Gewährleistung, Garantie und Wartung von Gasgeräten

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von susi, 12.03.2015.

  1. susi

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    Firma1 macht im Rahmen eines Wartungsvertrags die Wartung aller Gas-Warmwasserdurchlauferhitzer, die in den Wohnungen des Hauses verbaut sind.

    Im Zuge einer Modernisierung ist in einer Wohnung von Firma2 ein neuer Gas-Warmwasserdurchlauferhitzer montiert worden.

    Bei der jährlichen Wartung stellt Firma1 fest, dass bei dem neuen Gerät ein Messloch fehlt und rüstet dies nach.

    Nun sagt Firma2, dass damit die 4jährige Gewährleistung von ihnen erloschen sei. Die Nachrüstung des Messloches wäre darunter gefallen.

    Als ich Firma1 sagte, sie hätte die seit wenigen Monaten hängende Therme nicht warten müssen, sagte man mir, dies sei gesetzlich vorgeschrieben und ausserdem erlische sonst die Garantie. Ich nehme an, gemeint ist die 2jährige Garantie des Geräteherstellers.

    Meine Frage ist nun, ob Firma2 recht hat, dass ihre Gewährleistung damit erloschen ist und ob die Garantie des Herstellers tatsächlich erlischt, wenn das vor 5 Monaten installierte Gerät erst nach 17 Monate gewartet wird? Wie genau nimmt es der Gesetzgeber mit der jährlichen Wartung?

    Und als Bonusfrage: Ist es zu viel verlangt, dass der Techniker von Firma1 vor der Wartung eines ziemlich neuen Geräts nachfragt, ob die Wartung erforderlich ist?

    Und bevor jemand murrt: es geht mir nicht um Schuldzuweisung oder Schadensersatz sondern Aufklärung und Wissenserwerb meinerseits. ;)
     
  2. AdMan

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  3. Duncan

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    Warum sollte er auf die abwegige Idee kommen da nochmal nachzufragen? Das hat doch der AG bereits geklärt das es nötig ist. Sonst hätte er ihn doch gar nicht beauftragt! :zwinkernd004:

    Und irgendwann lernst auch du das Objektkenntnis sich bezahlt macht. Da pfuscht man nicht ohne Absprache rein. Klare Ansagen und fertig. Wenn der Verwalter/Eigentümer das nicht hin bekommt reibt er sich selbst auf. Versuchen die Firmen gegeneinander auszuspielen wird auf die Dauer sehr teuer. Und in Zukunft noch mehr. Guck mal wie viele Stifte du gerade bei den Handwerkern mitlaufen siehst...
     
  4. Andres

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    Dafür kann Firma2 bestimmt eine wasserdichte Begründung liefern - ich kann es nicht. Da die Abnahme hier bereits erfolgt sein wird, dürfte es etwas schwerer werden, den Nachweis anzutreten, dass das Werk von Firma2 mangelhaft war. Das ändert aber nichts an der grundsätzlichen Gewährleistungspflicht von Firma2.


    Das ist möglich. Ich kann nicht beurteilen, ob das Fehlen dieses Lochs ein Mangel war. In diesem Fall hätte Firma2 zunächst Gelegenheit zur Nachbesserung gegeben werden müssen. Das ist nicht erfolgt, weshalb die Kosten nicht ersetzt werden müssen - das ist aber auch schon wieder alles.


    Wie zu Beginn: Dafür würde ich gerne eine Begründung hören - ich glaube nicht, dass es sie gibt.


    Ich auch. Und natürlich hängt das von den Garantiebedingungen (und evtl. deren Wirksamkeit) ab.


    Was war der genaue Auftrag an Firma1? Ich denke in die gleiche Richtung wie Duncan: Wer wusste über was Bescheid? Wenn die Anweisung war, alle Durchlauferhitzer zu warten, darf man sich nicht wundern, wenn genau das gemacht wird.

    Nebenbei könnte das in deinem eigenen Interesse gewesen sein. Was sind denn die Alternativen?
    • Die Wartung auszulassen und die Garantie zu gefährden? Das macht den Kunden bestimmt glücklich ...
    • Mehr Zeit auf eine Nachfrage zu verwenden, als die Durchführung der Wartung dauert? Bist du sicher, dass dir diese Zeit nicht (evtl. unbemerkt) in Rechnung gestellt würde?
    • Einen weiteren Wartungstermin zu avisieren und sich die Beschwerden über die unverhältnismäßigen Anfahrtskosten anzuhören.
    Das ganze Haus ist jetzt auf dem gleichen Wartungszyklus. Das ist ein guter Zustand.
     
  5. susi

    susi Erfahrener Benutzer

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    Firma2 argumentiert, dass die Gewährleistung für Ihre Installation (Arbeit) durch den Eingriff der anderen Firma erloschen sei.

    Mein Problem ist, dass ich das Gefühl habe von beiden Firmen werden die Begriffe Gewährleistung und Garantie als Schutzbehauptungen verwendet und offenbar liege ich damit nicht falsch.

    Danke.
     
  6. #5 Martens, 13.03.2015
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    moinsen,

    die meisten Menschen bringen die Begriffe Garantie und Gewährleistung munter durcheinander und wissen auch nicht, wo die Unterschiede liegen.

    Egal, bevor Du Dich mit Deinen Handwerkern zerstreitest warte doch erst einmal ab, ob Du überhaupt Gewährleistung (heißt ja inzwischen auch nicht mehr so sondern Sachmängelhaftung) oder Garantie in Anspruch nehmen mußt. Erst dann ist es von Interesse, das Rad zu drehen, oder?

    Christian Martens
     
  7. Andres

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    Das ist kein Argument, es ist eine Behauptung. Die Begründung wird Firma2 nicht liefern können, weil es sie nicht gibt - solche "negativen" Argumentationen (es gibt kein Gesetz, das X verbietet; es gibt keine Anspruchsgrundlage für Y; ... - wer etwas anderes behauptet, muss das beweisen können) sind aber Leuten ohne jegliche juristische Ausbildung oft nicht verständlich.


    Die Behauptung ist auch absurd. Beispiel: Ich lasse mir von einem Bauunternehmer eine VOB-Leistung erbringen - machen wir's einfach und sagen, dass er mir ein Haus baut. Nach Fertigstellung und Bauabnahme lasse ich einen Maler ein hübsches Bild auf eine Hauswand malen. Ist dadurch die Gewährleistung erloschen?

    Wenn nun an genau dieser Stelle der Putz abbröckelt, könnte es für mich schwierig werden, den Nachweis über die Ursache dieses Mangels anzutreten. Hat der Bauunternehmer geschlampt? Oder hat mein Maler etwas kaputt gemacht? An der grundsätzlichen Gewährleistung ändert das nichts. Wenn die Dachfenster undicht sind, weiß ich, an wen ich mich wende ...
     
  8. susi

    susi Erfahrener Benutzer

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    Eure Argumentation erscheint mir nachvollziehbar und logisch.

    Vielen Dank.
     
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