Grundsteuer vor Hauskauf abschätzen

Dieses Thema im Forum "Grundsteuer" wurde erstellt von Wubbu, 06.06.2013.

  1. Wubbu

    Wubbu Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    06.01.2012
    Beiträge:
    518
    Zustimmungen:
    0
    Tagchen ihr Profis,

    hab zwar nicht vor, irgendwann zu vermieten, doch es ist ja auch ein Immobilien-Forum ;) Geht dabei um die Grundsteuer. Hab mich gestern Abend mal versucht etwas schlau zu machen in der Sache, wirklich einfach ist das aber nicht.

    Kann man irgendwie so halbwegs abschätzen, wie hoch die Grundsteuer für ein Haus sein könnte, wenn man bspw. den Kaufpreis hat?

    Was ich bisher weiss: Die Verkehrswertermittlung ist notwendig, damit ein Grundsteuermessbetrag (richtig so?) ermittelt werden kann. Dies wird i.d.R. bei eigengenutzten Häusern anhand des Sachwertverfahren ermittelt. Dieser Verkehrswert wird dann mit einem bestimmten Promille-Wert (bei uns wohl was um die 3,1 Promille) multipliziert. Dann kommt noch die Stadt oder die Gemeinde und packt nochmal nen Hebelsatz drauf (bei uns 360 Prozent, also multipliziert mit 3,6).

    Hab ich das nun richtig erfahren, dass der Wert, um den es hier geht, nur die reine Immobilie ist, also das Haus? Grundstückspreis muss davon abgezogen werden. Stimmt das soweit?

    Das Haus soll irgendwann natürlich kein Palast werden, eher etwas normales zw. 100 und 150 Quadratmeter Wohnfläche, nicht übertrieben neu und vor allem nicht teuer im Kaufpreis.
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 lostcontrol, 06.06.2013
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.620
    Zustimmungen:
    840
    hi Wubbu,

    warum fragst du nicht einfach vor dem kauf nach der höhe der grundsteuer? die ändert sich im normalfall ja nur sehr selten...

    berechnungen gibt's da verschiedene, aber drauf verlassen würd ich mich da nicht - wir haben hier z.b. einen unterschied von mehreren hundert euro jährlich zwischen dem privathaus meiner eltern und meinem privathaus, und die unterscheiden sich von der grösse her eigentlich nicht sehr.
    dass du das haus selbst nutzen willst hat keinen einfluss auf die höhe der grundsteuer - zumindest nicht hier bei uns.

    bezüglich grundstück: grundsteuer fällt auch auf unbebaute grundstücke an, wir haben mehrere gartengrundstücke für die wir auch jährlich bezahlen. heisst ja auch nicht umsonst "grund"-steuer und nicht "gebäude"-steuer.
     
  4. #3 Soontir, 06.06.2013
    Soontir

    Soontir Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    10.02.2011
    Beiträge:
    680
    Zustimmungen:
    11
    Ort:
    Heidelberg
    Wie Losti schon geschrieben hat fällt Grundsteuer auf Grundstücke an , egal ob bebaut oder nicht.

    Inwieweit hier das Finanzamt ein Gutachten erstellen lässt, weis ich nicht.
    Bei einem Verkehrswertgutachten (egal ob nach Sachwert oder Ertragswert) setzt sich dieser immer aus dem Bodenwert und dem Gebäudewert zusammen.

    Gruß
     
  5. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2005
    Beiträge:
    3.747
    Zustimmungen:
    61
    Der Versuch scheint gescheitert zu sein. Ganz einfach ist es zwar nicht, aber ein Blick ins Gesetz verbessert regelmäßig die Rechtskenntnis.
    Zugegebenermaßen besteht hier das Problem, dass man das zutreffende Gesetz finden muss...

    Nein, man kann nicht... Der Kaufpreis hat nämlich nur in Ausnahmefällen irgendeinen Einfluss auf die Bewertung.

    Hier sind wir an der Stelle, an der ein Blick ins Bewertungsgesetz hilft...

    Nach § 76 Abs. 1 BewG werden
    1. Mietwohngrundstücke,
    2. Geschäftsgrundstücke,
    3. gemischtgenutzte Grundstücke,
    4. Einfamilienhäuser und
    5. Zweifamilienhäuser
    nach dem Ertragswertverfahren bewertet.
    Das Sachwertverfahren kommt bei Ein- und Zweifamilienhäusern nach Abs. 3 nur bei "ungewöhnlichen" Objekten in Betracht.

    Der Grundstückswert ergibt sich nach § 78 BewG aus Jahresrohmiete und Vervielfältiger.
    Mangels einer tatsächlich vereinbarten Miete ist anstatt der Jahresrohmiete (§ 78 Abs. 1 BewG) nach Abs. 2 mit der üblichen Miete zu rechnen.
    Der Vervielfältiger (§ 80 BewG) ist den Anlagen 3-8 zum Bewertungsgesetz zu entnehmen.

