Gewerberaummiete vs Wohnraummiete

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Janot, 12.09.2014.

  1. Janot

    Janot Gast

    Hallo Zusammen,

    Ich habe eine Wohnung, für die sich ein Unternehmen und Privatpersonen interessieren.

    Könnt Ihr mir sagen, wofür man im Allgemeinen mehr Miete verlangen kann? Für Gewerberäume oder für Wohnräume?



    Vielen Dank für Eure Hilfe.



    Janot
     
  2. AdMan

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  3. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Verlangen kannst du, was auch immer dir beliebt.
    Die entscheidende Frage wird sein, was du bekommst.
    Und da nutzt es dir m.E. mehr, die tatsächlichen Interessenten zu betrachten, als hier in Erfahrung zu bringen, was denn so im Allgemeinen üblich sein könnte.

    Was nutzt dir die (beispielhafte) Info, dass Gewerbe idR doppelt so viel zahlt, wenn dein spezieller Gewerbeinteressent max. die Hälfte zu zahlen bereit ist?
     
  4. #3 Toffer2105, 12.09.2014
    Toffer2105

    Toffer2105 Benutzer

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    Im Gewerbemietrecht hast du keine Beschränkungen bezüglich des geforderten Mietzinses wie im Wohnungsmietrecht. Im Wohnungsmietrecht darfst du für die Miete nur max. 20% über der Ortsüblichkeit verlangen (bei Neuvermietungen).

    Deine Mietsache muss aber auch für deinen Mietzweck geeignet sein, sprich entweder als Wohnraum oder Gewerberaum.
     
  5. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Bist du dir da sicher? Ich meine im Hinterkopf zu haben, dass lediglich Wucher 'nicht erlaubt' ist. Sofern der Mieter aber nicht z.B. in einer Notsituation ist, kann man verlangen, was einem beliebt. Wenn der Mieter den Deal freiwillig eingeht, ist das also m.E. durchaus erlaubt, auch bei mehr als 20% über ortsüblicher Miete.
     
  6. Andres

    Andres
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    Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung: § 5 WiStG

    Toffer2105 hat die Rechtslage zwar etwas verkürzt, aber grundsätzlich richtig dargestellt.
     
  7. #6 Toffer2105, 12.09.2014
    Toffer2105

    Toffer2105 Benutzer

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    so ziemlich :P

    § 5 Abs. 1 und 2 WiStG (Wirtschaftsstrafgesetz)

    "§ 5
    Mietpreisüberhöhung

    (1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder leichtfertig für die Vermietung von Räumen zum Wohnen oder damit verbundene Nebenleistungen unangemessen hohe Entgelte fordert, sich versprechen lässt oder annimmt.

    (2) Unangemessen hoch sind Entgelte, die infolge der Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleichbaren Räumen die üblichen Entgelte um mehr als 20 vom Hundert übersteigen, die in der Gemeinde oder in vergleichbaren Gemeinden für die Vermietung von Räumen vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage oder damit verbundene Nebenleistungen in den letzten vier Jahren vereinbart oder, von Erhöhungen der Betriebskosten abgesehen, geändert worden sind. Nicht unangemessen hoch sind Entgelte, die zur Deckung der laufenden Aufwendungen des Vermieters erforderlich sind, sofern sie unter Zugrundelegung der nach Satz 1 maßgeblichen Entgelte nicht in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung des Vermieters stehen."
     
  8. Janot

    Janot Gast

    Vielen Dank für eure Antworten. Die meisten Antworten gingen aber leider etwas an meiner Frage vorbei.

    Gibt es wirklich keinen praktischen Mietzinsunterschied zwischen Gewerbe und Privatpersonen?
    Ich hätte z.B. gedacht, dass Unternehmen im Schnitt eher höhere Mieten bezahlt, da sie diese steuerlich absetzen können.

    Gruß, Janot
     
  9. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

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    Ich habe hier den Fall das Gewerbemieten z.T. unter denen von Wohnraummieten liegen!
    Gewerberäume sind genug leerstehende vorhanden.
    Es wird, wo es möglich ist, Gewerbe gerne in Wohnungen umgebaut, macht sich halt mit 6m Schaufensterfront an der Hauptstraße blöd mit Wohn-/Schlafzimmer.

    Konkret: Gewerbe 5-7€/m² erzielbar,
    Wohnungen 5,45-9€/m² (aktuell bestehende Verträge und Neuabschlüsse)
     
  10. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    So ziemlich war allerdings ziemlich daneben...
    Eine Mietpreisueberhoehung liegt nach § 5 WiStG nur dann vor, wenn zusätzlich zu einer Miethoehe von mehr als 20% ueber der ortsueblichen Vergleichsmiete auch noch der Tatbestand der Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleichbaren Räumen vorliegt.
    Darueber hinaus kann eine Miethoehe von mehr als 20% über der ortsüblichen Vergleichsmiete auch bei einem geringen Angebot zulässig sein, wenn die Miethoehe zur Deckung der laufenden Aufwendungen des Vermieters erforderlich ist.
    Nachzulesen in § 5 Abs. 1 und 2 WiStG.
    Wer nur den Betrag als Kriterium betrachtet, liegt definitiv falsch.
     
  11. #10 Toffer2105, 15.09.2014
    Toffer2105

    Toffer2105 Benutzer

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    na na na, das ich ziemlich daneben lag, ist ja wohl Quatsch. Meine Ausführung ist scheinbar nur nicht so ausführlich wie deine. Von daher danke für deinen Beitrag.

    Praktisch gesehen, wird kein Vermieter einen Mietzins über der Ortsüblichkeit verlangen, solange es einen hohes Angebot an vergleichbaren Räumen gibt. Auch stimmt es, dass es darauf ankommt, dass die Leistung mit der Gegenleistung nicht in einem auffälligen Missverhältnis steht. So kann für eine luxuriös ausgestattete Wohnung sicherlich ein höherer Mietzins verlangt werden, als für eine Bruchbude.
     
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Gewerberaummiete vs Wohnraummiete

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