Geschätzte Heizkosten

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von immotiger, 12.04.2008.

  1. #1 immotiger, 12.04.2008
    immotiger

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    Hallo zusammen,

    wir haben vor kurzem die NK-Abrechnung des letzten Jahres erhalten und mussten feststellen, dass ein Teil der HK geschätzt wurde.

    Hintergrund:
    Im Dezember 2006 wurde bei der Ablesung durch den HK-Dienst ein Ablesegerät beschädigt. Eine neue Ampulle wurde nicht eingesetzt. Es wurde uns zugesagt, dass die Reparatur kurzfristig erfolgt. Anfang Januar haben wir dann beim Verwalter nach dem Stand gefragt: Es wurde bislang durch den Verwalter nichts gemacht, der HK-Dienst hatte ebenfalls nicht gemacht.
    Danach ging's dann endlich voran. Das Gerät wurde repariert und war dann einsatzbereit.

    In unserer Abrechnung steht nun:
    HK-Verbrauch wurde abgelsen und geschätzt. Es ist keine Erklärung zur Schätzung / Ermittlung des Schätzwertes vorhanden.
    [Nachtrag: Über die Gradtagszahlentabelle konnte ich die Schätzung ungefähr nachvollziehen]

    Der Schätzwert beträgt das 2,5-fache des normalen Verbrauchs der letzten Jahre.

    Auf die Anfrage beim Verwalter wurde uns zwischenzeitlich (nur) die Antwort des HK-Dienstes zugestellt:
    Der HK-Verteiler hatte einen Verbrauch von xx (nach unseren Aufzeichenungen bereits falsch, allerdings weigert sich der HK-Dienst Ableseprotokolle herauszugeben bzw. diese von uns gegenzeichnen zu lassen). Die Rückrechnung (vom Ablesetag bis Einbau) ergab einen Wert von xx.

    Zur Rückrechnung wird jedoch keine weitere Angabe gemacht.

    Meine Fragen:
    - Ist diese Schätzung so korrekt ?
    - Ist die Art der Mitteilung ausreichend ?
    - Muss der Schätz-/Rechenweg nachvollziehbar in der NK-Abrechnung mitgeteilt werden ?
    - Wen kann ich mit den dadurch angefallenen Zusatzkosten belasten ? Verwaltung (wegen Nichttätigkeit) ? Schließlich bin ich ja weder an der Beschädigung noch an der Verzögerung der Reparatur schuld.

    Danke für Eure Antworten
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 13.04.2008
    lostcontrol

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    das mit der schätzung kenn ich - ist bei uns auch schon passiert, und auch bei uns lag diese schätzung WEIT über dem sonstigen schnitt...
    die mieter konnten dann aber die berühmten 15% von der rechnung abziehen, so dass das ganze dann (für die mieter) wieder einigermassen korrekt lief. die 15% musste uns die ablesefirma überweisen, da sie nachweislich das problem verursacht hatten.

    anders machen die vom ablesedienst das ja auch nicht...
    da wird über heizkörperleistung und gradtagszahlen der verbrauch errechnet.

    üblicherweise lässt der ableser das protokoll bei der ablesung selbst vom mieter gegenzeichnen. eine kopie gibt's davon allerdings im allgemeinen nicht. man tut also gut daran sich die werte abzuschreiben und seinerseits vom ableser gegenzeichnen zu lassen.
    mir hat mal ein ableser gesagt, dass das ja ohnehin kein problem sei, weil ja das alte röhrchen mit dem alten verbrauchsstand ja zur kontrolle hängenbleibt während dann das neue "zählt". woher das alte röhrchen wissen soll, dass es jetzt nicht mehr verdunsten darf ist mir allerdings ein rätsel. ich bin sehr froh dass wir in unseren mietwohnungen elektronische HKVs haben - obwohl es da auch immer mal wieder probleme gibt - aber irgendwie scheinen die dinger mir immernoch ein bisschen vertrauenswürdiger als die röhrchen...

    15%-regelung. d.h. der vermieter bzw. die hausverwaltung bleibt dann darauf sitzen, sofern du den schaden nicht selbst verursacht hast (also z.b. das röhrchen kaputt gemacht hast, ohne es zu melden). deiner beschreibung nach ist die verwaltung schuld am dilemma.
     
