Genaue Pflichten und Auslegung Energiedämmung Dachgeschoss für Bestandsbau?

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von csveni33, 08.07.2015.

  1. #1 csveni33, 08.07.2015
    csveni33

    csveni33 Neuer Benutzer

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    Angenommen in einem 80er Jahre Bestandsbau (Mehrfamilenhaus mit mehreren Eigentümern) sind auch im Dachgeschoss Wohnungen untergebracht. Jetzt schreibt ja die Energiesparverordnung auch für Bestandbauten vor dass das Haus nach oben hin gedämmt (und ggf. nachgerüstet) werden muss.

    Im Intenet kann man dabei mehrere Varianten davon lesen wass genau gedämmt werden soll.
    Einmal ist nur von der "obersten Geschossdecke" die Rede ein anderes Mal von der "Gebäudehülle".

    Nehmen wir einmal die schematische Zeichnung im Anhang.
    Dachdämmung Schema.jpg

    Was genau muss hier gedämmt weerden?
    Genügt die grüne "oberste" Geschossdecke "1"?
    Wenn tatsächlich die "Gebäudehülle" gemeint ist müssten ja auch die roten Dachschrägen "3" und die gelben Wände "4" mit einbezogen werden.

    Weitere Frage: Hat der Eigentümer der Dachgeschosswohnung nur das Recht die Nachrüstung zu verlangen oder besteht die sofortige unmittelbare Verpflichtung aller Eigentümer die Nachrüstung durchzuführen?
    Im ersten Fall könnte ja der DG-Eigentümer sagen "Ok, die Nachrüstung passt mir dieses Jahr nicht. Ich werde das erst im Jahre 2019 durchführen lassen".

    Angenommen die Nachrüstung soll baldmöglichst durchgeführt werden. Dann braucht das ja einen Vorlauf. Sagen
    wir im Extremfall:

    Jahr 2016: Beschluss der ETV zur Beauftragung eines Bausachverständigen zur Aufstellung eines Massnahmenkatalogs
    Jahr 2017: Einholung von Angeboten aufgrund des nun vorliegende Massnahmenkatalogen
    Jahr 2018: Beschluss zur Vergabe des Auftrages an Firma X
    Jahr 2019: Durchführung des Bau-Massnahmen

    Es gehen also etliche Jahre ins Land in denen die Heizkosten in der DG-Wohnung extrem hoch sind. Wer zahlt diese zusätzlichen Heizkosten? Hat der Eigentümer der Dachgeschosswohnung Anspruch auf Kostenbeteiligung der WEG?

    Angenommen irgendwann sollen dann die Dachschrägen komplett saniert werden. Was passiert mit dem Mieter der DG-Wohnung? Der kann während dieser Zeit dort nicht wohnen. Kann der DG-Eigentümer dem Mieter mit Hinweis auf die Baumassnahmen kündigen? Wer bezahlt den Mietausfallschaden?
     
  2. AdMan

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  3. Syker

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    Hallo csveni33,

    Zwei Dinge zu deinen überlegungen:

    1. Zeitplan
    Du schreibst selber das das der Extremfall ist. Ich denke das man das ganze noch so in diesem Jahr auf die Reihe bringen kann, das die Maßnahmen im nächsten Jahr ausgeführt werden könnten. Je nachdem ab wann man verpflichtet ist gedämmt zu haben gehört ein schnelles vorgehen m.E. zur ordnungsgemäßen Verwaltung.

    2. Bewohnbarkeit
    Es gibt auch Möglichkeiten das Dach zu dämmen wo der Mieter wohnen bleiben kann und nur geringe Einschränkungen hat. Ich hab's selber erlebt, und von über drei Wochen Bauphase an 2 Tagen Handwerker in der Wohnung gehabt.

    VG Syker
     
  4. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Also unter extrem würde ich einen deutlich längeren Zeitrahmen verstehen!
    Du redest von zusätzlichen Heizkosten! Das musst Du mir erklären, denn nur weil es eine ENEV gibt hast Du ja keine zusätzlichen Kosten! Oder wie waren die Kosten seit 1980?? und steigen diese jetzt nur weil es ein "Gesetz zur Dachdämmung" gibt?

    Übrigens die WEG ist an den "hohen Heizkosten" beteiligt, sie hierzu Verordnung über Heizkostenabrechnung - HeizkostenV § 7
     
  5. #4 Martens, 08.07.2015
    Martens

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    Ich bin jetzt nicht in allen Details der EnEV drin aber nach meinem Kenntnisstand gibt es eine Pflicht zur Nachrüstung von Wärmedämmung nur für die Decke grün 1 sofern nicht dedämmt und der Raum darüber ungenutzt. Diese Nachrüstpflicht trifft den Eigentümer des Spitzbodens und das schon seit ein paar Jahren. Praktisch ist das schnell gemacht indem man da Matten auslegt.

    Eine Nachweispflicht für das Einhalten der Werte gem. EnEV in den Bereichen 3 und 4 gibt es soviel ich weiß nur dann, wenn man an diese Beriche instandsetzt (Putz oder Dacheindeckung erneuern) und dabei die berühmten 10% des Gebäudeabschnittes überschreitet.

    Inzwischen kommt man aber auch da aus der Klemme, da diese Maßnahmen oftmals unwirtschaftlich sind und man über diese Argumentation eine Befreiung erlangen kann.

    Christian Martens
     
  6. #5 Martens, 08.07.2015
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