Fristlose Kündigung möglich?

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von Icheb, 08.03.2014.

  1. #1 Icheb, 08.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 08.03.2014
    Icheb

    Icheb Neuer Benutzer

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    Ist es möglich, wegen Baumängel (Feuchtigkeit und Schimmel) fristlos zu kündigen?

    Zwei voneinander unabhängige Gutachten (privat und gerichtlich) ergaben bauseitig bedingte Mängel als Ursache. Kein fehlerhaftes Lüft- und Heizverhalten.

    Zu der Feuchtigkeit gesellt sich noch ein erheblicher Silberfischbefall in der gesamten Wohnung dazu, der nicht einzudämmen ist.

    Eine ordentliche Kündigung scheidet erstmal aus, es sei denn das Glück kommt mir entgegen.
    Momentan steht mir die Kündigungsfrist im Weg, weil die angebotenen Wohnungen allesamt ab sofort, oder den Monat drauf zu vergeben sind und ich somit ein bis zwei Monate Doppelmiete hätte zu bezahlen.
    Dazu scheiden noch Wohnungen mit Maklerprovision aus und dazu noch kommt-ich bin EM-Rentnerin und stocke einen kleinen Mietanteil mit Sozialleistungen auf, so dass ich von Amtseite an Mietobergrenzen gebunden bin, die hier in der Region nicht gerade realistisch sind.
    Meine Suche nach einer neuen Wohnung kommt also der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen gleich.

    Nun würde gerade aktuell eine sehr günstige Wohnung ohne Provision im Nachbarort angeboten werden - zum nächsten Monat.

    Ich möchte hier sehr gerne raus, weil das Wohnen hier sehr belastend ist - ich suche schon seit kurz nach meinem Einzug - 1,5 Jahre und finde nichts passendes. Jetzt würde was passendes angeboten werden und ich kann die nicht nehmen, wegen der Kündigungsfrist.

    Im Internet habe ich unterschiedliches gelesen zu fristloser Kündigung bei Schimmel und Feuchtigkeit - so richtig werde ich nicht schlau draus.
    Mal heißt es, das geht, weil Gesundheitsgefährdung vorliegt, dann wieder, dass man das beweisen muss, dass diese Gefährdung vorliegt.

    Der private Gutachter hat angemerkt, dass meine Autoimmunerkrankung im Zusammenhang mit dem Schimmel in der Wohnung als kritisch zu bewerten ist - reicht das aus?

    Oder wie soll ich das beweisen, dass wenn sich mein Gesundheitszustand verschlechtern sollte, das von Schimmel und Feuchtigkeit kommt und nicht von der Autoimmunerkrankung?

    Oder muss ich warten, bis ich krank bin, oder mein Kind krank wird?

    Ich mag jetzt eigentlich nicht noch mit Gesundheitsgutachten rumstreiten müssen, um hier kurzfristig rauszukommen, weil die letzten eineinhalb Jahre haben nun schon deutlich Spuren hinterlassen mit diesem ganzen Ärger seit meinem Einzug.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 08.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 08.03.2014
    Pharao

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    Hi Icheb,

    ohne zu Wissen wie erheblich der Baumangel ist und wie sich das auf die Bewohnbarkeit der Wohnung auswirkt, wird dir keiner eine vernünftige Auskunft geben können. Also ist die gesamte Wohnung von Feuchtigkeit und Schimmel betroffen oder nur bestimmte Räume? Wie gravierend ist das Ausmaß auf die Bewohnbarkeit, ect ? Hast du den Mangel dem Vermieter gemeldet, was tut dieser dagegen, usw. ?
     
  4. #3 kranseier71, 08.03.2014
    kranseier71

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    Hallo,
    Ja und Nein. Das hängt von dem Ausmaß (Feuchtigkeit/Schimmel) und den möglichen Folgen (Gesundheitsgefährdung) ab.

    Der private Gutachter schreibt das auf, was sein Auftraggeber (hast du ihn beauftragt?) gerne lesen möchte und er mit seinem Sachverstand guten Gewissens vertreten kann.

    IMHO eher nicht weil wenn aus Sicht des Gutachters eine Gesundheitsgefährdung vorliegt würde er das klar reinschreiben.
    Da scheinbar im vom Gericht beauftragten Gutachten von einer Gesundheitsgefährdung gar nicht gesprochen wird deutet darauf hin das auch keine vorliegt.

