Andres

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    "Der Großteil" ist schwierig. Das Material hätte besser komplett getrennt gekauft werden sollen - wenn schon nicht auf zwei Belege, dann wenigstens in getrennten Positionen auf einem Beleg.


    Indem dem FA mitgeteilt wird, dass diese Kosten ausschließlich für die vermietete Wohnung und nicht einheitlich für das ganze Gebäude angefallen sind.


    Keine Kosten, also kein Abzug. Hier kommt noch nicht einmal Verpflegungsmehraufwand in Frage, da die Arbeiten im eigenen Wohnhaus stattfanden.


    Der "Nachweis", der in anderen Fällen gefordert würde, sähe auch nur so aus, dass ihr Aufzeichnungen über die Dauer führt. Das ist also keine große Anforderung. Es scheitert bei euch ganz einfach daran, dass grundsätzlich nichts steuerlich Relevantes passiert ist.


    Ja.


    Ja, außerdem Rechnungen der Versorger, Heizöllieferungen und Versicherungen, der Grundsteuerbescheid, ... - eben alles, was so an Kosten anfällt, egal ob es umlagefähig ist.


    Diese beiden Sätze stehen sich diametral entgegen :)

    Du gibst alles an, was dir an Geld zufließt, und dafür ...

    ... darfst du (fast) alles, was dir an Geld abfließt, gekürzt um den auf eure eigene Nutzung entfallenden Anteil, abziehen.


    Nein, die Heizölkosten fallen einheitlich an. Dafür würde eine Aufteilung nach Wohnfläche erfolgen.


    Wenn man die Betriebskostenvorauszahlungen nicht als Einnahmen angibt, wäre dieser Abzug auch definitiv nicht möglich.


    Ja.


    Du stellst hier ein paar ziemlich grundlegende Fragen. Vielleicht wäre es besser, wenigstens einmalig einen Steuerberater zu beauftragen, um die Erklärung insgesamt mal in die richtige Spur zu bekommen. Selbst die beste Steuersoftware ist kein Ersatz dafür, ein gewisses Verständnis für die Zusammenhänge zu haben.
     
  9. Pitty

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    Wie willst du jetzt den MV ändern? Die m2 der Wohnung bleiben doch gleich. Nicht, dass sich das FA noch einen Grundriss von Dir anfordert und das nachrechnet. Ist schon komisch, wenn sich etwas ändert, wenn das FA ein Jahr prüft. Und ja, das FA kann die letzen 7 Jahre die Bescheide korrigieren.
     
  10. #9 patricia0815, 17.11.2014
    patricia0815

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    Das ist etwas verwirrend für mich. Ich dachte ich muss diese kosten angeben. So hatte ich es nun in Zuge dieser Diskussion verstanden. Ich hatte es ja bei meiner Steuererklärung nicht gemacht und dann hat das Finanzamt die Nebenkosten für die einzelnen Wohnungen "die Einnahmen werden um die vereinnahmten Umlagen von x € erhöht".

    Ich werde wohl nochmal professionelle Hilfe benötigen. Jedoch muss ich an dieser Stelle sagen, dass die Steuererklärung in der Vergangenheit (bis auf die letzten 3 jahre) immer von einem Steuerberater durchgeführt wurde. Die letzten beiden Steuerberater hatten nie die Nebenkosten angesetzt. Daraufhin haben wir dann beschlossen diese Daten selbst in die Steuersoftware einzutragen, da wir deutlich mehr Punkte gefunden hatten zum Abschreiben als die beiden Letzten Steuerberater.

    Wir haben noch zwei Zimmer und eine Loggia, welche lediglich als Abstellraum genutzt werden. Wenn mein Sohn mal Nachwuchs bekommen würde, könnte er diese Flächen vielleicht zusätzlich benötigen. Wäre eine solche Änderung nicht zulässig?
    Das Finanzamt hat bereits Grundrisse angefordert. Ist dieses problematisch? Ist es nicht rechtens seitens des FA? Ich hatte es so verstanden, dass ich diese einreichen muss da das FA diese angefordert hat.

    Danke nochmal für die ganzen Infos.

    Lg
    Patricia
     
  11. #10 sara, 17.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2014
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    Grundsätzlich musst du die Vorauszahlungen angeben, wenn du Betriebskosten geltend machen willst.
    Das ist in Fällen mit hoher Zinsbelastung sowie Abschreibung auf dem selbst bewohnten Haus mit weiterer vermieteten Wohnung möglich jedoch nur für den vermieteten Anteil.
    Die Betriebskosten sind meist von dem Mieter ja auch anteilig zu zahlen, so dass es hier in der Regel zu keiner Steuerminderung kommt. (Das von Andres bezeichnete Nullsummenspiel)

    aus obigen Grund wahrscheinlich, und manche Finanzämter fordern es dann auch nicht.
    Aber wenn Betriebskosten abgezogen werden sollen dann müssen die vereinnahmten Betriebskosten (verrechnet mit Nachzahlungen bzw. Erstattungen) auch angegeben werden.

