Grundkosten fast 10 mal so hoch wie Verbrauchskosten

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von Triple-J, 07.04.2012.

  1. #1 Triple-J, 07.04.2012
    Triple-J

    Triple-J Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    ich habe eine Frage zur Heizkostenabrechnung meiner selbst genutzten Eigentumswohnung.

    Diese sieht wie folgt aus:
    Grundkosten = 198,42€
    Verbrauchskosten = 20,74€
    (Verteilerschlüssel 50% : 50%)

    Demnach sind meine Grundkosten etwa 9,6 mal so hoch wie die tatsächlichen Verbrauchskosten, was meines Erachtens heftig ist. Allerdings konnte ich jetzt auch nichts darüber googeln, dass das irgendwie unzulässig sein könnte...

    Kann ich beim Verwalter einen Antrag stellen zwecks Abstimmung bei der Eigentümerversammlung, dass zukünftig auf 70% (Grundkosten) und 30% (Verbrauchskosten) umgestellt wird?

    Vielen Dank im Voraus.

    Gruß, Jens
     
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  3. #2 Christian, 07.04.2012
    Christian

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    Ja, kannste machen, aber nicht wundern, wenn du viel mehr zahlen musst.

    Du hast da einen Denkfehler drin ... nicht 70% (bzw. 50 oder 30) deiner Kosten, sondern 70% der gesamten entstandenen Kosten (also der Immobilie) werden auf die einzelnen Wohnungen aufgeteilt.
     
  4. #3 Triple-J, 07.04.2012
    Triple-J

    Triple-J Erfahrener Benutzer

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    Sorry, ich meinte natürlich 30% Grundkosten und 70% Verbrauchskosten (nicht umgekehrt).

    Bisher sieht das Ganze so aus:
    Kostenart Betrag : Gesamteinheiten * Ihre Einheiten = Ihre Kosten
    Heizkosten Nutzergruppe = 22.991,05
    50% Grundkosten = 11.495,53 : 2.508,60m² * 43,30 = 198,42€
    50% Verbrauchskosten = 11.495,52 : 169.028,00 * 305,00 = 20,74€
    Gesamtkosten: 219,16€

    Nun bei Berechnung 30% zu 70%:
    30% Grundkosten = 6.897,32 : 2.508,60m² * 43,30 = 119,05€
    70% Verbrauchskosten = 16.093,74 : 169.028,00 * 305,00 = 29,04€
    Gesamtkosten: 148,09€

    Oder habe ich da noch einen Denkfehler drin?

    Danke.
     
  5. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Nöö, haste nicht. Die 50/50er Abrechnung ist sowieso rechtswidrig.
    Für alle ab 2009 begonnenen Zeiträume ist 30/70 vorgeschrieben, wahrscheinlich auch in Deinem Haus. Siehe Heizkostenverordnung - Gesetze und Verordnungen erläutert bei Techem §3 und vom §7 der erste fettgedruckte Satz.
     
  6. #5 Kitzblitz, 08.04.2012
    Kitzblitz

    Kitzblitz Erfahrener Benutzer

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    Die Zahlenwerte mögen stimmen, doch bei den Einheiten ...


    1 / m² ergibt bei dir €
    gar keine Einheit ergibt auch € !!! ... [​IMG] ... griechischer Ansatz ?


    ... solltest du noch etwas nacharbeiten.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich
     
  7. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Naja. Wenn bei allen der Schlüssel geändert wird, bleibt der Grundkostenanteil gleich. Durch die Änderung des Umlageschlüssels werden ja die Kosten nicht geringer.

    Theorethisch können die Grundkosten unendlich mal so hoch sein wie die Verbrauchskosten, wenn diese Null sind. Zum Beispiel bei Leerstand. Das ist eben so und nicht zu beanstanden.
     
