Gebäudezustandsbericht

Dieses Thema im Forum "Wohngebäudeversicherung" wurde erstellt von susi, 06.12.2014.

  1. susi

    susi Erfahrener Benutzer

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    In einer Wohngebäudeversicherung irritiert mich folgender Satz:

    Wer erstellt so einen Gebäudezustandsbericht, wer bezahlt das und was kostet er?

    Besonders interessiert mich natürlich der Effekt. Ich gehe mal davon aus, dass ein Gebäude niemals tatsächlich in einem einwandfreien Zustand ist, die Versicherung vermutlich auch nicht. Deshalb wird im Schadenfall dann sicher auch nicht der vollständige Neuwert gezahlt. Was passiert also, wenn man so einen Gebäudezustandsbericht erstellt und Mängel am Gebäude festgestellt werden?
     
  2. AdMan

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  3. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Das würde ich alles denjenigen fragen, der damit angefangen hat, dieses Wort zu benutzen: Die Versicherung.

    So scheint das m.E. nur Kaffeesatzleserei zu sein.
     
  4. #3 BHShuber, 07.12.2014
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Dies laufend zu überprüfen, liegt in der Eigenverantwortung des Eigentümers.

    Ohnehin nicht, allenfalls die Wiederherstellungskosten zum gleitenden Neuwert.

    Da bei einem Gebäude, bzw. einer Immobilie, nicht immer alles sofort und auf der Stelle in Ordnung gebracht werden kann, hier spielen viele Faktoren eine Rolle, Termine des Handwerker nicht sofort verfügbar usw. haben Gebäudeversicherer eine Karenzzeit von bis zu 6 Monaten ab Feststellung des Schadens, bzw. des drohenden Schadens zur Nachmeldung in den Versicherungsbedingungen vereinbart.

    Stellt also der Eigentümer fest, dass die Hauptabsperrventile der Wasserversorgung nicht mehr zu Schließen sind, ist das eine Obliegenheit des Eigentümers, den Umstand wieder gangbar zu machen, hierfür hat er dann die vereinbarte Karenzeit 3-6 Monate in der Regel, seiner Obliegenheit nachzukommen.

    Ein Blick in die Versicherungsbedingungen oder Anruf beim Versicherer bringt Klarheit.

    Gruß

    BHShuber
     
  5. susi

    susi Erfahrener Benutzer

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    Danke für die Hilfe!

    Derartige Schäden sind eindeutig aber es gibt ja auch andere Zustände, die man als Abweichung vom "einwandfreien Zustand" ansehen kann, die aber nicht zwangsläufig als "kaputt" wahrgenommen werden. Ich denke da z. B. an kleine Risse in der Fassade oder am Putz innen, ein nicht gedämmtes Dach, ein undichtes Terrassendach oder so etwas.

    Mich interessiert, was passiert im Schadensfall, wenn derartige "Vorschäden" festgestellt werden.

    Von der Versicherung erwarte ich als Antwort nur Marketingsprech, denn man bleibt ja heutzutage im Callcenter hängen, deshalb frage ich hier.
     
  6. Andres

    Andres
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    Nichts - und zwar ganz wörtlich.
     
  7. #6 BHShuber, 08.12.2014
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    Hallo,

    wie Andres bereits erwähnte, wird nicht nichts passieren aber auch doch nichts!

    Der Versicherer wird wegen der Obliegenheitsverletzung versuchen die Regulierung des Schadens abzuwenden, nicht mehr und nicht weniger!

    Noch mal, die Versicherte Sache in dem Zustand zu halten, dass die Sache versichert werden kann und versichert bleibt, obliegt einzig und alleine dem Versicherungsnehmer, sprich Eigentümer.

    Hier ist die Eigenverantwortung des Eigentümers gefragt, lässt der das schleifen, kann das dem Versicherer nur recht und billig sein, wobei er eben die genannte Karenzzeit zur Reparatur einräumt.

    Gruß

    BHSHuber
     
  8. susi

    susi Erfahrener Benutzer

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    Das heisst, ein Schaden wird gar nicht ausgeglichen, weil z. B. Risse im Putzt sind? Das kann ich mir nicht vorstellen. Besonders da ein Sachverständiger sicher fast immer Mängel (nicht "einwandfreie") findet. Damit wird so eine Wohngebäudeversicherung ja ziemlich sinnlos.:unsicher003:

    Und die Karenzzeit beginnt, wenn die Versicherung von den Mängeln erfährt, z. B. durch so einen Bericht?
     
  9. #8 BHShuber, 08.12.2014
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    Hallo,

    Risse im Putz sind so unwichtig wie ein Kropf, wenn dadurch die Statik des Hauses nicht gefährdet sind.

    Was ist versichert:

    Sturm/Hagel
    Feuer
    Leitungswasser
    evt.
    Elementar

    Bei Antragstellung wurde doch der Zustand des Hauses angegeben oder nicht?

    So, nun denke man mal an, der Eigentümer lehnt sich 25 Jahre zurück und macht gar nix am Haus und erwartet, weil er ja versichert ist, dass er ein neues Haus bekommt, wenn ein Schaden eintritt der den Niedergang des Objektes veranlasst, oder wie hast du dir das gedacht?

