Gemeinschaftskabel in Büroeinheit durchtrennt - Kosten

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von EcoImmo, 20.05.2016.

  1. #1 EcoImmo, 20.05.2016
    EcoImmo

    EcoImmo Neuer Benutzer

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    Ich habe folgendes Problem. In der Sanierung einer Bürofläche hat mein Handwerker ein Kabel durchtrennt welches nicht zu meiner Einheit gehört (Gegensprechanlage), sodass diese nicht mehr funktionierte. Das Kabel lag auch nicht in einer Installationszone, sondern hinter einer umlaufenden Schiene.

    Ich habe die Verwaltung angerufen und angeboten, dass ich für morgen einen Handwerker organisieren kann. Die Hausverwaltung wollte den Schaden sofort behoben haben und beauftragte einen Handwerker ohne meine Zustimmung. Ich habe dann mit einer Mitarbeiterin der Hausverwaltung vor Ort gesprochen und angeboten mich an den Kosten zu beteiligen, aber keine überhöhte Rechnung alleine zu tragen, welches die Mitarbeiterin mit: "Wir werden uns schon einig" beantwortete.

    Jetzt hat die Firma mir für 2 Kabel flicken eine Rechnung von fast 280€ gesendet, welche ich nicht bezahlt habe.
    Die Hausverwaltung hat keine Lust mehr auf das "Problem" und hat das Geld von der Rücklage der Wohneinheit bezahlt und wird dann auf der Versammlung klären, wer diese Kosten übernehmen muss.

    Ich finde dieses Vorgehen nicht ok, schließlich haben weder wir als Gemeinschaft diese überteuerte Variante gewählt noch ich selber.

    Wie seht ihr das? Ich bin auch absolut der Meinung, dass wenn man etwas kaputt macht es auch wieder in Ordnung bringen muss, aber nicht unter diesen Umständen und vor allem zu diesem Preis,
     
  2. AdMan

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  3. #2 BHShuber, 20.05.2016
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    Hallo,

    nun hoffentlich hat der Handwerker eine Betriebshaftpflichtversicherung, damit würde sich die Diskussion über die Kostentragung sofort erledigt haben, oder?

    Gruß
    BHShuber
     
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  4. Andres

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    Die einzelne Wohneinheit hat keine Rücklage, also kann man auch nicht auf die Rücklage dieser Einheit zurückgreifen. Außerdem ist der Rückgriff auf die Rücklage für eine laufende Reparatur unzulässig, aber das kann man dann bei der nächsten Versammlung besprechen, wenn die Abrechnung beschlossen werden soll. Dann könnte man sich noch fragen, was die Gemeinschaft hier eigentlich beschließen will.


    Nicht unbedingt. Wie immer ist es hilfreich, sich Schritt für Schritt zu überlegen, wer gegen wen welche Ansprüche haben könnte. Der Schaden ist der Gemeinschaft entstanden, die sich nun direkt am Handwerker schadlos halten könnte. Die Handlungen des Handwerkers sind aber EcoImmo zuzurechnen, weshalb die Gemeinschaft ihr Forderung auch an EcoImmo richten kann. EcoImmo kann dann seinerseits den Handwerker in Anspruch nehmen.

    Angenommen die Versicherung hat die gleichen Bedenken wie EcoImmo und hält die Rechnung für überzogen. Sie wird diesen Anspruch dann abwehren - wenn die Gemeinschaft fordert, dann ihr gegenüber, wenn EcoImmo fordert, dann ihm gegenüber. Die Versicherung will also wegen einer vermuteten Verletzung der Schadenminderungspflicht nicht (vollständig) leisten und die Gemeinschaft wendet sich (spätestens dann) an EcoImmo.

    Während der Hinweis, dass man den Handwerker von der Forderung in Kenntnis setzen sollte und darauf hoffen kann, dass dessen Versicherung einspringt (oder er aus eigener Tasche zahlt, z.B. weil er keinen Stress haben will), natürlich richtig ist, bedeutet das Bestehen einer solchen Versicherung nicht, dass EcoImmo aus der Nummer raus wäre.


    Da dir ja die Rechnung vorliegt: Was hat die Firma abgerechnet? Arbeitszeit, Material, Anfahrt, irgendwelche Nacht-/Feiertags-/Mama-hat-Geburtag-Zuschläge?
     
  5. #4 EcoImmo, 20.05.2016
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    Danke schonmal für eure Hilfe, abgerechnet wurde folgendes:

    Fehlersuche im Haus vorgenommen. Leitungsunterbrechung durch Umbau Büro Leitung Rep. und Funktionstest durchgeführt. verwendet 1x Kleinmaterial

    Monteur 2,5 Std. 102,50€
    Monteur 2 Sdt. 82€
    Helfer 1 Std. 23€
    Fahrkosten 7€

    214,50€ netto
    255,26€ brutto!

    Die haben halt zusammen 5,5 Stunden gebraucht um 2 Kabel zu flicken und zu begutachten bei einem sportlichen Stundenlohn von 41€ für Monteur und 23€ für Helfer, netto!
     
