fristlos gekündigt, Räumungsklage

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von wehrmich, 10.03.2011.

  1. #1 wehrmich, 10.03.2011
    wehrmich

    wehrmich Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    schon häufig habe ich in den vergangenen Monaten hier im Forum gestöbert und von den Erfahrungen das ein oder andere Mal nützliches gefunden.
    Jetzt muss ich mir kurz einmal Luft machen und fragen, ob es anderen ebenso gegangen ist.
    Wegen vorsätzlicher (beweisbarer) Sachbeschädigung der Mietsache (Decke aufgesägt)
    und ausstehender Mietzahlungen wurde das Mietverhältnis vor 11 Monaten fristlos gekündigt. (Anwalt)
    Die Kündigung wurde komplett ignoriert und somit Räumungsklage eingereicht.
    Der Anwalt des Mieters verschob den vorgeschalteten Gütetermin 3 mal, danach den Hauptverhandlungstermin 2 mal.
    Dann 3 Tage vor Verhandlung zogen die Mieter aus, die Verhandlung fand deshalb nicht mehr statt.
    Die Entscheidung über die Kosten entschied der Richter nun wegen nicht verhandeltem Beweisverfahren gegeneinander aufzuheben.

    Ich fühle mich dermaßen ***verarscht***, da hat man nur die Möglichkeit des Klagewegs, jedenfalls wenn man auf Spur bleibt und dann....

    Meine Gehirnwindungen zweifeln immer mehr an unserem System,
    von Behörden wird man im Stich gelassen...sie können angeblich erst handeln, wenn der Mieter die Wände zum Einsturz gebracht hat,
    Schutz erfährt man nicht
    Aaaaber der Mieter darf sich grinsend auf meine Kosten und zu meinen Lasten ein nettes Leben gestalten.

    Zahlungsklage und Klage auf Schadensersatz läuft noch.
    Angestaute Kosten mit Gutachtern, Mietausfall und bezifferter Schaden bisher ca. 13.000,-€

    Wer hat ähnliches erlebt? :motzki :motzki :motzki
     
  2. AdMan

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  3. #2 NovaScotia, 10.03.2011
    NovaScotia

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    Hallo, vor 11 Jahren hatten wir dasselbe Problem... Wir kündigten - Kündigung wurde ignoriert - Mieter gingen uns aus dem Weg - konnten nicht mit ihnen reden - Anwalt eingeschaltet - Titel erwirkt - danach sind Mieter über Nacht ausgezogen und haben einen Saustall hinterlassen... Wir haben die Miete immer noch nicht erhalten, mußten damals alles renovieren, Anwalt zahlen... Titel nutzt nichts, da die Mieter nichts zum Pfänden haben. Wir sind erst vor 3 Jahren mit dem Abzahlen eines Darlehens, daß wir damals aufnehmen mußten, weil wir das Geld eingeplant hatten, fertig geworden...Haben dann Tochter mit Familie ins Haus genommen und machen jetzt dasselbe mit. Der Schwiegersohn will nicht jede Arbeit aufnehmen, weil er wohl dafür zu fein ist, um seine 4 Kinder und seine Frau den Lebensunterhalt zu sichern...
    Tja, das RECHT ist im Endeffekt wohl immer NUR für die Mieter/Mietnomaden da, denn sie können, wie man ja sieht, mit den Vermietern, die immer geschafft haben und sich nach und nach was aufgebaut haben, machen was sie wollen. Bekannte sinddes wegen schon ihre Eigentumswohnung losgeworden, weil das Geld (Miete) zum Abbezahlen des Kredites fehlte -und dann noch unter dem Preis, weil "Zwangsversteigert" wurde!
     
  4. #3 wehrmich, 10.03.2011
    wehrmich

    wehrmich Neuer Benutzer

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    Das ist hart.

    Ich bin, wie wahrscheinlich viele andere auch, der Meinung, dass es in unserem vorliegenden Mietrecht denjenigen sehr leicht gemacht wird, die aus was für "kranken" Gründen auch immer auf Kosten anderer ein bequemes Dasein zu fristen.
    Es gibt so viele anständige Mieter, die im Falle von Zahlungsschwierigkeiten oder anderen Problemen den Mietbereich betreffend ein Gespräch mit dem Vermieter führen und mit ihm gemeinsam nach sinnvoller Lösung suchen.

    In meinen Augen ist das auch der einzig gangbare Weg!

    Jemand, dem es ohnehin egal ist welchen Schaden er anrichtet, dem ist mit Rechtsordnungen in Form von Gesetzen sowieso nicht beizukommen.
    Und da sind lange Verfahrenszeiten und/oder Schonurteile o.ä. sicher nicht angebracht.
    Da helfen eigentlich nur kurzzeitige, knackige Sanktionen. :?
     
  5. #4 armeFrau, 10.03.2011
    armeFrau

    armeFrau Erfahrener Benutzer

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    Das kenne ich auch.