    Wahrscheinlich deshalb, weil eure Erklärung widersprüchlich war, deshalb kannst du jetzt auch nicht einen Abstellraum als Wohnraum deklarieren. Damit würde sich die Gesamtfläche der Wohnungen ja erhöhen.
    Oder sind diese Flächen jetzt bei eurer Wohnung berücksichtigt?
     
  12. #11 patricia0815, 17.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2014
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    Ach so... Jetzt hat es bei mir Klick gemacht! Wenn ich die Betriebskosten in der Steuererklärung angebe, dann muss ich die gezahlten Nebenkostenvorauszahlungen
    auch angeben. Diese werden vom FA dann als sog. vereinnahmte Umlagen auf die bereits vorhandenen Einnahmen hinzugerechnet. Jetzt ist es klar! Danke.

    Könnte ich nun z.B. gegen meine abgegebene Steuererklärung von 2013 Einspruch einreichen (Steuerbescheid am 14.11.2014 erhalten), um dann z.B. die angefallenen Werbungskosten direkt dem jeweiligen Wohnobjekt zu zuordnen? Zudem möchte die angesetzten Betriebskosten nicht in der Steuerklärung
    angeben, so dass die Nebenkostenvorauszahlungen nicht mehr meinen Einnahmen hinzu addiert werden. Könnte ich meine Steuererklärung dahingehend korrigieren?

    Es sind noch zwei Zimmer im Haus die derzeit nicht benutzt, aber bewohnbar wären. Aktuell werden diese Räume nur als Abstellraum verwendet. Zudem ist da auch noch ein großer Flur und eine Loggia. Wenn man diese Räumlichkeiten z.B. In 1-2 Jahren zusätzlich an meinen Sohn vermietet (66.6% Grenze muss natürlich eingehalten werden), dann könnte das Finanzamt ja nichts dagegen haben. Diese Räumlichkeiten sind ja auf den Grundrissen zu sehen, nur wurden diese aktuell nicht als vermietete Flächen deklariert.

    Lg

    Patricia
     
  13. Andres

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    Ja. Ein Einspruch kann auch dazu genutzt werden, die eigenen Angaben zu ergänzen.


    Das weiß ich nicht. Nur weil diese Art der Rechnung in manchen Fällen akzeptiert wurde, muss sie noch lange nicht korrekt sein. Da das FA bereits auf die vollständige Angabe der Betriebskosten drängt, ahne ich, welche Meinung dort vertreten wird. Die Anleitung zur Anlage V spricht auch eine sehr deutliche Sprache.

    Wenn ich nicht wüsste, dass es von Finanzämtern so abgesegnet wurde, würde ich ja glatt behaupten, dass diese Abrechnung nicht zulässig ist. Aber Praxis schlägt Theorie ...
     
  14. #13 sara, 17.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2014
    sara

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    Einspruch kannst du einlegen, aber diese Begründung wird wohl nicht akzeptiert...
    Du kannst die korrekten und verlangten Angaben machen die du nicht gemacht hast, aber der Sachbearbeiter wird sich wohl nicht auf dieses von dir einlassen.

    Das Fass hast du selbst aufgemacht und korrekter Weise müssen die Angaben in der Steuererklärung auch gemacht werden.

    Sind diese Räume jetzt bei der gesamten Wohnfläche mit eingerechnet.
    Schließlich sind die Teileinheiten der Wohnungen die gesamte Wohnfläche.

    Wenn du nun deinem Sohn mehr Fläche zurechnest, diese Fläche aber jetzt gar nicht in der Gesamtsumme aufgeführt wurde, werden die zurückliegenden Steuerbescheide wohl auch falsch.
    Denn die Anteile stimmen nicht.

    Es ist nicht einfach zu mogeln, wenn man nicht weiß welche Konsequenz dies hat. :49:

    Nachtrag:
    einfach korrekte Erklärungen abgeben...
     
  15. #14 patricia0815, 17.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 17.11.2014
    patricia0815

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    Vielen Dank für die Antworten. Alle Infos sind sehr hilfreich.

    Wäre eine spätere Änderung der Wohnfläche gemäß obigem Beispiel z.B. Für die Steuererklärung für das Jahr 2015 möglich?

    Eine Frage hätte ich noch... Das Finanzamt hat bei mir die Grundrisse, Mietverträge, Nachweis des Geldeingangs für vermietete Objekte und Nebenkostenabrechnungen verlangt. Bis auf die Nebenkostenabrechnung habe ich alle Belege eingereicht.
    Bei der Wohnung von meinem Sohn in unserem Haus sollte ich auch die vermieteten Flächen im Grundriss kenntlich machen. Auch dieses habe ich getan... Hätte ich dieses eig. alles überhaupt machen müssen? Oder hätte ein, vom Mieter unterschriebenes Schreiben gereicht, auf welchem für die jeweilige vermietete Wohnung, einfach nur Name des Mieters und dessen Kaltmiete aufgeführt sind? Durch seine Unterschrift Bestätigt der Mieter die in der Steuererklärung angesetzte Kaltmiete dem Vermieter zu zahlen...? Diesen Weg haben wir vor Jahren, auf Anraten unseres damaligen Steuerberaters, gewählt als das FA auch mehr Belege (Mietverträge etc.) angefordert hatte... Damals (vor mehr als 10 Jahren) hatte es funktioniert.. Wäre es für dieses mal ebenso eine Möglichkeit gewesen?

