Fragen zum Verhalten der Verwaltung

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Horatio, 15.05.2007.

  1. #1 Horatio, 15.05.2007
    Horatio

    Horatio Neuer Benutzer

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    Hallo

    Ich habe einige Fragen zu einer ordnungsgemäßen Verwaltung.
    Ich selbst bin Eigentümer und die Verwaltung ist gewerblich.
    Lange bin ich noch nicht Mitglied dieser Eigentümergemeinschaft, dennoch
    finde ich das Verhalten das Verwaltung etwas merkwürdig.
    Ich fange einfach mal an und bitte euch, vor allem die Verwalter hier im Forum, um Rat und Tipps.

    1. Als neuer Eigentümer fragte ich nach der Hausordnung und bekam die Antwort:
    "Die gibt es nicht, es gab hier nie Probleme untereinander. Ist nicht notwendig."

    Frage: Ist das üblich oder OK?

    2. Als ich um eine Kopie des Verwaltervertrages bat, kam als Antwort:
    "Es gibt keinen, die Verwaltung wurde auf Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen des WEG
    und auf Basis der privatrechtlichen Vereinbarungen gestellt." (Info: ist ca. 30 Jahre her...)

    Frage(n): Wie wird dann z.B. die Honorarabrechnung geregelt, die Rechte
    und Pflichten des Verwalters ? Was würdet ihr mir hier empfehlen?
    Soll ein Vertrag her?

    3. Bei der Jahresabrechnung vermißte ich die Aufstellung/Summe der
    angesparten Rücklagen für Investitionen und hatte einige Fragen zu
    gewissen Abrechnungspositionen.
    Als ich telefonisch danach die "zuständige Mitarbeiterin" fragte,
    wurde ich an die "Buchhaltung" verwiesen, diese wiederum konnte mir
    keine konkreten Auskünfte geben, nur, dass die Aufstellung "nachgereicht"
    wird, sie muss erst noch vom "Chef" erstellt werden...!!??
    Auch meine Fragen, wie die z.B. Rücklagen (mehrere Zehntausend Euro)
    angelegt wurden konnte mir die "Buchhaltung" nicht beantworten...
    "das kann nur der Chef sagen, der ist aber nicht da."

    Frage: Was haltet ihr von diesem Verhalten? Wie sollte ich vorgehen?

    Als ich andeutete, dass ich ggf. bei der Verwaltung vorbeischaue und selbst einen Blick auf die Belege werfe, kam ein fast empörtes:
    "Das ist nicht nötig, das macht doch schon der Verwaltungsbeirat."...

    Tja, ich könnte noch mehr schreiben, möchte aber nicht, dass der Beitrag dadurch zu gewaltig wird. (Später mehr...)

    Wie bereits erwähnt, bitte ich euch um Tipps und Ratschläge, wie ich mit dieser Verwaltung am besten umgehe soll. :gehtnicht

    Danke und liebe Grüße

    Horatio
     
  2. AdMan

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  3. Capo

    Capo Erfahrener Benutzer

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    Ein Vertrag ist mE immer notwendig. einfach um schon die Zuständigkeiten zu regeln. zB Handwerkerbeauftragung etc

    Desweiteren muss der Wirtschaftsplan die einzelnen Posten IM VORFELD bereits darstellen. die Abrechnung sollte dan schlüssig sein.

    Mit anderen Worten: Einfach mal auf den Beirat zugehen und nach dem Wirtschaftsplan fragen bzw den Kontoauszug der Inst-Rücklagen zeigen lassen. Der muss das wissen...
     
  4. #3 Martens, 21.05.2007
    Martens

    Martens
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    moin Horatio,

    1. eine Hausordnung ist meiner Ansicht nach verzichtbar.
    Entweder, man hat keine Probleme, dann braucht man auch keine HO.
    Oder, man hat Probleme, dann hilft auch keine HO.
    Aber: es gibt Menschen, die sehen das anders.

    2. Ein Vertrag muß nicht zwingend schriftlich geschlossen werden, es wird trotzdem einen geben, auch wenn niemand ein Schriftstück vorweisen kann.

    Man hat halt das Problem, über alles diskutieren zu können, da nichts nachweisbar festgelegt ist.

    3. Du solltest die Aufstellung über die Entwicklung der Instandhaltungsrücklage schriftlich anfordern, ggfs. auch die Fragen zu den einzelnen Kostenpositionen schriftlich stellen.

    Jeder Eigentümer hat ein Recht auf Einsichtnahme in die Buchhaltungsunterlagen, also auch das schriftlich abfordern und am besten drei Termine nennen, wann es Dir passen würde.

    hoffe geholfen zu haben,
    Christian Martens
     
  5. #4 Horatio, 21.05.2007
    Horatio

    Horatio Neuer Benutzer

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    Danke für die Antworten. :D
    @ Martens:
    So mache ich es! (Zur Frage 2 + 3)
    Auf die Hausordnung kann ich auch verzichten, es geht in der WEG recht ruhig zu...manchmal zu ruhig. (siehe Text)

    In meinem ersten Beitrag deutete ich an, dass ich noch mehr Fragen
    auf Lager habe.
    Einige Antworten konnte ich mir schon im Forum suchen.
    Ein Punkt beschäftigt mich dennoch:
    Auf der letzten EV (09/2006) wurden Sanierungsmaßnahmen
    beschlossen. Die Verwaltung sollte Angebote einholen und
    danach "kurzfristig" eine außerordentliche-EV einberufen,
    damit von den Eigentümern abgestimmt werden kann,
    was in welchem Umfang gemacht wird.
    (So steht es als Beschluss im Protokoll der letzten EV).