  8. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Braucht er nicht, denn ich werde Dir etwas helfen:
    "Bisher sieht das Ganze so aus:
    Kostenart Betrag : Gesamteinheiten * Ihre Einheiten = Ihre Kosten
    Heizkosten Nutzergruppe = 22.991,05€
    50% Grundkosten = 11.495,53€ : 2.508,60m² * 43,30m² = 198,42€
    50% Verbrauchskosten = 11.495,52€ : 169.028,00Einheiten * 305,00Einheiten = 20,74€
    Gesamtkosten: 219,16€

    Nun bei Berechnung 30% zu 70%:
    30% Grundkosten = 6.897,32€ : 2.508,60m² * 43,30m² = 119,05€
    70% Verbrauchskosten = 16.093,74€ : 169.028,00Einheiten * 305,00Einheiten = 29,04€
    Gesamtkosten: 148,09€"

    Nun klarer? ;-)
     
  9. #8 Triple-J, 08.04.2012
    Triple-J

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    Danke erstmal für die Antworten.

    So wie es aussieht, gilt für mein Haus wohl der zweite fettgedruckte Satz...

    Ja, auch bei Leerstand wären diese knapp 200€ zu zahlen... Hier im Haus gibt es auch einige "Nebenwohnler", die freuen sich über die Grundkosten der Heizung sicher auch jedes Jahr...

    Wenn der Schlüssel auf 70% Verbrauchskosten geändert werden würde, müssten die "Vielheizer" dann aber mehr bezahlen, während die "Sparsamen" weniger zahlen müssten. Bei der 50:50-Regelung ist der Sparsame letztlich der Dumme (bei der 70:30-Regelung eigentlich sogar immer noch, nur nicht mehr so extrem...).

    Versteht mich nicht falsch, wer viel heizen will, darf das gerne tun, nur das sollte dann auf auf dessen (zum größten Teil) eigene Kosten gehen.

    Richtig. :)

    Ich müsste dann mal abklären, ob ich für die Eigentümerversammlung einen Antrag stellen kann, um das zu ändern. Das gibt dann bei der Versammlung sicher wieder eine sehr anregende Diskussion...
     
  10. Berny

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    Uuuups... Unisolierte Heizungsrohre...? afaik müssen die eine Isolationsschicht mit Wandstärke gleich Rohrdurchmesser haben. Vielleicht weiss @Heizer mehr darüber?
     
  11. Heizer

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    Welcher fettgedruckte Satz?

    Nix muss alles kann. Dennoch plädiere ich immer dafür auch die innenliegenden Rohre zu isolieren, damit bedarfsgerecht geheizt werden kann und nicht in der Übergangszeit die schöne Rohrwärme hinausgelüftet wird, wenn es zu warm wird.
     
  12. #11 Triple-J, 09.04.2012
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  13. #12 Kitzblitz, 09.04.2012
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    Hallo Berny,

    mir brauchst du da ganz bestimmt nicht helfen - ich krieg nur jedes Mal die Krise, wenn in Berechnungen wild mit/ohne Einheiten "geschlampert" wird.

    Ich habe mir die Erfordernis der korrekten Einheitenführung seit meinem Physik-LK ab 1975 angewöhnt und dies später während des Studiums bis heute so durchgezogen.

    Denn: Stimmt die Einheit zum Schluss beim Ergebnis nicht, liegt ein Gedankenfehler in der Formel vor. - Eine einfache Kontrollmöglichkeit von Herleitungen und Berechnungen und auch selbst entwickelten Formeln.

    Mein Beitrag war auch nicht so ganz ernst gemeint, denn der beschriebene Rechenweg war ja richtig und die Frage des TE war auch schon beantwortet.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich
     
  14. Berny

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    ... dachte ich mir eigentlich schon.
    Aber, um hier mal einzuhaken: Kann der Empfänger eine so lückenhaft erstellte BKAbr. beanstanden? Also, wenn sich das Genannte NICHT in Spalten mit Defination befindet?
    Ich meine mal: Ja.
    Was meint der Rest der gemeinen Gemeinde dazu?
     
  15. Heizer

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    Ja natürlich.

    Mehr noch. Sie ist dadurch formell unwirksam und gilt als nicht erstellt. Läßt sich der Mieter mit der Beanstung Zeit bis nach der Ausschlussfrist, hat man den ZONK.

    Der Rechenweg muss nachvollziehbar sein. Dazu gehören auf jeden Fall auch die physikalischen Einheiten! Sonst könnten das ja Äpfel oder Birnen sein. Ausgenommen davon sind simple Schreibfehler.
     