    Löcher in der Bedachung sind schlecht, wasserführende Zu- und Ableitungen die verrottet sind sind schlecht, Feuerstätten die nicht oder nur unzureichend sicher sind, sind schlecht!

    Von den kleinen Rissen sprichst nur du, wenn du es genau wissen möchtest, warum sprichst du nicht mit deinem Versicherer!

    Pauschal muss das Dach in Ordnung sein, die Wasserleitungen in Ordnung sein, alle Feuerstätten nach Feuerstättenbeschau u. gemäß Feuerstättenbescheid des Bezirkskaminkehrers gewartet und gekehrt sein, kommen neue Feuerstätten dazu, z. B. Schwedenöfen müssen diese aufgenommen werden.

    Ich kann jetzt tausend Dinge aufzählen, das von dir beschriebene Zustandsbild stellt keine erhebliche Gefährdung dar warum die Versicherung nicht zahlen würde.

    Gruß

    BHSHuber
     
  10. #9 BHShuber, 08.12.2014
    BHShuber

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    Hallo nochmal,

    es wird vom Versicherer vorausgesetzt, der Versicherungsnehmer hat alle Angaben wahrheitsgemäß beantwortet und es wird ferner vorausgesetzt, dass das Haus in einwandfreiem Zustand ist.

    So nun kannst einen Sachversändigen beauftragen der den Zustand des Hauses bewertet und dann der Versicherung nachreichen.

    oder

    Nichts tun, dann gilt eben die gemutmaßte Voraussetzung, dass der Zustand in Ordnung ist.

    In den Versicherungsbedingungen findest du alles was du wissen musst, wenn das Haus abgebrannt ist werden die Risse im Putz kein Hinderniss darstellen.

    Ob das Dach gedämmt ist oder nicht interessiert den Versicherer nicht die Bohne, ob die Terrassenüberdachung undicht ist, geht dem Versicherer am Allerwehrtesten vorbei, denn ein von dort ausgehender Schaden wäre nur regulierbar, wenn die Überdachung an eine wasserführende Leitung angeschlossen ist!

    Versichert zum gleitenden Neuwert ist das Zauberwort, wenn du ganz sicher sein möchtest, dann lass einen Zustandsbericht erstellen und schick den zum Versicherer.

    Gruß

    BHShuber
     
  11. susi

    susi Erfahrener Benutzer

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    Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Sachverständiger das Haus gesehen hat.

    Vielen Dank, jetzt bin ich beruhigt.

    Mich hat halt die Formulierung "einwandfreier Zustand" verunsichert. Ein unisoliertes Dach würde ich z. B. nicht als "einwandfrei" bezeichnen. Dass das aber egal ist, weil nicht das abgesicherte Risiko, leuchtet mir ein.

    Und ja, ich gebe zu, ich habe keine besonders hohe Meinung von Versicherungen und bin daher vermutlich zu misstrauisch.
     
  12. Andres

    Andres
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    Vermutlich nicht. :)

    Eine Versicherung verdient nicht besonders gut daran, möglichst jeden Schaden zu regulieren, daher ist Skepsis immer angebracht.

    Die Klausel stellt einen möglichen Angriffspunkt der Versicherung dar: Die Entstehung von Schäden könnte durch der Versicherung unbekannte Vorschäden begünstigt worden sein. Das gehört alles zu "nichts": Die Versicherung wird sich vorläufig nicht beschweren, im Schadensfall bei irrelevanten Vorschäden diese ignorieren und bei relevanten Vorschäden nicht zahlen.
     
  13. susi

    susi Erfahrener Benutzer

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    So habe ich das auch verstanden. Die Frage ist, ob man sich durch so einen Bericht dagegen absichern kann. Ich vermute ja nicht, denn selbst wenn das Haus jetzt in "einwandfreiem" Zustand ist, muss es das ja morgen nicht mehr sein. "Einwandfrei" ist einfach leicht zu widerlegen.

    Ich hatte schon schlimme Diskussionen mit Kfz-Versicherungen wegen Rost an "tragenden Teilen". Das war dann die Regenrinne am Dach, wo man einen Dachgepäckträger montieren kann...:sauer019:
     
  14. #13 BHShuber, 09.12.2014
    BHShuber

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    aha

    Hallo,

    eben deshalb ist der Eigentümer hier verpflichtet und zwar in Eigenverantwortung, dass Haus in einwandfreiem Zustand zu halten, dann klappts auch mit der Versicherung.:finger009:

    Dem Versicherer zu unterstellen, der würde nur darauf aus sein etwas zu finden um eine Schadensregulierung zu verhindern, zeigt deutlich, welche Vollkaskomentalität bei den deutschen Bundesbürgern herrscht.

    Die Versicherung hat die Pflicht den Schaden zu regulieren, im Gegenzug ist der Eigentümer verpflichtet den Versicherungsgegenstand in einwandfreien Zustand zu erhalten, so schwer ist das doch nicht zu verstehen.

    Gruß

    BHShuber
     
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