  4. #3 onkelfossi, 13.04.2008
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    ja.

    ja.

    ja, ein verweis auf die schätzung nach heizkostenverordnung reicht aus. der rechenweg basiert auf zahlen, die du eh nicht überprüfen kannst. es werden die werte vergleichbarer heizkörper des hauses aus den letzten zwei jahren herangezogen.

    die verzögerung der reparatur ist unerheblich. ist eine ampulle beschädigt erfolgt immer eine schätzung für den gesamten abrechnungszeitraum. die ampulle muss nur vor beginn des neuen abrechnungszeitraumes ausgetauscht werden. und das wurde sie ja.

    die schätzung bzw. die heizkostenabrechnung ist in ordnung, da nach heizkv gesetzeskonform. dass mehrkosten entstanden sind ist nur eine vermutung. eine forderung kann sich grundsätzlich nur gegen den verursacher richten, also gegen den ableser bzw. die abrechnungsfirma. das hat aber mit der heizkostenabrechnung nichts zu tun, da die heizkv nicht süber den grund der schätzung aussagt. das ist eine rein privatrechtliche auseinandersetzung mit dem verursacher. eine recht auf eine 15%ige minderung der heizkosten besteht nicht.
     
  5. #4 immotiger, 16.04.2008
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    Danke für Eure Antworten.

    @lostcontrol: Kannst Du mir einen Hinweis zu dieser 15%-Regelung geben (Gesetz, Urteil) ?

    @onkelfossi: Es wurde nicht die Ampulle durch den Ablesedienst beschädigt, sondern das "umgebende" Gerät beim Ablesen. Der HL-Dienst hat den Vorfall aufgenommen und den notwendigen Austausch nicht durchgeführt bzw. den Verwalter nicht darüber benachrichtigt. Erst nach unserer Anfrage beim Verwalter wurde der Austausch initiiert und durchgeführt.
    Aus meinem Verständinis ist der HK-Dienst einmal ursächlich für den Schaden sowie die unterlassene Mitteilung. Aber der Verwalter ist meines Erachtens als Auftraggeber für den HK-Dienst auch zuständig, solche Vorfälle als Holschuld anzufragen. Denn er ist der Auftraggeber und auf die sachgemäße Abwicklung der Ablesung (und dazu gehören auch solche Defekte) einfordern. Andernfalls ist seine Leistung gegenüber der WEG nicht ordnungsgemäß.
     
  6. #5 lostcontrol, 17.04.2008
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    heizkostenverordnung :-)
     
  7. #6 immotiger, 17.04.2008
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    Danke für den Link zur Heizkostenverordnung.

    §12 Heizkostenverordnung hilft mit den 15% leider nur Mietern
    Die Eigentümer sind explizit davon ausgeschlossen :wand:
     
  8. #7 lostcontrol, 18.04.2008
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    also uns hat die firma mit dem grossen T vorne dran diese 15% ersetzt, weil sie ja die schuldigen waren... war zwar ein ziemliches heckmeck das bei denen durchzusetzen, aber das war's mir wert...
     
  9. Dr.No

    Dr.No Erfahrener Benutzer

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    Der Hintergrund der 15% Kürzungsrechtes ist, das der Gesetzgeber davon aus ging, dass
    Mieter, die im vorhinein wissen, dass nicht verbrauchsabhängig abgerechnet wird, einen
    15 % höheren Verbrauch verursachen.

    Wenn zwar Verbrauchserfassungsgeräte vorhanden sind, aber aus technischen Gründen nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden kann, dann haben die Mieter sich trotzdem sparsam verhalten, weil Sie damit rechneten, dass verbrauchsabhängig abgerechnet wird. Deshalb gibt es auch kein Kürzungsrecht.

    Das Kürzungsrecht zielt nicht darauf ab relative Ungerechtigkeiten zwischen den Mietparteien auszugleichen, sondern einen tatsächlichen erhöhten Verbrauch.

    Wer es nicht glaubt, der kann das im Gesetzentwurf nachlesen.
     
  10. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Wer nachliest wird auch feststellen, dass nach § 9a Abs. 1 Satz 2 HeizKV bei einer zulässige Schätzung der Schätzwert bei der Kostenverteilung anstelle des erfassten Verbrauchs zu berücksichtigen ist. Die Abrechnung ist damit nach wie vor verbrauchsabhängig. Das Kürzungsrecht nach § 12 HeizKV greift aber nur, wenn nicht verbrauchsabhängig abgerechnet wird.

    Das hat einen ganz einfachen Grund... Es wird sich in einer Wohnungseigentümergemeinschaft kaum jemand finden lassen, zu dessen Lasten die Kürzung erfolgen könnte.
     
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