    Mit dem Grundstückswert, häufig auch Einheitswert genannt, hat man die Eingangsgröße für die Berechnung der Grundsteuer nach dem Grundsteuergesetz.

    "Verkehrswert" sollte man durch Grundstückswert - also den nach den Regel des Bewertungsgesetzes ermittelten Wert - ersetzen. Die Steuermesszahl - so die steuerliche Bezeichnung für den Promille-Wert - beträgt nach § 15 Abs. 1 GrStG 3,5 Promille.
    Für Einfamilienhäuser gibt es nach Abs. 2 Nr. 1 eine Steuermesszahl von 2,6 Promille für die ersten 38.346,89 Euro und 3,5 Promille für den Rest.
    Für Zweifamilienhäuser stimmt nach Abs. 2 Nr. 2 die genannte Zahl von 3,1 Promille.

    Aus Grundstückswert und Steuermesszahl erhält man den Steuermessbetrag (§ 13 Abs. 1 GrStG).
    Über diesen Steuermessbetrag gibt es einen Grundsteuermessbescheid vom Finanzamt.

    Anschließend kommt die Gemeinde und setzt die Grundsteuer aus Steuermessbetrag und Hebesatz fest.

    Nach meinen bisherigen Ausführungen sollte klar sein, dass das so nicht stimmen kann. Bei der Grundsteuer wird nicht zwischen Gebäude und Grund und Boden unterschieden.

    Dann dürfte der weiter oben erwähnte Ausnahmefall für die Anwendung des Sachwertverfahrens kaum vorliegen.

    Wie man sehen kann, sind bis zum Grundsteuerbetrag viele Schritte erforderlich, die im Normalfall aber jeder für sich gar nicht besonders kompliziert sind.
     
  6. Wubbu

    Wubbu Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    06.01.2012
    Beiträge:
    518
    Zustimmungen:
    0
    Nun ganz blöd gefragt. Spielt es daher absolut keine Rolle, was auf dem Grundstück gebaut wurde? Kommt es da wirklich nur auf den Grundstückswert an?

    Für unsere Gemeinde hier hab ich nämlich aktuelle Zahlen gefunden, was den Quadratmeterpreis für Grundstücke anbelangt (zw. 95-120€ je m²). Demzufolge kann man dann ja anhand der Grundstücksgröße, die ja meist angegeben wird, errechnen, was das Grundstück maximal wert ist und dabei dann anhand der Steuermesszahl den Grundsteuermessbetrag ermitteln. Dazu dann noch den Hebesatz berücksichtigen und schon kommt man doch auf den gewünschten Betrag. Mir geht es dabei ja auch nicht um 10 oder 20€ hin oder her, sondern einfach mal um einen gewissen Anhaltspunkt.

    Beträgt die Grundsteuer im Jahr 400€ oder gar 1600€, das ist schon durchaus ein Unterschied.
     
  7. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2005
    Beiträge:
    3.747
    Zustimmungen:
    61
    Ganz blöd gefragt: was war am beschriebenen Verfahren nicht zu verstehen?

    Der Grundstückswert ergibt aus einer Multiplikation von Jahresrohmiete und Vervielfältiger.

    Dass die Jahresrohmiete von der Bebauung abhängt sollte auch ohne jegliche steuerliche Kenntnisse leicht nachvollziehbar sein.

    Der Vervielfältiger ergibt sich aus den Anlagen zum Bewertungsgesetz. Ein Blick in diese Anlagen zeigt, dass der Wert für ein konkretes Grundstück von der Art der Bebauung, dem Alter und der Gemeindegröße abhängt.

    Damit hängt also das Ergebnis der Bewertung selbstverständlich von der Bebauung ab.

    Grundstück im steuerlichen Sinn ist die Gesamtheit aus Grund und Boden sowie aufstehende Bebauung und Außenanlagen.

    Der Bodenwert ist kein relevantes Kriterium bei der Bewertung nach dem Ertragswertverfahren.
     
  8. Wubbu

    Wubbu Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    06.01.2012
    Beiträge:
    518
    Zustimmungen:
    0
    Kann es sein, dass man auch etwas freundlicher antworten könnte? Du brauchst mich nicht unbedingt wie ein "Schulerbub" dastehen lassen, nur weil ich Fragen habe und etwas nicht verstanden hab.

    Zudem frag ich mich, was ich mit Jahresrohmiete anfangen soll, wenn das Ding gar nicht vermietet werden soll. Es werden keine Mieteinkünfte erzielt, da selbst bewohnt.
     
