Frist Jahresabrechnung

Diskutiere Frist Jahresabrechnung im Verwaltung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; @Fremdling: Deine These impliziert, dass eines der Obergerichte den Anspruch auf eine Abrechnung innerhalb einer bestimmten Frist (bspw. 6 Monate)...

Joachim87

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@Fremdling:
Deine These impliziert, dass eines der Obergerichte den Anspruch auf eine Abrechnung innerhalb einer bestimmten Frist (bspw. 6 Monate) bejaht.

Meine These von oben war lediglich, dass diesbzgl. ein Obergericht angerufen wurde und entschieden hat.
Auch wenn der Anspruch eines Eigentümers auf eine Abrechnung innerhalb von 6 Monaten vom Gericht verneint wird, sollte dieses ja gleichwohl Stellung beziehen, was denn "Sache ist".

Das was ich bisher dazu an Urteilen gelesen habe war sinngemäß so tenoriert: "Ein Anspruch auf Abrechnung innerhalb von 6 Monaten besteht nicht. Ab wann ein Anspruch besteht war nicht Gegenstand des Verfahrens. Es kann deshalb dahingestellt bleiben."

Würde ich als Richter vermutlich auch so machen. Hilft bloß dem Eigentümer nicht weiter, da er naturgemäß nicht die höheren Gewalten kennt, die den Verwalter ausbremsen.
 
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Fremdling

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Hilft bloß dem Eigentümer nicht weiter, da er naturgemäß nicht die höheren Gewalten kennt, die den Verwalter ausbremsen.
Moin @Joachim,
eine wirksame Hilfe nannte ich bereits > WEG § 26 (3).
Sie ist allerdings keine „One-man-show“ sondern „der Eigentümer“ sollte zu dem Mehrheitsbeschluss der Gemeinschaft auch deren Mehrheit begeistern können.
 

jorgk

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Hallo Zusammen,

also ich finde, das muss nur leider nicht korrekt sein (oder ein Richter teilen), dass die Vorgaben im WEG (einschl. WMoG) in § 28, sowie wenn ein Verwaltungsbeirat bestellt ist in § 29 Abs. 2, faktisch darauf hinaus laufen, dass ein Verwalter tatsächlich früh genug die Hausgeldabrechnung erstellen muss. Einfach nur um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen (erreichen von Beschlüssen zu Wirtschaftsplan, Rücklagen, Nachschüssen oder Anpassung von Vorschüssen; erstellen Vermögensbericht und ggf. das Prüfen durch den Beirat plus dessen Stellungnahme).

Das wird kurz vor Jahresschluss nicht mal so eben zu erledigen sein. Klar, manche Gemeinschaften oder Verwalter mögen es auf die Tage zwischen x-mas und Neujahr anlegen, aber bei solchem Verhalten ist für den möglichen Lösungsweg, auf den @Fremdling hinwies, hoffentlich zügig eine Mehrheit zu bekommen.

Dem vermietenden Eigentümer bleibt immer § 18 (4) um die Betriebskostenabrechnung für seine Mieter zu erstellen.
 

Joachim87

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Was würde das für den Alltag von WEGs bedeuten, in dem die vielfältigsten Hindernisse gegen die Erfüllung bestehen können?

@Fremdling: Welche Hindernisse treten denn in der Praxis am häufigsten auf, die eine Erstellung der Jahresabrechnung innerhalb von 6 Monaten stark erschweren ?
(Ich bin kein Verwalter und kann mir das nicht hinreichend vorstellen.)
 
immobiliensammler

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Ich versuche mich mal anstelle von @Fremdling an der Antwort:

- Zunächst müssen alle Jahresabrechnungen vorliegen
- Gerade Strom- und Gasversorger rechnen gerne nicht zum 31.12. ab sondern zu anderen Stichtagen. Man kann zwar (kostenpflichtig) stichtagsbezogene Zwischenabrechnungen anfordern, es gibt aber hier auch Sparfüchse unter den Eigentümern die das nicht wollen
- Wenn die für die Heizkostenabrechnung nötigen Rechnungen vorliegen muss diese vom entsprechenden Dienstleister erstellt werden
- Erst wenn die Heizkostenabrechnung vorliegt kann der Verwalter die eigentliche Hausgeldabrechnung erstellen
- Dann muss eventuell eine Vorbesprechung und eine Belegprüfung mit dem Verwaltungsbeirat stattfinden
- Anschließend muss (unter Beachtung der dreiwöchigen Ladungsfrist) zur Eigentümerversammlung eingeladen werden damit die Abrechnung beschlossen werden kann.

Dazu kommt noch, dass die Verwalter ihr Personal natürlich optimal einsetzen wollen. Unterstellt die Rechnungen sind alle im Januar oder Februar da dann bräuchte der Verwalter eine Unmenge an Personal (oder es fallende entsprechend Überstunden an) in den Monaten März und April für die Erstellung der Abrechnungen, gleichzeitig muss er selbst (als Verantwortlicher) wohl dann im Mai oder Juni alle Eigentümerversammlungen leiten.

Im zweiten Halbjahr drehen die Mitarbeiter dann Däumchen, es fallen dann ja nur die "normalen" Verwaltungsaufgaben an. Sprich jede kaufmännisch denkende Verwaltung wird versuchen, die Arbeiten möglichst weit über das Jahr zu strecken.
 

Joachim87

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Im zweiten Halbjahr drehen die Mitarbeiter dann Däumchen, es fallen dann ja nur die "normalen" Verwaltungsaufgaben an. Sprich jede kaufmännisch denkende Verwaltung wird versuchen, die Arbeiten möglichst weit über das Jahr zu strecken.
Das leuchtet ein.

Wenn eine Verwaltung bspw. drei Mitarbeiter hat (1 Cheffe/ 2 Assistenten), wieviel WEGs muss sie dann in etwa verwalten, damit die drei Personen ihr Auskommen haben ?

Mit unserer WEG nimmt der Verwalter ca. 10.000 € p.a. ein. Nehmen wir an er hat 250.000 € Personalkosten und 50.000 € Sachkosten. Dann würde er 30 (!) WEGs verwalten müssen.

Ist das plausibel ?
 
Duncan

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Mit unserer WEG nimmt der Verwalter ca. 10.000 € p.a. ein. Nehmen wir an er hat 250.000 € Personalkosten und 50.000 € Sachkosten. Dann würde er 30 (!) WEGs verwalten müssen.
Taschenrechner vom Milchmädchen geklaut?
Es gibt Verwalter, da reicht eine einzige WEG für ein ausreichendes Auskommen, die hat dann auch mal eben 1250 Wohnungen und 2-3 Handvoll Gewerbe. Die gleiche Verwaltung betreut aber noch ein Objekt mit knapp über 800 Wohnungen, aber auch kleine WEG mit nur 6 WE.

Rechenweg ist eher: x WE zu y €/Monat ergibt Kosten plus Steuern und Ärgerniszuschlag.
 
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