Grundsteuer gemischt genutztes Grundstück

Diskutiere Grundsteuer gemischt genutztes Grundstück im Abrechnungs-/Umlagmaßstab Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Auf einem ca. 1000 m² grossen Grundstück befindet sich ein Wohnhaus mit 2 separaten Wohnungen und direkt am Wohngebäude schliesst eine Gaststätte...

Razi

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Auf einem ca. 1000 m² grossen Grundstück befindet sich ein Wohnhaus mit 2 separaten Wohnungen und direkt am Wohngebäude schliesst eine Gaststätte an.
Der Grundbesitzabgabenbescheid weist als Angabe zur Liegenschaft nur 1 Objekt aus mit der Bezeichnung Strassenname und Hausnummer welches auf Wohnhaus sowie Gaststätte zutrifft, obwohl nicht im selben Gebäude.

Ist es rechtmässig, die gesamte Grundsteuer B auf die Mieter des Wohnhauses umzulegen oder müsste (weil nicht im vermieteten Gebäude) ein Vorwegabzug für den Anteil der Gaststätte erfolgen?
 
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Ist es rechtmässig, die gesamte Grundsteuer B auf die Mieter des Wohnhauses umzulegen oder müsste (weil nicht im vermieteten Gebäude) ein Vorwegabzug für den Anteil der Gaststätte erfolgen?

Selbst wenn die Gaststätte nicht im Anbau sondern z.B. im Erdgeschoß eines MFH wäre müsste der Vermieter hier m.E. einen Vorwegabzug vornehmen.
 
GSR600

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Gibt es evtl für die Gaststätte eine seperaten Grundsteuerbescheid?
 

Ferdl

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Wenn beide Gebäude auf einem Grundstück (eine Katasternummer) stehen wird es nur einen Bescheid geben.
Möglicherweise kannst du aus dem Grundsteuermessbescheid den Anteil des Gewerbes herausdröseln.
Grundbesitzabgabenbescheid
Der Begriff ist mir unbekannt, wo wohnt denn die Immobilie?
 

Razi

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Es gibt nur eine Katasternummer und nur einen Bescheid mit dem Endbetrag, da lässt sich nichts draus ableiten. Laut BGH Rechtsprechung kann gemischt genutzter Wohnraum komplett auf Mieter umgelegt werden. Die Frage ist, gilt das auch für separate Gebäude auf einem Grundstück? Man stelle sich vor, das Grundstück ist um ein Vielfaches größer und die Gaststätte weiter entfernt... Im vorliegenden Fall werden für eine 85qm Wohnung 520€ p. A. für den Mieter fällig.
 
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Es gibt nur eine Katasternummer und nur einen Bescheid mit dem Endbetrag, da lässt sich nichts draus ableiten. Laut BGH Rechtsprechung kann gemischt genutzter Wohnraum komplett auf Mieter umgelegt werden. Die Frage ist, gilt das auch für separate Gebäude auf einem Grundstück? Man stelle sich vor, das Grundstück ist um ein Vielfaches größer und die Gaststätte weiter entfernt... Im vorliegenden Fall werden für eine 85qm Wohnung 520€ p. A. für den Mieter fällig.

Die Entscheidung aus 2017 kannte ich noch nicht, habe die auch gerade auf Haufe gefunden. Ich nehme in solchen Fällen immer den Vorwegabzug vor, alles andere ist m.E. unbillig (45 Euro pro Monat Nebenkosten nur für Grundsteuer!)

Du brauchst den damaligen Einheitswertbescheid des Finanzamtes, nicht den Grundsteuerbescheid der Kommune. Aus diesem ergibt sich, wie der Einheitswert (und damit auch der Grundsteuermessbetrag) berechnet wurde, sprich wieviel davon auf den gewerblichen Anteil entfällt.
 

Razi

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Du brauchst den damaligen Einheitswertbescheid des Finanzamtes, nicht den Grundsteuerbescheid der Kommune. Aus diesem ergibt sich, wie der Einheitswert (und damit auch der Grundsteuermessbetrag) berechnet wurde, sprich wieviel davon auf den gewerblichen Anteil entfällt.
Danke für den Tipp. Aufgrund des Steuer Geheimnisses ist es sehr schwierig in diesem Fall weiter zu kommen.
 
dots

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Nein, wir sollen keine Berufe raten. Sondern das Steuer. Und Geheimnisse. Und wir sollen raten, warum das Steuer es sehr schwierig macht hierfehlteinkomma in diesem Fall weiter zu kommen. Und das Geheimnis auch. Vielleicht hat das Geheimnis ja auch was mit dem Steuer zu tun.

Wenn du Profi bist, dann darfst du nicht mitraten, weil sich dir das dann schon aus dem Kontext erschlossen haben muss.
 
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Die Verhältnisse erschließen sich eigentlich aus dem Kontext...

Mir nicht - Du beschreibst ein Grundstück aber nicht in welchem Rechtsverhältnis Du dazu stehst! Wenn Du nicht der Eigentümer sondern der Mieter bist ist die Aussage klar: Die Umlage ist rechtlich möglich (das hast Du selbst rausgefunden), wenn die Kosten Dir zu hoch sind musst Du halt die Konsequenzen ziehen!
 

Razi

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Jetzt wollen wir mal sachlich bleiben. Es wird eine Situation geschildert. Weder ist bekannt, ob dies real oder fiktiv ist. Es tut nichts zur Sache, wo es verortet ist oder in welcher Position der TE steht.
 
dots

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Es tut nichts zur Sache, wo es verortet ist oder in welcher Position der TE steht.
Okay, wenn du meinst, wird das bestimmt so sein.