    Mieterin von September bis Mai Mietrückstände hinterlassen und ebenfalls gehörige Sachbeschädigungen der Wohnung, ingesamte Schäden ca. 15000€.
    Diese Leute machen ja, was sie wollen und wissen eh, dass sie s nie bezahlen können.
    Es interessiert sie aber auch nicht!

    Die Klage lief seit Oktober, der erste Gerichtstermin war im Februar mit dem Ergebnis, dass ein Vergleich geschlossen wurde, dass sie die Miete zu entrichten hat und sich innerhalb von 4 ! Monaten eine neue Wohnung suchen muß und auszieht.
    Dieser Vergleich wurde vom Anwalt der Mieterin nach 14 Tagen widerrufen.
    Nächste Gerichtsverhandlung Anfang Juni...
    Ende Mai ist die Mieterin ausgezogen.

    Und dann sitzt da eine Richterin, die keinen Bock hat und förmlich gelangweit ist weil sie ja noch andere Verhandlungen hat und auch in die Mittagspause nicht überziehen will.

    Zahlungsklage habe ich mir geschenkt -was mich wahnsinnig ärgert und ich am liebsten noch machen würde- aber irgendwann sind die Geldmittel erschöpft und von einer HarzIV E in mit abgegebener E.V. ist im Leben nichts mehr zu erwarten.
    Für mich hieße das wieder Gerichts-und Anwaltskosten aufbringen.
    Also geht das Spiel weiter und sie kommt ungestraft, bis auf eine Anzeige wegen Eingehungsbetrug, davon.
     
  6. #5 wehrmich, 10.03.2011
    wehrmich

    wehrmich Neuer Benutzer

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    Da ich mehrere Wohnungen vermiete (seit 16 Jahren) und ich mir bis dato eingebildet hatte durchaus über eine relativ gesunde Menschenkenntnis zu verfügen hat mich das Verhalten der Mietpartei regelrecht aus heiterem Himmel getroffen.
    Und dann s.o. gleich mit einem derart hohen Aggressionspotential gepaart.
    Klar, geht man dann auf dem Zahnfleisch,da man in der täglichen Konfrontation das ganze Geschehen ja nicht als rein finanziellen Belang sieht (was allein ja schon schlimm genug wäre)

    Ich versuche derzeit im Umkreis andere Vermieter zu mehr Transparenz zu mobilisieren, damit man sich austauschen und gegebenenfalls brauchbare Tips geben kann. Außerdem hilft es manchmal, wenn man sich gleichgesinnt ausk*tzen kann.
    :tröst
     
  7. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,
    wie sieht es denn bei Euch mit Rechtsschutzversicherungen aus?
     
  8. #7 Soontir, 11.03.2011
    Soontir

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    Also Rechtschutzversicherungen für den Vermieter kannst du fast nicht bezahlen.

    Die Dinger sind scheisse teuer.

    Wir haben nur eine für unsere beiden gewerblichen Einheiten, alles andere bezahl ich halt aus der eigenen Tasche.

    Ich hatte bisher auch dreimal das Vergnügen, jemanden aus der Wohnung rauszuklagen, aber gott sei dank waren das keine solche Spezis, die den Termin immer verschoben haben und letzten Endes immer das Feld freiwillig geräumt haben.

    Auf den Kosten bin ich aber jedesmal sitzen geblieben, denn lang mal nem nackten Mann in die Tasche :lol
     
  9. #8 wehrmich, 11.03.2011
    wehrmich

    wehrmich Neuer Benutzer

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    Nein eine Vermieterrechtschutz habe ich auch nicht.
    In diesem Fall hätte mir das zwar geholfen, jedoch habe ich letztens noch von einem Vermieter der Umgebung erfahren, dass ihm die Rechtschutz den Vertrag kündigte da er 3 mal Mieter herausgeklagt hat und die Klage jeweils im Vergleich endete. (Das finden Richter scheinbar ganz toll, Versicherungen i.d.R. weniger)
    Ich habe jedenfalls beschlossen, die nun endlich freigestellte Wohnung zu veräußern und bei den bestehenden Mietverhältnissen hoffe ich, dass diese weiterhin gut bleiben.
    Neu vermieten möchte ich jedenfalls nach Möglichkeit nicht mehr.
    Ich kann wirklich mit meinem Leben besseres anfangen, als mich über unverschämte, dreiste Menschen zu ärgern, die nicht einmal gewillt sind sich an die einfachsten Standardregeln im gesellschaftlichen Miteinander zu halten. :tasse
     
  10. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Da hast Du völlig recht.
    Bei unserem 5er MFH betrug die Versicherungsprämie anfangs unglaubliche 3,6% der Bruttomieteinnahmen, und nun, nach 5 Jahren Schadenfreiheit, noch sagenhafte 2,9%.
     
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