    Ich denke da liegt der Hase im Pfeffer - du möchtest unbedingt raus und suchst jetzt nach Gründen. Das kommt vor Gericht meist nicht so gut an...

    Also ich kenne dich nicht und kann weder deine Wohnsituation noch deine allgemeine Lebenssituation einschätzen:
    Aber wenn du unbedingt ausziehen willst - warum unterschreibst du nicht einfach den Mietvertrag für die neue Wohnung, kündigst die alte Wohnung fristlos und ziehst um?
    Im schlimmsten Fall würde dich dein alter Vermieter verklagen die fehlenden Monate zur regulären Kündigungsfrist (normalerweise 3 Monate es sei denn ihr habt etwas anderes vereinbart) nachzuzahlen - ob er mit der Klage Chancen hätte vermag ich nicht zu beurteilen.
    Im günstigsten Fall ist er froh das du ausgezogen bist. Und dazwischen gibt es eigentlich nicht soooo wahnsinnig viel ;)

    LG, Karl
     
  5. #4 Icheb, 08.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 08.03.2014
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    Hallo Pharao,

    betroffen sind Wohnzimmer, Schlafzimmer, Badezimmer.

    Stark erhöhte Feuchtigkeit ist messbar im Sockelbereich und Fußboden hin zur Wand. Betroffen sind Innenwände, aber auch Außenwände.

    Laut Gutachten Folge von eindringender Feuchigkeit von außen, alter nicht fachgerecht sanierter Wasserschaden (eher unwahrscheinlich, das müsste dann ja mal trocken sein), oder undichte Rohre (da liegen laut Vermieter aber keine Rohre) - also bleibt wohl nur die eindringende Nässe von außen, wofür auch spricht, dass es bei feuchter Wetterlage in der Wohnung stark muffig, modrig oder wie bei Regen halt riecht, wenn die Erde nass ist.

    Im Schlafzimmer ist noch ein Bereich auf ca. 1 Meter Höhe hin zum Bad nass - da muss wohl ein Rohr undicht sein, wobei ich nicht wüsste, was da für eins laufen sollte - Heizung vielleicht, auch wenn das ungewöhnlich wäre.
    Wenn man die Fliesen abklopft, dann klingt es insbesondere an der Außenwand hohl und auch an der Stelle, wo schlafzimmerseitig die Nässe gemessen wurde.


    Zur Bewohnbarkeit kann ich nicht viel sagen - ich glaube, das ist subjektiv - also für mich ist die Wohnung unbewohnbar, ein anderer mag das anders sehen.
    Ich sammle täglich Silberfische auf, ich lüfte und heize übermäßig, damit mir meine Möbel nicht kaputt gehen und die Sporenkonzentration hoffentlich dadurch reduziert werden kann, wenn es regnet sitze ich in einem stinkendem Wohnzimmer, die anderen Räume riechen nicht. Ich glaube, das kommt von der Regenrinne, die an dieser Wand ins Erdreich führt.

    Wie erheblich der Baumangel jetzt ist, kann ich noch nicht sagen, weil die weiteren Untersuchungen verzögert werden.
    Da aber alles auf eindringende Nässe hindeutet, womöglich ein defektes Regenablaufsystem zumindest im Wohnzimmer als Ursache in Betracht kommt, leckende Rohre könnten auch sein, die Vermieter aber offensichtlich kein Interesse haben, das zu reparieren, wird der Schaden größer werden mit der Zeit und jetzt schon würde eine Sanierung im bewohnten Zustand schwer werden, weil eben alle Wohnräume und das Bad betroffen sind.
    Ich weiß ja nicht, was da jetzt genau ist und wie umfangreich die Arbeiten werden, aber pro Zimmer sind zwei bis drei Wände betroffen und das Bad ist eigentlich eine Zumutung - das ist völlig verschimmelt und vergammelt.
     
  6. #5 Icheb, 08.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 08.03.2014
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    Hallo kranseier71,



    Das kann ich halt nicht beurteilen, ob eine Gesundheitsgefährdung vorliegt.

    Wie soll man sowas machen?