  16. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Ein Blick ins UP wäre angebracht. Dort ist zu lesen...
    Beanstandungen eines einzelnen Wohnungseigentümers sind damit ohnehin belanglos, "Formell unwirksam" ist kein Kriterium, das im Wohnungseigentumsrecht vorkommt und eine Ausschlussfrist gibt es auch nicht.

    Über die Jahresabrechnung der Wohnungseigentümergemeinschaft beschließt die Eigentümerversammlung mit Mehrheit. Jeder Beschluss, der nicht nichtig ist, ist gültig und für alle Eigentümer verbindlich bis er vom zuständigen Gericht nach fristgerechter Anfechtung für ungültig erklärt wird.

    Das gilt übrigens auch für Fall, die Kostenverteilung 50:50 nach Heizkostenverordnung fehlerhaft wäre.

    Der Kläger wird bei einer Anfechtung begründen müssen, warum der angefochtene Beschluss nicht ordnungsgemäßer Verwaltung entsprechen sollte. Selbstverständlich könnte die Anfechtung mit einer nach HeizkV unzulässigen Aufteilung begründet werden. Das ändert aber nichts daran, dass erst mal geklagt werden müsste. Ob jemand wegen einer Differenz von ca. 70 € den Aufwand betreiben und das Kostenrisiko tragen will?
     
  17. Heizer

    Heizer Erfahrener Benutzer

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    Oh Herr lasse es Augen regnen! Denn dann hättest Du gelesen, dass sich meine Antwort auf den vorherigen Post bezog.

    Mal davon ab. Die HKVO gilt glaube ich auch für WEGs. Und ist eine Abrechnung formell unwirksam kann darüber auch nicht beschlossen werden. Denn rechtlich gesehen gibt es sie überhaupt nicht. Wird dies dennoch getan kann der Beschluss natürlich angefochten werden.

    Ob es den Begriff "Formell unwirksam" im WEG-Recht gibt oder nicht ist unerheblich. Auch sollte die Ausschlussfrist bekannt sein. Denn nicht in allen WEGs werden alle Wohnungen selbst genutzt. Und welcher Eigentümer, der Vermietet, bleibt schon gern auf den Nachzahlungen sitzen?
     
  18. Berny

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    50/50 vs. 30/70

    Die Mieterin einer ETW bekam die HK-Abr. nach 50/50 berechnet. Ich machte den VM auf die HKVO §§ 3 und 7 erster fett gedruckter Satz aufmerksam: Heizkostenverordnung - Gesetze und Verordnungen erläutert bei Techem
    Er (Beruf: Richter) änderte daraufhin die Abrechnung entsprechend. Wir hatten nicht eingesehen, dass die Mieterin unter der Trägheit und dem Desinteresse der übrigen Wohnungseigentümer und der HV finanzielle Nachteile in Kauf nehmen solle.
     
  19. #18 Triple-J, 10.04.2012
    Triple-J

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    Hmm... in meinem Fall ist das so, dass dieses Haus aus 58 Parteien besteht.
    Die Heizkostenrechnung selbst kommt von der Fachfirma Brunata Metrona, (die nach 50:50 abrechnet) wird aber über die Hausverwaltung an die Eigentümer mit entsprechender Abrechnung verschickt. Eine solche Anpassung eines einzelnen Vermieters, wäre m. E. hier nicht möglich. Dann bleibt der Vermieters ja auf dem Differenzbetrag selbst sitzen. Von daher käme nur eine generelle Änderung in Frage.
     
  20. Berny

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    Richtig. Und die Änderung MUSS die HV dem Dienstleister mitteilen. Von sich aus tun die Dienstleister das nicht.
     
  21. #20 Papabär, 10.04.2012
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Ort:
    Berlin
    Jaja ... und beim nächsten Flugzeugabsturz will´s dann wieder keiner gewesen sein, gell?

    Aufgrund der hier teilweise recht häufig aufkommenden Wünsche nach Niederschlag einzelner Organe, hoffe ich inbrünstig, daß der stets aufgerufene Herr entweder keinen Internetzugang hat ... oder zumindest keinen Zugang zu Explosivstoffen und Luftfahrzeugen.
     
Thema: Grundkosten fast 10 mal so hoch wie Verbrauchskosten
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