Aber jetzt mal was ganz anderes:

Dein Problem ...
Aufgrund des Steuer Geheimnisses ist es sehr schwierig in diesem Fall weiter zu kommen.
.. hat bestimmt nichts mit dem, was deiner Meinung nach nichts zur Sache tut, zu tun, oder?
 

Razi

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Okay, wenn du meinst, wird das bestimmt so sein.

Aber jetzt mal was ganz anderes:

Dein Problem ...

.. hat bestimmt nichts mit dem, was deiner Meinung nach nichts zur Sache tut, zu tun, oder?

Weisst du mehr als Steuerbeamte oder was genau ist hier die message?
 
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Ist das sachlich? Ich finde nicht. Nach wie vor steht einzig der geschilderte Fall zur Diskussion.

Und der wurde beantwortet!

a) Du bist Vermieter: Du kannst die Grundsteuer auf alle Mieter umlegen (Urteil dazu hast Du selbst gefunden), musst es aber nicht, wenn Du es anders aufteilen willst steht es Dir frei, hier den entsprechenden Bescheid des Finanzamtes heranzuziehen (für Dich selbst gibt es kein Steuergeheimnis)
b) Du bist Mieter: Wie Du herausgefunden hast kann der Vermieter die Grundsteuer auf alle Mieter umlegen, wenn Dir die Wohnung zu teuer wird kannst Du ja umziehen, Kündigungsfrist sind immer 3 Monate
 
taxpert

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Die Verhältnisse erschließen sich eigentlich aus dem Kontext...
Sätze wie z.B. ...
Der Grundbesitzabgabenbescheid weist als Angabe zur Liegenschaft nur 1 Objekt aus mit der Bezeichnung Strassenname und Hausnummer welches auf Wohnhaus sowie Gaststätte zutrifft, obwohl nicht im selben Gebäude.
... suggerieren zunächst Kenntnisse, die man dem Eigentümer bzw. Vermieter zurechnet (V 1.1)
Natürlich kann aber auch der Mieter über die Belegeinsicht über entsprechende Kenntnisse verfügen (V 1.2)

Andererseits klingen Sätze wie ...
Ist es rechtmässig, die gesamte Grundsteuer B auf die Mieter des Wohnhauses umzulegen oder müsste (weil nicht im vermieteten Gebäude) ein Vorwegabzug für den Anteil der Gaststätte erfolgen?
... eher nach einem Mieter (V 2.1), wenngleich auch Vermieter ohne weiteres diese Auffassung vertreten können (V 2.2), vgl @immobiliensammler !

Ich gebe zu, dass auch ich zunächst von Variante V 1.1 ausgegangen bin und auf die Antwort auf die Frage von @Ferdl gespannt war!

Doch zurück zum Thema!

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Ansätze: den zivilrechtlichen und den steuerrechtlichen Ansatz!

Aus Sicht des Mieters:

Egal was man von dem Urteil des BGHs denkt (ich halte es für zumindest fragwürdig!), so ist der zivilrechtliche Weg für den Mieter damit verbaut!
Aus steuerrechtlicher Sicht hat der Mieter schlicht keinerlei rechtliche Handhabe, da er nicht Beteiligter im Sinne §78 AO i.V.m. §33 AO ist! Er ist -so blöd das für den Mieter klingen mag!- aus steuerlicher Sicht nicht vom Steuerbescheid betroffen.

Fazit: Wenn die Weiterbelastung der GrSt dem Mieter nicht passt, bleibt nur die Suche nach einer neuen Wohnung!

Aus Sicht des Vermieters:

Das BGH-Urteil verbietet dem Vermieter nicht eine zu Gunsten des Mieters abweichende Regelung zu treffen. Man kann sich sicherlich an der Berechnung nach R9.1 Abs.1 Satz 7+8 GewStR orientieren. Soweit einem die Berechnung des EWs nicht vorliegt, kann man sicher das FA bitten, einem die Berechnung zukommen zu lassen. Bitten deshalb, weil hierauf kein Rechtsanspruch besteht, denn die Berechnung wurde bereits mit dem Erstbescheid bekanntgegeben.

Aus steuerlicher Sicht sehe ich hierin ...
Auf einem ca. 1000 m² grossen Grundstück befindet sich ein Wohnhaus mit 2 separaten Wohnungen und direkt am Wohngebäude schliesst eine Gaststätte an.
Der Grundbesitzabgabenbescheid weist als Angabe zur Liegenschaft nur 1 Objekt aus mit der Bezeichnung Strassenname und Hausnummer welches auf Wohnhaus sowie Gaststätte zutrifft, obwohl nicht im selben Gebäude.
... keine Fehlinterpretation des Begriffes der wirtschaftlichen Einheit im Sinne §2 BewG. Wobei diese Argumentationskette ...
Man stelle sich vor, das Grundstück ist um ein Vielfaches größer und die Gaststätte weiter entfernt...
... steuerlich schlicht Schwachsinn ist!
Aber natürlich KANN man einen Antrag auf eine fehlerbereinigende Fortschreibung nach §22 Abs.3 BewG für die Zukunft stellen, Aber WILL man das? Für drei Jahre, §266 Abs.4 BewG?

taxpert
 
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Grundsteuer gemischt genutztes Grundstück

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