  6. Andres

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    Äh, ja:
    • 25 € sind ja schon verdunstet.
    • Material wurde nicht abgerechnet.
    • Die Anfahrt ist ein Geschenk.
    • Die Stundensätze auch.
    Bleibt die Frage nach der Anzahl der Stunden. Ob die angemessen ist, hängt davon ab, wie viele Adern hier wieder zu verbinden waren. Das ist eine Arbeit, für die man mindestens zwei Leute braucht. Sonst rennt man halt die ganze Zeit durchs Haus, was letztendlich noch teurer wird.

    Bauchgefühl: Die Rechnung kann man bedenkenlos an den Handwerker durchreichen, weil sie völlig angemessen sein dürfte.
     
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  7. #6 EcoImmo, 20.05.2016
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    Also hier in unserer Region sind 41€ netto für einen Handwerker nicht geschenkt sonder das absolute obere Limit.

    Außerdem ist das auch nicht interessant, weil mein Handwerker die selbe Arbeit für 100€ gemacht hätte. Die Hausverwaltung hat diesen Handwerker beauftragt und nicht ist.
     
  8. #7 Fremdling, 20.05.2016
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    Darf ich dazu fragen: Weil hier der final Zahlungspflichtige halt nicht die Gemeinschaft sein wird?
     
  9. Andres

    Andres
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    Ok, was soll dann das Ratespiel? Ich nehme an, dass dir ein entsprechendes Angebot vorliegt. Damit kannst du dich dann gerne in einen Rechtsstreit mit der Gemeinschaft stürzen.


    War nicht mein Gedanke, aber so könnte man auch argumentieren. Nein, wie oben geschrieben halte ich eine derartige Kleinigkeit für eine "laufende Reparatur" und damit kommt die Rücklage nicht in Betracht, weil das eine "Ansammlung" (§ 22 Abs. 5 Nr. 4 WEG) sein soll, nicht der ständige Verrechnungstopf für alles, was irgendwie mit der Substanz zu tun hat.
     
  10. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Das sind die gleichen Preise wie ich sie auch kenne.
     
  11. Duncan

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    Darf ich auch bei dir Vorbeikommen was kaputt machen und du bezahlst mich sowohl fürs kaputt machen und das wieder reparieren? Vielleicht wird dir klar warum die Verwaltung mit Blick auf die gesetzliche Pflicht zur ordentlichen Verwaltung deinen Handwerker besser nicht beschäftigt? Du redest auch nur von Handwerker, ist er ein Elektriker mit Ausbildung und entsprechender Urkunde und ist er berechtigt entsprechende Installationen auszuführen und hat er darüber der Verwaltung den Nachweis geführt?
    Die Hausverwaltung beauftragt also einen Handwerker der schnell tätig werden kann, die entsprechende Ausrüstung und Fachkunde hat und zu korrekten Preisen abrechnet.
    Worüber beschwerst du dich nochmal?

    Beauftrage mit den Arbeiten gleich Fachfirmen, die beheben auch solche Malheure gleich mit auf ihrer Kappe, wenn sie die selbst verschulden.
    Das hinter Schienen Leitungen liegen können ist übrigens nichts neues sondern schon seit Anbeginn der E-Installation so, dafür gibt es Geräte zum vorab testen, wie auch die Methode erst mal vorsichtig und mit Kopf zu arbeiten als gleich wild drauf rumhauen und abreißen.
     
  12. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Wenn es um die Beschädigung eines Autos gehen würde käme auf die aberwitzige Idee, dass der Geschädigte ein Auto in einer Werkstatt reparieren lassen muss, die vom Schadensverursacher ausgesucht wird.

    Wenn ein Schadenersatzanspruch besteht, entscheidet nach 249 BGB allein der Geschädigte darüber, ob er nach Abs. 1 Wiederherstellung des vorherigen Zustands verlangt oder nach Abs. 2 die Zahlung des dafür erforderlichen Betrags.

    Die Gemeinschaft, vertreten durch den Verwalter, hat sich offensichtlich für die Variante nach Abs. 2 entschieden und belegt die Schadenshöhe durch eine - nachvollziehbare - Rechnung über die Beseitigung des Schadens.

    Bis zum Beweis des Gegenteils behaupte ich mal, dass bei einem Streit über die Schadenshöhe bestenfalls "Dreieurosiebzig" zu verdienen sein werden.
     
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  13. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Warum ziehst Du nicht die Handwerkerrechnung Elektriker von Deiner Handwerkerrechnung Deiner Firma ab? Sie einfach ist das. Dein Handwerker hätte sich selber um die Behebung des Schadens kümmern können. Das hat er nicht gemacht, somit kommt das in Abzug. Wenn er das Geld haben möchte, sollte er es seiner Versicherung melden.

    Und wenn Du so nicht vorgehst, wirst Du in die Haftung gegenüber der Gemeinschaft genommen.

    Wir haben letztes Jahr einen Zaun aufstellen lassen. Es wurde Telefon und Kabelfernsehen durchtrennt. Telefon hat 570€ gekostet, Kabelfernsehen 375€. Allerdings sind die Arbeiten im Erdreich gewesen, Abends im Notdienst und mit Schachtarbeiten und defekte Stelle wieder suchen.

    Wir haben die Firma als Verursacher gemeldet, so ging die Rechnung dort hin, wir haben seine Rechnung bezahlt.

    Er hat an unsren Auftrag nichts verdient. Dafür haben wir dieses Jahr von ihm eine Hecke Pflanzen lassen. So kamen wir ihm noch entgegen.
     
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