Gilt der Mietspiegel nicht für WG-Zimmer?

Dieses Thema im Forum "MV - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von Petra_44, 17.09.2016.

  1. #1 Petra_44, 17.09.2016
    Petra_44

    Petra_44 Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    gilt der Mietspiegel eigentlich nicht für WG-Zimmer? Man darf den Mietspiegel ja nur um 20% überschreiten, z.B. in Nürnberg, EUR 8,70 plus 20% ergibt EUR 10,44. Wenn man jetzt eine Wohnung von 54 m² nimmt und daraus eine Dreier-WG macht, wären das also pro Zimmer rechnerisch EUR 187,92.

    Aber ich sehe, dass für WG-Zimmer wesentlich mehr verlangt wird. Je nach Lage sind das EUR 300 kalt und mehr. Nicht alle diese Zimmer sind möbliert.

    Gilt also der Mietspiegel nicht für WG-Zimmer? Oder scheren sich diese Vermieter nur nicht darum? (Kann ich mir nicht wirklich vorstellen - es würde nicht lange dauern, bis der erste Jura-Student auf den Plan tritt und bemerkt, dass sich seine Miete im illegalen Bereich bewegt.)
     
  2. AdMan

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  3. Duncan

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    Wie wäre es wenn du die 2,50 investierst und dir den Mietspiegel bei der Stadt mal abholst und genauer durchliest? Ist regelmäßig nicht uninteressant für Vermieter, oft entdeckt man Punkte, dass man seine Miete bisher viel zu niedrig angesetzt hat...
    In den Vortexten der Mietspiegel steht übrigens auch für was für Wohnungen er gilt und für welche nicht. (WG-Zimmer gehören üblicherweise nicht dazu).
    Übrigens neigen Juristen dazu, möglichst wenig in eigener Sache aktiv zu werden...
     
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  4. #3 lostcontrol, 18.09.2016
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    Ich denke bei der überwiegenden Mehrheit der WGs ist es so, dass ein Hauptmieter die Wohnung angemietet hat und dann eben Zimmer untervermietet.
    Und dann kommt es eben garnicht so selten vor, dass eben dieser Hauptmieter ein bisschen dran verdienen möchte und eben nicht die Gesamtmiete durch die Personenzahl teilt sondern was draufschlägt.

    Bei mir selbst ist das jetzt schon ewig her dass ich selbst in WGs gewohnt habe, aber ich erlebe das gerade bei den Beutetöchtern wie das läuft - und was da alles läuft. Teilweise ist das schon 'ne ganz schöne Sauerei. Aber sie brauchen halt ein Zimmer, was willste machen?
    Sehr gerne wird da von "möbliert" geredet weil eine EBK mitbenutzt werden darf oder ein Einbauschrank auf dem Flur (die dann meist auch nur mitgemietet wurden).
    Da ist dann aber nicht der eigentliche Vermieter schuld, sondern eben der Hauptmieter der Wohnung der sich da nicht an die "Spielregeln" hält, meist garnicht weiss dass es da überhaupt eine entsprechende Gesetzgebung gibt.
     
  5. GJH27

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    In Nürnberg gilt die Mietpreisbremse, also bei Neuvermietung maximal Mietspiegelwert + 10 %.

    Im aktuellen Nürnberger Mietspiegel steht explizit: "Der Mietenspiegel gilt nur für freinfinanzierte Häuser und Wohnungen."
     
  6. #5 lostcontrol, 18.09.2016
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    Moment - ich dachte die Mietpreisbremse hat als Basis die letzte Miete?
    Sonst wären ja die vielen Mieterhöhungen vor dem Gelten der Mietbreisbremse garnicht nötig gewesen?
     
  7. #6 Stadtkind, 18.09.2016
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    Mieten, die 10% über der Vergleichsmiete laut Mietspiegel liegen, verstoßen nicht gegen die Mietpreisbremse, wenn
    - sie vor dem Inkrafttreten der Mietpreisbremse vereinbart wurden.
    - wenn bereits mit dem Vormieter eine höhere Miete vereinbart wurde.
     
  8. #7 Sweeney, 18.09.2016
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    Hier geht es nicht um die Mietpreisbremse, sondern um ordnungswidrige Mietüberhöhungen gem. § 5 WiStG. Unangemessen hoch sind Entgelte, die infolge der Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleichbaren Räumen die üblichen Entgelte um mehr als 20 vom Hundert übersteigen, die in der Gemeinde oder in vergleichbaren Gemeinden für die Vermietung von Räumen vergleichbarer Art, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage oder damit verbundene Nebenleistungen in den letzten vier Jahren vereinbart oder, von Erhöhungen der Betriebskosten abgesehen, geändert worden sind.