  9. #8 lostcontrol, 07.06.2013
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.08.2006
    Beiträge:
    16.620
    Zustimmungen:
    840
    die jahresrohmiete ist ein theoretischer wert - überleg einfach was die immo zur miete kosten würde.
     
  10. #9 sara, 07.06.2013
    Zuletzt bearbeitet: 07.06.2013
    sara

    sara Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.03.2013
    Beiträge:
    1.449
    Zustimmungen:
    202
    Ort:
    NRW
    Nein!

    denn mit dem Kaufpreis hat das gar nichts zu tun.

    Außerdem kommt es darauf an wo das Grundstück bzw. Haus liegt. Die Gebühren rechnen sich nach dem vom Finanzamt festgelegten Einheitswerten. Die Gemeinden erheben darauf ihre Gebühren/Hebesatz

    Z.B. bei dem Einfamilienhaus meiner Mutter in einer Gemeinde in Bayern, ist der Grundwert in Euro 22,46 und der Hebesatz darauf 350% = Jahressteuer 78,61€

    Hier bei meinem Einfamilienhaus in einer Stadt in NRW ist für mein Einfamilienhaus/Doppelhaushälfte der Grundwert 97,31€ und der Hebesatz 490% = 476,82€ Jahr.

    Also kannst du nur bei der Gemeinde in der das Objekt liegt die Grundwerte und entsprechende Hebesätze (die sich auch ändern) rausbekommen.

    Nachtrag: in einer Nachbargemeinde liegt hier der Hebesatz bei 420%
    Wie gesagt der Hebesatz wird von den Gemeinden festgelegt, je nachdem wie viel Finanzbedarf sie haben.
     
Thema: Grundsteuer vor Hauskauf abschätzen
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. wie hoch ist die Grundsteuer für ein Doppelhaus

    ,
  2. grundsteuer forum

    ,
  3. grundabgabe haus Plus 1600 Quadratmeter

    ,
  4. grundsteuer für ein Doppelhaus,
  5. 80 qm grundsteuer forum,
  6. abschätzen des einheitswerts,
  7. wie hoch ist die grundsteuer für ein einfamilienhaus,
  8. zustimmung zum hausverkauf der gemeinde,
  9. grundsteuer doppelhaus,
  10. wieviel grundsteuer hat reihenhaus,
  11. grundsteuer unterschied zwischen reihenhaus und einfamilienhaus,
  12. grundsteuer sachwertverfahren wohnflaeche,
  13. grundsteuer 1600 m2,
  14. content,
  15. wieviel grundsteuer fällt jährlich auf ein erbpachtgrundstück,
  16. grundsteuer haus forum,
  17. grundsteuer hauskauf,
  18. was kommt an grundsteuer auf mich zu,
  19. wieviel grundsteuer muss ich für ein haus zahlen,
  20. grundsteuer ändert sich nach kauf,
  21. grundsteuer kamen,
  22. grundsteuer eie teuer wird es wirklich,
  23. grundsteuer privathaus,
  24. zweifamilienhaus wohnung vermietet steuererklärung www.vermieter-forum.com,
  25. grundsteuer je m2 forum
Die Seite wird geladen...

Grundsteuer vor Hauskauf abschätzen - Ähnliche Themen

  1. Grundsteuer als Werbungskosten ohne Einnahme aus Umlage

    Grundsteuer als Werbungskosten ohne Einnahme aus Umlage: Sachverhalt: Mit dem Mieter besteht ein alter Mietvertrag. In dem Mietvertrag werden lediglich an Umlagen die "NK pauschal für Heizung und Wasser"...
  2. HILFE - Hauskauf => Familiengericht

    HILFE - Hauskauf => Familiengericht: Hallo, nun melde ich mich auch mal zu Wort, da ich jetzt wirklich dringend Hilfe benötige. Situation (Zahlen sind nur exemplarisch): Ich möchte...
  3. Grundsteuer, warum so teuer?

    Grundsteuer, warum so teuer?: Hallo Besitze 1 Haus und 2 Wohnungen. bei meinem Haus zahle ich Jede 3 Monaten 67€ bei eine Wohnung 22€ und bei der andere Wohnung 18€. Habe vor...
  4. Hauskauf - Haftpflichtversicherung

    Hauskauf - Haftpflichtversicherung: Hallo zusammen, ich habe, zusammen mit meiner Frau, ein 6-Familienhaus gekauft. Fälligkeit der Kaufpreiszahlung ist der 30.06.16, als Termin zum...
  5. Eigenbedarf bereits vor Hauskauf

    Eigenbedarf bereits vor Hauskauf: Hallo zusammen, ich habe mal eine Frage zur Eigenbedarfskündigung bei gleichzeitigem Kauf der Immobilie. Die Oma meiner Frau hat zusätzlich zu...