    Ja, den hatte ich zuerst beauftragt und den Vermieter zukommen lassen. Das wurde aber ignoriert.
    Der Gutachter sagte, dass bei immunbedingten Erkrankungen die Messwerte anders zu bewerten sind, man von einer höheren Gesundheitsgefährdung ausgeht. Erst danach fragte er mich, ob eine solche Erkrankung bei mir vorliegt.
    Ich habe das vorher garnicht erwähnt, weil mir das garnicht in den Sinn gekommen ist, dass das Gefährdungsrisiko erhöht ist dadurch.

    So direkt merken tu ich jetzt nichts, außer dass ich öfter Niesanfälle bekomme und meine Augen oft gereizt sind.


    Das steht schon so in dem Gutachten drin. Allerdings von dem privaten Gutachten, der Gerichtsgutachter hat danach nicht gefragt. Dieser hat eigentlich nur seine Liste abgearbeitet und keine Fragen gestellt zu mir, nur den Vermieter, ob da irgendwo Rohre liegen.
    Das Gerichtsgutachten ist noch nicht fertig, mir liegt nur ein Schreiben vor von diesem Gutachter an das Gericht, dass die Ursache für die Nässe diesselbe ist, wie es aus dem privaten Gutachten hervorgeht.
    Es sollen noch weitere Untersuchungen folgen.

    Das verstehe ich jetzt nicht ganz.
    Nach welchen Gründen soll ich suchen - die Gründe habe ich genannt und die sind fakt. Was die Gesundheitsgefährdung betrifft bin ich unsicher, deshalb fragte ich nach.
    Ich möchte natürlich nicht einfach irgendwas behaupten, was ich nicht belegen kann.
    Ich suche jetzt nicht nach irgendwelchen Gründen, damit ich da schnell rauskomme - unter Umständen habe ich dann noch mehr Ärger am Hals, als ohnehin schon.


    Weil das im schlimmsten Fall noch mehr Stress gibt, wenn ich das einfach so mache, ohne dass ich das machen darf.


    Darauf könnte ich natürlich spekulieren. Natürlich wäre er froh, wenn ich ausziehe, dann spart er sich die Sanierung, kaschiert ein bisschen und vermietet neu.
    Aber ich hab den Ärger am Hals, weil er sein Geld noch haben will und ich kann dann neu klagen, weil ich die Kaution nicht bekomme.

    Ich kann das nicht einfach so machen - ich weiß, das lese ich auch hier - dass Mieter einfach ausziehen und es drauf ankommen lassen - ich möchte das eher nicht. Erstens ist es nicht meine Art, und zweitens sträube ich mir vor weiteren Ärger, der sich dann über die Mietdauer hinaus fortsetzt.

    Mir wäre das schon lieber, wenn das rechtens über die Bühne geht, so dass ich dann auch meine Ruhe habe.
     
  7. #6 Pharao, 09.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 09.03.2014
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    Hi,

    ob das zur fristlosen Kündigung reicht, kann ich leider nicht beurteilen :( Aber es steht ja außer Frage, das hier anscheinend ein Mangel an der Mietsache vorliegt, sodass dich das berechtigt die Miete zu mindern. Je nach Ausmaß kann das von 1-100% sein. Natürlich bringt dir eine Mietminderung selber nix (u.a. weil das Amt ja zahlt), aber das setzt den Vermieter m.E. schon unter Druck.

    Evtl. wäre es auch Sinnvoll sich mit einem Anwalt (Mietrecht) oder mit dem Mieterverein mal in Verbindung zu setzen, denn die können u.a. sicherlich zur höhe der Mietminderung mehr sagen bzw. ein Schreiben von denen setzt den Vermieter ggf. auch etwas unter Druck.

    Man könnte erstmal feststellen lassen, um was für eine Schimmelart es sich handelt und wie ggf. die Konzentration/Belastung in der Wohnung ist.

    Ums mal doof auszudrücken, das kann auch Heuschnupfen sein (und ja, der Winter war nicht da - die Jahreszeit passt). Hier sollte schon ein Arzt was genaueres feststellen und ggf. bescheinigen.