    Lg
    Patricia
     
  16. sara

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    Dann wurden vom Finanzamt wohl auch die Abstellräume etc. mit berechnet, die ja auch zu den Wohnflächen gehören, ansonsten warum "angeblich"....

    Du musst doch selbst wissen wie viel qm Wohnfläche das Haus hat und damit die Anteile der jeweiligen Wohnungen.
     
  17. #16 patricia0815, 17.11.2014
    patricia0815

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    Ich glaube da habe ich missverständlich ausgedrückt. Sorry! Die angesetzte Fläche des FA passt zu den von mir markierten vermieteten Flächen. Das ist ok. Meine Frage hatte jetzt eig. eher darauf abgezielt, ob eine spätere Änderung der Wohnfläche (mein Sohn benötigt im Falle von z.B. Nachwuchs etc. weitere Zimmer zum anmieten. Wir haben ja noch freie Zimmer) möglich wäre? Der Mietvertrag würde natürlich angepasst.

    Könnt ihr mir auch Feedback zu folgendem Punkt geben?

    Lg
    Patricia
     
  18. Pitty

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    Du kannst alles machen. Du musst es nur dem Finanzamt plausibel erklären.
     
  19. Andres

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    Jein. Du bist zur Mitwirkung bei der Feststellung steuerlich relevanter Sachverhalte verpflichtet (§ 200 AO). Das muss nicht zwingend in der Form passieren, die das FA gerne hätte. Wenn du den Anteil der vermieteten Fläche also auch anders darlegen kannst, dann musst du keine Grundrisse kennzeichnen.

    Falls du gar nichts einreichst oder erklärst, wird das FA eben schätzen oder Abzüge allgemein nicht anerkennen. Das ist selten zu deinem Vorteil.


    Vorsicht, jetzt sind wir gefährlich nahe an einer Steuerhinterziehung. Auf die Anforderung über einen Nachweis der vereinbarten Miethöhe eine Erklärung über die Kaltmiete vorzulegen, klingt für mich schon sehr nach vorsätzlich unvollständigen Angaben.


    Das würde das FA kaum als Nachweis akzeptieren - zu Recht.


    Man kann dem FA schlicht mitteilen, dass kein schriftlicher Mietvertrag geschlossen wurde. Und Zahlungen weist man entweder über Kontoauszüge oder über Empfangsquittungen nach. Auch hier der Hinweis: Sollten diese Belege getürkt sein, ist wieder einmal eine Steuerstraftat begangen.


    Insgesamt wäre deine Zeit nach meinem Gefühl besser in eine korrekte Steuererklärung investiert als in irgendwelche wirren Konstrukte, die du hier erhalten möchtest.
     
  20. #19 patricia0815, 18.11.2014
    Zuletzt bearbeitet: 18.11.2014
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    Ok. Danke nochmal für die ganzen Infos. Das hat mir schon sehr weitergeholfen.
    Ich werde mich nun mal auf die Suche nach einem Lohnsteuerhilfeverein machen und mir professionelle Hilfe suchen.

    Hier hab ich mich missverständlich ausgedruckt. Im OG, dort wo mein Sohn wohnt, sind noch zwei Zimmer die aktuell nur als Abstellkammer dienen. Diese sind daher nicht an Ihn vermietet, da er den Platz auch nicht benötigt. Diese Zimmer sind in Gesamtwohnfläche des Hauses mit einberechnet. Wenn man die nun aber Zimmer einfach nur ausräumen würde, sind diese natürlich bewohnbar. Zudem ist im OG noch eine Loggia und das Treppenhaus, welche auch nicht mit bei den vermieteten Flächen hinzugerechnet wurden.

    Lg
    Patricia
     
  21. Duncan

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    Was den nun? Ein Lohnsteuerhilfeverein, der dir kaum wirklich helfen kann oder jemanden der professionell arbeitet, die nötige Kompetenz hat und eine ausreichende Pflichtversicherung hat?
    Du brauchst einen richtigen Steuerberater, der auch deutlich mehr auf der Tasche hat als drei Kreuze machen und deine Einkünfte aus unselbständiger Arbeit zu addieren.

    Die Leute die in den Vereinen die Steuererklärungen abfassen sind oft nur reine Buchhalter oder haben eine Re-/No- Ausbildung usw. aber keine eigene Zulassung als Steuerberater. Gegen ein solches Büro habe ich gerade eine Zwangsvollstreckung am laufen, weil die ihre Unterlagen so gut beisammen haben.... Lieber Nagelstudio.
     
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