    Die Angebote liegen seit Monaten vor. Ich habe dies nur nach
    mehrmaligen nachfragen erfahren. Ich fragte auch an, wann die
    außerordentliche-EV sein soll. Lt. Verwaltung sollte mit der
    Jahresabrechnung 2006 eine Einladung zur ao-EV kommen.
    Die Abrechnung kam, die Einladung dazu nicht.
    Ich rief natürlich an und fragte wieder nach.
    Aussage: "Findet nicht statt, machen wir alles auf der "ordentlichen" Sitzung."

    Das ärgerliche daran, die Sanierung ist dringend notwendig.
    Warum wird ein Beschluss so einfach verschleppt?
    Seit 9 Monaten ist, bis auf die Angebote, nichts passiert! :wand:
    Es entsteht langsam ein Sanierungsstau, die Verwaltung weiß es
    und es passiert nichts.
    Gibt es hier eine Empfehlung für ein angemessenes Vorgehen?

    Das führt mich zu einer weiteren Frage:
    Da ja kein Vertrag zwischen Verwaltung und WEG besteht ist auch
    nicht genau geklärt, wie z.B. kleine Reparaturen zu erledigen sind.
    Einen Hausmeister gibt es nicht.
    Lt. Teilungserklärung sollen die Eigentümer der Verwaltung Mängel melden. Das mache ich auch.
    Nur leider tut sich da nicht viel. Ich erwarte nicht, dass zwei Tage
    später ein Handwerker auf der Matte steht.
    Nach 4-5 Monaten sollte sich aber schon etwas getan haben.

    Auch hier: Gibt es hier eine Empfehlung / Tipps für ein angemessenes Vorgehen?
     
  6. #5 Martens, 21.05.2007
    Martens

    Martens
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    moin Horatio,

    nochmal: es gibt einen Vertrag, wenn auch keinen schriftlichen. Ein feiner aber wichtiger Unterschied.

    Wenn die Verwaltung tatsächlich bummelig ist - um es vorsichtig freundlich auszudrücken - kann man nur immer wieder nachfragen, am besten schriftlich oder per email. Man hat dann eine schöne Sammlung, mit der man spätestens in der Versammlung fragen kann, warum so gearbeitet wird.

    Zum Instandhaltungsstau: ohne Informationen, was da ursprünglich befürchtet wurde und was letztlich bei Inaugenscheinnahme herausgekommen ist, kann man das Verhalten der Verwaltung kaum beurteilen.

    Es gibt Situationen, in denen scheint Eile geboten, dann stellt sich bei näherer Betrachtung - Angebote einholen, Gespräche mit Baufirmen etc. - heraus, daß es alles nicht soo schlimm ist und Zeit hat, bis zur turnusmäßigen Eigentümerversammlung.

    Es kann natürlich auch ganz einfach Schlamperei sein, klar.

    Kleine Instandhaltungen: Nachfragen. Warum ist noch nichts passiert? Was haben Sie unternommen? Wie ist Ihre weitere Planung?

    Es kann berechtigte Gründe geben, warum irgendetwas länger dauert - es kann auch einfach Schlamperei sein, ich weiß es nicht.

    Als "Neuer" würde ich auch den Kontakt zum Beirat suchen und die Themen an diese Miteigentümer herantragen. Vielleicht können die erklären, vielleicht ist das Vorgehen der Verwaltung mit dem Beirat abgesprochen, vom Beirat gewünscht, ich weiß es nicht.

    Wenn natürlich auf die ganzen Fragen keine vernünftigen Antworten kommen, würde ich langsam "laut" werden und auf die Einhaltung von Spielregeln pochen. Dazu müssen die anderen Eigentümer für diese Punkte sensibilisiert werden, es läuft alles über Mehrheitsbeschlüsse.

    Es spricht nichts dagegen, wenn einzelne Eigentümer ihre persönliche Ansicht der Dinge in einem Rundschreiben den anderen Eigentümern zu Kenntnis bringen. Die Verwaltung hat die Eigentümerliste jedem Eigentümer - gegen Gebühr - herauszugeben.

    hoffe geholfen zu haben,
    Christian Martens
     
  7. #6 Horatio, 24.05.2007
    Horatio

    Horatio Neuer Benutzer

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    Hallo Martens,

    danke für die ausführlichen Antworten.
    Ich werde mir in Ruhe das Protokoll der letzten EV durchlesen und zu
    allen noch nicht durchgeführten Maßnahmen die entsprechenden
    Fragen stellen. Das ganze mache ich schriftlich und bitte dann auch
    um eine schriftliche Antwort.
    Die mündlichen Aussagen / Zusagen haben bisher leider nichts gebracht.

    Separat dazu gibt es dann noch eine "To-Do-Liste" für Reparaturen … :vertrag :D

    Ich habe zwischenzeitlich auch mit anderen Eigentümern gesprochen.
    Originalton meiner netten Nachbarin:
    "Die Verwaltung war schon immer lahma****ig!"
    Ich Frage mich, warum bisher niemand etwas unternommen hat. :?

    Nun, ich rege mich nicht mehr auf, ich schreibe meine Briefe und
    Anfragen, immer schön freundlich, immer schön sachlich.
    Mal schauen was so passiert (oder auch nicht).
    Beharrlichkeit wird mich zum Ziel führen, ich bin da sehr zuversichtlich. :)
     
Thema: Fragen zum Verhalten der Verwaltung
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