    Wichtig, wenn du fristlos kündigst ohne zu Wissen ob diese berechtigt ist, dann solltest du m.E. umbedingt hilfsweise noch ordentlich kündigen, damit das Mietverhältnis auf jeden Fall nach der Kündigungsfrist beendet ist, falls die fristlose im nachhinein unwirksam wäre.

    Beste Voraussetzung, das ggf. der Vermieter mit dir einen Aufhebungsvertrag abschließt, indem du früher ausziehen könntest. Gerade wenn du ansonsten drohst mit Mietminderung, ect :91: Und ein Mangel liegt ja definitiv vor - die Frage wäre nur, wieviel Mietminderung hier möglich wäre, aber das kann man ja erstmal etwas offen lassen beim Gespräch. Und auch kann man so nebenbei erwähnen, das man unterhalb der Pfändungsgrenze liegt .... :91:

    Wenn der Vermieter dich eh gerne raus haben will bzw. auch keinen Stress a`la Anwalt oder ggf. Gericht, ect, dann stimmt er dem doch sicherlich gerne zu, oder nicht :? Versuchen kann man`s ja mal.
     
  8. #7 Bürokrat, 09.03.2014
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    Autoimmunerkrankungen gibt es 10.000e. Die wenigsten haben entfernt mit Schimmel zu tun, die Ursachen sind weitgehend unbekannt.
     
  9. #8 kranseier71, 09.03.2014
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    Hallo Icheb,
    Gerichtsfest mit einem vereidigten Sachverständigen für Wohngifte.

    Klingt erstmal gut aber das Gericht hat ja nicht ohne Grund einen anderen Gutachter beauftragt - d.h. irgendjemand zweifelt die Aussagekraft des von dir beauftragten Gutachtens an.

    Sehr gut wiederum ist, das offensichtlich beide Gutachten bauliche Mängel verantwortlich machen und nicht falsches Lüftungs/Heizverhalten des Mieters.

    Ich denke da kann man ansetzen.


    Wie Pharao schon schrieb - das kann an allem möglichen liegen und die reine Behauptung wird auch kein Gericht besonders würdigen. D.h. da müsste im minimum ein Arzt ein Attest ausstellen dass das von Schimmelpilzsporen kommt.


    Das ehrt dich.

    Also wenn alles rechtens über die Bühne gehen soll bist du schon auf dem richtigen Weg (Gutachten, Gericht etc.) - aber dann solltest du auch abwarten was da am Ende bei herauskommt.

    Ich sehe die Sache so (damit lehne ich mich aber sehr sehr weit aus dem Fenster wissend das es natürlich auch ganz anders sein kann):
    Die Feuchtigkeit scheint ein Grundwasserproblem zu sein - die sachgerechte Sanierung dafür wird sich dein Vermieter wahrscheinlich nicht leisten können oder wollen (Drainageverlegung ums Haus, Kellerwände von aussen wasserdicht machen, danach Trocknung und Sanierung der Bausubstanz etc.).
    Eine solche Sanierung dürfte im 5-stelligen Eurobereich liegen (nur damit du einschätzen kannst warum dein Vermieter sich so verhält wie er es tut).

    Damit komme ich zu den praktischen Tips:
    Da das ganze schon vor Gericht ist gehe ich davon aus, das du eine wie auch immer geartete anwaltliche Vertretung hast. Mit dieser solltest du alles weitere be- bzw. absprechen. Die wird dir auch sagen können wie gross das Risiko einer fristlosen Kündigung ist und welche Formalien zu beschten sind.
    Der Tip von Pharao mit einem Aufhebungsvertrag ist grundsätzlich sehr gut - aber spreche das auf jeden Fall mit deinem Anwalt ab und unterschreibe nichts bevor dir dein Anwalt dazu rät.

    Zur Mietkaution:
    Erstmal darf dein Vermieter die Kaution ohne Begründung 6 Monate einbehalten - mit Begründung auch länger. D.h. die wirst du ohne Aufhebungsvertrag wohl kaum schneller bekommen.
    Zum zweiten habe ich die Erfahrung gemacht, das gerade private Kleinvermieter sich sehr gerne sehr viel Zeit lassen und die obstrusesten angeblichen Schäden konstruieren und erst dann zahlen wenn sie merken, das weitere Verzögerungstaktik teuer werden kann - also ohne Kampf erwarte ich inzwischen nicht mehr meine Mietkaution zurückzubekommen (dafür werde ich hier im Forum zwar wahrscheinlich nicht geliebt werden aber hier sind auch nur die liebsten Vermieter :))
    Also ich an deiner Stelle würde mich darauf einstellen, das ich die Rückzahlung der Mietkaution später einklagen muss - egal wie nett oder unnett ich mich verhalte. Und das bedeutet ich würde mein Verhalten nicht davon abhängig machen sondern so handeln wie ich es für richtig halte bzw. was mein Anwalt mir rät.