    In dem hier vorliegenden Fall geht es um einen möglichen Rückforderungsanspruch gemäß § 812 Abs. 1 Satz 1 BGB wegen überzahlter Miete.

    In der Praxis ist die Sache weniger trivial. Dem Mieter als Anspruchsteller obliegt die Darlegungs- und Beweislast für das Vorhandensein der rechtsbegründenden Tatbestandsmerkmale. Das Tatbestandsmerkmal eines geringen Angebots ist somit durch den Mieter nachzuweisen. Erschwerend kommt hinzu, dass für ein WG-Zimmer nicht die Vergleichsmiete einer abgeschlossenen Wohnung herangezogen werden kann.

    Es bestehen unterschiedliche Teilmärkte für Wohnraum je nach Abgeschlossenheit oder Nichtabgeschlossenheit der Wohnungen. Abgeschlossene Wohnungen können nicht zum Vergleich für WG-Zimmer herangezogen werden. (vgl. LG Gießen · Beschluss vom 22. Juni 2012 · Az. 1 S 98/12)
     
  9. GJH27

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    Dies trifft bei Neuvermietung nur dann zu, wenn die zuletzt vereinbart gewesene Miete höher war als "Mietspiegel + 10 %".

    Doch, weil durch die Mietpreisbremse die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen (also im bestehenden Mietverhältnis) von 20 % auf 15 % gesenkt wurde.
     
  10. #9 lostcontrol, 18.09.2016
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    Danke für die Auskünfte - da es bei uns keine Mietpreisbremse gibt hab ich mich da bisher nicht weiter informiert.

    @ Sweeney: Danke für das letzte Urteil - da liegt meiner Meinung nach der Hund begraben, dass man eben WG-Zimmer nicht mit "ganzen Wohnungen" vergleichen kann.

    Wir haben ja derzeit nur eine WG - und die in einer komplett neu sanierten Wohnung. Ich weiss nicht wieviel die Hauptmieterin von ihrer Untermieterin verlangt, es interessiert mich auch nicht.
    Ob die Untermieterin weiss wieviel Kaltmiete mietvertraglich mit der Hauptmieterin vereinbart wurde weiss ich auch nicht. Zu meinen WG-Zeiten habe ich das auch nie erfragt, da hat mich auch nur interessiert ob's in mein Budget passt und mir gefällt.
    Aber dürfte die Untermieterin denn überhaupt Einsicht in den Mietvertrag der Hauptmieterin nehmen?

    Wenn ich mir das bei den Beutetöchtern so angucke, da scheint die Situation aber schon deutlich verschärft zu sein im Vergleich zu meinen WG-Zeiten, teilweise hört sich das echt gruslig an was die erzählen...
     
  11. #10 Nochso'nTrottel, 19.09.2016
    Nochso'nTrottel

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    Hallo allerseits,

    wie es in Nuernberg ist, weiss ich nicht. Wenn man jedoch den Muenchner Mietspiegel zu Grunde legt, der gilt ausdruecklich weder fuer Einzelzimmer noch fuer private Untermietverhaeltnisse.

    Zur Diskussion, warum ein Hauptmieter von seinen Untermietern mehr verlangt, als er zahlt: Ein Hauptmieter, der ohne Aufschlag untervermietet, muss schon ziemlich blauaeugig oder besonders altruistisch sein. Der hat naemlich doppelte Pflichten, einmal als Mieter der Gesamtwohnung gegenueber dem Vermieter, und einmal als Vermieter gegenueber seinen Untermietern. Zahlungsausfaelle eines Untermieters, Beschaedigungen in der Wohnung (war natuerlich keiner), die Folgen der letzten WG-Party, teilweise sogar Gerichtskosten, wenn er einen Untermieter loswerden will, etc, bleibt alles beim Hauptmieter haengen.

    Gibt natuerlich auch die, die sich damit ihr Studium finanzieren. Aber wer nach einer gleichmaessigen Aufteilung der Kosten schreit, muss auch die Risiken aufteilen. Sprich gemeinsam den Mietvertrag mit dem Vermieter abschliessen. Als Untermieter hat man natuerlich weniger Risiken, dafuer aber logischerweise hoehere Kosten.

    cu
    Nochso'nTrottel
     
  12. #11 lostcontrol, 19.09.2016
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    Leicht umformuliert werde ich diese Argumentation bei der nächsten Mieterhöhung nutzen... Schliesslich habe ich ja auch doppelte Pflichten, einmal dem Staat gegenüber ("Eigentum verpflichtet"), und natürlich den Mietern gegenüber, das bleibt ja alles beim Vermieter hängen. Zahlungsausfälle, Beschädigungen, Party-Folgen, Gerichtskosten....
    Endlich schreibt's mal jemand!

    Pffffffffff......... Wenn der Vermieter das nicht will (so wie ich z.B.), was willste dann machen?
     
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