    Nach meiner ganz persönlichen Meinung ist eine feuchte Wohnung unbewohnbar und ich würde alles tun was ich mit meinem Gewissen vereinbaren kann um da so schnell wie möglich rauszukommen - was du tust ist deine Sache.

    Aber noch etwas grundsätzliches zur Wohnungssuche:
    Wenn eine Wohnung günstig ist hat das i.d.R. nur einen Grund - nämlich den das der Vermieter sie nicht teurer vermieten kann. Du solltest also aufpassen um nicht vom Regen in die Traufe zu kommen.

    So - alles nicht schön aber das Leben ist wie es ist. Aber Gute Menschen kommen in den Himmel - böse kommen überall hin ;)

    Ich wünsche Dir alles Gute, Karl
     
  10. #9 Icheb, 09.03.2014
    Zuletzt bearbeitet: 09.03.2014
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    Ja, das wäre ein Weg. Aber der Vermieter wird erstmal die Kaution einbehalten in Höhe der fehlenden Monatsmieten, bis geklärt ist vor Gericht, ob die fristlose Kündigung rechtens war, oder evtl. umgewandelt wird in eine ordentliche Kündigung.

    An sich kein so großes Problem, aber die hinterlegte Kaution zahle ich noch an das Amt ab - die Hälfte ungefähr ist bisher getilgt und gehört mir, die andere Hälfte noch dem Amt.
    Da das Amt aber nicht für Doppelmieten aufkommt, komme ich in Teufels Küche, wenn die Kaution genau hierfür von Vermieter einbehalten wird und sich am Ende herausstellt, dass meine fristlose Kündigung nicht rechtens war.


    In diesem Fall hätte ich den Kautionsanteil, der noch dem Amt gehört, missbräuchlich und mutwillig verpulvert.
    Im günstigsten Fall liefe dann nur das Darlehen weiter, im Ernstfall würde ich sofort vollumfänglich rückzahlungspflichtig werden (weil das Amt ja keine Doppelmieten bezahlt) und ein weiteres Kautionsdarlehen, was ich zumindest bis zur regulären Rückzahlung aus dem alten Mietverhältnis bräuchte, stünde ziemlich auf der Kippe.

    Ich muss also auf Nummer sicher gehen, um nicht noch Ärger mit dem Amt zu bekommen - eine fristlose Kündigung muss rechtlich auf sicheren Boden stehen.
    So ein Wagnis mit fristloser Kündigung und im Zweifel Umwandlung in eine ordentliche Kündigung kann ich auch aus diesem Grund nicht eingehen.

    Ein Aufhebungsvertrag wäre da tatsächlich die klügere Variante und rechtlich abgesichert - das muss ich noch prüfen lasssen, ob und wie das geht - danke aber schon mal für diesen Hinweis, diese Möglichkeit hatte ich noch garnicht bedacht, wusste nicht, dass sowas geht in einem Mietverhältnis.

    Das weiß ich nicht. Meiner Einschätzung nach eher nicht, weil er ja dann Mieten verliert, es sei denn, die Wohnung wird, wie sie ist, gleich weitervermietet.

    Das Amt zahlt nur einen geringen Mietanteil, aufstockend zur Rente. Die Höhe, die ich bekomme ist in etwa die Höhe der Nebenkosten, die ich zahle - von einer Mietminderung - je nach dem wie hoch sie ausfallen würde, hätte ich womöglich auch was.
    Gemindert ist die Miete noch nicht - im Moment läuft die volle Mietzahlung unter Vorbehalt.

    @kranseier

    Wo muss ich mich da hinwenden? Wäre das Gesundheitsamt dafür zuständig?
    Das ist sicher auch kostenpflichtig, oder?

    Das private Gutachten wurde nicht angezweifelt - es wurde schlicht ignoriert, es folgte garkeine Reaktion darauf, so als wäre das nie angekommen.
    So wird auch mit jeder anderen Anwaltspost verfahren - sie wird vollständig ignoriert.


    Also ein Heuschnupfen ist es nicht und andere Allergien habe ich auch nicht, die zu solchen Symptomen führen.
    Ich kann jetzt auch nicht sagen, dass das von dieser Wohnung kommt, nur dass mir halt auffällt, dass das hier neu aufgetreten ist.
    Meinen Arzt hatte ich schon mal gefragt, er meinte auch, dass das sehr schwer wird, das nachzuweisen.
    Vielmehr müsste ich da ansetzen, dass der Schimmel selbst mal untersucht wird, inwieweit dieser gesundheitsgefährdend ist, so wie ich das jetzt verstanden habe?

    Ja, das werde ich auf jedenfall tun. Ich denke auch, dass dieser Weg wohl der beste sein wird.

    Wie wäre dann hier das Vorgehen am besten? Wenn ich einen Aufhebungsvertrag unterschreibe, muss ich ja schon eine neue Wohnung haben - das müsste also Zug um Zug ablaufen, bevor ich einen neuen Mietvertrag unterschreibe.
    Wäre es da besser - sofern das möglich ist - dass Vermieter vorab bestätigt, dass er sich mit einem Aufhebungsvertrag einverstanden erklärt und der Aufhebungsvertrag dann tatsächlich erst dann gemacht wird, wenn ich einen neuen Mietvertrag unterschrieben habe?

    Vielen Dank für eure ausführlichen Beiträge - geht mir schon etwas besser und ein bisschen ist Land in Sicht, was die weitere Vorgehensweise betrifft.
     
  11. #10 kranseier71, 09.03.2014
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    Hallo Icheb,

    Wenn du auf anraten/mit Zustimmung deines Anwaltes fristlos kündigst ist das weder missbräuchlich noch mutwillig.

    Nun - wenn du weiter dort wohnst und irgendwann rechtskräftig festgestellt wird, das dich für die Feuchtigkeit keine Schuld trifft würde es für den Vermieter unangenehm und teuer werden können.
    Zumindest die unter Vorbehalt gezahlte Miete/Mietteile würde er dir mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückzahlen müssen - von etwaigen weiteren Schadenersatzansprüchen und Sanierungskosten einmal ganz abgesehen.

    Das ist ein sehr gutes Druckmittel wenn du wirklich einen Aufhebungsvertrag anstreben solltest - denn in einem solchen könnte bzw. wird man i.d.R. man einen gegenseitigen Schadenersatzverzicht vereinbaren.
    Deshalb würde ich nach nochmaliger Überlegung und deiner Aussage das die Miete z.Z. unter Vorbehalt voll gezahlt wird dir nahelegen zu überlegen ob du nicht vielleicht erstmal abwarten solltest was das vom Gericht beauftragte Gutachten schlussendlich aussagt.
    Möglicherweise sind etwaige Schadenersatzansprüche (zuviel gezahlte Miete, verspakte Möbel etc.) deinerseits ja nicht marginal.

    Ich habe keine Ahnung ob das Gesundheitsamt zuständig ist - aber auf jeden Fall eine mögliche Anlaufstelle um einmal freundlich nachzufragen. Die können dir vielleicht vereidigte Sachverständige in deiner Region nennen.
    Und ja - ein Gutachten kostet immer Geld.


    Hm. Eher seltsam als merkwürdig aber OK - muss man so hinnehmen.
    Auf jeden Fall hat jemand anderes ein Gegengutachten in Auftrag gegeben und zumindest was die Herkunft der Feuchtigkeit angeht scheinen beide Gutachten wohl übereinzustimmen - das ist aus deiner Sicht gut und aus Vermietersicht schlecht.

    Was die Frage der Gesundheitsgefährdung angeht würde ich erstmal abwarten was das andere Gutachten dazu aussagt.

    Richtig.

    Das kommt auf dein Wunschziel an - ich würde dir z.Z. weder zu- noch abraten.
    Wenn du nur möglichst schnell rauswillst und eine andere Wohnung sicher hast musst du dir selbst überlegen ob du dafür bereit bist auf etwaige Schadenersatzansprüche zu verzichten.

    Ich würde dir empfehlen deinen Vermieter keinesfalls selbst anzuschreiben oder anzusprechen (ich gehe davon aus, das euer Verhältnis ziemlich vergiftet ist) sondern deinen Anwalt das machen zu lassen. Der weiss was er sagen darf und was nicht und läuft zum einen wesentlich weniger in Gefahr etwas falsch zu machen und zum anderen ist dein Vermieter vielleicht eher geneigt sich mit deinem Anwalt zu unterhalten als mit dir persönlich (wenn meine Vermutung was das vergiftete Verhältnis angeht stimmen sollte).

    Auch ein Gespräch mit dem Sachbearbeiter deines Amtes was den Mietzuschuss zahlt könnte zumindest vorab nicht schaden - dann wissen die nämlich schonmal was los ist und werden nicht überfahren (natürlich nur wenn das nicht schon erfolgt ist). Grossartig helfen können werden sie dir wohl nicht aber jeder Sachbearbeiter freut sich über Information ;)

    Also überlege dir ob du wirklich bereit bist auf jede mögliche Schadenersatzforderung zu verzichten - wenn ja sehe ich die Chance das dein Vermieter einen Aufhebungsvertrag unterschreibt recht hoch an. Denn finanziell denke ich würde er daran gewinnen - und du würdest gewinnen was deine Nerven und deine Gesundheit angeht.

    LG, Karl
     
  12. Icheb

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    Hallo Kranseier,

    Gut, dann werde ich da mal anfragen.

    Ja, ich war das.
    Ich bin zweigleisig gefahren.
    Das private Gutachten hatte zu einem den Zweck, das Gerichtsverfahren noch abzuwenden und eine fachgerechte und vor allem ursächliche Sanierung zu beschleunigen und zum anderen, ein Vergleichsgutachten in der Hand zu haben, im Fall es zu Abweichungen kommt, was jetzt aber nicht der Fall ist - die Ergebnisse sind übereinstimmend.
    Da das private Gutachten völlig ignoriert wurde, lief das Gerichtsverfahren weiter.

    Ich weiß jetzt nicht, ob das Gerichtsgutachten sich auf den gesundheitlichen Aspekt auch bezieht, oder nur die Fakten aufgenommen werden, was den Zustand der Wohnung betrifft, sowie deren Ursachen - darum ging es bei dem Auftrag, das gesundheitliche Problem ist da nicht erwähnt.


    Ähm - nein. Bisher wird meine anwaltliche Vertretung hartnäckig ignoriert und auf nichts reagiert, was von dieser Seite kommt.
    Keine Reaktion auf Post, auf Fristen usw. - nichts - wird alles völlig ignoriert, so als existiere dieser Anwalt garnicht.
    Keine Ahnung, was das für einen Zweck haben soll.

    Mein Sachbearbeiter weiß bescheid und ist auch auf dem Laufenden. Nachdem ich das Gutachten eingereicht hatte, habe ich auch umgehend eine Umzugsgenehmigung erhalten.
    Momentan können die aber auch nichts für mich tun, außer dass mir geraten wurde, eine Sozialwohnung zu beantragen, aber dafür erfülle ich noch nicht die Wartezeit an diesen Wohnort.

    Ja, sehr "erfreut" müssen sie auch gewesen sein, als sie das Gutachten lasen, in dem steht, dass mir von Vermieterseite gesagt wurde, dass ich ganzjährig heizen soll.
    Wobei man hier noch die Ansicht vertrat, dass die daraus resultierenden überhöhten Heizkosten ja das Amt bezahlen würde.

    Hilfe - wenn man das so nennen kann - habe ich zumindest in der Form erhalten, dass ich nicht wegen einer Umzugsgenehmigung diskutieren musste, sondern diese umgehend erhalten habe. Somit ist eine Hürde schon mal beiseite geschafft.
     
  13. #12 kranseier71, 09.03.2014
    kranseier71

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    Hallo Icheb,
    Wie jetzt? Du hast beide Gutachter beauftragt und bezahlt? Oder du hast nur einen Gutachter beauftragt und bezahlt und der andere wurde vom Gericht beauftragt und bezahlt?

    LG, Karl
     
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